Martin 000-15M - Langzeiterfahrungen?

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GrouchoW
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Hallo Forum,

alles könnte so einfach sein... Auf der Suche nach einer „Mahagoni-Akustikgitarre“ - u. mit Mahagoni meine ich, dass nicht nur die (nach Möglichkeit massiven) Zargen sondern auch Boden u. Decke aus Mahagoni gefertigt sein sollten) und mit eher kleiner Korpus-Form (000 bis ´runter auf Palour) bin ich immer wieder über die Martin 000-15M gestolpert.

Ich weiß: Es gibt Alternativen, z.B. ein auch in diesem Forum mitunter angesprochenes Modell von Tanglewood (Modellbezeichnung habe ich gerade nicht parat), das ähnlich konstruiert, deutlich günstiger in der Anschaffung, aber nirgendwo in meiner Reichweite auszuprobieren ist... Es kann auch sein, dass mir in der Fülle des Angebotes irgendeine Gitarre eines anderen Herstellers (den ich vielleicht gar nicht kenne) vollkommen entgangen ist. Das ist aber ein anderes Thema, und passt (leider) nicht in diese Rubrik... Aber zurück zur Sache:

Erfreulicherweise hatte ich die Möglichkeit, mir vor geraumer Zeit die beschriebene fantastische Mahagoni-Martin 000-15M anzusehen und auszuprobieren. Was soll ich sagen: Alles prima. Toll zu spielen, traumhaft schön... Normalerweise könnte man den Thread gleich schließen und feststellen: Nerv´nicht, kauf das doch Ding und werde glücklich!

Bei einem Kaufpreis von ca. 1.200 Euro ist es aber vielleicht doch ratsam, seinen Verstand nicht vollständig auszuschalten. Jedenfalls habe ich recherchiert, was von Usern dieser Martin im In- u. Ausland an Fakten und Erfahrungen ins Netz posaunt wird. Na ja, und dabei drängt sich der Verdacht auf, dass - genauso wie ich - viele tatsächlich von Ton, Handlung u. der „old school“-Optik angetan sind. Der Haken an dieser Gitarre scheint eher subtiler Natur zu sein u. in der Verarbeitung zu liegen. Besonders "fies" scheint dabei zu sein, dass diese Mängel nicht beim Anspielen unmittelbar erkennbar sind, sondern erst nach ein paar Monaten auftauchen (Stichwort: Decke verabschiedet sich teilweise von den Zargen). Die Mängel treten also dummerweise nicht innerhalb der Money-Back-Garantiezeit auf, sondern wenn man mit der Gitarre quasi bereits "verheiratet" ist u. eine Scheidung teuer wird. Wenig vertrauensbildend ist auch meine Beobachtung, dass bei den Versandrückläufern - zumindest eines der großen Versender - immer wieder 1 oder sogar 2 Exemplare dieser auf den ersten Blick so tollen Gitarre als B-Ware angeboten werden... Mir fehlt leider der holztechnische Background: Vielleicht reagiert Mahagoni besonders empfindlich auf Temperaturschwankungen (platt gesagt: Heisser Sommer, kalter Winter?

Ihr seht schon, ich bin verunsichert, und hier kommt jetzt endlich die für mich alles entscheidende Frage: :)

Mich würde brennend interessieren, ob vielleicht das eine oder andere Mitglied unserer Community seit längerer Zeit eine Martin 000-15M besitzt u. auf Basis seiner "Langzeiterfahrungen" mal kurz schildern könnte, ob man das Invest wagen kann oder sich lieber nach Alternativen umschauen sollte?

Ich hoffe, dass ich mein „Problem“ verdeutlichen konnte, u. Ihr mir bei der Entscheidung, ob ich den “Bestell-Button“ drücken sollte, eine Entscheidungshilfe geben könnt.

Vielen Dank im Voraus für Euer Feedback,

Gruß, Groucho
 
Eigenschaft
 
Du kannst mit jeder Gitarre Pech haben, dass irgendwas kaputt geht. Prozentuale Mängelquoten aus ein paar Kommentaren im Netz auszuwerten ist aber nicht machbar.
Auf 5 Leute, die ihr Problem im Netz breittreten können 1000 zufriedene Kunden kommen, die nix zu beanstanden haben. Kann man nicht wissen.
Eine Sicherheit eine tadellos verarbeitete Gitarre zu bekommen gibt es nicht. Ich hab schon Gitarren über 3000€ in der Hand gehabt, an denen sich langsam der Steg ablöste. Im Laden!

