Ich denke deine Initialen sind M.F.
Du hattest uns mal vor zig jahren gemischt und du bist definitiv eines der absolut positiven Beispiele für einen Mischer.
Top Motivation, Knowhow, super Kommunikation, zügig und herrvorragend eingestellter Monitorsound und allgemein sehr netter Umgang
Korrekt!

Jetzt musst du mir nur noch verraten, wer hinter Mr. Pickles steckt. Danke für das Kompliment, freut mich sehr
Wenn ich ein vocalpreset für ein sm58 (nur als Beispiel) aufrufe, dann funktioniert das erst mal. (Exkurs: Ich finde, eine der dämlichsten Lügen der Tontechniker ist es übrigens, dass ein eq von einem Mikro der Stimme angepasst werden muss. Wenn ein Mikro „glatt“ ist, klingt die Stimme erst mal wie in natura und das ist auch meistens so gewollt).
Sorry. Da hast du mich falsch verstanden. Oder ich hab mich einfach falsch ausgedrückt. Natürlich müssen Mikros mit einem eq bearbeitet werden (auch die hochwertigen). Aber das ist nicht stimmenabhängig. Ich kenne halt Tonis die sagen: da muss erst mal der richtige Sänger ans mic sonst brauch ich den eq hier gar nicht einstellen.
Und das ist Quatsch.
Ich bearbeite die vocals meist mit einem Channel eq, einem Gruppen eq und einem Dynamic eq. Also viel viel eq damit es am Ende gut klingt.
Puh, also da muss ich (natürlich meiner Meinung/Erfahrung nach) hart widersprechen. Ganz abgesehen davon, dass "Stimme klingt wie in natura wenn ich daneben steh" ja gar nicht unbedingt das Ziel ist und im Mix funktioniert, muss ich immer das jeweilige Signal, egal ob Stimme oder nicht an die restlichen Gegebenheiten anpassen. Und das ist stimmenabhängig, weil nicht jede Stimme gleich klingt! Ich verstehe, wenn du sagst Mikrofon X hat einfach immer mehr Bass und weniger Höhen als die meisten anderen, deswegen sind das pauschale Änderungen, die du wegen des Mikrofons vorbereitest. Aber es spielt so viel mit rein, wie die Stimme durchs Mikrofon dann am Mischpult klingt, dass es sinnfrei ist, pauschalisiert Aussagen zu treffen.
Wenn wir das Beispiel von Mikrofon X nehmen, das tendenziell viel Bass hat - dann muss ich den z.B. gar nicht rausziehen, wenn ich mal eine Stimme hab, die sehr dünn ist. Und dann kommen noch dynamische Auswirkungen wie Abstand zum Mikrofon und je nach Mic unterschiedlich stark ausgeprägter Nahbesprechungseffekt etc. dazu. Und DANN kommt noch Stimmlage, Gesangstechnik, Mikrofontechnik dazu. Stimmen und das was der jeweilige Mensch aus seiner macht, können so vielseitig sein, da macht ein denken in Presets für mich absolut keinen Sinn. Ich hör mir an, was am Mischpult ankommt und reagier darauf. Das SM58 Vocalpreset funktioniert bei Sänger A vielleicht, aber wenn Sänger B plötzlich screamt, das Mic cuppt oder 50 cm weit vom Mic weg ist, funktoniert da auf einmal gar nix mehr

Und dann MUSS ich als Tonler den EQ in die Hand nehmen um eine Balance herzustellen, damit auch diese Stimme genauso gut im Mix und auf der PA funktioniert, wie eine andere - wenn ich das nicht mache, mache ich meinen Job nicht ordentlich.
Es fehlt aber noch was einen Sound disqualifiziert.
Ich denke die vernünftigste Antwort hierauf ist:
Falsche Frage für ein Forum. Ein Guter würde keine pauschalen Ratschläge im Netz dafür geben sondern ehrlicherweise sagen, dass er das hören muß um Tipps zu geben, ob das in einem bestimmten Kontext funktioniert. Das ist dann beim Soundcheck eine Frage der Kommunikationskultur, die Soundmann und Guitarist miteinander haben. Du hast doch einen Guten gefunden? Der wird Dir bestimmt eine ehrliche Antwort geben und hat gegenüber einem Forum den unbedingten Vorteil, Dich in der realen Konzertumgebung zu hören.
Was ich jetzt aus 18 Jahren Gitarre (wenn ich die nur zum Üben genutzt hätte.....

) und 13 Jahren Ton ziehen kann - man muss erst mal lernen, wie ein guter Gitarrensound klingen kann, was funktionieren kann und was nicht. Und es gibt keine Pauschalantwort, weil es komplett kontextabhängig ist. Und ich lern jetzt noch, wie eine Gitarre klingen kann, damit sie im Mix gut funktioniert, das hört nicht nach 5 Jahren auf und dann weißte Bescheid

Da gehört einfach ganz viel hören und erfahren dazu, sowohl auf Platte als auch live. Dadurch formt sich die eigene Soundvorstellung und das eigene Gehör. Vielleicht kennt ihr den Effekt (ich kenns zu gut von mir selber): man stellt mit unterschiedlichen Amp(-Models), Cabs, IRs, wie auch immer einen Sound ein und am Ende klingen die Varianten irgendwie recht ähnlich? Da hat die eigene Soundvorstellung "zugeschlagen" und man biegt den Sound halt in die Richtung, die man im Ohr hat, es fällt evtl. schwer, mal nicht in die Richtung zu schrauben.
Daher würd ich sagen, pauschale Aussagen sind schwer, aber eine gewisse "Ausgewogenheit" im Sound ist nicht verkehrt. Sprich, nicht nur Kreissäge schrill und kein low end, nicht nur fett, schiebend, dumpf, mumpfelig (hach, immer wieder schön über Sound zu schreiben) und keine Mitten, Hochmitten, Höhen, sondern im Optimalfall einigermaßen ausgewogen vom Bass bis in die Höhen. Viel mehr trau ich mich fast nicht zu schreiben, weil Kontext, Genre, etc. alles relevant ist.
Das Wichtigste ist - stell es so ein, dass es für dich gut klingt, du musst dich damit beim Spielen wohlfühlen und zufrieden sein, denn das Spielerische ist immer noch wichtiger als der Sound! Und dann sprech einfach mit dem ein oder anderen Tonler (wenn du einen guten Eindruck von ihm/ihr hast, nicht unbedingt wenn du dir "Vollpfosten" denkst) und frag nach Feedback. Genau so bin ich übrigens als 16 Jähriger Gitarrist zur Tontechnik gekommen
