Musikalische Selbstfindung


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Liebes Musikantenstadl,

ich bin neu hier. Bitte korrigiert mich, wenn ich meinen Beitrag im falschen Forum stelle. Verschiebt mich ins off-topic oder - umso besser - wenn es ein Forum gibt, das genauer passt. Vielleicht gibt es auch schon tausende Beiträge der gleichen Art, ich weiß es nicht. Bitte spart mir Forum-Hate und Snobbismus, mir geht es um die Musik, wie euch allen auch.

Ich bin 21 Jahre alt und studiere derzeit Psychologie. Das Studium ist nicht wirklich erfüllend, aber darum soll es hier nicht gehen. Ich überlege momentan, aus Musik mehr als nur ein Hobby zu machen. Bzw. der Musik einem größeren Raum in meinem Leben zu geben, auch falls das nicht irgendwann zu einer Festanstellung führt. Musik hat mich mein ganzes Leben begleitet. Ich habe als kleines Kind angefangen, auf dem Sofa und den Töpfen meiner Eltern rumzutrommeln. Daraufhin haben sie mir ein Kinderschlagzeug vom örtlichen Circus gekauft. Ich habe lange Zeit zuhause drauf rumgetrommelt, ohne Unterricht zu nehmen. Das ging irgendwie gut. Als ich mit 12 (oder 13 - ich weiß es nicht mehr genau) dann doch angefangen habe, Unterricht zu nehmen, hatte ich bereits ein starkes Gefühl für das Instrument. Mein Vater hat sich allerdings auch die Zeit genommen, mir ein bisschen unter die Arme zu greifen. Der war als junger Erwachsener ebenfalls Musiker in einer Band. Jedenfalls habe ich für ein paar Jahre manchmal mehr und manchmal weniger engagiert getrommelt. Auch in einem Percussion Ensemble. Aber am liebsten habe ich eigentlich meine eigenen Sachen erfunden, stundenlang improvisiert. Irgendwann merkst du natürlich: Aha, es fehlt eine Melodie, es fehlen Harmonien, eben nicht nur Rhythmus. Als reiner Schlagzeuger hatte ich von sowas natürlich keine Ahnung und hab mich dann so mit 17, 18 dazu entschlossen, Klavier zu lernen. Das Schlagzeugen habe ich dabei immer weniger verfolgt. Dafür allerdings umso ambitionierter Klavier gelernt. Der Anfang ging echt schnell, sogar mein Klavierlehrer war erstaunt, aber ein Gespür, was Musik ist, hatte ich ja bereits vom Schlagzeugen. Meine Lehrer und ich haben viel philosophiert. Über das Leben. Über Musik. Eigentlich genau das, was sie tun sollte. Naja, nach dem Abi bin ich dann aber ein Jahr lang ins Ausland und konnte meine Karriere nicht weiter verfolgen. Ich habe ein bisschen auf dem Klavier geklimpert, aber ohne Unterricht war es irgendwie frustrierend, ich habe keine wirklichen Fortschritte gemacht.

Jetzt bin ich seit einem Jahr zurück und nehme wieder Unterricht. Ich mache langsam wieder Fortschritte. Aber ich mache sie. Ich würde meine Fähigkeit, Noten zu lesen (bzw. flüssig ins Spiel umzusetzen) und meiner Technik an den Tasten trotzdem noch allerhöchstens als mittelmäßig beschreiben. Mein Gespür für die Musik, für die Emotionen ist meiner Meinung nach aber relativ gut ausgeprägt. Auch besitze ich ein Cajon und jamme ab und zu mit meinen Freunden. An dem Cajon bin ich glaube ich ziemlich talentiert, mein gutes Rhythmusgefühl habe ich mir jedenfalls beibehalten. Eigentlich habe ich nie aufgehört, auf Dingen rumzuklopfen. Und ich habe angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen. Vor meinem Jahr im Ausland hatte ich bereits ein paar Probestunden. Das hat echt Spaß gemacht und jetzt, regelmäßig, ist es eigentlich noch viel besser. Mein Lehrer meint ich habe eine kräftige Stimme und ein gutes Gehör, also eigentlich gute Voraussetzungen zum Singen. In meiner Schulzeit habe ich mich außerdem als DJ versucht. Weder meine Technik, noch meine Fähigkeiten, eine Erzählung in einem Mix aufzubauen sind besonders fortgeschritten. Und ich benutze immer noch einen MIDI Controller mit Beat Sync. Eine Schande, ich weiß. Aber hinterm DJ Pult zu stehen ist einfach der größte Spaß. Natürlich haben wir früher alle davon geredet, irgendwann mal Tracks zu produzieren wie Avicii oder Swedish House Mafia. Aber in eine Software arbeitet man sich dann eben nicht so einfach ein. Besonders als Teenager. Jetzt, nach meinem Auslandsjahr und einem ganzen Jahr Studium habe ich mich nun doch endlich dazu durchringen können, damit anzufangen (Ableton Live, für die, die es interessiert).