Im Normalfall ist es aber so: Wenn man vernünftig mit seiner Gitarre umgeht und ab und an (im Winter) mal nen Auge auf die Luftfeuchtigkeit (Temperatur ist relativ egal) hat, sollte da nix passieren.
Und gegeben den Fall, dass doch, dann hat man immerhin nen Jahr Garantie.
 
Hi

ich bin zwar kein Besitzer einer 000 15, aber holztechnisch brauchst du dir keine Gedanken machen
Mahagoni ist recht "pflegeleicht" und nicht umsonst das meist verwendete Holz für Boden u. Zargen.
Auftretende Mängel sind meist Verarbeitungsfehler, unabhängig von der Holzart.
Die dürften sich aber bei Martin prozentual in kleinen Grenzen halten.
Ausserdem bieten viele Verkäufer ja bis zu 3 Jahren Garantie.

*flo*
 
In USA und Kanada gibt Martin eine lebenslange Garantie für den Erstkäufer. Wenn die eine hohe Rückläuferquote hätten, dann wären die bei der Garantie nicht seit 1833 dabei.
 
Laber, laber, laber ....

Da sollte man sich mal die Garantiebestimmungen durchlesen, die Schäden durch zu geringe oder zu hohe Luftfeuchtigkeit definitiv ausschliessen. Und jeder Gitarrenbauer, der was taugt, weiß, wie Schadbilder, die auf diesen Faktor zurückzuführen sind, aussehen. Und mit solchen Schäden kann man lange auf der Garantie rumreiten, es wird trotzdem nichts helfen. Vielleicht mal Google und Martin Warranty bemühen....
 
Lieber Tscharles.
herzlichen Dank fuer Deine hochprofessionelle und wie immer fundierte Meinung.
Ich hatte Dich ja schon in meinem Killfile, aber irgendwie konnte ich es nicht ueber mich bringen, Dich ungeprueft weiter darin zu belassen. Deswegen hatte ich - dummerweise - Deinen hoch konstruktiven Eintrag gelesen.
Das wird nicht wieder vorkommen - plonk!

So, und jetzt zurueck zum Thema:
Gitarren sind Instrumente, die aus recht duennen Hoelzern gebaut erhebliche Belastungen aushalten muessen. Deswegen ist die Beachtung simpler Umweltfaktoren naturlich fuer die Lebensdauer, die Bespielbarkeit und nicht zuletzt den Klang der Gitarre foerderlich.
Ganz allgemein kann man sagen, dass sich eine Gitarre dann wohlfuehlt, wenn Du Dich wohlfuehlst. Also bei moderaten Temperaturen und mittlerer Luftfeuchte.
Wie alle anderen Hoelzer auch neigt Mahagoni zur Schwellung bei hoher Luftfeuchte und zum Schrumpfen bei niedriger Feuchte. Daher sollte man eine Mahagonigitarre - genau wie alle anderen Gitarren auch - weder zu feucht, noch zu trocken lagern. Zu feucht ist schlecht fuer den Klang und die Bespielbarkeit und kann sehr langfristig gesehen zu Schaeden durch sich abloesende Klebestellen fuehren, aber dazu muss es schon sehr lange sehr feucht sein.
Trockenheit hingegen fuehrt zum Schrumpfen und damit zu zusaetzlicher Spannung, die dann irgendwann zum Reissen des Holzes fuehrt. Generell ist zu trocken schlimmer (und schneller schlimmer) als zu feucht.
Hitze (zum Beispiel wenn man die Gitarre im Auto liegen laesst - das muss nicht mal Sommer sein) ist sehr kritisch, denn die Hitze weicht den Leim auf und wenn die Leimverbindung aufweicht, dannist Holland in Not. Weil man Leim nicht auf Leim leimen kann, simd oftmals umfangreiche Restaurationsarbeiten bei Hitzeschaeden faellig.

Allerdings sind diese Richtlinien fuer alle Gitarren gueltig (jedenfalls, wenn sie aus Holz gearbeitet wurden) - unabhaengig vom Hersteller oder vom Holz.
Martin schliesst Schaeden durch Hitze, Feuchte und grob fahrlaessige Misshandlung von der Garantie aus. Allerdings ist auch das nicht ungewoehnlich und auch in anderen Bereichen (zum Beispiel wenn Du Dein Motorfahrzeug im Renneinsatz bewegst, dann verlierst Du auch die Garantie!) nicht unueblich.

