Die leidige Abhängigkeit vom Ton-Menschen

  • Ersteller dr_rollo
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Sich freuen ist aber unbedingt erlaubt! ;)
Ganz klar, ich sprach ja auch eher davon wenns mal Stress gibt und die Situation droht zu eskalieren.
Letztlich ist es ja so: Man will einen tollen Abend, Spaß und Emotionen für die Gäste produzieren und dass in möglichst guter Qualität. Das geht nur gemeinsam.
 
Doppelpost
 
Will und das sagen, daß der Sound immer noch so „speziell” ist, obwohl es jetzt ein anderer macht? Ein Schelm der Böses dabei denkt… :biggrinB:
 
Jetzt schreib ich nach Jahren doch mal wieder hier, weil mir das Thema als Mischer + Musiker denke ich doch sehr vertraut ist und ich glaub beide Seiten ganz gut kennengelernt hab. Und außerdem weil ich zu RHCP und Dave Rat was zu beitragen kann :LOL:
Ich hab die Chili Peppers ein mal live gesehen - Open Air bei Rock im Park und das was da an Sound raus kam war geil. Definiert, aufgeräumt, kein Matsch, nix schrilles und man hatte Lust sich zu bewegen und mitzusingen - gab's als FoHler nix dran auszusetzen. Wobei das auch schon meine ich ohne Dave war (nachgesehen hab ich nicht, war zu viel los bzw. ich zu faul :p) - der hat vor ein paar Jahren soweit ich weiß die Chili Peppers abgegeben und sich mehr auf seine Company Rat Sound fokusiert.

So, zum eigentlich Thema Ton-Menschen und die Abhängigkeit von und Arbeit mit ihnen:

Es spielen sooo viele Faktoren mit rein, ob ein Ton-Mensch euch einen geilen Sound auf und vor der Bühne zaubern kann - Fähigkeiten des Tonlers, vorhandene (hoffentlich adequate und funktionsfähige) Technik, Zeit, Planung, Vorbereitung der Technik, Tagesverfassung des Tonlers und seiner Ohren / Wahrnehmung (jeder hat mal bessere und schlechtere Tage, dafür gibt's bedingt workarounds, aber bei nem gewissen Budget ist das oft nicht drin), Kommunikation in beide Richtungen.

Gerade in den letzten paar Beiträgen hier ist dieser wichtige Punkt wiederholt worden - Kommunikation. Die ist essentiell und zwar von beiden Seiten. Wie oft ich am Pult stand und ein Musiker mir jenseits von gut und Böse versucht hat zu vermitteln, was aufm Monitor anders sein soll. Ich habe mir (gerade bei Show mit Monitor vom FoH) angewöhnt, bevor überhaupt irgendwas am Pult passiert kurz mit der Band zu quatschen - 1. kennenlernen, hi ich bin der Max und mach heute Ton für euch. 2. das und jenes ist die Situation auf der Bühne, gibt's irgendwas was nicht eurem Rider entspricht und gibt's irgendwas, was ich noch wissen sollte oder anpassen muss, bevor wir Soundchecken. 3. - und das ist enorm wichtig - ich erklär, wie der Soundcheck abläuft, das wir zügig und effizient durchkommen und nicht noch 30 min nach Doors open beim Bass sind.

Klar ist's abhängig davon, wen ich auf der Bühne habe ob das überhaupt notwendig ist. Je unerfahrener die Band, desto eher ist es aber unabdingbar. Als 2 Beispiele 2 Gigs bei denen ich Monitor als lokaler Tech für Doro Pesch und Albert Lee gemacht hab.
Im Falle von Doro lief es so, dass der Band-Mischer mit mir 20 Minuten die Bühne eingestellt hat (mach alles Flat / Aus und wir fangen da an) und mit mir die Vocals auf allen Wedges gecheckt hat. Er weiß halt genau, was notwendig ist und was für sie und die Band funktioniert. Das Ergebnis war ein brachial lautes aber funktionierendes Setting, inklusive dem Hinweis "es kann sein, dass Feedback kommt, wir sind laut, sie kennt es und kann damit umgehen, du musst nicht direkt was ziehen / regeln". Kam so, war vollkommen in Ordnung und hat funktioniert.

