Akkord "D +" in einem Blues ?

tupian
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Guten Abend an alle,

ich habe mir gestern ein tolles Heft mit Blues für Akkordeon gekauft.
Nun habe ich in einem Lied einen Akkord "D +" angegeben, und ich steh da wohl auf der Leitung, aber ich habe trotz googlen nix dazu gefunden, was das sein soll?

Da steht
für die rechte Hand: c - d - fis - a
und links D7

und dann rechts: c - d - fis - ais
und links D +

Das Stück ist in G Dur, ich komme von A7 auf besagten D7 und nach dem D + geht's weiter nach G.

Ich hoffe, da kann mir jemand helfen - vielleicht ist es ja eine einfach nur eine andere Art, einen (bekannten) Akkord zu notieren?

Ich freue mich über sachdienliche Hinweise :D

LG
Petra
 
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Hallo Petra!
D+ ist ein übermäßiger Dreiklang D Fis Ais.
Bist Du Dir sicher, dass das für Akkordeon ist? Ein Standardbass hat solche Akkorde nicht.

Aber vielleicht kann uns einer hier auch etwas anderen belehren und ich bin gerade auf dem Holzweg.

Gruß grollimolli
 
Hallo grollimolli,
danke erst mal für die schnelle Antwort.
Mein Mann ist versierter Musiker und meinte auch, es sei ein übermäßiger Akkord, und er wisse nicht so recht, wie ich den auf dem Akkordeon spielen soll.

Das Buch ist aus Holland, und es heißt dort "for accordion and keyboard".
Wenn es den übermäßigen Akkord nicht gibt auf dem Akkordeon (und er dort vielleicht nur für die Keyboarder steht?), welche Alternative kann ich denn dann am besten spielen??
Es klang alles nicht so recht, was ich ausprobiert habe....

In dem Buch sind übrigens z.B. die H-Akkorde als B notiert (weil ja unser B dort ein Bb ist...), zunächst verwirrend aber das hab' ich immerhin geschnallt ;-)
Vielleicht gibt es ja auch eine englische Schreibweise, die einen "+ Akkord" bei uns irgendwie anders bezeichnet?

Ab und an haben sich in dem Buch auch ein paar kleinere Fehler eingeschlichen, z.B. vergisst man schon mal gerne ein Auflösungszeichen.....
Vielleicht haben die sich ja einfach vertan :gruebel:

Naja, vielleicht weiß noch jemand eine passende Lösung, den ich finde das Stück eigenltich sehr schön und würde es gerne spielen.

LG PEtra
 
Hallo Petra!
Vielleicht ist das auch für Melodiebass geschrieben?
Ansonsten würde zu G Dur ein D Dur oder ein D 7 passen. Probiere doch aus, was sich besser anhört.

Gruß grollimolli
 
hallo tupian,

es gibt keine möglichkeit auf dem standardbass einen übermäßigen akkord zu spielen. an der stelle kannst du dir nur mit einem evtl. ausgehaltenen bass oder dem wechsel von einem bass auf einen anderen behelfen.

leider ist an der stelle die 'begleitautomatik' etwas begrenzt.

grüße
morigol
 
Hallo Petra,
ich würde vielleicht an der Stelle mal ausprobieren, wie es klingt, wenn ohne Akkord nur einer der vier Akkordtöne C, D, Fis oder Ais als Basston gespielt wird. Ais entweder als Terzbass zu Fis oder als B in der Grundbassreihe (es lebe die enharmonische Verwechslung). Das liegt als Übergang von D7 nach G natürlich beides weit weg, aber vielleicht brauchst Du es ja gar nicht, weil einer der anderen Töne (fast) genauso gut passt.
Viel Erfolg!

Gruß,
INge
P.S. das ist natürlich genau das, was Morigol mit "ausgehaltenen Basstönen" meinte. Wer lesen kann, ...
 
Zuletzt bearbeitet:
...vielen Dank!
Ich kann D und Fis von den Grundbässen spielen, das passt - entweder einen oder beide zusammen, mal sehen wie es im Lied dann wird.

Ein schönes Wochenende wünscht
Petra
 
D+ heißt auch D alt (für alteriert) und kann so gegriffen werden:

Zeigefinger auf D Grundbass
kleiner Finger auf Ab7-akkord

Somit hast du die Töne D Ab C Gb (und falls bei deinem Akkordeon die Dur7-Akkorde sogar vierstimmig sein sollten auch noch das Eb dazu). Den Akkord würde man dann als D7b5 bezeichnen (bei Vierstimmigkeit D7b5b9).

