Welche Leute kaufen teure Gitarren, z.B. Fender CS

  • Ersteller boisdelac
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Warum soll man mehr Kenntnisse brauchen um ein kostengünstiges Instrument zu erwerben? Oder verstehe ich da was falsch?
...möglicherweise. Ich meine: mehr Kenntnisse helfen, ein geeignetes Instrument zu erwerben, unabhängig vom Kaufpreis. Und: die Möglichkeit, einzuschätzen, was bspw. optimierbar ist und was nicht, was ich geliefert bekommen muss, um ein für mich gut brauchbares und angenehmes Instrument zu erhalten, ist eng verbunden mit Kenntnissen und Erfahrung. Und mit der Bereitschaft, Zeit aufzuwenden.
Ich behaupte, dass ich relativ viel Ahnung von Gitarren habe, mit einer Custom Shop eines amerikanischen Gitarrenbauers aber voll auf die Fresse gefallen bin.
das ist eigentlich eher ein Beleg für die These ... der (angenommene) Zielkunde von CS dürfte eben genau zu dieser Erkenntnis selten gelangen, weil ihm die, wie @wary es ausdrückt, entsprechende Expertise fehlt und er dieses Manko meint durch einen hohen Anschaffungspreis umgehen zu können.
ist denke ich jedem klar.
...ganz sicher nicht.
 
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Dieser thread stellt aber die Frage: wer trifft eine positive Kaufentscheidung in Bezug auf CS, und damit wäre bestenfalls verbunden: wie triftt derjenige die. Da haben wir bisher nur eine Handvoll Antworten, wenn ich das richtig überblicke ...
...sehe ich ja durchaus sehr ähnlich. Im Zusammenhang mit der Fragestellung dieses threads wäre dann ja interessant: wie gehen die Käufer mit diesem Sachverhalt um, oder beurteilen sie ihn vielleicht ganz anders? Ist die nüchterne Betrachtung vielleicht gar nicht Konsens? ;)

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, es sind wirklich recht unterschiedliche Kunden. Natürlich haben alle gemeinsam, dass sie sich mindestens eine solche Gitarre leisten können. Ob jetzt mit, oder ohne großen Schmerz.
So zumindest meine persönliche Wahrnehmung.

Das "wie" und "warum" werden diese Entscheidungen getroffen, ist sicher auch unterschiedlich. Ich kenne viele Leute, die "sammeln" wirklich. Warum? Gute Frage. Warum sammeln wir irgendwelche Dinge, die wir nicht zum Leben brauchen? ;-)

Oft ist aber leider wirklich eine Form von "GAS" damit verbunden. Teilweise schon auch recht grenzwertig, bzw. manchmal bereits deutlich darüber. Einige leben auch da deutlich über ihre finanziellen Verhältnisse. Aber das ist keine Sache, die nur speziell Gitarren betrifft und nach meinem Eindruck auch nicht die Mehrheit, wenn es denn um sehr teure Instrumente geht.

Viele sammeln auch eher rein nach subjektiver Gefälligkeit. Einige suchen die Vielfalt. Andere erfreuen sich an speziellen Marken oder Modellen. Einige spekulieren auch eine bisschen mit dem Zeug. Bei mir war es auch schon mal die Jagt selbst, die ich ganz spannend fand. ;-)

Dann gibt es sicher auch die Verknüpfung mit irgendwelchen Heros, Bands, mit der der eigenen Vergangenheit, oft ist es auch einfach das Design, dass irgendwie besonders gefällt. Nicht wenige kaufen aus Neugier und Spaß an den unterschiedlichen Instrumenten und verkaufen auch wieder häufig

Warum kauft man wirklich? Sicher oft wirklich und auch ganz allgemein eine spannende Frage. ;-)

Man kauft sicher auch so etwas wie:

"Lebensgefühl", vielleicht auch Statussymbol, das Gefühl etwas Besonderes zu haben, die Sicherheit "etwas besonders Gutes" zu kaufen, um eine gewisse Bewunderung durch andere zu bekommen, ein Stück "Geschichte" zu erwerben. (Stichwort: Vintage), das Gleiche zu besitzen wie irgendein Star, bzw. einmal selbst ein bisschen wie so ein Star sein, oder einfach dieses "ich kaufe mich mal glücklich", oder auch: "Es muss doch irgend NOCH besser gehen, bzw. klingen" und sicher noch einiges mehr. ;-)
 
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entsprechende Expertise fehlt und er dieses Manko meint durch einen hohen Anschaffungspreis umgehen zu können.
Dumm ist es, wenn man ein Slim Taper Halsprofil bestellt und ein fettes C geliefert bekommt...
 
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Interessant finde ich den Vergleich zwischen Kauf einer CS und dem Sammeln von Gitarren.