Ich höre sehr gerne elektronische Musik. Jeder Art. Oder zumindest der Meisten. Ich versuche mich aber für andere Sachen genau so sehr zu interessieren. Vielleicht lernt man da ja doch noch was. Klassik finde ich faszinierend. Bach, Chopin, Satie. Allerdings traue ich mich nicht so richtig, weil ich davon noch nicht viel verstehe. Ich höre sehr sehr gerne Jazz: Keith Jarrett, Miles Davis oder Nina Simone. Soul - ich liebe Marvin Gaye - manchmal auch Funk, z.B. James Brown. Ich steh auf Oldschool Hip Hop, Madvillain und so. Klassischen Rock, Hard Rock, Metal. Neue Musik, die Genregrenzen überschreitet. Kendrick Lamar, James Blake, Frank Ocean. Ich könnte die Liste ewig weiterführen (Habe ich schon World Music gesagt? Oder noch besser: Minimal Music?). Irgendwann käme ich aber wieder zur elektronischen Musik. Über modernen Ambient, wie Tim Hecker, Techno von Ben Klock, oder... was auch immer von Mount Kimbie. Meine liebsten DJ Mixes sind Cross-Genre, z.B. DJ-Kicks von DJ Koze oder Moodyman. In der Tat verbringe ich - jetzt, in den Semesterferien - einen großen Teil meines Tages damit, Musik zu sammeln.

Und es reicht trotzdem nicht. Am meisten Spaß wird es eben immer sein, Musik selber zu machen. Und mit anderen zu teilen. In einer Band. Solo. Als DJ. Hauptsache gut. Aber wie? Muss ich dafür Musik studieren? Wenn ja, was? Ein Instrumentalstudium? Wohl kaum. Wenn schon ein Instrument, dann aber bitte mehrere. Am liebsten Schlagzeug und Klavier zusammen. Und Gesang kann man doch auch als Instrument zählen, oder nicht? Ganz zu schweigen von der Akustikgitarre, dich sich seit neusten in meinem Zimmer befindet. Instrumente ja, aber ich habe Angst davor, Musiklehrer aus Plan B zu werden. Dann doch lieber Psychologie. Oder vielleicht Komposition? Nein, Sonaten möchte ich nicht schreiben. Wie findet man den Stil der zu sich passt? Ich würde für den Anfang gerne elektronische Musik produzieren. Aber natürlich nicht einfältige, sondern mindestens so wie die von Four Tet oder Jamie XX, Burial und Arca. Welche die man Auflegen, welche, die man mit Ableton live aufführen könnte. Vielleicht, in ganz ferner Zukunft, wenn ich dann doch mal singen kann, sogar wie Grimes oder eben James Blake.

Ganz schön viel vor, oder? Aber wie wird man denn so eine Art von Musiker? Die anderen müssen es doch auch geschafft haben, sich auf etwas festzulegen. Und garantiert nicht nur auf eine Sache. Kann man sich das alles selber beibringen? Ich will eben gute Musik machen. Aber es fühlt sich an, als ob mir dazu noch ganz schön etwas fehlt. Ich bin kein Gehörgebildeter, weiß nicht viel über Musiktheorie. Habe mir auf Empfehlung meines Klavierlehrers vor ein paar Jahren 'Die neue Harmonielehre' von Frank Haunschild gekauft. Aber sich einfach so reinlesen? Ganz schöner Frust. Ich frage mich: Wie werde ich der Musiker, der ich sein möchte? Kann man in die Künstlerrolle einfach reinwachsen? Wechselt man vielleicht irgendwann das Instrument, die Ausdrucksform? Wie glaube ich an mich als Musiker? Gibt es hier Leute, die das beruflich machen? Wird man davon irgendwie satt? Oder ist man irgendwann 50 und betrinkt sich gebrochenen Herzens in einer Eckkneipe, während man ein paar traurige Akkorde auf seiner Laute klampft? Produziert man eventuell bis an das Lebensende Werbejingles? Und überhaupt: Bin nicht nicht schon zu alt? Steht es mir mit 21 noch zu, aus Musik mehr machen zu wollen? Ich denke an kleine Kinder in Asien, die besser Klavier spielen können, als ich es jemals werde - auch wenn ihre Hände erst die Größe einer Mandarine besitzen. Ihr seht, ich setze mich selber unter Druck. Aber um ehrlich zu sein habe ich einfach viel vor. Habt ihr euch nie gefragt, wie ihr die Musikerin oder der Musiker eurer Träume werdet? Gibt es Leute unter euch, die das vielleicht geworden sind? Auch wenn sie ihre Miete als Zimmermann verdienen? Oder solche, die sich am selben Punkt ihrer Karriere befinden, wie ich?

Ich würde mich wirklich riesig darüber freuen, wenn mir jemand antwortet, der sich mindestens genau so sehr für Musik begeistern kann. Vielleicht gibt es ja auch andere, für die Musik sich anfühlt, als wäre sie eine Sprache, in der sie sich besser ausdrücken können, als in jeder anderen (pathetisch sowas...). Vielen, vielen Dank!

Bestens,
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Bitte nicht falsch verstehen: Ein paar sinnvolle Absätze erhöhen die Lesbarkeit. Sicher ist dein Text hochinteressant, doch ich warte noch ein wenig, ob du ihn vielleicht ein bisschen lesbarer gestalten kannst. :)
 
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Kann man in die Künstlerrolle einfach reinwachsen?
Was willst du genau? Eine Künstlerrolle spielen oder Künstler sein?
Das ist ein Unterschied.