Auf dem Klavier (bzw. rechte Hand Akkordeon) würde ich D+ so spielen: Fis Bb C F (also ohne den Grundton D). Da das so aber nicht in der linken Hand geht, würde ich den oben beschriebenen D7b5 greifen, der passt auf jeden Fall auch.

Gregor
 
D+ heißt auch D alt (für alteriert) und kann so gegriffen werden:

Hallo zusammen,

... D+ als D alt zu interpretieren und dann als Griff mit einem b5 (und b9) anzugeben, wenn sogar das ais in der RH ausnotiert wird, halte ich eher für weit hergebracht (wenn auch nicht gänzlich unmöglich). Und bei einem 4-stimmigen bzw. "französischen/belgischen" Septakkord gibt's sowieso Probleme mit der Quint...

Im "Standard"-Fall greift man am Standardbass regelmäßig einfach den d7-Akkord (oft mit dem Terzbass Fis); möglich wären auch (ev.!) andere, aber... --> siehe, zB:
https://www.musiker-board.de/spieltechnik-unterricht-akk/446369-jazz-akkorde-mit-stradella-bass-mii-2.html#post5900388 = Kurzfassung(en) bzw.
https://www.musiker-board.de/spieltechnik-unterricht-akk/446369-jazz-akkorde-mit-stradella-bass-mii-2.html#post5467673 = Langfassung
oder auch:
https://www.musiker-board.de/spieltechnik-unterricht-akk/510485-alterierter-akkord-wie-spielt-ihr-g7alt.html#post6211443 ... und dort ff.

lg, Walter
 
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Hallo Petra,

ich würde einfach links D7 weiterspielen (Begründung siehe unten).

D+ ist ein übermäßiger Dreiklang D Fis Ais.
Völlig korrekt!

Mein Mann ist versierter Musiker und meinte auch, es sei ein übermäßiger Akkord, [...]
Eben!

Im "Standard"-Fall greift man am Standardbass regelmäßig einfach den d7-Akkord (oft mit dem Terzbass Fis);
Das ist die Lösung (D7), auch wenn ich den Grundbass spielen würde - es steht ja nicht D7/Fis da - und das fis ist auch nicht das Problem. ;)


Die Akkordbezeichnung D+ gibt völlig korrekt das harmonische Geschehen wieder (so sollte das auch sein), mit dem "kleinen Nachteil", daß ein D+ mit Stradella-Bass nicht zu spielen ist.
Aber andererseits ist man es ja gewohnt, daß die erklingenden Töne nicht mit der Notation übereinstimmen, weil Stradella auf eine Oktave (12 Halbtöne) beschränkt ist und die Oktavlage von Instrument zu Instrument abweichen kann.

Kurzum: Das charakteristische ais ist ja in der rechten Hand, der D7 links enthält (beim modernen) Akkordeons keine Quinte (a), die sich damit beißen könnte. Diese Flexibilität ist übrigens einer der Gründe, warum die Quinte bei Septakkorden eingespart wird.

Links D7, rechts wie notiert -> Ergebnis: Es klingt, was dasteht (nämlich D+), alles perfekt! :great:

Viele Grüße
Torsten

PS: Blues (und allgemein Jazz) ist ja auch zum gemeinsamen Musizieren mit allerlei Instrumenten gedacht, da ist es natürlich, daß Akkorde stets angegeben werden.
In diesem Fall "kann" ein Stradella-Baß kein D+ spielen, aber Saxophone sind noch viel schlimmer dran, die können überhaupt keine Akkorde spielen, und trotzdem stehen sie drüber ;)
Harmonisch aussagekräftige Akkordangaben (mit wesentlichen Optionen und Alterationen) sind auch für's Improvisieren wichtig, damit man weiß, wo man sich harmonisch bewegt.
 
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aber Saxophone sind noch viel schlimmer dran, die können überhaupt keine Akkorde spielen, und trotzdem stehen sie drüber ;)
Harmonisch aussagekräftige Akkordangaben (mit wesentlichen Optionen und Alterationen) sind auch für's Improvisieren wichtig, damit man weiß, wo man sich harmonisch bewegt.

Das scheint mir überhaupt der springende Punkt an der ganzen Sache zu sein!

