Positive und negative Erfahrungen mit Klavierunterricht in der Kindheit

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Nein, Du hast alles ganz genau und 100% richtig gemacht. :D
Na ja, wenn ich ganz ehrlich bin: ich wollte als Kind auch Klavier lernen, aber wir konnten uns das nicht leisten. Eine alte Klampfe war dagegen vorhanden... so bin ich halt dabei gelandet.

Wo schon mal ein Keyboard/Klavier im Haus war, hab' ich mir auch ein paar Akkorde und so beigebracht. Nix, womit man irgend jemanden beeindrucken könnte, aber um auch mal 'n Lied zu begleiten reicht's... und Spaß macht's auch.
Was ich nicht verstehe: wie kommen Keyboarder nur ohne Röhrenamps aus? :m_git1:

;-)

Wenn sie wirklich gut ist, spielen vielleicht auch gerne ältere Musiker mit?
In 10 Jahren: vielleicht. Aber ein 16, 17, 18-jähriger wird nicht mit einer 10-jährigen spielen wollen. Und die Kids in ihrem Alter wissen meist kaum, wie herum man das Instrument halten sollen.

Ob sie gut ist? Nun, es fehlen sicher noch einige Fähigkeiten - und auch verschiedene Techniken, um die Lieder abwechslungsreicher zu gestalten, etc. aber ich wäre immer froh gewesen, wenn wir jemanden gehabt hätten, der solche Lieder schreiben kann. Hört mal rein:
/s.
 
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Hört sich gut an! Das Tempo (am Klavier) wackelt noch ein bisschen. Und kauf ihr mal ein Klavier, auf dem noch andere Tonarten drauf sind ... :evil:

Nein, es ist wirklich gut. Mein Tipp zum weiterkommen wäre jetzt, daß sie sich mit Tonleitern, Akkorden etc. rund herum im Quintenzirkel beschäftigt. Und beim nächsten Familien-Auftritt mit Deiner eigenen Band featuret ihr sie für 2 oder 3 Stücke. Das wäre dann auch im Sinne des Threadtitels ein positive Erfahrung für sie.

Viele Grüße,
McCoy
 
Das Tempo (am Klavier) wackelt noch ein bisschen.
Tja, ich sach' ja noch, Zofia, sach ich, nimm ein Metronom. Aber auf mich hört 'se ja nich'... :confused1:

Aber - auch ein nicht unwichtiger Aspekt: je mehr die Kids in's Teenie-Alter kommen, desto eher hören sie auf das, was der Lehrer sagt - und desto weniger auf die Eltern. Das kann ich jetzt schon recht gut spüren... umso wichtiger, dass der Lehrer die richtigen Ideen einbringt.
Und kauf ihr mal ein Klavier, auf dem noch andere Tonarten drauf sind ... :evil:
Ach was, auf der Klampfe kommt man doch auch gut mit drei Akkorden aus :tongue:
Nein, es ist wirklich gut. Mein Tipp zum weiterkommen wäre jetzt, daß sie sich mit Tonleitern, Akkorden etc. rund herum im Quintenzirkel beschäftigt. Und beim nächsten Familien-Auftritt mit Deiner eigenen Band featuret ihr sie für 2 oder 3 Stücke. Das wäre dann auch im Sinne des Threadtitels ein positive Erfahrung für sie.
Danke, ich werd's so weitergeben. Mein Eindruck ist, im Moment interessiert sie sich mehr für schrägere Takte. Zumindest hat sie offenbar in den letzten Tagen versucht, etwas im 2/4 (oder 2/2) zu machen. Ist aber noch nicht aufnahmereif... ;)

Viele Grüße

/sascha
 
Ich hatte bei dem Klavierlehrer unterricht, der schon meine Mutter unterrichtet hatte ... er war zwar etwas älter und hatte es nicht so mit der Pünktlichkeit aber hat mir jegliche Techniken super erklärt und beigebracht. Er war der erste und bis jetzt einzige Mensch den ich kennen gelernt habe, der eine Melodie pfeifen und eine andere "summen" konnte...
 
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Er war der erste und bis jetzt einzige Mensch den ich kennen gelernt habe, der eine Melodie pfeifen und eine andere "summen" konnte...
Uh, ich hab' das einmal erlebt: das waren ein paar Zigeuner, die miteinander gejammt haben und sich nebenher über das nächste Lied unterhalten haben, dass sie spielen sollen: "Kennst Du soundso?" - "nee, wie geht das?" - "Einfach so: hm-hm-hmmhmm..." ... und das alles während sie weiter eine andere Melodie spielen...

So was beeindruckt mich ja schwer! Fast mehr, als wenn jemand ein absolutes Gehör hat.

/s.
 