Wechselt man vielleicht irgendwann das Instrument, die Ausdrucksform?
Vielleicht. Vielleicht nicht. Darüber macht man sich eigentlich weniger Gedanken, sondern tut's einfach.

Wie glaube ich an mich als Musiker?
Wenn du als Psychologie-Student das nicht weißt, wer dann?
Ein Musiker ist einfach nur eine Person, die Musiik macht.
Wenn man als sich als Person nicht glaubt, klappts auch als Musiker nicht. Und vice versa.
Aber tröste dich, viele erfolgreiche Musiker zweifeln ihr ganzes Leben an sich und ihrem Schaffen. Unzufriedenheit ist eine Möglichkeit, das Feuer am Brennen zu halten.

Bin nicht nicht schon zu alt? Steht es mir mit 21 noch zu, aus Musik mehr machen zu wollen?
Jedem steht zu was er/sie sich zugesteht.
Unsinnige Frage.

Aber um ehrlich zu sein habe ich einfach viel vor.
Dann hör auf, Romane zu schreiben und fang einfach an.
Wenn du schon im Vorfeld so viel grübelst, wirst du nirgendwo hinkommen. Einfach machen.

wenn mir jemand antwortet, der sich mindestens genau so sehr für Musik begeistern kann.
Mindestens so sehr. Musik kommt aber vom Machen, nicht vom drüber philosophieren.

Viel Spaß dabei und willkommen :hat:

So richtig passt es aber nicht ins Recording-Unterforum. Hier sind eigentlich fast nur Leute, die schon wissen, was sie wollen ;-)
 
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Was willst du genau? Eine Künstlerrolle spielen oder Künstler sein?
Das ist ein Unterschied.
Natürlich ist das ein Unterschied. Man ist Künstler (sind wir ja eigentlich alle, um ehrlich zu sein). Aber nicht jeder sieht sich in dieser Rolle und nicht jeder möchte sich darin vermarkten.


Unzufriedenheit ist eine Möglichkeit, das Feuer am Brennen zu halten.
Schau dir nur Picasso an. Manchmal habe ich den Eindruck, Selbstdestruktivität und Kreativität seien ein und dasselbe... Ist es eine Sünde, Kunst in so einer Weise zu benutzen?

Dann hör auf, Romane zu schreiben und fang einfach an.
Wenn du schon im Vorfeld so viel grübelst, wirst du nirgendwo hinkommen.
Ich weiß, ich weiß, ich denke zu viel nach, ja... voreilig das Studium abbrechen möchte ich trotzdem nicht. Ganz konkret stellt sich mir auch einfach die Frage, mit was ich am denn besten anfange. Bzw. wie. Soll ich einfach noch ein paar Jahre einmal in der Woche Unterricht an der Musikschule nehmen und mal schauen wohin das führt? Oder braucht es mehr Engagement? Gibt es vielleicht Studiengänge, die verschiedene Instrumente (am besten sogar Gesang) mit elektronischer Produktion vereinen?

Viel Spaß dabei und willkommen :hat:
Danke :)
 
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Man oh man...Deine Sorgen möchte ich haben :facepalm1:

Aber es fühlt sich an, als ob mir dazu noch ganz schön etwas fehlt.
Ja und zwar nur eine Sache....Nämlich mit Herz bei der Musik zu sein.
Du machst dir mehr Gedanken um Notenlesen, Harmonielehre, Gehörbildung und der absolute Hammer, an DIE Tage an denen du als gescheiteter Musiker gebrochenen Herzens in einer Kneipe
sitzt, während du ein paar traurige Akkorde auf seiner Gitarre spielst. Vollkommen unnötig.
Wenn ich damals so einen Start gemacht hätte, würde ich wahrscheinlich heute noch einsam in meinem
Zimmer sitzen und überlegen, was tun würde.

Ganz schön viel vor, oder?
Nein,....meines Erachtens hast du gar nichts vor. Sondern machst dir nur Gedanken um eine gescheiterte Existenz als Musiker, der es zu nichts gebracht hat.

Aber wie wird man denn so eine Art von Musiker? Die anderen müssen es doch auch geschafft haben, sich auf etwas festzulegen.
Indem du einfach mal anfängst eigene Songs zu machen. Das festlegen auf eine bestimmte Richtung kommt mit der Zeit von ganz alleine.
Sowas kann man nicht erzwingen. Genau so wenig wie man einen neuen Song erzwingen kann. Ein neuer Song kommt aus dem Herz und dem Bauch und nicht aus dem Kopf oder Notenblatt.
Meine Meinung.

Ich frage mich: Wie werde ich der Musiker, der ich sein möchte?
In dem du einfach Spass an der Sache hast, täglich ein paar Stunden übst und eventuell gleichgesinnte dazu bewegen kannst mit dir zusammen Musik zu machen.
Aber ich glaube, das dies gar nicht dein Ding ist, weil du dir mehr Gedanken um das theoretische machst als um das, wo es eigentlich drum gehst.