Mein Lieblingsargument (klingt doch besser als "Ausrede"^^) pro sammeln war lange: Evolutionstechnisch haben wir bekanntlich einige 100.000 Jahre als Jäger und Sammler gelebt. Das wird im Hirn nicht so einfach nach 150 Jahren relativen Wohlstands gelöscht.
Der Kauf einer sehr teuren Gitarren geht aber in eine etwas andere Richtung.
Zwar bekommt man auch da mehr, als man eigentlich braucht. Aber der Mehrwert liegt beim Sammler ist die Menge, beim CS-Käufer in der Qualität, der Freude am Einzelstück, ev. der individuellen Anpassung und (bei manchen Käufern) im Renommee.
Ist die CS tatsächlich oder auch nur subjektiv besser, als jedes günstigere Einzelinstrument einer gleich teuren Sammlung, dann erscheint mir die Anschaffung einer CS für einen Musiker sinnvoller.
Schließlich geht es um die Freude am Hobby und die dürfte beim Spielen größer sein, als bei der reinen Betrachtung einer Sammlung.

Generell meine ich auch, dass sich die Frage nach den Kosten bei einem Hobby (oft Ausgleich eines stressigen Berufs) nur dann stellen sollte, wenn das Geld an anderer Stelle dringender gebraucht wird.
 
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🦈 auch wenn ich persönlich kein Anhänger von Herrn Abraham Maslows Theorie bin, geht es hier doch um Motivation und die Befriedigung von Bedürfnissen. Siehe die (erweiterte) Bedürfnispyramide (1970)
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Mein Lieblingsargument (klingt doch besser als "Ausrede"^^) pro sammeln war lange: Evolutionstechnisch haben wir bekanntlich einige 100.000 Jahre als Jäger und Sammler gelebt. Das wird im Hirn nicht so einfach nach 150 Jahren relativen Wohlstands gelöscht.
Der Kauf einer sehr teuren Gitarren geht aber in eine etwas andere Richtung.
Darüber habe ich auch in anderen Bereichen oft nachgedacht und einiges gelesen. Die Herleitung ist super allerdings zeigen ja auch modernere Formen dieser Lebensweise, dass sie häufig existenzsichernd genutzt wird und auch das unmittelbare soziale Umfeld davon profitiert. Dementsprechend müssten Sammler, unabhängig ob es Instrumente oder andere Gegenstände sind, dann auch Familie, Freunde und die Nachbarschaft mit den jeweiligen Gütern versorgen. Interessanter finde ich in diesem Zusammenhang den Hinweis, dass auch damals bereits Schmuck und persönlicher Stil in Form von Kleidung ein Herausstellungsmerkmal waren. Vielleicht lässt sich darüber die These aufstellen, dass Käuferinnen und Käufer von Customshop Instrumenten grundsätzlich eher Personen sind denen persönlicher Stil/Darstellung in gewisser Form sehr wichtig ist? Dementsprechend wären es nicht ausschließlich Zahnärzte, Anwälte und Vorstandsvorsitzende sondern eher Models? ;-)

Liebe Grüße
 
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wenn ein 65 jähriger tennis anfangen würde, unterstellt wohl niemand, daß er ein level von ivan lendel (beliebiges beispiel) erreichen muß.
Ivan Lendl (geb. März 1960) ist übrigens 65.
spielt er wie ein 65-jähriger?
 
Noch mal was zum Sound und dem berühmten Laien. Beim letzten Konzert meiner Truppe kamen Leute auf mich zu, die ausdrücklich mein Gitarrensound lobten. Einer lobte den Bandsound als "edel".... Friedman + Rodenberg SL Deluxe + CS Strat kann schon was... ;)

Nachtrag: Natürlich ist das alles sehr vage und subjektiv.. Aber ich habe n der Kombi nie besser geklungen. Und die Gitarre ist eben ein wichtiger Baustein.
 
Noch mal was zum Sound und dem berühmten Laien.

Es wurde hier schonmal geschrieben: Der Unterschied zwischen dem Profi und dem Amateur ist zunächst einmal nur, dass der Profi damit sein Geld verdient.

Es gibt zahlreiche Profis, die nichts anderes als "Gebrauchsmusik" machen und dabei absolut belanglose Standard-Sounds verwenden.

Und es gibt Amateure, die beseelte Musik mit feinem Sound machen. Allenfalls kann man festhalten, dass es zum "Profi" irgendeine Eintrittsschwelle in Form von Können am Instrument und Technik gibt, während jeder "Amateur" sein kann.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Friedman + Rodenberg SL Deluxe + CS Strat kann schon was... ;)

Ob man aus dem CS-Shop feine Instrumente bekommen kann, war hier auch nie Gegenstand der Diskussion. ;)
 
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Dementsprechend müssten Sammler, unabhängig ob es Instrumente oder andere Gegenstände sind, dann auch Familie, Freunde und die Nachbarschaft mit den jeweiligen Gütern versorgen.
Damit legitimiere ich eine Reihe von Käufen, da die ganze Familie Musik macht, segelt, ... :)

P.S.: Aber die Teile wanden dann tatsächlich auch schon mal durch die Verwandschaft, sind bei Freunden zu finden etc.
 
Welche Leute kaufen teure Gitarren?

