Wenn eine Bassdrum so aussieht, als wäre sie länger als hoch, so stimmt das meistens nicht ganz. Ich habe bisher noch keine Bassdrum gesehen, die bei 20" Durchmesser mehr als 20" Tiefe hat. Allerdings tragen die Spannreifen noch mal richtig dick auf. So kommt auf jeder Seite noch gut 1" hinzu, was die lange Optik ausmacht.
Ich habe mir selbst ein Set aus Buchenkesseln (Adoro) gebaut und habe mich dabei für eine 20"x19" Bassdrum entschieden (hab im Nachhinein erst gemerkt, dass Giesela im Prinzip den gleichen Kessel verbaut hat).
Auch meine Erfahrung damit zeigt mir, dass es bei dem Teil an nichts fehlt. Die Bassdrum hat Punch ohne Ende und richtig Lowend. Im Vergleich zu meiner Tama Artstar BD in 22"x16" setzt sich diese auch im Proberaum (Metal(-Core)) besser durch.
Allerdings kann ich das Teil in 19" Tiefe nicht unbedingt für Jazz empfehlen. Diese dicke Röhre puncht einfach zu sehr für einen weichen Jazzsound. Ich habe allerdings zugegebenermaßen auch noch nicht probiert, die Bassdrum offener und weicher klingen zu lassen, weil ich diesen Sound in der Band nicht gebrauchen kann.
Ich wollte nur versuchen, generell die Vorurteile von kleinen BDs (wenig Lautstärke/Bass usw.) etwas zu entkräften.
Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen:
Eigentlich ist deine Entscheidung ja auch schon gefallen und es ist auch gut, dass du deine eigenen Vorstellungen hast, denn die hier im Forum vorherrschenden Dogmen bei Themen wie Kesselgrößen, Fellwahl, B8 oder B20 etc. nerven mich mittlerweile ein wenig.
Das schlimme dabei ist, dass einige User wirklich die entsprechenden Erfahrungen für sich gemacht haben und diese dann hier auch als eigene Erfahrung darstellen, viele andere hingegen einfach weiterlabern, was sie hier im Forum aufgeschnappt haben und gar keinen Vergleich kennen.
So werden immer wieder die gleichen Vorschläge gemacht und wer aus der Reihe tanzt, weil ihm etwas anderes gefällt, wird sofort als unwissend und ahnungslos abgestempelt.
Sicherlich haben die oben genannten "Dogmen" fundierte Hintergründe, jedoch sollte man sich davon nicht beirren lassen, wenn man doch eigentlich weiß, was man will.
Manche mögen kleine Bassdrums, die anderen große. Alle haben gute Gründe für ihre Wahl. Und wenn es nur der eine ist, nämlich, dass es ihnen gefällt.
Musik lebt von individualität und Extravaganz.
Die Kunst, dieses Forum (oder ein anderes) für sich sinnvoll zu nutzen, ist, alles was man hier ließt zwar aufzusaugen und als Anregung zu nutzen, diese Dinge jedoch niemals als Gesetz zu betrachen.
Irgendwann muss und wird jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Fehlkäufe gehören mit Sicherheit auch dazu.
In deinem Fall würde das bedeuten, auch mal verschiendene Sets mit kleineren Bassdrums zu testen. Wenn dabei am Ende herauskommt, dass du doch die großen Wummen cooler findest (sei es auch wegen der Optik), dann ist das vollkommen in Ordnung.
Entschuldigt das Geschwafel, an dieser vielleicht etwas unpassenden Stelle, aber das lag mir schon länger auf dem Herzen
Ach übrigens, wenn ich mir noch mal n Set bauen sollte, wirds bestimmt eins mit Riesenbassdrum (oder vielleicht doch 'ne popelige 22er?)
