SĂ€ngerin - vom Hobby zum Beruf (oder Nebenberuf)

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Hallo ihr Lieben,

Ich bin mir unschlĂŒssig, ob das Thema hier richtig ist, aber ich versuche es einfach mal.

Ich singe seit vielen Jahren leidenschaftlich gern, schreibe Songs und spiele Gitarre dazu. Bisher nur fĂŒr mich, als Hobby, maximal vor einer kleinen virtuellen Zuhörerschar.
Ich hab maximal mal auf ner Hochzeit gesungen, das wars aber auch schon. Die Resonazen waren bislang recht positiv.
So langsam wĂŒrde ich aber gern einen Schritt weitergehen und auch mal öffentlich singen. Problem Nummer eins: Ich bin nicht mit dem grĂ¶ĂŸten Selbstbewusstsein ausgestattet und ich hab auch keine Ahnung, wie ich das ganze angehen soll.
Schalte ich da jetzt ganz stupide eine Anzeige auf Kleinanzeigen als HochzeitssĂ€ngerin oder anderen privaten AnlĂ€ssen und schau, ob mich jemand bucht? Oder erstmal ein Demo und bewerbe mich dann? Ja und wo ĂŒberhaupt. Muss ich mich gleich beim Finanzamt als KĂŒnstler anmelden oder geht das auch nachtrĂ€glich, wenn das anlĂ€uft? Muss ich mir gleich ne Anlage kaufen? Ich bin irgendwie total planlos oder sollte ich das vielleicht ganz lassen, weil ich mich selbst so null Vermarkten kann? Brauche ich sofort ne Website oder geht auch erst mal ne Facebookseite mit Hörbeispielen? Ich hab so viele Fragen.

Vielleicht könnt ihr ja mal erzĂ€hlen, wie ihr das so gemacht habt? Es geht mir in erster Linie nicht ums Geld verdienen, sondern mehr um den Spaß an der Sache.

Ich danke schonmal im Vorraus.
 
Eigenschaft
 
Ich wĂŒrde mich nach einer passenden Band umschauen, wenns wirklich nur um den Spass geht.
 
Muss ich mich gleich beim Finanzamt als KĂŒnstler anmelden oder geht das auch nachtrĂ€glich, wenn das anlĂ€uft?
Da du als KĂŒnstlerin Freiberuflerin wĂ€rst, ist diese Anmeldung beim Finanzamt eine ziemlich niederschwellige Sache - wenn du in deinem "GrĂŒndungsjahr" nicht mit mehr als 22.000 Euro Umsatz rechnest, kannst du das auch als Kleinunternehmerin machen, brauchst dich also nicht um Umsatzsteuer o.Ă€. zu kĂŒmmern. Das wiederum hat aber auch Nachteile, wenn du Equipment anschaffen möchtest, weil du dann die Mehrwertsteuer fĂŒr angeschaffte GerĂ€te nicht von der eigenen Mehrwertsteuer abziehen kannst.

Ich wĂŒrde dir empfehlen, dich anzumelden, wenn du z. B. ĂŒber Straßenmusik oder Auftritte am Rand von Festivals o.Ă€. nachdenkst. Hier kontrolliert die Polizei das sehr streng. Aber auch, wenn du mit einer Website oder Flyern fĂŒr dich werben möchtest.

Wie du dich am besten vermarktest, hĂ€ngt stark vom Genre und dem ab, was dein langfristiges Ziel ist. Die "HochzeitssĂ€ngerinnen", die ich privat kenne und die das auch nebenher machen, treten vor allem mit Covers von romantischen oder Powerballaden (bei zeitgenössischer Musik musst du da auch an Gema-GebĂŒhren fĂŒr die Verwertung des Notenmaterials denken) oder Klassikern wie Ave Maria oder so auf. Ich habe von dir hier bisher zartes Singer-Songwriter-Material gehört, da musst du einfach ausprobieren, ob es dafĂŒr einen Markt jenseits des eigenen Bekanntenkreises gibt.
 
Ich bin nicht mit dem grĂ¶ĂŸten Selbstbewusstsein ausgestattet und ich hab auch keine Ahnung, wie ich das ganze angehen soll.

In dem Fall mit viel Routine. Also so viel als möglich spielen,singen.
Das gibt Sicherheit und damit Selbstbewusstsein.