Albert Lee Band war ganz anders - ich hab die Bühne komplett vorbereitet und Monitore eingestellt und die Band hat mir bei einem sehr gechillten Soundcheck kommuniziert, wer was wie möchte. Klar, das ist auch "leisere" Musik, gechillter was Lautstärke und Feedbackanfälligkeit angeht und die Herren stehen nicht erst seit gestern auf der Bühne und machen Mukke und kommunizieren mit Techs. Da reichte vom Bassisten auch ein Blick während der Show und 2 Bewegungen mit dem Zeigefinger der rechten Hand während des Spielens und ich wusste, sein Instrument bei ihm aufm Wedge n Ticken lauter. Gemacht und direkt ein kleines Zunicken bekommen "ja, jetzt passt's".

Als krasses Gegenteil beim Thema Kommunikation: jüngere unerfahrene Band "kannst du mir den Hannes bitte lauter machen", "ich hör mich nicht", "ich brauch mehr". Wer ist Hannes? Wie viel ist mehr? Mehr was? Im worst case jemand der ein Instrument spielt und singt und ich darf mich entscheiden.

Es ist vollkommen normal, dass man das am Anfang noch nicht so drauf hat, um so wichtiger ist es, dass man als Musiker lernt, dies klar zu kommunizieren.
"Kannst du mir dieses Instrument / diesen Kanal auf diesem Monitor ein Ticken lauter machen". Und dann am Monitor stehen bleiben, Instrument spielt und Musiker winkt ab wenn es passt. Ein "mach mir mal das lauter" und wieder weg / Tech + Sound ignorieren funktioniert selten - ich brauch als Mischer Feedback ob euer "n Ticken" lauter jetzt 1 oder 3 oder 4,5 dB heißt. Da helfen keine hektischen "MEHR" Handzeichen, sondern ruhige und präzise Kommunikation. Sorry, Rant zu Ende und umgedreht gilt natürlich auch, dass Techniker das am Anfang noch nicht unbedingt gut kommunizieren können und lernen müssen.

Ich hoffe ihr versteht, was ich mit guter Kommunikation von beiden Seiten meine. Letztlich ist das wie gesagt ein wichtiger Punkt aber eben nur einer. Auch ich habe schon das falsche Instrument auf dem falschen Monitor geändert, auch ich habe schon Feedbacks beim Monitoren verursacht. Aber weder mit böser Absicht noch Ignoranz / Desinteresse einen guten Sound abzuliefern. Ob da das Setup verpatcht war, die Zeit zum gegenchecken / fixen nicht da war oder gar inadequate oder defekte Technik da stand oder ich einfach einen schlechten Tag hatte oder mal unkonzentriert zum falschen Fader gelangt hab, sei dahingestellt.

So oder so - die Range an Tonleuten ist enorm (wie in vielen anderen Berufen leider auch) und die Bandbreite zwischen engagiert, desinteressiert, fähig und dilettantisch dementsprechend groß. Ich weiß, dass gerade mit eigener Musik oft das Budget für feste Techniker nicht vorhanden ist und ich kenne auch das Gefühl auf der Bühne zu stehen und der Person am Mischpult "ausgeliefert" zu sein. Letztlich hat man Pech oder Glück oder sorgt irgendwie dafür, dass die Variable Mischer mit einer fähigen, engagierten und umgänglichen Person besetzt ist, im Notfall und wenn es entsprechend wichtig ist auf eigene Kosten.
 
Grund: kleine Ergänzungen, Satzzeichen, Deutsch x)
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Dann sage mir mal wie der Drummer aufstehen kann und während er spielt sich abhören kann wie es sich auch anderen Positionen im Raum anhört. Die Gitarre kann das schon eher, aber eine Band ist ja mehr als zwei mehr oder weniger mobile Mitglieder. Der Keyboard wird es auch schwerer haben. Je nach Besetzung kommen ja noch Dutzende Instrumente dazu.

Na ja, bei "Motley Crue" wird das Drumset auch vor die Bühne gefahren. Also der könnte dann tatsächlich mal den FoH Sound checken.
(bitte nicht breiter treten, sollte ein Witz sein)


Was mir auffällt ist auch das es bei der Kommunikation an Respekt und auch oft an Vertrauen fehlt.