Die Akkordangaben beziehen sich meist auf das gesamte (mögliche Spielgeschehen an der Stelle) Und das kann auch oft bedeuten, dass man die linke und rechte Seite zusammen sehen muss, was das insgesamt ergibt. So ist es im Jazz durchaus üblich, dass die linke Hand nur einen Teil der Töne spielt, die im Akkord angegeben sind und dann durch die Töne de rechten Hand erst zu diesem Akkord ergänzt werden, bzw. man nimmt überhaupt nur einen Teil der Töne. Denn auch das ist im Jazz und ähnlichen Bereichen durchaus üblich, dass die Akkorde eben nur als "Tonvorrat" gesehen werden, aus denen man nimmt, was man brauchen kann und den Rest lässt man halt.

Beim Akkordeon kommt diese Vorgehensweise uns eben fremd vor, weil wir gewohnt sind, dass für der angegebene Akkord eben gewohnheitsmäßig direkt und komplett einem Knopf auf der linken Seite zugeordnet ist. daran muss man sich eben auch erst mal gewöhnen, dass man wählen kann , darf und soll! Aber wenn man sich mal daran gewöhnt hat, macht die neu gewonnene Freiheit auch richtig Spaß!

Gruß, maxito
 
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Durch die Akkordbezeichnung "D+" am rechten Rand hat dieser Thread mein Interesse geweckt. (Also Grüße aus der Gitarrenabteilung. :)) Akkorde mit übermäßiger Quinte findet man im Blues eher selten, doch wenn sie vorkommen, entfalten sie immer eine ganz spezielle Wirkung, die man als eine Art Innehalten oder wie die Pause nach einem Fragezeichen empfinden kann. Der Vollständigkeit wegen sei angemerkt, dass dieser Akkord gelegentlich auch als "Daug" bezeichnet wird (kommt von augmented=übermäßig).

Wie schon ganz richtig gesagt wurde, wird "d fis a" zu "d fis ais". Über die vorgegebenen Begleitakkorde diverser Akkordeons weiss ich leider nur wenig, wichtig wäre in diesem Zusammenhang, dass keine reine Quinte (a) zusätzlich erklingt.

D+ heißt auch D alt (für alteriert) und kann so gegriffen werden:

Zeigefinger auf D Grundbass
kleiner Finger auf Ab7-akkord

Somit hast du die Töne D Ab C Gb (und falls bei deinem Akkordeon die Dur7-Akkorde sogar vierstimmig sein sollten auch noch das Eb dazu). Den Akkord würde man dann als D7b5 bezeichnen (bei Vierstimmigkeit D7b5b9).

Bei einem D7b5 ist die Quinte vermindert und nicht übermäßig wie beim D+. Der Übersichtlichkeit wegen würde ich die Durterz von D letztendlich wie gewohnt als fis und nicht als ges bezeichnen.

(...) würde ich D+ so spielen: Fis Bb C F (also ohne den Grundton D).

Ähm... Du kannst nicht ein f und ein fis gleichzeitig in einem Akkord haben. (D) - Grundton, fis - Durterz, ais - übermäßige Quinte, c - Septime und eis - übermäßige None ergibt einen D7#5#9. Das klingt durch die Septime und die übermäßige None ganz anders als man es von einem D+ im Blueskontext erwarten würde.

Gruss, Dietlaib
 
ok, ihr habt mich überzeugt: ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil ;)

In einem Jazz-Standard würde ich für D+ einen D7#5#9 spielen und dazu die alterierte Skala. Da ich das auf dem Standardbass nicht greifen kann, würde ich halt wie beschrieben den D7b5 greifen. Nicht die perfekte Lösung, aber passt zumindest beim improvisieren. Im Zusammenhang mit dem speziellen Song dürfte aber tatsächlich einfach der D7 am besten sein, vor allem wenn die rechte Hand das Ais spielt.

Gregor
 
Höhö, sollte doch Blues werden - oder?
F und Fis sind dann bei mir im D +0049 0815...weiß der Fuchs dringend nötig :romeo:
 
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Guten Abend an alle,

ich habe mir gestern ein tolles Heft mit Blues für Akkordeon gekauft.
Nun habe ich in einem Lied einen Akkord "D +" angegeben, und ich steh da wohl auf der Leitung, aber ich habe trotz googlen nix dazu gefunden, was das sein soll?