Auf das Publikum achten, was kommt gut an was sind deine StÀrken, SchwÀchen.
Ein Programm erarbeiten. Eine oder mehrere Playlists erarbeiten.
Praxis,Praxis, Praxis. Strassenmusiker?
Ich spiele immer und ĂŒberall und alles was irgendwie geht.
 
nicht mit mehr als 22.000 Euro Umsatz rechnest, kannst du das auch als Kleinunternehmerin machen

Zu meiner Zeit waren es 17.500. EDIT: Sehe gerade, dass es sich in diesem Jahr geÀndert hat.

Muss ich mich gleich beim Finanzamt als KĂŒnstler anmelden

Solange du nichts oder nur wenig verdienst, solltest du nichts anmelden. Es ist gar nicht so leicht, mit Musik Gewinne zu erzielen, vor allem, wenn man schon erwachsen ist und Familie hat - also auch ein wenig ortsgebunden ist. Zumal du ja wahrscheinlich auch erstmal investieren musst. Knapp 400 € pro Jahr darfst du ohnehin auch mit einem Hobby verdienen.

Gewinn ist ĂŒbrigens nicht, was du nach einem Auftritt ausgezahlt bekommst, sondern was nach Betriebsausgaben und SteuerabzĂŒgen ĂŒbrig bleibt. Wenn du dir also ein schickes BĂŒhnenkleid fĂŒr 200 Euro kaufst und eine Hochzeit fĂŒr eine Gage von 200 Euro bespielst, hast du praktisch keinen Gewinn erzielt.

Wenn du keine Gewinne erzielst, kann es passieren, dass das Finanzamt deine TĂ€tigkeit als "Liebhaberei" einstuft. In dem Fall sind Verluste und Betriebsausgaben nicht absetzbar und die ertragssteuerliche Bedeutung wird aberkannt.

Ich bin seit meinem 17. Lebensjahr etwa 200 mal aufgetreten und meistens habe ich eine Gage bekommen (oft bar auf die Hand). Aber fĂŒr das Finanzamt relevant war es nur Mitte der 90erjahre, als wir auch eine Agentur hatten - also VertrĂ€ge gemacht wurden. Da musste ich dann am Jahresende knapp 1000 DM nachzahlen. Ich war allerdings nicht als SoloselbstĂ€ndiger gemeldet, sondern als Teil einer GbR. Mit meinem Ausstieg aus der Band war also auch meine steuerpflichtige TĂ€tigkeit automatisch beendet.
--- BeitrÀge wurden zusammengefasst ---
Oder erstmal ein Demo und bewerbe mich dann?

Unaufgefordert eingesandte Demos werden in Regel gar nicht angehört. Du musst eben einfach "von dir reden machen". Es gibt doch heutzutage in fast jeder etwas grĂ¶ĂŸeren Stadt SingerSongwriter-Slams und Open-Mic-BĂŒhnen.

Eine Website mit Hörproben halte ich dagegen fĂŒr eine gute Idee. Gerade Dienstleistungen werden gern ĂŒbers Web gesucht. Aber die Konkurrenz ist groß.
 
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Vielleicht könnt ihr ja mal erzÀhlen, wie ihr das so gemacht habt?

Unterschiedlich. Ich war meistens nicht allein - das ist schon mal ein Vorteil. Bei mehreren Bandmitgliedern ist die Chance recht hoch, dass manche davon bereits Kontakte zu Veranstaltern und Clubs haben.

In einem anderen Fall haben wir unser Debut-Konzert selbst organisiert. Raum gemietet, professionelle Fotos fĂŒr die Stadtmagazine gemacht, zusĂ€tzlich persönliche Einladungen an Medienvertreter verschickt. Gleich danach hatten wir drei Folge-Engagements in der Tasche sowie einen großen Pressebericht. Nach etwa einem Jahr und weiteren Auftritten kam eine Agentur auf uns zu, die uns fĂŒr 10-15% der Gage Gigs vermittelt hat. Die Gage lag meistens zwischen 3000 bis 4000 DM. Der bestbezahlte lag bei 10.000 DM.

