Lackabnutzungen
Nach dem Bearbeiten der Kopfplatte und der Decke geht es nun an das möglichst realistische Darstellen der Abnutzungsspuren. Da muss man natürlich Kentnisse über die Spielweise dieses Instrumentes haben. Es macht beispielsweise keinen Sinn, auf der Höhe des Cutaways grosse Abnutzungsspuren anzubringen. Auch unterhalb der Potis gibt es an der Kante praktisch keine Abnutzungsspuren. Wenn, dann stammen diese von Schlägen, oder vom Anschlagen der Gitarre an Amp, Kollegen, Bühnengeländer oder sonst was. Wo es aber am raschesten Spuren gibt, ist auf der Höhe des rechten Unterarmes. Auch vom Einsatz des Geigenbogens können Spuren entstehen, dies speziell für die Jimmy Page Fans unter uns.
Nochmals der Arbeitsplatz mit möglichem Werkzeug
Wie werden Spuren angebracht? Schleifpapier ist für den Beginn eher ungeeignet. Am besten versucht man es mit einem sehr scharfen Schnitzmesser, nicht aber mit dem Cutter. Dieser ist zu wenig stabil. So läuft das Messer irgendwohin, nur nicht dort wo es hin sollte. Aber auch mit meiner Methode ist äusserste Vorsicht angebracht. Mit wenig Druck arbeiten, sich Zeit nehmen und das wichtigste: Eine Vorstellung zu haben, wie es aussehen soll. Dazu bitte unser Standardwerk zur Hand nehmen (The Beauty of the Burst) Nach dem Bearbeiten mit dem Schnitzmesser, es geht auch mit einem dünnen Stechbeitel, vorsichtig mit feinem Schleifpapier, zuerst ca. 180er, danach 240- 400er fein schleifen. Da ist darauf zu achten, den Lack nicht allzu sehr mit zu bearbeiten. Sonst ist danach vermehrtes polieren angesagt. Das Polieren geschieht am Anfang wieder von Hand. Danach habe ich die weiche Polierscheibe benutzt und gute Resultate erreicht. Wichtig: Bei den bearbeiteten Lackpatzer und Abriebsspuren mit wenig Druck arbeiten, sonst ist der Lack im Nu weg. Es kann aber so auch ganz gezielt eine Stelle vergrössert werden. Da ist eure Phantasie gefragt.
Arbeit an der Gitarre
Erste Resultate
Wenn kleinere Dellen und Hicke gewünscht werden, dann wisst ihr ja sicher, wie diese schnell und effizient in die Decke kommen. Ich habe von einer solchen Bearbeitung abgesehen, da solche Beschädigungen beim Gebrauch ganz natürlich entstehen. Ich will ja meine Gitarre nicht für die Vitrine agen. Sie soll ja zwischendurch auch gespielt werden. Dies unterstützt nämlich meine Methode zusätzlich. In Amerika haben sie ja ganz eigenartige Agingmethoden, wie eine Strat am Auto anbinden und dann ca. 600 Meter losfahren und diese übe den Asphalt schleppen. Ich habe diese Methode nicht ausprobiert, auch jene mit dem Schlüsselbund nicht. Das soll ja eine weit verbreitete Methode sein.
Ein weiteres Detailfoto, vor dem Schleifen.
Bis jetzt konnte ich mich noch nicht durchringen, die Rückseite zu bearbeiten. Spuren des Spiels hat sie ja schon. Dabei lasse ich es im Moment bewenden. Vielleicht packt mich aber plötzlich der Ehrgeiz und ich tue es doch.
Ein erstes Gesamtbild, auf die Schnelle gemacht:
Ich habe die Stellen danach nicht versiegelt, möchte diese von der Sonne noch etwas natürlich altern lassen. In etwa einem Jahr schaue ich dann, ob ich das Ganze mit Wachs oder Lack versiegle.
Amnesic Aphasia hat weiter oben Links rein kopiert auf die Videos über Tom Murphy, wo er ausführlich erklärt, wie er vorgeht. Es lohnt sich, diese anzuschauen, bevor begonnen wird. Ich ziehe es allerdings vor, mit einem Skalpell zu arbeiten und nicht mit einer Klinge eines grossen Cutters. Allerdings ist dies auch wieder sehr individuell. Man muss versuchen, mit welchen Werkzeugen man die besten Resultate erzielt. Es kann nämlich durchaus sein, dass sich jemand mit einer Cutterklinge wohler fühlt und seine gezielten Abnutzungsspuren so optimal anbringen kann.
Wenn ich nicht wieder Nachträge habe, werde ich dann das nächste Mal das agen der Hardware beschreiben.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei all denen, die mir Rückmeldungen zugeschickt haben, mir Renommee Kommentare hinterlassen, meine Beiträge bewerten oder einfach nur die Beiträge lesen und sich in Gedanken ihre 20. Les Paul geagd haben. Auch an all jenen, welche meinen Tread mit ihren Beiträgen ergänzen einen speziellen Dank. So lebt der Tread automatisch weiter.