Hallo! Ich grüße alle Leser! :hat:

So! Wenn ich als TE das Thema schon mal angestoßen habe, muss ich mich natürlich auch dazu äußern.

Mit 5 Jahren habe ich ein paar Stunden bei einer alten Dame privaten Unterricht am Flügel gehabt. Ich war voller Elan und die Dame empfand ich als äußerst angenehm. Nach ein paar Wochen wechselte ich aus irgend einem Grund in die Staatliche Musikschule in der DDR. Die verstanden sich eher als Talentschmiede, denn als Förderer der Freude am Musizieren. Warum ich gewechselt wurde, erkläre ich mir heute damit, dass mein Vater die teureren Privatstunden nicht zahlen wollte. Jedenfalls begann damit für mich der Spießrutenlauf.

Mein alter Herr, der selbst ehemaliger Pianist und Dirigent war, hatte es sich aus irgend einem Grund in den Kopf gesetzt, aus mir ein neues Wunderkind am Piano zu machen. Mein Klavierlehrer an der Musikschule war ein gewisser Dr. Dr. Sowieso, der sich aus Konkurrenzgründen mit meinem Dad nicht besonders gut verstand. Jedenfalls wollte er meinem alten Herren unbedingt beweisen, dass ich kein übermäßiges Talent besitze. Das ganze gipfelte in einer Art Wettstreit, wer denn nun Recht bekäme. Der Lehrer gab mir Aufgaben für eine Woche auf, die ich heute als Erwachsener nicht einmal in einem Monat bewältigen würde und mein lieber Dad versuchte mir jeden falschen Ton mit Schlägen auszutreiben. So saß ich dann als 6-jähriges Würstchen, dem prügelnden und alkoholisierten Vater ausgeliefert, jeden Tag heulend am Klavier, die Tasten mit Tränen und Kinderrotz bekleckernd. Zur Rechtfertigung hieß es immer: "Beethoven wurde von seinem Vater auch geschlagen!" Ich kann mich noch erinnern, dass ich einmal von zu Hause weggelaufen bin, nur damit ich nicht Klavier üben musste.

Letztendlich triumphierte mein Lehrer in diesem perfiden Spiel. Da war ich 7 Jahre alt. Ich sah auch damals keine Möglichkeit für mich, etwas an der Situation ändern zu können. Wir waren als Kinder in den Siebzigern nicht so selbstbewusst wie die Kiddies heute. Rückblickend war für mich das Schlimmste, dass ich meiner Liebe zur Musik und dem Wunsch, Klavier zu lernen, nicht mehr nachgehen konnte. Bis zu seinem Tod, etwa 6 Jahre später, strafte mich mein alter Herr dann mit Nichtbeachtung. An das Klavier dürfte ich mich nicht mehr ran setzen und bei der Scheidung der Eltern wurde es verkauft.

Es klingt vielleicht übertrieben, aber dieses Erlebnis hat mich bis heute geprägt. Erst mit etwa 30 Jahren, also vor 16 Sonnenumkreisungen, habe ich wieder den Mut gefunden, mich mit dem Klavierspiel zu beschäftigen. Es gab ja auch Gott sei Dank die Wende, sodass ein Instrumentenkauf auch nicht mehr ein unerfüllbarer Wunsch bleiben musste.

Meine Erfahrung ist natürlich viel stärker durch den eigenen Vater geprägt. Ich hätte mir aber trotzdem einen Lehrer gewünscht, der sich nicht auf dieses Erwachsenenspielchen eingelassen hätte und vielleicht einen anderen Weg für mich gefunden hätte. Bei meiner späteren Suche als erwachsener nach einem Klavierlehrer in meinem Wohnort, bin ich auf den gleichen Filz aus Spießertum und autoritärer Arroganz gestoßen. Immer hieß es, als erwachsener hätte es wenig Sinn und mit einem digitalen Klavier schon gar nicht. Deshalb habe ich mich auch völlig in die autodidaktische Schiene zurück gezogen.

So! Jetzt habe ich die Stimmung wahrscheinlich voll nach unten gezogen. Wollte mich hier nicht ausheulen, sondern nur subjektiv berichten. Andere haben zum Glück erfreulichere Erfahrungen mit Klavierlehrern und Eltern. Komisch, dass ich mich heute gern ans Klavier setze, aber immer wenn ich eine falsche Note spiele, warte ich auf die schlagende Hand von Hinten.:dizzy:

LG Andreas :hat:
 
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Ich habe mit 14 freiwillig angefangen, Keyboard-Unterricht zu nehmen. Ein Synthesizer war im Elternhaus vorhanden. Mein Traum war es, Rock-Keyboarder zu werden, nur wusste ich natürlich null davon, was man dazu braucht. Ich hatte die Wahl zwischen Heimorgel, Klassik-Klavier und Keyboard und das letztere hörte sich passend an. Ich lernte also, Alleinunterhalter-Keyboards so zu bedienen, dass die Omas beim Schülerkonzert schunkelten. Das war ein frustrierendes Erlebnis. Als ich beim letzten Konzert mit dem Synthesizer auflief und mit einem anderen großen Keyboard, das ich gebraucht gekauft hatte, war ich in der Musikschule unten durch. Diese hatte nämlich das Konzept, die Omas und Eltern zu begeistern, damit die Schüler immer wieder ein "besseres" Keyboard geschenkt bekommen, das natürlich beim angegliederten Instrumentenhandel zu kaufen war.