Ich denke an kleine Kinder in Asien, die besser Klavier spielen können, als ich es jemals werde
Wenn ich bei YouTube manche Videos von Kindern sehe, wie die an der Gitarre spielen, möchte ich meine direkt als Brennholz verwenden.
Aber mal ehrlich, ist es sinnvoll oder erstrebenswert, sich an sowas zu orientieren ?.
Du musst auch mal die Kehrseite dieser Medaille sehen. Kinder, die im Alter von 8 oder 10 Jahren spielen, als hätten sie schon 30 Jahre nichts anderes gemacht,
sind mit Sicherheit nicht Glücklicher als ich. Diese Kinder hatten mit Sicherheit noch gar keine glückliche Kindheit.
Denen ihre Kindheit besteht aus 6-8 Stunden am Tag üben. Hältst du das für erstrebenswert?. Also ich weiß nicht.

Steht es mir mit 21 noch zu, aus Musik mehr machen zu wollen?
Ich weiß nicht :gruebel:. Mit 21 Jahren würde ich an deiner Stelle keine Hand mehr an eine Saite oder auf Taste legen.
Sorry, für den Sarkasmus aber für mich ist das alles nicht nachvollziehbar. Vielleicht bin ich auch schon zu alt dafür :opa:
 
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Man oh man...Deine Sorgen möchte ich haben :facepalm1:
Ja, Sorgen habe ich. Aber ich bin ja auch neu bei der ganzen Sache, ich weiß doch noch nicht, wie das hier alles funktioniert :p

Nein,....meines Erachtens hast du gar nichts vor. Sondern machst dir nur Gedanken um eine gescheiterte Existenz als Musiker, der es zu nichts gebracht hat.
Vielleicht habe ich dieses dämliche gesellschaftliche Klischee einfach zu sehr verinnerlicht. Vielleicht bin ich ein klassicher Fall von "Kann-man-es-als-Musiker-überhaupt-zu-etwas-bringen?".


Das festlegen auf eine bestimmte Richtung kommt mit der Zeit von ganz alleine.
Danke, diesen Zuspruch habe ich gebraucht.

In dem du einfach Spass an der Sache hast, täglich ein paar Stunden übst und eventuell gleichgesinnte dazu bewegen kannst mit dir zusammen Musik zu machen.
Gleichgesinnte :engel: Hab bis jetzt nie viel mit anderen über meine ganzen Pläne geredet. Dachte immer ich habe einfach zu viele Ideen im Kopf...

Kinder, die im Alter von 8 oder 10 Jahren spielen, als hätten sie schon 30 Jahre nichts anderes gemacht,
sind mit Sicherheit nicht Glücklicher als ich. Diese Kinder hatten mit Sicherheit noch gar keine glückliche Kindheit.
Denen ihre Kindheit besteht aus 6-8 Stunden am Tag üben. Hältst du das für erstrebenswert?. Also ich weiß nicht.
Natürlich halte ich es nicht für erstrebenswert, für Musik alles andere aufzugeben. Aber ich weiß es einfach nicht besser. Wie verdient ein Musiker sein Geld? Natürlich ist das eine Frage, die mich beschäftigt, wenn ich daran denke, in so etwas wie ein Studium zu investieren. Grade in einem Bereich der Musik, der noch so neu ist. Hat experimentelle elektronische Musik überhaupt schon Einzug an die Universitäten gefunden? Ich will hier auch überhaupt nicht schwarzmalen. Ich stelle mir bei Musik einfach ein Berufsfeld vor, dass sehr hart umkämpft ist. Denke dabei an eine Bekannte, der das Geigen Studium zu viel geworden ist und die jetzt doch etwas anderes macht. Ich bin vielleicht noch zu jung, natürlich wirkt die Vorstellung, ein neues Studium einzuschlagen, wie eine Entscheidung über Leben und Tod.
 
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Vielleicht habe ich dieses dämliche gesellschaftliche Klischee einfach zu sehr verinnerlicht.
Genau das wird es zu einem großen Teil auch sein.
Aber das ist natürlich auch ein Problem, wenn man diesen dämlichen gesellschaftlichen Klischees hinterherläuft und sich damit eigentlich genau das kaputt macht,
was man eigentlich aus dem Herzen heraus machen will....Nämlich Musik.

Ja, Sorgen habe ich. Aber ich bin ja auch neu bei der ganzen Sache, ich weiß doch noch nicht, wie das hier alles funktioniert :p
Mir scheint, das dich das ganze irgendwie sehr belastet und wollte dir auch deshalb mit meinen nicht ganz einfühlsamen "Sprüchen" nicht auf den Schlips treten.
Aber ich wollte auch versuchen, dir ein wenig die Augen zu öffnen wie auch teilweise @Hotspot.
Eigentlich ist ja das schlimme daran, das ich dir kaum hilfreiche Tipps geben kann, da ich einer ganz anderen Generation angehöre die, wenn man es ganz flapsig ausdrücken will,
die Musik einfach nur gelebt haben ohne über Notenlesen oder Harmonielehre nachgedacht zu haben.

Danke, diesen Zuspruch habe ich gebraucht.
Ich weiß jetzt nicht, wie das gemeint ist aber das du deinen Stil b.z.w. Richtung mit der Zeit von ganz alleine findest oder vielleicht besser gesagt erkennst, hatte ich schon ernst gemeint.