Da steht
für die rechte Hand: c - d - fis - a
und links D7

und dann rechts: c - d - fis - ais
und links D +

Das Stück ist in G Dur, ich komme von A7 auf besagten D7 und nach dem D + geht's weiter nach G.

Ich hoffe, da kann mir jemand helfen - vielleicht ist es ja eine einfach nur eine andere Art, einen (bekannten) Akkord zu notieren?

Ich freue mich über sachdienliche Hinweise :D

LG
Petra

Hallo Petra,

Das Akkordsymbol D+ bezeichnet im eigentlichen Sinne den übermäßiger Dreiklang d f# a#. Du hast aber c d f# a# angegeben was heißt, dass das entsprechende Akkordsymbol eigentlich D7+ heißen müsste.
Das "+" als Akkordsymbolsuffix ist allerdings aus der "Mode" gekommen. Heutzutage benutzt man das etwas aussagekräftigere "#5". Demzufolge wäre die korrekte Bezeichnung nicht D7 sondern D7(#5).

Ob das nun ausgebesserte Akkordsymbol aber schlussendlich der harmonischen Situation in der es sich befindet korrekt ist, wage ich zu bezweifeln.
Bedenke - es handelt sich hier um einen Blues in Tonart G Dur. Der besagte Ton, eben die #5 der Dominante, ist aber zugleich Blue Note in der Tonart G Dur und muss somit enharmonisch korrekt als "bb" und nicht als "a#" bezeichnet werden.
Die korrekte Akkordbezeichnung wäre demzufolge D7(b13). Die passende Chordscale dazu wäre entweder HM5, MM4 oder eben die Bluestonleiter.


Noch kurz etwas zu der "f" und "f#" Geschichte.
Normalerweise kommt jeder Stammton in einer heptatonischen Skala nur einmal vor. Insofern ist hier entweder die Bezeichnung "f" oder "f#" falsch.
In unserem Falle hat das "f#" auf die Dominante D7 bezogen natürlich Durterzfunktion. Demzufolge muss der Ton "f" enharmonisch umgedeutet werden in "e#".
Der Ton "e#" ist ebenso Bluenote wie der Ton "bb" und passt hervorragend in diesem Zusammenhang. Der Akkord würde also D7(#9,b13) oder einfach nur D7alt heißen.
 
Bedenke - es handelt sich hier um einen Blues in Tonart G Dur.

Den Zusammenhang zur angegebenen Tonart hatte ich tatsächlich nicht hergestellt, nur den Akkord D+ sozusagen isoliert betrachtet. Insofern stimme ich Deinen Ausführungen zu.

Gruss, Dietlaib
 
Vielen Dank nochmal an alle für die konstruktiven Beiträge.

Ich habe es ausprobiert, und am besten klingt es, wenn ich entweder D7 weiterspiele, oder um eine Stelle mehr zu betonen den Grundbass D und/oder den Terzbass Fis (es gibt 3 Stellen im Stück, wo der D+ auftaucht, also Raum für Variationen :D)

Beim Improvisieren bin ich (leider) noch nicht, aber ich hoffe, dass ich irgendwann auch mal das ein wenig hinbekomme.....
Bis dahin muss ich zunächst mal Noten nutzen.
Aber auf jeden Fall werde ich nicht mehr vergessen, was ein übermäßiger Akkord ist und wie er klingt :rolleyes:

LG
Petra
 
Durch die Akkordbezeichnung "D+" am rechten Rand hat dieser Thread mein Interesse geweckt. (Also Grüße aus der Gitarrenabteilung. :))
Von mir auch Grüße :)
So ging´s mir auch und zack landet man im Akkordeonbereich. Das hätte ich mir auch nicht erträumen lassen ;)
Ansonsten kann ich Dir in allen Punkten beipflichten. Ich nutze diese übermäßigen Akkorde (auch im Blues) sehr gerne als Überleitungen. Ich denke auch, dass im vorliegenden Fall der Dominante aus diesem Grunde die Quinte in eine übermäßige verwandelt wurde. Das hat einfach einen anderen Charakter als eine hinzugefügte Septime. Wie heißt überhaupt das Stück?

Und wenn ich schon mal hier bin. Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass es im Bass vom Akkordeon "nur" die Grundakkorde gibt. Also Dur/Moll und/oder eventuell noch mit einer Septime versehen?
 

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