Die -15 Serie von Martin ist eine der Hauptsaeulen von Martin weil sie relativ preiswert ist, in Nazareth gefertigt und - so weit ich weiss - auch von der Martin Limited Lifetime Warranty (in USA und Canada) abgedeckt wird. Was die Garantie angeht, ist es in Europa egal, hier hast Du leider nur die Haendlergarantie, aber die ist z.B. bei Thomann auch 3 Jahre... Ich hatte eine recht umfangreiche Diskussion mit Martin wegen meiner D35 und D40, aber leider sieht sich Martin bedingt unter anderem durch die CITES/LACEY Gesetzgebung ausserstande die US-Garantie auch in anderen Geolocationen einzufuehren.

Ich persoenlich habe keine -15'er Martin, daher kann ich nur "Zweithand-" Erfahrungen weitergeben, aber in einer meiner Pub-Sessions spielt ein lebensaelterer Giatarrist eine -15 die ungefaehr so alt sein duerfte wich ich - und ich bin steinalt. Das Ding hat hinreichende Kratzer und Dings - sieht zwar nicht ganz so schlimm aus wie Trigger - aber spielt und klingt immer noch wunderbar.

Also:
Wenn Du die Martin magst, dann behandele sie ordentlich, genau wie jede andere Gitarre egal aus welchem Holz und egal von welchem Hersteller ordentlich behandelt werden sollte, und Du wirst sehr, sehr lange Freude mit der Gitarre haben. Fuer mehr Einzelheiten lies bitte hier: http://www.martinguitar.com/images/downloads/careandfeeding.pdf
 
t.scharles / corkonian: meint ihr euer geplänkel hilft?? (tock-tock-tock)

zum thema:
mein nachbar spielt eine Martin D15 die ervor ca. 8 jahren gebraucht in ebay erworben hat. das ist nun keine 000 dennoch ist das holz, die machart und die firma die selbe. das einzige was in diesen 8 jahren mal neu gemacht werden musste ist der sattel. einer der kerben hatte sich zu tief eingegraben. ansonsten ist mit der D15 alles top. das ding hat mir shcon immer wegen ihrer schlichtheit gefallen - und das sound ist ein hammer!

ich schliesse mich meinem vorredner an - wenn du deine Martin gut behandelst wird sie dir jahrelangen spielspass bringen.
 
Zuletzt bearbeitet:
vielleicht passt ja hier der Martin-Userthread recht gut rein:

https://www.musiker-board.de/userthreads-git/225844-c-f-martin-user-thread.html

Die Threadgitarre kommt da auch vor; ich selber habe nur eine alte DM Road und sie erfüllt ihren Zweck "stets zur vollsten Zufriedenheit"
(ist ja auch aus Mahagoni, mit Fichtendecke)

Von häufiger auftretenden Produktschwächen habe ich noch nichts gehört. Irgendwo war von B-Ware die Rede? Ich glaube, das sind dann eher Versandrückläufer mit Dings und Dongs (oder wie das heißt) bzw. anderen Kleinigkeiten? Grundsätzliche Probleme würde ich da nicht herleiten.
Wenn viele Leute etwas zum Ausprobieren bestellen und mit Macken wieder zurücksenden, kann der Hersteller / Händler ja auch nichts dafür.
 
Leutz, ich weiß nicht was ihr habt. Wenn jemand Feuchtigkeitsschäden mit irgendeiner Garantie abgedeckt sieht, dann ist das Gelaber. Das Corkonian dann noch auf die Martin-Garantie hingewiesen hat, hatte ich gar nicht gemeint. Nur fühlt der sich eigentlich immer von mir angegangen, was eben nicht immer stimmt. Aber aus irgendwelchen Gründen scheint der momentan etwas dünnhäutig. ;) Also, was soll die Aufregung!

Und, @ Corkonian: Schau mal, geht doch! So sollte meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Beitrag aussehen. ;)

Und fühl Dich nicht immer gleich von mir auf den Schlips getreten. Und wenn doch, kann man das auch normal schreiben. Wir sind doch schon groß, oder?

Bis die Tage!
 
Alles klar, Ihr habt mir schon geholfen. Ich will auch nicht der Anlass sein, dass sich hier einige in die Haare kriegen...:) Beenden wir den Thread lieber hier.

Gruß, Groucho
 

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