Allerdings waren wir keine Dienstleister. Der Bereich HochzeitssĂ€nger, Dinner-Musik usw. unterliegt anderen Anforderungen als das "Show-Biz". FĂŒr die Medien und fĂŒr Clubs und Stadtfeste ist der Dienstleistungsbereich eher uninteresant, man muss also seine Kundschaft direkt erreichen. Genau wie ein Klempner oder freier Grafiker. Vieles lĂ€uft ĂŒber Empfehluingen, also Mund-zu-Mundpropaganda.

Das stellt gerade bei Hochzeiten allerdings ein weiteres Problem dar. Die meistens Heiratswilligen wollen natĂŒrlich eine besonders einmalige Hochzeit inszenieren. Sie wĂŒrden also nicht unbedingt dieselbe SĂ€ngerin engagieren, die schon auf der Hochzeit ihrer besten Freunde gesungen hat.

Daher wĂŒrde ich ruhig mehrgleisig fahren. Dich also nicht nur auf die Dienstleistung beschrĂ€nken, sondern eben auch Club-BĂŒhnen bespielen. DafĂŒr gibt es heutzutage besonders am Anfang leider oft kein Geld - aber auf einen unbezahlten Gig auf einem SiSo-Slam kann schnell ein bezahltes Engagement auf einer Privatveranstaltung folgen. Die Leute mĂŒssen halt erfahren, dass du "auch sowas" machst.

Ich hatte auf diese Art recht hÀufig kleine Auftritte auf Hochzeiten und JubilÀen - obwohl das nie mein Ziel war.

@Bell kann wohl am ehesten etwas dazu sagen, weil sie eben Jahre lang in genau dieser Branche gearbeitet hat. Ich befĂŒrchte aber, dass sie nicht viel Gutes darĂŒber berichten wird - zumindest auf die heutige Zeit bezogen: Die Leute erwarten wohl eine Art "lebenden CD-Player", ohne aber angemessen dafĂŒr bezahlen zu wollen.
 
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Vielen lieben Dank schonmal fĂŒr euren zahlreichen Input. Das ist schon mal sehr aufschlussreich.
ich versuche morgen mehr auf die einzelnen Punkte einzugehen, heute schaffe ich es leider nicht mehr

einen schönen Abend euch allen.
 
Im GrĂŒndungsjahr sind es sogar bis 50.000€ umsatzsteuerfrei - also bsser am Jahresanfang grĂŒnden... dann ist Luft nach oben (wenn man die braucht...)
 
Es gibt da viele Wege und du musst schauen, was du willst und was nicht.
Ich z.B. fĂŒhl mich nicht wohl unsere Musik als Dienstleistung anzubieten. Da hab ich das GefĂŒhl, ich muss irgendwelche diffusen Anforderungen erfĂŒllen und krieg nen Krampf. Die Leute, die ich kenne und das (semi)professionell machen, sind mit allen Wassern gewaschen und ordentlich am Rotieren, dass der Laden lĂ€uft. Da braucht man viel Zeit, Engagement und Beziehungen, damit sich das finanzamttechnisch rechnet.

FĂŒr mich ist es ein Hobby und wir haben in den letzten Jahren eins, zwei gemĂŒtliche Niechen fĂŒr unsere Lieder gefunden, wo sich Aufwand und Nutzen die Waage halten und natĂŒrlich der Spaß nicht verloren geht.
Was ich in der Zeit gelernt hab: mit einer handvoll guter Connections bekommt man die passenden Gelegenheiten. Und ein bisschen digitaler Output z.B. auf YouTube, zeigt den eigenen Stil, damit nicht all zu abwegige Erwartungen beim potentiellen Publikum entstehen.

Man muss halt probieren, was zu einem passt und womit man zurecht kommt. Will man sich in einer bestimmten Szene etablieren, dann sollte man da auch present sein - vielleicht erstmal als Gast gucken wie der Hase lÀuft - kommunizieren, dass man Musik macht etc.

Einfach anfangen, rantasten und nicht so schnell aufgeben :hat:
 
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So, jetzt will ich mal etwas ausfĂŒhrlicher antworten. Also vielen Dank schonmal fĂŒr all eure Antworten.