Klar kann man richtig auf die Schnauze fallen, wenn man dem falschen vertraut. Ich persönlich habe aber die Erfahrung gemacht, das man dem Typen an den Fadern schon vertrauen kann.

Das ist bei jedem so in unserer Band. Ich hab aber auch mantramäßig gebetet, das man den Monitorsound NICHT mit dem FoH Sound gleichsetzen kann. Sind ja auch vom nutzen her komplett unterschiedlich. Mittlerweile ist das angekommen und verfestigt. Wenn wir also irgendwo spielen, ist uns nur der Monitorsound wichtig, beim FoH Sound lassen wir den Toni machen.

Nach dem Gig fragen wir dann immer unsere Anhängsel die immer dabei sind, wie der Sound war und bekommen (mit einer einzigen Ausnahme) immer eine positive Rückmeldung. Das ist einfach vertrauen in den Toni.

Und wenn der Toni meint, das mein Gitarrensound zu schrill sei, dann sag ich ihm, das er ihn entsprechend am EQ nachbearbeiten soll. Da wir Gitarre und Bass über einen Helix Floor laufen lassen, kann ich das nicht so einfach mal nach EQen. Ich habe für jedes Lied ein eigenes Preset (das auch als Setliste für mich dient). Sind zu 90 - 95% die gleichen Sounds, aber mit unterschiedlichen Snapshots, also z.B. "Intro, Rhythm, Solo, Outro" manchmal auch nur "Rhythm", eben das, was ich im Lied brauche. Hat den weiteren Vorteil, das auch alle Sounds vom Lautstärkeverhältnis gleich sind (mit ganz seltenen und ganz geringen unterschieden; die aber gewollt sind). Soll ich also da was am Klang ändern, müsste ich alle Presets ändern, und das würde dauern. Deshalb ist da der EQ am Mischpult die besser Lösung.

Aber auch wenn ich mit Verstärker spielen würde, hätte ich nichts dagegen, wenn der FoHler an meiner Klangreglung ein bisschen was verändert. Er hört das ja so, wie es auch die Gäste hören, also ganz anders wie ich auf der Bühne. Wenn die Klangänderung dem Gesamtsound zuträglich ist, hab ich da sicher nix dagegen. Es soll ja den Gästen gefallen und in diesem Fall muss ich dem FoHler einfach vertrauen.
Es ist niemand damit geholfen, wenn ich auf meinem Sound beharre. Dann hab ich meinen Sound und das Publikum verzeiht das Gesicht bei einem unausgeglichenen Gesamtsound. Damit ist keinem geholfen, außer dem Ego des Gitarristen.
 
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Ich habe für jedes Lied ein eigenes Preset (das auch als Setliste für mich dient). Sind zu 90 - 95% die gleichen Sounds, aber mit unterschiedlichen Snapshots, also z.B. "Intro, Rhythm, Solo, Outro" manchmal auch nur "Rhythm", eben das, was ich im Lied brauche. Hat den weiteren Vorteil, das auch alle Sounds vom Lautstärkeverhältnis gleich sind (mit ganz seltenen und ganz geringen unterschieden; die aber gewollt sind). Soll ich also da was am Klang ändern, müsste ich alle Presets ändern, und das würde dauern.

Meine Rede.
Anfangs wurde in dem Faden aber diskutiert, dass es doch sinnvoll ist, auch diese Sachen dem Tonmann zu überlassen.
Keine Premixe und am besten auch vom Keyboard Stems a la Strings, Leads, Bass etc.

Denn wenn Du etwas vorprogrammierst und dann den Mix ablieferst, kann er ja nix mehr machen. Und es hieß, dass Dein Premix im Probenraum evtl. noch super funktionieren könnte, auf der Bühne aber völlig ätzend sein kann.

Ich glaube nicht, dass man diese Detailarbeit aus den Händen geben kann, das greift zu tief ins Musikalische ein und es würde ihn überfordern bzw wären viele meiner Vorbereitungen einfach nichtig.