Die, die es sich leisten können und sich ein Instrument wünschen, welches sie außerhalb des Custom Shops nicht bekommen.

Ich habe mir eine Gibson Murphy Lab Les Paul gekauft, weil mir keine Standards gefallen. Weder vom Sound noch von der Haptik. Erst die Murphy Lab hat mir genau das gegeben, was ich von einer guten Les Paul wollte. Für mich war es nicht entscheidend, dass es Custom Shop ist, auch nicht, dass es sogar noch on top Murphy Lab ist. Entscheidend war einfach, dass es für MICH eine bessere Gitarre war in die ich mich verliebt habe. Hätte ich es mir nicht leisten können, hätte ich sie nicht gekauft. Hätte ich eine deutlich günstigere gefunden, in die ich mich genauso verliebt hätte, hätte ich diese genommen.

Jetzt könnte man natürlich fragen warum ich mir nicht für evtl. weniger Geld eine Les Paul eines anderen Herstellers gekauft habe. Vielleicht sogar eine bauen ließ. Der Grund dafür war, dass ich das Original wollte. Ich verbinde Les Paul mit Gibson. Viele meiner Vorbilder spielen Gibson Les Paul. Es war meine allererste Gitarre. Als Jugendlicher hatte ich Poster von Slash mit einer LP an der Wand.
Außerdem habe ich auch keine Alternative gefunden, die mir gefallen hätte. Ich habe z.Bsp. PRS und Nik Huber getestet.

Ich mag in manchen Bereichen auch einfach das Original, weil es für mich auch ein Stück Geschichte ist. Sei es ein Victorinox Messer, eine Peugeot Pfeffermühle, ein Norweger Pulli, eine Rolex Uhr, Crocs Schuhe, usw.
Für all diese Dinge gibt es günstige Alternativen oder billige Nachbauten. Aber für mich als Designer sind das Dinge mit einem historischen Wert und ich bevorzuge eben die Originale, solange sie nicht irgendwelchen großen Nachteile bringen (nicht mehr haltbare Qualität) oder einfach zu teuer für mich sind.

EDIT: oh, und noch eine Bemerkung: es ist mir absolut egal was andere darüber denken! Ich kaufe keine teure Gitarre (oder sonstwas) um jemanden zu beeindrucken! Ich kaufe sie um MIR eine Freude zu machen und weil es mir gefällt.
 
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ja, meine auch! ;)

Ausserdem war er nicht mein einziger Idol, der eine Les Paul gespielt. Es waren deutlich mehr als Strat Spieler. Und da die Les Paul Kopie meiner erste und eine Superstrat im Stil einer Ibanez RG meine zweite Gitarre waren, sind es eben diese zwei Gitarrentypen, zu den es mich immer am meisten zieht.
 
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@milamber Du sprichst mir aus der Seele. Mal abgesehen davon, dass ich kein Designer bin (jedoch Wert auf gutes und gerne auch praxisorientiertes Design lege) und kein Poster von Slash an der Wand hatte.
 
Grund: Autokorrektur
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Vielleicht ein klein wenig OT aber trotzdem interessant. 150 Stück innerhalb ca. 10 Stunden verkauft. Schnäppchen.
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@milamber hat meine Situation auf den Punkt gebracht. Ich war auf der Suche nach einer für mich perfekt klingenden und spielbaren Les Paul. Im Laden hatte ich ca. 5 verschiedene Modelle von Gibson und anderen Herstellern verglichen. Es wurde eine CS R8 in VOS, weil es die für mich am besten klingende und spielbare LP war. Ich konnte sie mir leisten, deswegen habe ich sie gekauft und bin heute noch super glücklich damit. Persönlich bin ich da allerdings bei meinen Hobbys auch sehr wählerisch. Ich will das Zeug besitzen, das mich wirklich anspricht, sei es beim Gitarre spielen, Rad oder Skifahren. Und dann darf das auch etwas kosten, wenn es mir persönlich den Mehrwert bringt. Andere Sachen wie z.B. Autos hingegen sind mir relativ egal. Da reicht es völlig, wenn das Ding zuverlässig von A nach B fährt und günstig im Unterhalt ist.

Persönlicher Mehrwert muss aber auch nicht zwangsläufig teuer sein. Gerade habe ich mir doch wieder eine Strat zugelegt, einfach weil ich ab und zu diese Sounds haben möchte. Live spiele ich keine Strats, da sind die LP-artigen meine Gitarren. Daher habe ich mir für 250 Euro eine gute Squier gekauft und bin auch damit zufrieden. Eines meiner besten musikalischen Tools z.B. ist der Boss Waza Air Kopfhörer, mit dem ich nahezu ausschließlich zuhause übe. Auch hier gäbe es viel teurere Lösungen. Ich denke, es muss halt persönlich für einen passen und wenn das eine teure CS-Gitarre ist und man sich das auch leisten kann, warum dann nicht? Spiele ich damit besser? Auf jeden Fall animiert mich die Gibson aus dem CS sehr viel zum Spielen und das ist es doch, was im Hobbybereich zählt.
 
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