Das ganze Band-Musiker- Szenario ist nicht gĂ€nzlich neu fĂŒr mich. Ich war lange Schlagzeugerin in verschiedenen Bands, habe somit schon BĂŒhnenerfahrung. Aber eben nur als Gruppe und immer brav im Hintergrund, wo ich mich am wohlsten fĂŒhle.
Eigentlich ist mir dieses ganze Musikerdasein zu viel. Klingt komisch, ja. Ich kann mich weder promoten, noch will ich mich irgendwo aufdrĂ€ngen. Es fĂ€llt mir schwer mich zu behaupten, da fehlt mir einfach ganz viel Selbstbewusstsein. Und dass es unfassbar schwer ist auf dem Markt gesehen zu werden, ist mir mehr als nur bewusst. Ich stecke da gerade ein bisschen in der Klemme, weil ich es einfach gerne mache. Ich liebe es Musik zu machen und zu singen und eigentlich könnte es so, wie es ist, fĂŒr mich gut sein. Hin und wieder mal was schreiben, aufnehmen und online stellen. Und trotzdem packt mich so ein bisschen die BĂŒhnenlust.
Eine Band zu finden ist hier nicht gerade leicht. Ich hab immer mal nach Anzeigen geschaut, andere Musiker angeschrieben und auch mal ne Anzeige auf der Suche nach der Band geschalten. Hier im AllgĂ€u liegt der Fokus ganz klar Richtung Blasmusik. Es ist also nicht so, dass hier musikalisch alles tot ist. Und wenn dann wird eher fĂŒr Partybands oder eben andere Genres gesucht. Band fĂ€llt also fast raus.
Es gibt hier sowas wie ne Open Stage, da kann jeder mal auftreten. Vielleicht mach ich das mal.

Aber jetzt weiß ich schon mal, wie das mit dem Finanzamt so lĂ€uft und Erfahrungswerte sind fĂŒr mich auch immer sehr hilfreich, da sich Musik auf dem Markt so unglaublich geĂ€ndert hat die letzten 15 Jahre. Sie wird einfach inflationĂ€r gehandelt. Wenn du nicht permanent Content lieferst, bist du weg vom Fenster und diesen Druck will und kann ich mir eh schon mal nicht antun.
 
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Es gibt hier sowas wie ne Open Stage, da kann jeder mal auftreten. Vielleicht mach ich das mal.

Nachdem du nun deine Situation genauer beschrieben hast, klingt das fĂŒr mich auch nach dem einzig logischen ersten Schritt. Wenn es gut ankommt, wirst du es wahrscheinlich noch öfter tun. Gedanken ĂŒber das Finanzamt, Marketing und Co. brauchst du dir aber bis auf weiteres nicht machen. Denn fĂŒr das hier:

packt mich so ein bisschen die BĂŒhnenlust.


... ist das alles erstmal auch unnötig. Der erste Schritt ist immer das Auftreten selbst.
 
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Eine Band zu finden ist hier nicht gerade leicht. Ich hab immer mal nach Anzeigen geschaut, andere Musiker angeschrieben und auch mal ne Anzeige auf der Suche nach der Band geschalten. Hier im AllgĂ€u liegt der Fokus ganz klar Richtung Blasmusik. Es ist also nicht so, dass hier musikalisch alles tot ist. Und wenn dann wird eher fĂŒr Partybands oder eben andere Genres gesucht. Band fĂ€llt also fast raus.
Ich glaube, das ist kein reines AllgĂ€u-PhĂ€nomen. Wenn du hier auf dem Anzeigenweg einer Band suchst (obwohl es hier ganz verschiedene alternative Musikszenen gibt), stĂ¶ĂŸt du auch hauptsĂ€chlich auf Bands, die Rock- oder Schlagercover oder eben "Traditionelles" spielen. Deshalb halte ich es fĂŒr eine gute Idee, OpenStage (falls es so was bei euch schon wieder gibt, hier ruhen solche Sachen gerade und auch noch fĂŒr lĂ€nger komplett) auszuprobieren. Ich glaube schon, dass du mit deinen Songs Anklang findest (sowohl bei Zuhörern als auch bei Mitmusikern), wenn die Zielgruppe passt. Daumen sind gedrĂŒckt! :)
 
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Ich sitze hier in Wien und suche auch genau so etwas.
Anschluss an eine zweite Gitarre mit Gesang. :m_git_a:

Hab auch kein GlĂŒck damit. Dabei funktioniert das alleine schon ganz gut.
Publikum ist da. Programm fĂŒr mehrere Stunden auch. :nix:
 