So wie Du es beschreibst finde ich es richtig, denn so ist es quasi Dein Mix und sein an den Saal angepasstes Mastering.
Aber vielen Tonleuten ist das zu wenig und versuchen mich zu überzeugen dass der Mix bei Ihnen besser aufgehoben wäre.
Auf diese Kommunikation würde ich aber ehrlich gesagt lieber verzichten, denn es kratzt immer an der Ehre und der Arbeit des anderen. Je nachdem wie man sich entscheidet. Kompromisse sid doch in dieser Konstellation kaum möglich oder?

Dies betrifft übrigens nur eins meiner Programme. Normalerweise bin ich ein bescheidener Kumpel der mit allem auf der Bühne klar kommt.
 
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Aber vielen Tonleuten ist das zu wenig und versuchen mich zu überzeugen dass der Mix bei Ihnen besser aufgehoben wäre.

Auf diese Kommunikation würde ich aber ehrlich gesagt lieber verzichten, denn es kratzt immer an der Ehre und der Arbeit des anderen. Je nachdem wie man sich entscheidet.
Also ich als Toni würde mich freuen, wenn ich das nicht machen muss. Wenn es denn gut vorbereitet ist. Das ist, wenn ich premixe bekomme, auch der Regelfall. Ärgerlich ist es nur, wenn der premix „schlecht“ ist. Aber das ist eher die Ausnahme. Keyboarder, die einen komplexen Aufbau mit ihrem Equipment haben, die nehme ich als ein stereoinstrument wahr. Auch wenn es aus 5 keys besteht.
Gut jetzt könnte man sagen, dass das Schlagzeug auch nur ein Instrument ist. Aber da weiß ich als Toni was mich erwartet. Bei keys kann alles mögliche rauskommen. In der Regel frage ich, ob auch tieffrequente Sachen kommen (lowcut) und manchmal muss man die mitten/hochmitten etwas absenken, damit die vocals besser durchkommen. Ansonsten bleiben keys bei mir meist unbearbeitet.
 
@Technika
Amen!


Na ja, jedes Instrument hat einen vordefinierten Sound.
Bei einer elektrischen Gitarre gibt es halt echt viele Möglichkeiten am Sound was zu ändern. Aber auf irgend einem Sound sollte man sich dann doch festlegen. Ob der jetzt jedem gefällt oder nicht sei dahingestellt. Was hat die Welt sich über den Mix von der "Justice for all" von Metallica beschwert und mittlerweile ist die Scheibe fast schon eine Legende. Da gibt es viele Bespiele, auch mit "Autotune" beim Gesang.

Wie gesagt hat eine E-Gitarre da echt viele Einstellmöglichkeiten; zum guten oder schlechten. Mir wurde das irgendwann einfach zu viel und ich bin zu unserem Toni gefahren und hab mit ihm zusammen einen Sound gebastelt, der mir gefällt. Der funktioniert soweit ganz gut über Inear und das ist es, was wir im Proberaum brauchen.
Da wir doch sehr viel öfter Proben, wie live spielen ist das auch legitim. Sollte der Sound Live nicht passen, kommt der Faderschubser ins Spiel.
(Ich muss immer noch grinsen, wenn ich Faderschubser schreibe. Find ich einfach köstlich!)
Da wir ja in der glücklichen Lage sind, einen eigenen Toni zu haben (obendrein auch noch einen echt guten) kann ich mich da voll drauf verlassen, das vorne raus ein möglichst guter Gesamtsound kommt. Wenn ich meine Gitarre FoH alleine spiele gefällt sie mir öfter nicht so gut, aber im Gesamtmix ist sie dafür um so besser. Da kommt wieder das Vertrauen ins Spiel.
 