Gleichgesinnte :engel: Hab bis jetzt nie viel mit anderen über meine ganzen Pläne geredet
Das solltest du vielleicht mal tun.

Dachte immer ich habe einfach zu viele Ideen im Kopf...
Wenn es IDEEN wären, wäre es ja gut ABER mir kommt das so rüber, als seien es keine Ideen sondern einfach Gedanken und Pläne, die du aber ohne Herz und Hingabe
vollziehst und erreichen willst ohne Rücksicht auf deine eigene Person. DAS FUNKTIONIERT NICHT.

Natürlich halte ich es nicht für erstrebenswert, für Musik alles andere aufzugeben.
Natürlich, da gebe ich dir auch recht. Aber mit der Brechstange wird auch das nicht funktionieren.
Versuche deine Musik zu finden, mache deine Songs, veröffentliche diese bei Youtube oder anderen Plattformen, Übe jeden Tag zwei oder drei Stunden nimm von mir aus
auch Unterricht aber bleibe mit dem Herzen dabei und nicht mit dem Kopf.

Wie verdient ein Musiker sein Geld? Natürlich ist das eine Frage, die mich beschäftigt, wenn ich daran denke, in so etwas wie ein Studium zu investieren
Ich frage mich dabei aber dann,...Musst du Musik studieren um damit Geld zu verdienen?. Meine ehrliche Meinung...Nein!!.

Denke dabei an eine Bekannte, der das Geigen Studium zu viel geworden ist und die jetzt doch etwas anderes macht.
Da haben wir doch ein Beispiel. Wahrscheinlich auch ein Mädel, das mit aller Gewalt mit der Musik etwas erreichen wollte ohne zu erfahren was es heisst, die Musik zu l(i)eben.
 
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Genau das wird es zu einem großen Teil auch sein.
Ich weiß jetzt nicht, wie das gemeint ist aber das du deinen Stil b.z.w. Richtung mit der Zeit von ganz alleine findest oder vielleicht besser gesagt erkennst, hatte ich schon ernst gemeint.
Habe dein Kommentar nicht als ironisch oder sarkastisch aufgefasst. Wie überhaupt den ganzen Beitrag, ich fühle mir nicht auf den Schlips getreten - ganz im Gegenteil, ich bin echt dankbar, für deinen Input! Ich höre einfach sehr viel verschiedene Musik. Und mir gefällt alles so gut, dass es mir schwer fällt, mich zu entscheiden, womit ich anfangen möchte. Wie Stilfindung funktioniert, ist eben eine meiner Fragen, daher war mein Dank ernst gemeint.

Wenn es IDEEN wären, wäre es ja gut ABER mir kommt das so rüber, als seien es keine Ideen sondern einfach Gedanken und Pläne, die du aber ohne Herz und Hingabe
vollziehst und erreichen willst ohne Rücksicht auf deine eigene Person. DAS FUNKTIONIERT NICHT.
Natürlich schlägt mein Herz für die Musik, du würdest gar nicht glauben, wie sehr. Aber ich möchte mir keine Illusionen machen, meine jetzigen Fähigkeiten als Musiker sind beschränkt. Grade wenn es ums "Produzieren" von Musik geht. Melodien und Harmonien bereiten mir Sorgen. Wenn ich versuche, am Klavier zu "komponieren" läuft das immer auf irgendwelche Standardakkordfolgen hinaus, für die ich die Finger nicht selber rühren müsste, ich könnte ja auch einfach das Radio anschalten. Natürlich bin ich mit dem Ergebnis dann nicht zufrieden. Aber alleine fällt es mir schwer, meine Kreativität zu steigern. Ich kann mich in der Sprache der Musik einfach noch nicht so gut ausdrücken, wie ich es mir wünsche (allerdings bilde ich mir ein, andere zu verstehen :D). Ich habe das Gefühl, dass ein großes Problem das fehlende Verständnis über die theoretischen Prozesse hinter der Musik ist. Ich bin leider nicht mit einer göttlichen Intuition zum Komponieren geboren worden.

Ich frage mich dabei aber dann,...Musst du Musik studieren um damit Geld zu verdienen?. Meine ehrliche Meinung...Nein!!.
Ich hoffe, ich habe mich nicht völlig falsch ausgedrückt. Es geht mir nicht vorrangig darum, mit Musik Geld zu verdienen. Es geht mir darum, gute Musik zu machen, mich möglichst genau auszudrücken, Leute zu berühren. Ich frage mich: Muss man Musik studieren, um richtig gute Musik machen zu können? Erst die Aussicht Musik ein paar Jahre lang zu studieren ruft den Ökonom in mir auf den Plan.
 
