Lohnt es sich ein Profi-Musiker zu werden?

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WilliamBasie

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na ja, daran krankt die Menschheit in weiten Bereichen, wenn der Antrieb nur auf dem Spaß liegt, ist das ganze schon verkackt.

Ich habe immer die größte Befriedigung daraus gezogen meine Arbeiten (und wars auch der größte Scheiß) immer so gut zu machen, wie es mir möglich war, so schnell wie es mir möglich war, am liebsten oberhalb vom Standard von meinen Kunden.

Da kommt man öfters abends nach Hause und hat stundenlang "Drecksarbeit" erledigt - aber die Zufriedenheit liegt im richtigen Umgang damit.

Ich bedauere zutiefst die breite Masse, die widerwillig zur Arbeit geht, irgendwie die Zeit totschlägt in großer Unzufriedenheit.
Denen geht ein halbes Leben Zeit verloren, während ich gute Arbeit abgeliefert habe und gut dran verdient habe und noch zufrieden war.
 
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<...> besser <...> Geld <...> Oder <...> Leidenschaft
Da gibt es irgendwas dazwischen, was vielleicht beides irgendwo vereinen kann. Durfte ich positiv selbst merken. Abgesehen davon bedingt Leidenschaft auch einen passenden Boden. Groß geworden mit einer tollen Rundfunklandschaft , für die ich als Musikwissenschaftler gerne und "leidenschaftlich" dauerhaft gearbeitet hätte, durfte ich erleben, dass die den Bach runterging:-/

Zu Schulmusikern: Der Beruf des Lehrers ist nicht für die Selbstverwirklichung der Lehrer*innen da, sondern für eine qualitativ hochwertige Bildung der Schüler*innen. Da gibt es doch den einen oder die andere, die Schulmusik als "sicheren Hafen" gewählt hat. Das kann gut gehen, ist aber manchmal auch schxxx, wenn sich hier verhinderte Musiker nur selbst verwirklichen möchten, statt Kindern wirklich die Musik als Ganzes gut vermitteln zu können oder auch nur zu möchten. Wer darauf keinen Bock hat, lässt das bitte. Meine Kinder sind mir für einen solchen Unterricht zu schade. (Wobei es herausragende Musiklehrer*innen gibt, ich selbst bin unter die Fittiche eines solchen gekommen und habe dann MuWi studiert. Berufsmusiker wollte ich aber nie werden.)
 
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WilliamBasie

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... Das kann gut gehen, ist aber manchmal auch schxxx, wenn sich hier verhinderte Musiker nur selbst verwirklichen möchten, statt Kindern wirklich die Musik als Ganzes gut vermitteln zu können oder auch nur zu möchten...
so einen habe ich 2018 getroffen, Musiklehrer eines Privatgymnasiums.
Bevor er "Lehrer" wurde, hat er sich extrem erfolglos als Freejazzer und Improvisationstheatermusiker versucht. Der Typ macht nur "Unterricht" bzw. Projekte, die ihn interessieren, der Rest findet schlicht nicht statt.

Kinder, die sich outen in einem Musikverein oder Akkordeonorchester zu spielen, werden regelrecht gemobbt.

Das Gymnasium ist noch ziemlich neu, ich bin mal gespannt, wenn die ersten Schüler in einer Abiprüfung sitzen und nach Bach gefragt werden...
 
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Christian_Hofmann

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Da gibt es irgendwas dazwischen, was vielleicht beides irgendwo vereinen kann.
Da hast du wohl recht. Natürlich ist Arbeit nicht immer schön und man muss auch mal Dinge tun die einem nicht gefallen. Aber viele wählen ihren Beruf leider nicht auf Grundlage ihrer Interessen und Fähigkeiten sondern nach Aufstiegschancen und Verdienst.

Natürlich darf man nicht an die Musikerlaufbahn heran gehen mit der Idee nur so vor sich hin zu klimpern wie man gerade Lust hat. Da muss man eben auch Dinge tun die einem kein Spaß machen. Ich musste auch in einem Lehrgang Fugen komponieren und spielen obwohl ich Fugen so überhaupt nicht mag.
 
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rw

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Aber viele wählen ihren Beruf leider nicht auf Grundlage ihrer Interessen und Fähigkeiten sondern nach Aufstiegschancen und Verdienst.
... oder, weil Ihnen nichts Besseres einfällt:-/
Man muss normalerweise so lange im Leben arbeiten, dass man sich über den Beruf schon Gedanken machen sollte.

Musikerlaufbahn <...> Dinge tun die einem kein Spaß machen. Ich musste auch in einem Lehrgang Fugen komponieren und spielen obwohl ich Fugen so überhaupt nicht mag.
Man muss sicherlich auch unterscheiden zwischen "lernen" und "tun". Fugen zu komponieren lohnt sich auch dann, wenn man sie nicht spielen mag. "Lernen" muss man sehr viele Dinge, gerade auch die, die keinen Spaß machen. (Der sich dann noch entwickeln kann.)
 
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glombi

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Krass, bin gerade bei FB über eine Werbung von Steinway & Sons gestolpert. Es wird der Käufer eines Spirio Flügels portraitiert: „Ich wollte schon als Kind so eine Flügel haben und wusste schon damals, dass das teuer wird. Deshalb bin ich auch nicht Musiker geworden, sondern habe Informatik studiert…“. Soweit ich das am Handy beurteilen kann, spielt er auch recht gut. Aber ist das wirklich geschickt, wenn so ein renommierter Hersteller von Profi-Instrumenten sich so positioniert?!

Gruß,
glombi
 
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Michael Burman

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Aber ist das wirklich geschickt, wenn so ein renommierter Hersteller von Profi-Instrumenten sich so positioniert?!
Wahrscheinlich kann man an Informatiker mehr Flügel verkaufen als an Musiker, die keine Informatiker sind.
 
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MusikBert

MusikBert

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Aber viele wählen ihren Beruf leider nicht auf Grundlage ihrer Interessen und Fähigkeiten sondern nach Aufstiegschancen und Verdienst.

Naja, wer will denn noch mit 25 den Eltern auf der Tasche liegen?

Interessen und Fähigkeiten werden nicht immer wertgeschätzt und finanziell belohnt.

Ich kenne viele Musiker (Musikinstrument studiert und das Studium abgeschlossen), aber von Auftritten/Konzerten allein lebt keiner. Entweder sind sie "nur" (Musik)Lehrer geworden und haben gutes/sicheres Geld, oder sie spielen Musik (Konzerte), die ihnen Spaß macht und füllen die finanziellen Lücken mit "ein bißchen" Unterricht; manche kellnern oder helfen saisonal in einer Gärtnerei aus, um über die Runden zu kommen.
Vielleicht haben wir zu viele Musiker?

Gruß, Bert
 

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