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Ich bin sicher letzte am Pult der jedes Signal noch klanglich „optimieren“ muss nur weil es das Mischgerät einem erlaubt. Wenn das dargebotene Signal passt wird es so, wie es ist verwendet. Wenn es nicht passt birgt das dann halt genug Konfliktpotential. Hab ich nur die Summe, müsste ich es entweder so „bescheiden“, wie es ist, lassen oder bin ständig am Kurbeln für nur ein Signal. Denn genauso wie es bessere und schlechtere Tontechniker gibt, gibt es auch bessere und schlechtere Soundgestalter unter den Musikern. Und wenn man nicht gerade voll abgespacestes Experimenalzeug macht, so ist es Realität dass jede Stilrichtung ihre eigene Soundpalette hat, in der sich die Musiker bewegen. Und dem muss auch ein Tontechniker folgen. Wenn aber dann Sounds daher kommen, die da gar nicht reinpassen, dann versucht man als Techniker zu korrigieren. sollten aber unterschiedliche Sounds über ein Summensignal kommen, die noch dazu eher, hmmm „nicht so tolle“ sind, dann hat man als Techniker die A...karte gezogen. Denn dann kurbelt mann permanent an so einem Problemkanal rum und hat für nix anderes Zeit.
und ja, nur weil einer glaubt, er hat da coole Sounds kreiert, heisst das nicht, dass es auch so ist.
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Bei einer elektrischen Gitarre gibt es halt echt viele Möglichkeiten am Sound was zu ändern.
Klar, aber letztendlich brauchts in der Regel wenig unterschiedliche Sounds, die man an einer Hand abzählen kann. Also wirklich unterschiedliche Sounds, da mal ein dB mehr oder weniger ist kein Unterschied. Ich wei, mich werden jetzt die ganzen Gitarrenheroes geißeln, oder Häresie. Aber am Ende des Tages ists, wie es ist.;)
 
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Na ja, allein die Klangregelung an einem Gitarrenverstärker biete in der Regel Low, Mid und High. Damit kann man ganz schnell die Gesangsfrequenzen (oder irgendwelche anderen Frequenzen von anderen Instrumenten) belegen. Da mal am Pult eine Frequenz gezielt abzusenken, so das die Verständlichkeit des Gesangs wieder gewährt wird, kommt sicher öfter vor als man denkt. Zumal der "gemeine Musiker" sicher eher weniger um die Frequenzbereiche der einzelnen Instrumente kümmert im vergleich zum Tontechniker.

Natürlich gibt es da in beide Richtungen Ausnahmen, aber meine Erfahrung ist, das es im besten Fall einen in einer Band gibt, der sich damit befasst. Ob der sich dann durchsetzen kann ist fraglich.
Da ich ja nicht nur in einer eigenen band spiele, sondern auch in einem Verein Punk/Rock/Metal Konzerte/Festiavls plane (von der technischen Seite), hab ich da schon einiges erleben dürfen. Da wurde die gesamte Palette abgedeckt. In unserem Fall sind eher Nachwuchsbands zu finden, aber nicht nur da muss man öfter beherzt in den EQ greifen. Unangenehm wird es meist bei sogenannten "erfahrenen Bands" die schon Bühnenerfahrung haben, dabei aber wie festgeschweißt an ihrem Sound kleben; egal wie es sich vor der Bühne anhört. Aber da werden hier wohl viele Geschichten dazu in petto haben.

Die andere Seite ist aber auch, das gerade jüngere Musiker sich leichter dazu bewegen lassen ihre Verstärker leiser zu machen; auch (und vor allem) Gitarristen.
Das einzige wofür ich persönlich noch keine Lösung gefunden habe, sind zu laute Schlagzeuger. Wenn das Blech dermaßen scheppert, das bei nem Schlag auf das Chinabecken alle anderen Instrumente zu verstummen scheinen, ist man Hilflos.
 
Hab ich nur die Summe, müsste ich es entweder so „bescheiden“, wie es ist, lassen oder bin ständig am Kurbeln für nur ein Signal. Denn genauso wie es bessere und schlechtere Tontechniker gibt, gibt es auch bessere und schlechtere Soundgestalter unter den Musikern.

Volle zustimmung.
Das mit der Stereosumme kann klappen, ich denke aber wenn PA und das Setup auf dem die Stereosumme erstellt wurden stark unterschiedlich klingen kann das trotz guter Soundgestaltung problematisch sein.
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Auch ich habe schon das falsche Instrument auf dem falschen Monitor geändert, auch ich habe schon Feedbacks beim Monitoren verursacht. Aber weder mit böser Absicht noch Ignoranz / Desinteresse einen guten Sound abzuliefern. Ob da das Setup verpatcht war, die Zeit zum gegenchecken / fixen nicht da war oder gar inadequate oder defekte Technik da stand oder ich einfach einen schlechten Tag hatte oder mal unkonzentriert zum falschen Fader gelangt hab, sei dahingestellt.

