Lohnt es sich ein Profi-Musiker zu werden?

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Hallo!
Obwohl das Titel diesem Thema blödsinnig klingt, ist das eine ernshafte Frage. Nächstes Jarh werde ich Klassiche Gitarre in Österreich oder Deutschland studieren. Seit lange habe ich dafür vorbereitet, aber was ich mich im Moment frage ist - lohnt es sich ein Profi zu werden?
Natuerlich, was mir besorgt ist Geld. Ich weiss wie Profi-Musiker geld verdienen- Konzerten, privat Instrumentalunterricht, etc., aber verdienen sie genug, um ein normales Leben zu haben? Ich habe Zweifel daran, ob ich Musik studiren will, weil ich wirklich keine Ahnung habe können Musiker gut verdienen.
Können bitte Musiker, die von Musik leben, ihre Erfahrung teilen? Wie verdienen sie Geld, arbeiten sie Nebenjobs?
Danke!
 
Eigenschaft
 
Einfach gesagt: Wenn schon Gitarre, dann als Hauptfach in einem Schulmusikstudium. Das ist von allen musikalischen Studiengängen immer noch der erfolgversprechendste. Auch wenn klassische Gitarristen das nicht gerne hören (aber gerade von denen habe ich es), so ist Gitarre als Bachelor doch ein recht spezielles Studium, das auch eher ein spezielles Publikum anspricht.

Leben kann man mit Unterrichten, Konzerten und ähnlichem, aber viel besser lebt man als Lehrer ;)

Ich würde dir also unbedingt raten, dir den Studiengang Schulmusik anzusehen. Den gibt es nämlich auch mit Hauptfach Gitarre.
 
Ich finde das ist eher subjektiv. Mag sein das der Beruf des Schulmusikers wesentlich geregelter ist - aber ist er auch erfüllend?

Ich habe mich damals komplett gegen ein Musikstudium auf Lehramt entschieden. Der künstlerische Schwerpunkt ist beim Instrumentalstudium wesentlich intensiver und anstatt später einmal irgendwelchen Schulkindern Musikunterricht geben zu müssen, die sich meistens kein bisschen für dein Unterrichtsfach interessieren finde ich es erfüllender Instrumentalunterricht an Musikschulen zu geben. Das ist wesentlich praxisnäher und ich denke wahre Musiker leben so "besser" - vielleicht nicht unbedingt finanziell, aber auf anderen Ebenen. Weiterhin ist es mittlerweile durchaus üblich das Instrumentallehrer an normale Schulen gehen und dort Klassenmusizieren unterrichten und Kurse anbieten.
Man muss als Instrumentalpädagoge zwar immer die Ohren und Augen offen halten wo es gute Jobangebote gibt, aber alles hat eben seine positiven und negativen Seiten.

Ich will damit nur sagen, dass es eben auch genau die gegenteilige Meinungen gibt. Schulehrer ist geregelter und sicherer - Instrumentallehrer ist künstlerischer , freier, aber risikoreicher. Dennoch gibt es auch Instrumentallehrer die sehr gute Verdiener sind, aber auch welche die am Existenzminimum leben
 
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[...]lohnt es sich ein Profi zu werden?
Natuerlich, was mir besorgt ist Geld. Ich weiss wie Profi-Musiker geld verdienen- Konzerten, privat Instrumentalunterricht, etc., aber verdienen sie genug, um ein normales Leben zu haben?

Professionelle Musiker verdienen manchmal gut, manchmal schlecht. Das hängt von vielen Randbedingungen ab: in welchen Ensembles spielt man, für welche Auftraggeber, wie gut kann man sich selbst vermarkten, welche Beziehungen hat man in die Szene und zu Kollegen? DAS bestimmt das Einkommen eines Musikers. Seine professionelle Ausbildung ist da eine sinnvolle Voraussetzung, aber in der Summe der Existenz eher eine Randbedingung.

Mach dir also keine Hoffnung, nur wegen einer professionellen Ausbildung genug zu verdienen: im und nach dem Studium geht's erst los, sich in der Szene zu etablieren, Marktnischen zu besetzen und sich im Bewusstsein von Bandleadern und Veranstaltern festzusetzen.

Um deine Frage zu beantworten: ja, es lohnt sich ein Profi zu werden, wenn du für Musik brennst und bereit bist, eine professionelle Ausbildung nur als Grundlage zu sehen.

Können bitte Musiker, die von Musik leben, ihre Erfahrung teilen? Wie verdienen sie Geld, arbeiten sie Nebenjobs? Danke!

