Exakt, Martin.
Die Licks sind die eine Sache, die Verzahnung die andere. Man kann viele Standards über irgendetwas spielen, aber es muß passen. Und das fehlte mir unwahrscheinlich hier. Ich kam einfach nicht ins Feeling. Habe unzählige Takes gespielt und es wurde immer schlimmer. Schließlich habe ich irgendwann gesagt: Jetzt reichts, wird nur schlimmer.
Das macht ja genau den Unterschied zu Weltklasse-Spieler wie SRV, EC, JB etc... die Licks sind oft gleich, aber sie kommen an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit. Mal so intoniert, mal etwas anders....die Licks selber sind nicht schwer zu lernen, aber sie richtig einzusetzen und zu betonen und feine Nuancen zu setzen...das ist es.
Ich versuche mir manchmal damit zu helfen, den Part immer und immer wieder anzuhören, ich meine wirklich nur hören, keine Gitarre im Arm. Dabei eine Gitarrenmelodie zu summen, zu hören, wie auch immer. Die Melodie zu merken und dann die Gitarre zu nehmen und die Melodie im Kopf nachzuspielen, ohne laufendem BT. Das klappt manchmal, manchmal auch nicht. Ich muß dann aufpassen nicht in die alten Plattitüden zu verfallen. Man spielt halt schnell seine Standard-Licks, die ja auch sein sollen. Aber irgendwann dann auch langweilig sind und einen selber frusten. Schlimm wird es wenn man bei sich selber keine Entwicklung sieht.
Manchmal hilft auch, einfach im Loop drauf los zu spielen, alles aufzunehmen und später in Ruhe anhören. Einen großen Teil kann ich wegschmeissen, verhaspelt, falsch intoniert, passt nicht. Aber ein Teil kommt dann auch gut und daraus versuche ich dann was zu entwickeln.
Hier war einfach kein Ankommen, kein Reinkommen, so oft ich es auch versucht habe, es passte mir nicht. Seltsam, wir haben mit meiner alten Band dieses Stück auch gespielt, aber ein wenig relaxter.
Gute Erfahrung für mich, es geht halt nicht alles und immer....
Grüße