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peter98
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Hallo,

nein, man muss Musik definitiv nicht studiert haben, um gut Musik zu machen;)
Außerdem sind die Anforderungen für ein Musikstudium relativ hoch, da musst du dir schon gut überlegen, ob dein Klavierspiel dazu ausreicht. (nix für Ungut, aber die meisten - wie du schreibst - fangen damit eben im Kindesalter an und haben dadurch einen Vorsprung)

Wie man sich musikalisch "ausdrückt"...also, ich weiß nicht, ob man das so einfach lernen kann. Man hat da Talent dazu oder nicht. Man kann zwar Akkordfolgen und alles mögliche erlernen, aber wenn die Kreativität fehlt, hilft das m.M.n. alles nichts. Da musst du einfach schauen, ob du dieses Talent besitzt:great:
Wenn du grade eh Klavierunterricht hast: frag doch mal deinen Lehrer, ob er dir ein paar harmonische Grundlagen beibringen kann! Das wäre schonmal ein Anfang:)

Ohne zu wissen, wie gut du singst/Klavier spielst: du scheinst ja eine Begabung fürs Schlagzeug zu haben, oder? Warum suchst du dir nicht erstmal eine Band und machst da den Schlagzeuger?:) In der Band könntest du dann evtl. erstmal Background singen, wenn du richtig gut bist, dann kannst du dich damit auch für höheres empfehlen bzw. selber mal einzelne Lieder als Lead-Sänger versuchen.
Dass du Gesangsunterricht hast, ist schonmal sehr gut.

Deinen Stil hast du doch, denke ich, schon gefunden: du schwärmst alle paar Zeilen von der Elektronischen Musik;)
Wie du gesagt hast, fang damit einfach mal an! Wenn dir noch nicht so viel einfällt, dann experimentiere einfach mal ein bisschen. Es kann auch helfen, Songs von deinen Vorbildern musikalisch zu analysieren und zu überlegen: wie machen die das, das Stelle X genau SO klingt? Welche Instrumente, Harmonien...

Und zu alt bist du auch nicht unbedingt, Bruno Mars wurde erst mit knapp 30 bekannt. Aber ich finde, je früher desto besser, viel länger warten würde ich lieber nicht.

Da du gefragt hast nach Leuten, die an einem ähnlichen Punkt stehen wie du: da zähle ich mich mal dazu:cool:
Jedenfalls verstehe ich deine Situation sehr gut. Ich spiele Harmonieinstrumente zwar seit ich 4 bin, hab aber ein ganz ähnliches Problem. Ich studiere Musik und habe da eigentlich nur noch wenig Lust drauf, da ich gern auf Popularmusik umschwenken würde, dafür aber neben dem Studium sehr wenig Zeit habe. Ich hab im letzten Jahr einige Songs geschrieben und bin grad am Aufnehmen, die werde ich hier im Forum dann auch mal hochladen, aber wie bringt man sowas halt unter die Leute...
Am liebsten würde ich das Studium einfach hinschmeißen, aber wenn das dann alles nix wird, stehe ich ohne Abschluss da..nicht so gut:redface: Bin 19, habe auch das Gefühl, wenns noch was werden soll, dann lieber jetzt als später. Nach dem Studium bin ich wahrscheinlich zu alt. Naja. Mal schauen:)
Liebe Grüße,
Peter

EDIT: Du schreibst auch, dass du gut darin bist, Beats zu improvisieren. Es gibt Songwriter, die entwickeln zuerst den Beat und bauen alles andere darum herum auf. Versuch doch das mal!
 
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Mal ein kurzer Querschuss aus dem off: Die Profimusiker in meinem Bekanntenkreis sind mehr damit beschäftigt, sich um Konzertorganisation, Projektfinanzierung etc. zu kümmern, als Musik zu machen - na gut, zumindest beinahe... Wahrscheinlich hat der TE mehr künstlerische Freiheiten und Zeit zum Üben, wenn er das Studium abschließt und sich als Psychologe (mit Schwerpunkt "gescheiterte Künstler"?) niederlässt oder Steuerberater wird oder Informatiker (da gibt es viele Musik-Nerds), damit halbtags die Kohle verdient und sich dann frei um seine Musik (und nicht um seine Vermarktung) kümmern kann. Es sind auch immer wieder Amateure (im wahrsten Sinn des Wortes, als diejenigen, die nicht ihre Kohle damit verdienen müssen), die innovativ waren und sind.
 
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sehr zutreffend - wer heute mit Musik richtig Geld scheffeln will, kann das im Grunde nur über das Urheberrecht/Lizenzen/Tantiemen verwirklichen - das allerdings sehr effizient.
Ein fachbezogenes Studium braucht es dazu nicht, da wären auf Marketing/Betriebswirtschaft ausgerichtete Aktivitäten zielführender... und das bessere Backup im Sinn eines Plan B.

Der Trick ist zwischen 'gut' (was immer man darunter versteht) und breiter Resonanz abzuwägen.
Es schadet aber keineswegs, sich musikalisch gut auszubilden - zumindest soweit, dass spontane Performances unter verschiedensten Bedingungen möglich sind.
Ein Studium nach deutschem Zuschnitt ist imho viel zu bürokratisch, da sollte man fokussierter herangehen und Spezialisten bemühen. Ist auch besser für's 'persönliche Netzwerk'.
Allerdings dürfte es nicht kostenlos sein...
 