Naja, was ist ein Nebenjob? Bei Musikern gibt es oft keine strikte Trennung in Haupt- und Nebenjob. Ist das Spielen in einer Band ein Nebenjob, wenn man doch eigentlich Gitarrenlehrer werden wollte? Ist Gitarrenunterricht ein Nebenjob, wenn man eigentlich Gitarrist werden wollte? Das hängt alles am Selbstverständnis des Einzelnen.

Hier, hier und hier hatte ich dazu schon mal was geschrieben.

Harald
 
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... wie gut kann man sich selbst vermarkten, welche Beziehungen hat man in die Szene und zu Kollegen? DAS bestimmt das Einkommen eines Musikers. Seine professionelle Ausbildung ist da eine sinnvolle Voraussetzung, aber in der Summe der Existenz eher eine Randbedingung ...
Das kann nicht oft genug und deutlich genug gesagt werden!!
Musiker ohne Management-Qualitäten werden eher Probleme haben ausreichend zu arbeiten und zu verdienen - selbst Unterricht trägt einem niemand hinterher.

...Naja, was ist ein Nebenjob? ...
Ich kenne einige Berufs-Musiker, die relativ streßfrei leben, weil sie einen halben Tag Taxi fahren, alternativ z.B. in einer Bibliothek arbeiten, sogar halbtägige Bankjobs sind dabei...
Aber auch diese Arbeiten muß man sich organisieren!
 
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Hallo Frageantwort,

auch wenn ich mit der Musik nicht meine Brötchen verdiene sondern sie als Hobby fröhne möchte ich Dir gerne antworten.
Ich habe in meinem bekannten und Freundeskreis einige hauptberufliche Musiker.
Im Großen und ganzen kann ich Dir sagen das Musik leidenschaft ist von der man -wenn man sehr gut ist und sich zu vermarkten weiss- auch leben kann. Allerdings gibt es IMHO keinen Job sorry Beruf in dem man sein Geld so schweer verdient.
Der Musiker schafft Kultur und wo wird am ehesten gespart wenn kein Geld mehr das ist - an der Kultur.
Wenn Du keinen Manager hast muss Dir auch bewust sein das min 50% Deiner Arbeitszeit Bürotätigkeiten wie Kontakte abklopfen, Werbung machen, Steuererklärung, Auftritte Organisieren .... sind.
Viele Musiker die ich kenne Arbeiten auch noch halbtags als Musiklehrer in einer Musikschule, was den Vorteil eines kontinuierlichen Grundgehalts und der günstigen Krankenversicherung mit sich bringt.

Ich möchte Dir Deinen Plan nicht vermiesen. Das leben als Musiker ist arbeitsreich und meist ertragsarm was das Geld angeht. Vom der passion und Erfüllung her ist es das ein und alles.

liebe Grüße

Fish
 
Seit lange habe ich dafür vorbereitet, aber was ich mich im Moment frage ist - lohnt es sich ein Profi zu werden? Natuerlich, was mir besorgt ist Geld.

Nein, es lohnt sich nicht!
Es lohnt sich nicht, wenn man besorgt ist ums Geld.

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Es lohnt sich, wenn man besorgt ist um die kulturelle Bildung seiner Mitmenschen. Wenn man um diese Bildung besorgt ist, dann lohnt sich auch das manchmal lästige Unterrichten, dann lohnt sich jeder schlechtbezahlte Gig, bei dem es um mehr geht als um die Zerstreuung irgendwelcher ignoranten Zeitgenossen. Es lohnt sich, wenn man sieht, wie die eigenen Kinder oder die eigenen Schüler das vermittelte, seit Jahrhunderten überlieferte Kulturgut aufsaugen wie trockengefallene Schwämme und in neue Kulturgüter verwandeln. Man erschafft dadurch einen Mehrwert, der mehr wert ist als alles, was durch das €-Zeichen bezifferbar ist. Wie sähe unsere Kultur aus, wenn das €-Zeichen endgültig an die Stelle der Kulturgüter träte?

Wer an solchen Überlegungen Zweifel hat, sollte besser irgendeinen Bürojob ausüben: Krankenversichertendaten verwalten, Rentenbeiträge errechnen oder so ... Das muß ja auch gemacht werden!

Viele Grüße,
McCoy
 
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naja, besorgt sein ums Geld sollte man da sehr wohl und das wird auch der Alltag von sehr vielen Profimusikern sein. Denn wie du schon sagtest McCoy, Gigs werden schlecht bezahlt, wenn sie überhaupt noch bezahlt werden! Die Entwicklung geht da klar nach unten. Und wenn man seine Miete und die KfZ Reparaturen nicht mehr bezahlen kann, dann wirds ganz schnell verdammt eng mit dem Idealismus der Kulturvermittlung......
 
