Gehörentwicklung und Notenerkennung

Pawlo
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Nabend,
ich spiele erst einige Monate und mein Gehör ist deshalb auch noch ziemlich "ungebildet". Ich habe viele Melodien im Kopf und möchte die natürlich spielen. Aber es ist für mich sehr schwer die richtigen Noten zu finden, sodass es stimmig klingt, wie in meinem Kopf eben. Meistens spiele ich dann nur irgendwie Noten die ich aus 'ner Skale kenne. Aber das hört sich dann halt nicht wirklich wie gewollt an.

Bildet sich das Gehör mit der Zeit? Ich bin ja immer beeindruckt wie man etwas hört und dann sofort nachspielen kann. Oder sollte ich gezielt Fokus darauf setzen, zu wissen wo welcher Ton liegt und wie dieser klingt. Gibt es da Übungen? Generelle Hinweise? Oder bringt das nur die Zeit?
 
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Hey Pawlo,
ich hatte bis vor kurzem das gleiche Problem wie und hab es immer noch, aber es wird durch was ganz einfaches besser--->singe die melodien, die du im kopf hast! wenn du sie singen kannst, oder wenigstens oktaven davon, dann geht das viel besser. Übe zum Beispiel mit deiner Gitarre zusammen halbtöne und ganztöne, Tonleitern und größere Intervalle zu singen.
Nach einiger Zeit lief das bei mir dann schon ca. so ab:

Im Kopf: dödödidudidudumm
das versucht zu singen, hat ungefär hingehauen, dann gedacht: ok. ich fange damit an. Ton gesucht aufer Gitte, gefunden. dann nächster ton: ok, ein ganzton höher, Ton aufer Gitte gefunden.

So geht das dann weiter, bis zu genau die Melodie aus dem Kopf auf der Gitarre hast. Ziel ist es natürlich, dass du den singen+denken Zwischenschritt nicht mehr brauchst, sondern dein "kopf" mit deiner Hand verbunden wird.

lg, Raaz
 
@ RaZ: sehr, sehr gute methode :great:

@ Pablo: wenn du erst seit ein paar monaten spielst brauchst du dir keinen kopf machen. selbst wenn du es nicht gezielt übst, wirst du bemerken, daß das immer leichter funktioniert und irgendwann hast du etwas im kopf und spielst es einfach...
das kann soweit gehen, daß du für dich keinen unterschied mehr merkst, ob du etwas "im kopf" oder von irgendeiner schallquelle her hörst (natürlich bewußt ;) ).
noch n`kleiner tip: geh deine melodien, riffs, licks usw beim einschlafen geistig noch mal durch. hat mir sehr viel gebracht...und bringt`s immer noch !!!

gruß
 
Die Fähigkeit, Melodien, die man im Kopf hat, auch auf die Gitarre zu bringen, lässt sich m. E. am besten dadurch trainieren, dass du selbst viele Stücke heraushörst, irgendwann verstehst und hörst du Intervalle besser und kannst dann auch deine eigenen Melodien leichter umsetzen...
 
Wie schon angeklungen geht es sehr oft um "relatives Hören". Dass die meisten kein "abolutes Gehör" haben ist ganz klar, ob und wieweit man ein solches trainieren kann ist umstritten.

Jedoch kann jeder Mensch sein relatives Gehör trainieren, das relative Gehör bedeuted nichts weiter als zu hören, in welchen Intervallen sich die Melodie von Ton zu Ton verändert.

Dazu solltest du als Anfänger meiner Meinung nach damit anfangen, in einer beliebigen Lage (immer auf der Basis eines vorerst gleichbleibenden Grundtones) die "gängisten" Intervalle bewusst zu spielen und hören. Mit gängig meine ich anfangs in der Reichweite einer Oktave - Dezime, Undezime ect. können erstmal warten. Ich vermute sogar, dass solche Intervallsprünge nicht häufig in deinem Kopf vorkommen...

Grüße,
Duxon
 
Ich sehe das ähnlich wie Absint. Am besten versuchen, sich Songs rauszuhören. Am Anfang ganz einfache Riffs - "Iron Man" von Black Sabbath oder sowas in der Art.

Es gibt auch Trainingsprogramme wie dieses hier (ist kostenlos):
http://www.solfege.org/
Mir persönlich machen solche Sachen nur beschränkt Spaß, andererseits sind sie nicht schlecht, um für die Klangfarbe von Intervallen ein Gespür zu bekommen.

Eine sehr gute Gehörschulung ist auch Singen. Entweder Songs mitsingen bzw. nachsingen. Oder zu einem Gitarren-Backingtrack mal nicht ein Gitarrensolo spielen, sondern ein wenig gesangstechnisch improvisieren.
 
Gute Tipps, vor allem das mit dem Singen, danke.

Dann kann jetzt wohl nur noch die Zeit helfen.

Noch eine Frage. Ich höre sehr oft "The song is in the key of X" oder "The solo is in the key of X" oder "This fill is based around the X Chord" oder "This is a little X Pentatonic Lick/Riff". Wie ist das mit dem Key? Und wenn ich sage es basiert auf einem Akkord/Einer Skale, heißt das, dass nur Noten aus dem Akkord bzw. der Skale genutzt werden? Und sind Songs generell so aufgebaut, dass immer Noten aus Skalen Akkorden genutzt werden? Das würde ja einiges erleichtern, wenn man sich zum Beispiel sagen könnte, "So ich denke mir ein Riff/Lick aus, dazu nutze ich Pentatonik X/Akkord X".
 
"Key" ist ganz einfach die Tonart. Jedes Stück, Riff, Lick, Solo etc. ist in einer bestimmten Tonart 'geschrieben' (Ausnahmen bestätigen die Regel, kommen aber sicher kaum vor). Ein Blues in A z. B. wird aus den Akkorden A, D und E bestehen und die Leadgitarre wird die Moll-Pentatonik in A spielen; nur mal so als Beispiel. Da musst du dich mal mit Musiktheorie befassen.
 

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