die meisten seiner Kunden seine Gitarren kauften/bestellten weil sie schlicht die Kohle dazu hätten und nicht unbedingt weil sie n gutes Instrument wollen.
Ich glaube das ist ein ganz natürlicher Prozess an der Stelle.
Die Leute die einfach nur ein "gutes" Instrument wollen, um damit zu spielen, auf die Bühne zu gehen etc schauen dann nicht mehr in dem Preisbereich, sondern eine Stufe darunter.
Die Kategorie, die hier thematisiert wird, ist ja das Segment, wo hauptsächlich Individualisierung, Einzigartigkeit, Prestige, im Vordergrund stehen.
Ich denke, wenn wir eine Umfragen machen würden, wieviel Geld man investieren müsste um eine wirklich richtig gut spielbare Gitarre ohne Kompromisse zu finden, würde sich die Masse vermutlich zwischen 2000 und 3000€ einpegeln. Da wird der Großteil der Musiker hier mit Sicherheit recht problemlos etwas finden, was die eigenen Bedürfnisse zufrieden stellt.
Schlenker zum Topic zurück:
Die Menschen, die also CS Gitarren oder Gitarren von angesagten Gitarrenbauern kaufen, sind die, die darüber hinaus noch eine weitere Motivation haben.
Entweder etwas Einzigartiges zu besitzen, ein Jugendtraum, oder eben eine ganz spezielle Vorstellung haben von Optik oder von Hölzern, die so auf dem Markt nicht verfügbar ist, oder eben einfach auch schlicht Angeberei. ("Mein Haus, mein Auto, meine CS-Strat"..)
Und klar gibt es Menschen die neidisch sind und in diversen Fällen empfinde ich es auch vollkommen legitim zu hinterfragen ob das denn nun nötig ist, die CS-Strat zu kaufen, wenn man nur drei Akkorde schrubben kann, aber ich bin in der glücklichen Lage, dass mein Freundeskreis weitgehend aus Menschen besteht, mit denen ich sehr offen über Geldangelegenheiten reden kann und wo Neid quasi keine Rolle spielt. Wenn dann schon eher der "Neid auf Zeit". Manche Leute in meinem Umkreis haben deutlich mehr Zeit als ich für ihre Hobbies, andere so gut wie gar keine (wegen Familie etc). Da rückt dann der Geldaspekt ganz weit in den Hintergrund.
Ich finde aber, dass die Diskussion hier im Thread bisher eigentlich sehr sachlich abgelaufen ist und dieser Aspekt Neid kaum eine Rolle gespielt hat.
Ich persönlich freue mich einfach, dass es Leute gibt, die mit solchen Gitarren glücklich werden und die durch ihren Kauf dafür sorgen, dass es Gitarrenbauern möglich ist davon zu überleben.
Denn letztlich profitieren auch die Leute, die günstige Gitarre kaufen von Innovationen, die dann "nach unten" runter wandern.
Im Akustik-Gitarrenbereich wäre ein prominentes Beispiel z.b. der Bevel. Vor 20 Jahren absoluter Luxus und nur bei wirklich teuren Meistergitarren verfügbar, gibt es jetzt Firmen, die das bei Gitarren für wenige hundert Euros verbauen.
Bei E-Gitarren ist es vielleicht das Relic. Früher super selten und teuer, mittlerweile überall zu haben und günstig.
Insofern gönne ich es allen, die (aus welchen Gründen auch immer) da die Grenzen pushen.
Das wäre ja auch für mich der Hauptaspekt mir eine teure Gitarre zu kaufen: Muss schon etwas haben, was es sonst nicht so an jeder Ecke gibt.