Ich glaube, das ist kein reines AllgĂ€u-PhĂ€nomen. Wenn du hier auf dem Anzeigenweg einer Band suchst (obwohl es hier ganz verschiedene alternative Musikszenen gibt), stĂ¶ĂŸt du auch hauptsĂ€chlich auf Bands, die Rock- oder Schlagercover oder eben "Traditionelles" spielen. Deshalb halte ich es fĂŒr eine gute Idee, OpenStage (falls es so was bei euch schon wieder gibt, hier ruhen solche Sachen gerade und auch noch fĂŒr lĂ€nger komplett) auszuprobieren. Ich glaube schon, dass du mit deinen Songs Anklang findest (sowohl bei Zuhörern als auch bei Mitmusikern), wenn die Zielgruppe passt. Daumen sind gedrĂŒckt! :)

Ja, da geb ich dir recht. Sowas wird tatsĂ€chlich meistens gesucht, aber ich hab trotzdem das GefĂŒhl, dass das regional unterschiedlich ist. In Leipzig oder Hamburg hĂ€tte ich wahrscheinlich schon lĂ€ngst was gefunden, was natĂŒrlich auch dem GroßstadtgefĂŒge geschuldet ist. Hier aufm Dorf was zu finden ist schier unmöglich.

Danke, das ist lieb, dass du das sagst :)
 
In Leipzig oder Hamburg hÀtte ich wahrscheinlich schon lÀngst was gefunden

Die Musikersuche ĂŒber Kleinanzeigen war auch in analogen Zeiten schon selten von Erfolg gekrönt. Auch in der Großstadt. Und in der digitalen Welt hat sich das nicht gerade verbessert. Viele angebliche Inserate entpuppen sich als Fake-Accounts, nur um möglichst viele Ergebnisse vorzugaukeln. Am ehesten könnten noch regionale facebook-Gruppen zum Erfolg fĂŒhren - aber da tummeln sich auch eher alte Haudegen. JĂŒngere Leute haben einfach von ganz allein ein gutes Netzwerk - durch die Schule oder die Uni. Und weil sie halt stĂ€ndig in Gruppen unterwegs sind.

In diesem Thread habe ich mir mal die MĂŒhe gemacht, die bekanntesten Plattformen zu testen. Das Ergebnis war ziemlich ernĂŒchternd. Testen konnte ich natĂŒrlich nur die FunktionalitĂ€t, nicht den Erfolg.
 
Und einfach mal etwas auf youtube einstellen??
 
Wenn es sowas bei euch gibt: open stage, jam sessions, Musikerstammtisch - dann ist das der ideale Ort um Gleichgesinnte zu treffen.
Bei uns ist das wie ne Musikerbörse. Es bilden sich zum einen kleine Projektbands, die manchmal nur fĂŒr eine Veranstaltung existieren, dann wieder festere Formationen oder einer hilft bei einem anderen aus etc.
Und das ganze in einem recht lockeren Umgang. Wenn's mal nicht zusammen funktioniert, dann ist das nicht gleich ein Drama. Aber wenn sich erstmal die Richtigen gefunden haben, dann geht da auch ordentlich was...

Ich hab ein kleines Youtube-Projekt gestartet, wo ich einige der musikalischen Bekanntschaften aus der Gegend suporte. DafĂŒr gibt's dann auch wieder GegenunterstĂŒtzung (aber deshalb mach ich das nicht).
 
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@Bell kann wohl am ehesten etwas dazu sagen, weil sie eben Jahre lang in genau dieser Branche gearbeitet hat. Ich befĂŒrchte aber, dass sie nicht viel Gutes darĂŒber berichten wird - zumindest auf die heutige Zeit bezogen: Die Leute erwarten wohl eine Art "lebenden CD-Player", ohne aber angemessen dafĂŒr bezahlen zu wollen.