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Wie man sich musikalisch "ausdrückt"...also, ich weiß nicht, ob man das so einfach lernen kann. Man hat da Talent dazu oder nicht. Man kann zwar Akkordfolgen und alles mögliche erlernen, aber wenn die Kreativität fehlt, hilft das m.M.n. alles nichts. Da musst du einfach schauen, ob du dieses Talent besitzt:great:
Wenn du grade eh Klavierunterricht hast: frag doch mal deinen Lehrer, ob er dir ein paar harmonische Grundlagen beibringen kann! Das wäre schonmal ein Anfang:)
Ich würde mal ganz frech behaupten, ich habe das Talent dazu, mich auszudrücken. Ich hätte mir nicht die Mühe gemacht, diesen Beitrag zu verfassen, wenn ich überhaupt nicht an mich glauben würde. Aber ich merke ganz deutlich, dass ich eben noch ein Newbie bin. Und manchmal erscheint es fast unvorstellbar, dass die großen Musiker auch mal klein angefangen haben. Erwartungshaltung, Realität und so :D Werde auf jeden Fall weiterhin Unterricht nehmen und meinen Lehrer bezüglich Harmonien fragen.

Nach dem Studium bin ich wahrscheinlich zu alt.
Ich würde denken, das trifft auf dich mit deinen 19 Jahren genau so wenig zu wie auf mich :p Danke jedenfalls für deine Tips!

Wahrscheinlich hat der TE mehr künstlerische Freiheiten und Zeit zum Üben, wenn er das Studium abschließt und sich als Psychologe (mit Schwerpunkt "gescheiterte Künstler"?) niederlässt [...]
Da soll es tatsächlich einen Master drin geben...

Ein Studium nach deutschem Zuschnitt ist imho viel zu bürokratisch
Das habe ich schon öfters gehört. Woran würdest du das festmachen?

[...] da sollte man fokussierter herangehen und Spezialisten bemühen. Ist auch besser für's 'persönliche Netzwerk'.
Allerdings dürfte es nicht kostenlos sein...
Denkst du hierbei an eine private Uni? Oder in Bahnen jenseits der Hochschulen? Was gibt es da für Anlaufstellen? Grade - wie gesagt - im Bereich (experimenteller) elektronischer Musik. Weißt du was darüber? Oder gibt es vielleicht jemand anderen, der sich auskennt?

Danke für deine Empfehlungen! Aber das mit dem Bogenschießen musst du mir erklären :D
 
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das mit dem Bogenschießen musst du mir erklären
Damt würde ich Dir ja die Freude rauben, die Erkenntnis selbst zu entwickeln. Nur so viel: Die inhaltliche Betonung liegt auf "Kunst", nicht auf "Bogenschießen".
Da könnte es auch um Teezubereitung gehen, oder darum, ein Motorrad zu warten ;)
 
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Ich glaube, ich bin das exakte Gegenteil von dir. Musik war immer mein Hobby und wird es wohl auch immer sein. Das heisst, ich habe einen Beruf erlernt, ein bisschen Karriere gemacht, Familie gegründet, Kind gepflanzt und Baum gezeugt (oder so ähnlich). Der ganz normale Spiesser-Wahnsinn halt.

Nur darum kann ich es mir heute, im zarten Alter von 45 Jahren, leisten, in meinen Hauptjob nur noch 4 Tage pro Woche zu arbeiten, dafür einen Tag als Gitarrenlehrer in einer kantonalen Musikschule zu unterrichten. Das ist für mich persönlich die perfekte Work Life Balance. Ich habe zu einem kleinen, aber feinen Prozentsatz mein Hobby zum Beruf machen können.

Einfach nur deshalb, weil ich nie voll auf die meiner Meinung nach brotlose Karte Musikprofi gesetzt habe.

Wie wäre es, dein Psychologiestudium durchzuziehen und nebenbei voller Begeisterung Musik zu spielen und Instrumente zu erlernen? So nimmst du dir doch den Druck, als Musiker erfolgreich sein zu müssen.
 
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Zen ist die vermutlich beste Umschreibung dafür 'etwas vollkommen zu tun'
Das 'was' ist dabei Nebensache...
Ich schliesse mich da in der Zurückhaltung mjmueller an, weil das Entdecken ein wesentlicher Aspekt der ganzen Sache ist.

Nur so viel (auf meine Person bezogen und weil es mit 'Ausbildung' zusammenhängt): ich habe mit dieser Haltung sowohl im Sport, in der Informatik und letztlich auch musikalisch autodidaktisch mehr erreicht als mit irgendeiner Ausbildung.
Da ist aber jeder ein individueller Lerntyp - zumindest kostet es nichts, es erstmal auf eigene Faust zu versuchen. Stellt sich heraus, dass die Wegfindung irgendwie nicht stattfindet, kann man sich immer noch an Lehrer/Institute wenden.
Meine Erfahrung (siehe oben) beschränkt sich auf gelesenes - ein prominentes Beispiel wäre die Berklee School - obwohl sich da bei mir auch der Verdacht des Nepps einschleicht, aber es geht hier ja mehr um's Prinzip.

Mit dem deutschen Bildungssystem stehe ich komplett auf Kriegsfuss, da lasse ich mich lieber gar nicht aus...
Ich bin öfter gefragt worden, wo ich studiert habe - meine Standardantwort: dazu hatte ich keine Zeit :D
Und damals gab es nichtmal Internet (wie wir es heute kennen)...
 