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Wir waren grade wieder unterwegs und dieses Thema war ein vieldiskutiertes. Aber dennoch waren wir uns alle im Grundtenor einig. Alleine kann man es schaffen, wenn man diszipliniert und flexibel ist. D.h. wenn man alles spielt (spielen kann), was einem angeboten wird, wenn man ortsunabhängig ist und wenn man sich selbst organisieren kann. (Steuern, Aquise, etc) Wenn man einen Partner und/oder Kinder hat braucht man Sicherheiten. Entweder fängt einen der Partner mit einem "sicheren" Job auf, oder man hat selbst mindestens einen Job (meistens Unterricht), der einen über Wasser hält. Die wenigsten, egal im welchem Genre, machen sich im jungen Alter bewusst, was es heißt "am Ball" bleiben zu müssen, sich gegen die Kokurrenz durchzusetzen, sich mit Veranstaltern und Agenten auseinandersetzen zu müssen, usw. Entweder man ist dem gewachsen oder nicht. Wenn man frühzeitig merken sollte, dass man das nicht packt, würde ich dazu raten sich die Musik als Hobby zu bewahren und was anderes zu machen.
 
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MEiner Meinung nach ist es gar nicht so schwer und unwahrscheinlich nach deiner Ausbildung gutes Geld damit zu verdienen. WEnn du ein solider Gitarrist bist der auch gerne in den Hintergrund geht und vielleicht noch ein bisschen Glück hast dürftest du im Studio, LIve oder auch als Lehrer einiges machen können.

ABER DU WIRST SICHER AUCH DARÜBER EINIGES IN DEINEM STUDIUM LERNEN UND DIE WISSEN WAHRSCHEINLICH NOCH MEHR!
 
Mich würde übrigens mal interessieren, wie viel du weißt?
 
Ich möchte noch mal einen Aspekt ansprechen, den Mod-Paul schon kurz angeschnitten hat. Ich habe bei einem Freund miterlebt, wie das Berufsleben einem das ehemalige Hobby Musik völlig kaputt machen kann. In diesem Fall war das ein Kirchenmusiker, aber ich könnte mir vorstellen, dass das woanders auch vorkommt.

Hier war es jedenfalls so, dass diesem Musiker über Jahrzehnte hinweg immer und immer wieder so massiv in seine Musik reingeredet wurde, getreu dem Motto 'Wir sind dein Arbeitgeber und wir bestimmen wie du zu musizieren hast', dass dieser nun das Ganze aufgeben musste. Seine Psyche hat da nicht mehr mitgemacht.

Das mag jetzt ein Extrembeispiel sein, aber ich könnte mir vorstellen, dass das im kleinen auch in anderen musikalischen bereichen vorkommt. Ich glaube da braucht man sehr viel Idealismus und Durchhaltevermögen, um sich die Freude an der Musik nicht zerstören zu lassen.
 
...Hier war es jedenfalls so, dass diesem Musiker über Jahrzehnte hinweg immer und immer wieder so massiv in seine Musik reingeredet wurde, getreu dem Motto 'Wir sind dein Arbeitgeber und wir bestimmen wie du zu musizieren hast', dass dieser nun das Ganze aufgeben musste. Seine Psyche hat da nicht mehr mitgemacht ...
sowas weiß man aber vorher!!
min. 90% der Berufsmusiker sind Dienstleister, sprich, sie arbeiten im Auftrag von irgendjemand - und wer bezahlt, der bestimmt, was er haben möchte!

Ich sehe auch überhaupt keinen Grund, warum das anders sein sollte.
 
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über Jahrzehnte hinweg immer und immer wieder so massiv in seine Musik reingeredet wurde, getreu dem Motto 'Wir sind dein Arbeitgeber und wir bestimmen wie du zu musizieren hast
Wenn man beim Musikkorps der Bundeswehr ist, muß man sogar auf Befehl Musizieren und Üben. Ein Bekannter von mir mußte sogar auf Befehl falsch spielen, weil sein Mitmusiker den Fehler schon seit Ewigkeiten so machte, aber im Rang höher war: "Herr Müller, Sie spielen da ein fis! Das ist ein Befehl!"