Ja, im Großen und Ganzen ist das leider so. Du sollst zur Trauung in der Kirche rĂŒhrselige Kitschlieder singen und dann abends auf der Hochzeitsparty fĂŒnf, sechs oder mehr Stunden spielen, und zwar querbeet von Dinnerjazz bis Top40 und das als bestmögliche Imitation, und auch wenn du mit perfektem Sound in ZimmerlautstĂ€rke spielst, kommt immer irgend jemand daher und nölt, es sei zu laut. Außer zu fortgeschrittener Stunde, wenn schon alle hackedicht sind und Party machen wollen. Dann kann es ihnen nicht laut genug sein ;).
Mein Tipp zum Finanzellen: die Gage unbedingt vorher aushandeln und schriftlich fixieren. Und zwar fĂŒr ein bestimmtes Zeitkontingent, z.B. 20.00 bis 24.00. Jede weitere Stunde kostet dann zusĂ€tzlich soundsoviel Euro pro Musiker.
Ich bin nicht mehr so aktiv im Hochzeitsbusiness, weil ich einfach zu alt dafĂŒr geworden bin. Von der Fitness her gesehen packe ich das noch. Aber irgendwie ist es schrĂ€g, wenn die Hochzeitsparty-SĂ€ngerin locker die Mutter des Brautpaars sein könnte. Und ich mag in "meinem Alter" auch keine Katy Perry-Heulboje oder Ă€hnliches mehr mimen. Das passt einfach nicht mehr.
Man kann was verdienen, man sieht wunderschöne Locations, speist meistens fĂŒrstlich (mit) und kann zumindest mit den Bandkollegen Spaß haben, aber meine Ära ist vorbei, in der Dienstleistungsbranche ist lĂ€ngst Zeit fĂŒr die nĂ€chste Musikergeneration.
Ich mache jetzt nur noch das, was ich will (zur Zeit hauptsÀchlich keltische Musik, und auch Jazz und Latin immer wieder), aber mit Nischenmusik verdient man nix. Das sollte einem klar sein.
Die Konkurrenz ist ĂŒbrigens ĂŒberall riesengroß, gerade auch bei Singer/Songwriterinnen. Aber wo ist sie das nicht. Einfach machen!
Trotzdem wĂŒrde ich mir unbedingt ein zweites beruflches Standbein aufbauen bzw den Hauptberuf erhalten. Von Musik kannst du nicht mehr leben. Wenn ĂŒberhaupt, dann können das nur gute (und gut vernetzte) Instrumentalisten, die möglichst mehrere Instrumente und natĂŒrlich mehrere Genres beherrschen.
SÀngerinnen gibt es wie Sand am Meer. Und singen und Songs machen und dazu ein bisschen Gitarre oder Klavier spielen ist einfach nichts Besonderes, das können inzwischen sehr viele.

Das stellt gerade bei Hochzeiten allerdings ein weiteres Problem dar. Die meistens Heiratswilligen wollen natĂŒrlich eine besonders einmalige Hochzeit inszenieren. Sie wĂŒrden also nicht unbedingt dieselbe SĂ€ngerin engagieren, die schon auf der Hochzeit ihrer besten Freunde gesungen hat.

Das kann ich so nicht bestĂ€tigen. Ich habe einige Engagements aufgrund von Empfehlungen bekommen ("Sie haben bei der Trauung meiner Freundin gesungen, das hat uns sehr gefallen, können wir Sie engagieren?" oder "Sie haben vor 2 Jahren mit ihrer Band bei der Hochzeit von XY gespielt, die waren ganz begeistert, hĂ€tten Sie am soundsovielten Zeit?"), diese Möglichkeit wĂŒrde ich nicht unterschĂ€tzen. Aber vielleicht greifen Österreicher eher auf BewĂ€hrtes zurĂŒck als Deutsche, ich weiss es nicht.
 
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Und einfach mal etwas auf youtube einstellen??

Das tut bsie ereits gelegentlich.

Aber es ist ja nicht gerade so, dass die YouTube User sehnsĂŒchtig auf einen warten und sich zu Hunderten auf deinen Channel stĂŒrzen, sobald du was veröffentlicht hast.

AUßerdem:
("Sie haben bei der Trauung meiner Freundin gesungen, das hat uns sehr gefallen, können wir Sie engagieren?" oder "Sie haben vor 2 Jahren mit ihrer Band bei der Hochzeit von XY gespielt, die waren ganz begeistert, hÀt

OKay - gut zu wissen. Ich bin einfach davon ausgegegangen, dass Brautpaare unbedingt auf ExklusivitÀt stehen. HAbe ich als Unverheirateter aber auch keine Ahnung von. Kenn das nur aus dem TV.
 

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