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mjmueller
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Zen ist die vermutlich beste Umschreibung dafür 'etwas vollkommen zu tun'
Das 'was' ist dabei Nebensache..
Ein, wie ich finde, sehr wichtiger Punkt, Tom, der aber in meiner Wahrnehmung zunehmend an Bedeutung verliert. Man/Frau wird ganz schnell in die "Eso-Ecke" geschoben, dabei haben alle "großen" Religionen Traditionen dazu. Ich denke zB an Meister Eckhardt ("Lass Dir nicht genügen an einen gedachten Gott, denn vergeht der Gedanke, vergeht der Gott." - ich hoffe, ich habe gerade richtig zitiert - war aus dem Gedächtnis).
Einem Psychologiestudenten würde vielleicht Erich Fromm's "Haben oder Sein" eher zugänglich sein :) (oder auch Forschung neueren Datums)
Mit dem deutschen Bildungssystem stehe ich komplett auf Kriegsfuss
Aber Ausnahmen bestätigen die Regel :great:- meine intensivste Form der Auseinandersetzung mit diesem Thema, habe ich zB an einer kirchlichen Hochschule einem Jesuiten zu verdanken :D
 
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Eso-Ecke: ich habe es nie nach aussen dargestellt, sondern einfach ge- bzw erlebt.
Ob da eine Aufgabe in Software umgeformt wird, der Versuch eine Kletterroute am persönlichen Limit im ersten Versuch zu schaffen oder aus Audio-Schnippseln Musik entsteht - es ist derselbe Flow.

Externe Wahrnehmung: der vermutlich schwierigste Aspekt, sich von vermeintlichen Beurteilungen zu lösen, und zunächst einmal für den eigenen Teil auch wirklich einzustehen.

In der Informatik heisst das, Strategien zu entwickeln und nicht einfach zu kopieren, beim Klettern die Griffe und Möglichkeiten nicht nach Ansage sondern selbst zu erfassen.
Entwickelt sich daraus (durch Erfahrung) ein eigener Stil, hat man entweder einen Marktvorteil oder die Anerkennung der Zuschauer.
Kritik sollte als Anregung verstanden werden, an der man die eigene Position hinterfragt - aber sie nicht aufgrund vermeintlich höherer Kompetenz des Gegenüber von vornherein verwirft.
Später kann man das gern tun, wenn sich genug Punkte 'dagegen' gefunden haben.

Ich habe früher überwiegend in musikalischen Klischees gedacht, was man so können muss, was als anspruchsvoll gilt etc etc.
Erst seit ich das abgelegt habe, hat sich überhaupt so etwas wie Kreativität eingestellt.
Meine Sachen sind (nach landläufigen Kriterien) meist 'schlecht' - aber ich bin mit ihnen im Reinen :D
 
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fefe_
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@fefe_
Ich glaube, ich bin das exakte Gegenteil von dir. Musik war immer mein Hobby und wird es wohl auch immer sein.
Ich glaube, hier haben wir uns missverstanden. Musik ist genau so sehr Teil meines Lebens. Ich denke einfach nur darüber nach, wie dieser Teil aussehen soll. Möchte ich überhaupt versuchen, Musik beruflich zu verfolgen? Würde sich dadurch die Bedeutung von Musik für mich ändern? Wenn ja, wie?

@fefe_
Einfach nur deshalb, weil ich nie voll auf die meiner Meinung nach brotlose Karte Musikprofi gesetzt habe.
Das habe ich nie behauptet. Ich habe mich lediglich gefragt, wie ein Musiker Geld verdienen kann. Denn davon habe ich leider keine Ahnung.

@fefe_Wie wäre es, dein Psychologiestudium durchzuziehen und nebenbei voller Begeisterung Musik zu spielen und Instrumente zu erlernen? So nimmst du dir doch den Druck, als Musiker erfolgreich sein zu müssen.
Ja, das werde ich höchstwahrscheinlich auch tun. Zumindest ist das der Plan für das nächste Semester. Ich erwarte auch gar nicht, erfolgreicher Musiker zu werden. Aber ich möchte doch sehr gerne ein besserer Musiker werden. Ich habe so viele Interessen und Projekte, dass es mir schwer fällt, den Kopf zu sortieren. Produzieren am Computer, Auflegen, Gitarre, Gesang, Klavier, das ist schließlich eine ganz schöne Agenda. Gibt es Leute, die so viel in ihrer Musik selber machen? Wenn ja, wie haben die das gelernt? Eigentlich möchte ich mich von nichts trennen, alles macht Spaß. Aber kann man sinnvoll so viele Projekte gleichzeitig verfolgen? Fortschritte erzielen? Wie verbindet man das ganze mit Ansprüchen und Vorstellungen von Musik? Ich rede von eine Musikstudium, weil ich mir manchmal denke, ich möchte noch so viel lernen, dass ich es nur kann, wenn ich mich der Geschichte in Vollzeit widme.

Mit dem deutschen Bildungssystem stehe ich komplett auf Kriegsfuss, da lasse ich mich lieber gar nicht aus...
Schade. Ich würde wirklich gerne verstehen, wie ich das im Bereich Musikstudium einzuordnen habe.

Ich habe früher überwiegend in musikalischen Klischees gedacht, was man so können muss, was als anspruchsvoll gilt etc etc.
Erst seit ich das abgelegt habe, hat sich überhaupt so etwas wie Kreativität eingestellt.
Wie hast du das denn abgelegt?
 

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