Ich denke deine Initialen sind M.F.
Du hattest uns mal vor zig jahren gemischt und du bist definitiv eines der absolut positiven Beispiele für einen Mischer.
Top Motivation, Knowhow, super Kommunikation, zügig und herrvorragend eingestellter Monitorsound und allgemein sehr netter Umgang :great:
 
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Was halten die Tontechniker unter uns hier eigentlich von Live Hosts wie GigPerformer oder jetzt VST Live?
Dort sind Effektstacks für Mic Signale, VST Instrumente, ein Mixer mit Inserts und EQs, Audio Player, DMX Spur, usw...

Alles organisiert in Songs und Parts.

Wird Euch da nicht ganz mulmig für die Zukunft?
 
my 2 cents:
- Die Mehrheit der Musiker haben keinen Bock sich derartige Systeme einzurichten, ebenso ist entsprechende Hardware notwendig, mit dem 300€ Mediamarkt i3 Dualcore Notebook ist man bei VSTs schnell am ende. In meiner Band muss ich im Grunde die komplette Technik bedienungssicher einrichten, wäre ich nicht da würde lediglich der Schlagzeuger IEM nutzen.

- bei DMX kenne ich mich nicht wirklich aus, aber man muss meines Wissens nach alle geräte adressieren, d.H. eine Mitgebrachte Lichtshow funktioniert nicht beliebig auf jeder Lichtanlage, d.H. die Band muss sich zusätzliches Licht selber mitbringen

- Viele Bands sind jetzt schon mit Technik unterwegs die an sich die Ausgabe einer fertig gemischten Stereosumme erlauben würde, machen das trotzdem nicht und verlässt sich weiterhin auf den Tontechniker/in/ens.

Ich denke dass sowas keinen Tontechniker ersetzen kann, alos mulmig braucht es dir da definitiv nicht werden 😉


Im Grunde geht derartiges aber schon länger, zumindest wenn ich die Beschreibung von Gigperformer richtig verstanden habe.
Ich habe mir z.B: auf 3HE ein Backup Rack gebaut, bestehend aus: ADAT Interface, Behringer UMC1820, Rackblenden mit Anschlüssen, Notebook mit Reaper und VST plugins, im Grunde brauch ich daran nur noch Gitarren und Mikros anstöpseln und fertig, wer nicht da ist kann über un-muten den entsprechenden subspur als Playback zugeschaltet werden. d.H. Kabeltasche, 3 HE Rack und Notebook sind dann die Komplette Technik. keine weiteren Amps oder FX Geräte notwendig.
- Vocals bekommen dann Reverb, EQ und Tapesaturation
- Gitarrensound über Neural DSP Plugins
- Bass Playback, oder Neural DSP Plugins
- Samples sind fertig als Stereoout und gehen ans Mischpult
- umgeschalten wird alles on time mit der Automation in der DAW

Gemessene Roundtrip Latenz vom ADAT waren glaub ich 8 oder 9ms inklusive VST Laufzeit, beim UMC an sich müsste es dann sogar geringfügig weniger sein, im Datenblatt stehen glaub ich 0,5ms.
Jeder hat da ein eigenes Stereomonitoring, alle Signale ans FOH gehen über XLR raus, Umschaltung aller effekte ist automatisiert und wer sich das noch mit DMX antun möchte kann eine Midispur auf einen Raspberry ausgeben und über diesen DMX steuern, bzw. evtl. geht das sogar direkt übers notebook.

man kann reaper sogar über Tablet steuern, dazu brauchts nur einen Repeater als Acesspoint eingerichtet und alles ist soweit fertig.
Bisher nur Kabelgebunden getestet, wäre aber mal interessant welche Latenzen mit Funk entstehen und ob das noch im verwendbaren Bereich ist.
 