Viele Grüße,
McCoy
 
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Wenn man beim Musikkorps der Bundeswehr ist, muß man sogar auf Befehl Musizieren und Üben. Ein Bekannter von mir mußte sogar auf Befehl falsch spielen, weil sein Mitmusiker den Fehler schon seit Ewigkeiten so machte, aber im Rang höher war: "Herr Müller, Sie spielen da ein fis! Das ist ein Befehl!"

Viele Grüße,
McCoy

Ja aber sowas ist doch mal selten bescheuert, oder? Kann sein, dass man das vorher weiss, ich habe mich damit nicht intensiver befasst, da für mich Musik als Beruf nicht in Frage kommt. Ich finde aber, das ist ein wichtiger Aspekt, den man nicht aus den Augen verlieren sollte. Das kann einem nämlich völlig die Freude am Beruf vermiesen.
 
Das kommt nicht selten vor, dass Musiker psychische Probleme beim Studium bekommen (oft bei Orchestermusikern und Solisten übrigens!). Ehrlich gesagt merkt man den Unterschied deutlich, wenn man parallel dazu noch an der Uni studiert oder außerhalb mal normale Leute kennenlernt. Wer damit nicht klar kommt, dass Musik hier als Studium und Beruf und nicht als Hobby oder Spaßveranstaltung gemacht wird, der sollte das auch nicht in Angriff nehmen.

Musik ist das letzte Studium, in das ich einfach mal so blauäugig hineingehen würde.
 
Dem Bekannten von mir hat das damals wenig gejuckt, daß er da falsch spielen mußte. Er hat sich durch das Musikkorps ermöglicht, während seiner Bundeswehrzeit nicht durch den Dreck robben zu müssen, er konnte statt dessen sein Instrument spielen. Jetzt ist er ein toller Musiker und Lehrer in seinem Fach.

Viele Grüße,
McCoy
 
zumal die Bundeswehr ja auch qualifizierte Aus- und Weiterbildung, incl. Musikstudium KOSTENFREI, natürlich mit Sold, anbietet - man muß halt im Gegenzug Berufssoldat werden.
...und wäre im Kriegsfalle als Sanitäter im Einsatz...
 
es ist wohl von der Persönlichkeit abhängig ob man das als Beruf machen kann/will. Für mich ist alles mit zwang verbundene irgendwann kein Spaß mehr, also kann ich mir nicht vorstellen Musik als Beruf zu betreiben (abgesehen das ich nicht gut genug bin ;) Wenn etwas zum Beruf wird hört die Freude am Hobby auf, weil ich dadurch den psychischen Druck bekomme, das diese Tätigkeit mein Lebensunterhalt decken muss. Gibt aber sicher auch Menschen die für Musik leben und dann wärs ja blöd sich das nicht ausbezahlen zu lassen. Ich will nicht sagen das Musik nicht mein Leben ist, ich bin Riesenfan von verschiedensten Musikrichtungen etc.. aber ich brauch auch immer ein bisschen Pause davon...
 
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Das mag jetzt ein Extrembeispiel sein, aber ich könnte mir vorstellen, dass das im kleinen auch in anderen musikalischen bereichen vorkommt. Ich glaube da braucht man sehr viel Idealismus und Durchhaltevermögen, um sich die Freude an der Musik nicht zerstören zu lassen.
So extrem und so selten ist dieses Beispiel nun auch wieder nicht. Dieses "Durchhaltevermögen" schultert man wenn man jung ist mit links. Wenn man aber Jahre "gekämpft" hat, ist man irgendwann müde.

sowas weiß man aber vorher!!
min. 90% der Berufsmusiker sind Dienstleister, sprich, sie arbeiten im Auftrag von irgendjemand - und wer bezahlt, der bestimmt, was er haben möchte!
Das stimmt. Trotzdem lässt sich als junger Mensch schwer abschätzen, wie gut man damit klar kommt. Anfangs ist man sowieso froh überhaupt einen Job zu haben, der einem vielleicht sogar auch noch Spaß macht. Es ist eh immer eine Gradwanderung, wie man mit der "vorgeschriebenen Kreativität" umgeht. Orchestermitglieder gehen auch nicht zum musizieren ins Theater, sondern sie verrichten ihren `Dienst´. Das sagt eigentlich schon alles aus. Jahrelang geschuftet, geübt, durch div. Vorspielhöllen gegangen um dann Sachen zu spielen, die man vielleicht gar nicht mag und die auch noch so spielen, wie der Pinselstreicher es vorne vorgibt ;)

schöberl;6176191 schrieb:
.. aber ich brauch auch immer ein bisschen Pause davon...
Die kannst Du Dir aber als Profi leider nicht nehmen wann Du willst.
 
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