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Wird Euch da nicht ganz mulmig für die Zukunft?
Nö. Ich geh einfach mit der technischen Entwicklung mit.
Und mir wäre auch neu, dass gigperformer etc. Lautsprecher aufbauen und einmessen kann, Mikros aufbauen kann,…
Im schlimmsten Fall ist es dann wie vollplaybackshows. Stereosumme und laut. Aber letztlich kann nicht auf mich verzichtet werden.
Und wenn ich ganz ehrlich bin verdiene ich das Geld auch weniger mit Bands abmischen denn mit Corporate Events. Und das kann gigperformer halt auch nicht.
 
Also Du machst das so?
Die Kollegen spielen also mit Click?
Chapeau! Das wollten meine Kollegen nie!

Ich finde das ja super, denn nur solche durchgestylten Performances können so richtig perfektioniert werden. Wenn man sich die großen Konzerte (Shows) anschaut, dann hat man sowieso das Gefühl, 97 % ist Technik.

@Technika , hier geht es doch um die Abhängigkeiten zwischen Musiker und Tontechnikern. Klar braucht man Dich, aber Dir werden durch diese Entwicklungen systematisch die Eingriffsmöglichkeiten entzogen und dem Musiker gegeben.
 
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Dir werden durch diese Entwicklungen systematisch die Eingriffsmöglichkeiten genommen und dem Musiker gegeben.
Ich persönlich hab da keine Schmerzen mit. Ja, ich mische gerne, ich geb es zu. Der Job macht mir einfach Spaß. Aber ich vermute mal, dass es genug Bands auch in Zukunft geben wird die davon absehen werden dem gesamtsoundverantwortlichen eine stereosumme zu übergeben. Wenn ich da alleine an Genres wie Jazz oder Konstellationen wie Orchester oder darstellungsformate wie Musicals denke… ne. Ich mach mir keine Sorgen.
 
Also Du machst das so?
Die Kollegen spielen also mit Click?
Chapeau! Das wollten meine Kollegen nie!

Ich finde das ja super, denn nur solche durchgestylten Performances können so richtig perfektioniert werden. Wenn man sich die großen Konzerte (Shows) anschaut, dann hat man sowieso das Gefühl, 97 % ist Technik.

Im grunde beides. Ich habe aktuell zwei bands, bei der einen bin ich nur livemusiker, die machen ohne klick.

Bei der anderen bin ich songwriter, d.h. Bei neuen Liedern bekommen alle in der band das projekt mit allen einzelspuren zum üben, on top dann noch die Guitar pro dateien.

Vorteile:
- Jeder übt zu hause mit dem Projekt auf der Time wie das Lied am ende auch ist.
- Durch üben auf klick ist man das dann auch gewohnt und man kann live jederzeit mit Samples arbeiten
- man braucht durch automationsdaten keine Fußschalter und expressionpedale für gitarre mehr.
- man muss live nicht ans Umschalten der Sounds denken, weil automatisch
- man kann live aufgenommenes Videomaterial theoretisch beliebig zusammenschneiden
- man kann die Spieldauer des sets sehr präzises planen.

… und spätestens im Studio muss man eh auf klick spielen, also warum nicht gleich schon auf probe und live alle leute klickfest machen. 😉
 
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Naja, gibt ja auch Leute, die sagen, die künstliche Intelligenz wird die Mischerperson ablösen. Wie so oft, wenn Leute die künstliche Intelligenz loben, haben sie nicht begriffen, welche Bandbreite an menschlicher Leistung hinter dem Job steckt. Meistens begreifen ja auch Veranstalter und (Amateur)Musiker nicht, welche Leistung hinter dem Mischpult erbracht wird. (Und Mischerpersonen, die selbst kein Instrument spielen, begreifen leider auch oft nicht, welche Leistung auf der Bühne erbracht wird, und was dafür auch technisch notwendig ist.)

Stereosumme anliefern und gut is? Wenn du die auf der PA vorgemischt hast, die auch bei der Veranstaltung steht, kann das funktioniert. Natürlich gehen auch viele Mischer von der optimal eingemessenen PA aus. Immer mal wieder teilen die einem mit, GEQs würden sie sowieso nie verwenden, sie arbeiteten nur mit gutem Material.

Und dann kommt die Realität.
 
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