Im ersten Versuch einer Band erfuhr ich schmerzlich, dass ich meinem Ziel keinen Deut näher gekommen war. Ich fragte meinen Lehrer, was man denn als Keyboarder in einer Band so spiele und er konnte mir keinen Rat geben. Die Stücke, die wir im Unterricht spielten, waren für Omas, ich war 17 und trug Militärparkas und hatte lange Haare. Die Band löste sich nach 3 Proben auf. Ich hörte mit dem Unterricht auf und mit der Musik insgesamt. Im Abi-Zeugnis habe ich eine 5 in Musik.

Mit 20 stolperte ich in ein Musikgeschäft und entdeckte ein professionelles Stage Piano. Das hat mich angefixt und so bin ich nun seit 15 Jahren Autodidakt an Klavier und Bass. Das funktioniert für mich recht gut. Nochmal richtig weiter gebracht hat mich eine Zeit, in der ich in einer Jazz-Band Klavier gespielt habe, da hab ich mir alles das draufgeschafft, was auf der Strecke geblieben war. Musiktheorie, Voicings, usw.

Heute mache ich mehr Musik denn je und spiele eigentlich jeden Tag Klavier.

Zum Glück sind die 90er lange vorbei und heute gibt es viele Musikschulen, die gleich mit Bands arbeiten und in denen man Jazz-Piano oder Rock-Keyboard direkt lernen kann.
 
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@PianoAmateur: Da hast du aber eine schwere Schule mitgemacht! Ich dachte so etwas gibt es nur im (schlechten) Filmen ... :eek:

Meine Erfahrung ist kurz: Ich wollte als Kind gerne Klavier lernen, bekam aber keine Möglichkeit. Mit 50 habe ich dann beschlossen, es nachzuholen :D.
 
Meine Erfahung deckt sich mit der von DieterB. Nur habe ich mit 32 beschlossen es nachzuholen.
 
Oh jeh, @PianoAmateur!
Das tut mir wirklich leid. Schlechte Eltern gab es wohl immer und überall. Aber Schläge waren schon immer ein schlechter Ratgeber.
Die Motivation ist natürlich immer das wichtigste, und ich denke, dass auch als Kind da ruhig ein wenig Druck von außen kommen darf - der kommt später natürlich auch, und auch Tränen darf es schon mal geben, aber so, wie bei Dir, sollte es nie, nie, nie aussehen!
Wer weiß, vielleicht wärst Du ein zweiter Horrowitz geworden, wenn es besser gelaufen wäre?

Im Gegensatz zu Dir hatte ich wirklich sehr, sehr liebe Eltern! Ich wurde nie geschlagen, und ich will auch mein Kind nie schlagen.
Ich hab zuerst mit 4 Jahren Geigenunterricht bekommen, mit 7 Jahren dann Klavierunterricht. Meine Oma, die auch im Haus wohnte, hat immer sehr darauf geachtet, dass ich Geige geübt hab. Und später mal hat mich meine Mutter zu "Jugend musiziert" und dann auch einfach so zu einem Meisterkurs angemeldet. Das war schon hart. Aber dann war ich in dieser Mädchenschwärmerei-Zeit, fand einen Jungen, der ebenfalls dort war, total toll und wollte daraufhin unbedingt bei diesem Lehrer Geigenunterricht haben, weil ich den Jungen ja unbedingt wiedersehen wollte. Und dann hab ich geübt, geübt, geübt.
Nun ja, Klavier lief bei mir so nebenher eher. Der Klavierlehrer kam zu uns nach hause, morgens vor der Schule :eek: - ich glaub um Viertel vor sieben ... bis meine Eltern dann das Geld für den Klavierlehrer sparen wollten - bzw. in der Familie lassen wollten, denn mein Bruder, der schon wunderbar spielen konnte, als ich noch ein Baby war, sollte mich dann weiter unterrichten in Klavier. Ich glaub, der Klavierlehrer war auch etwas traurig, aber irgendwann ist halt mal Schluß ...
Mein Bruder war da in so einer Phase, wo er Romantiker nicht so gern mochte und am liebsten Bach spielte, zumindest hatte ich den Eindruck. Das Pedal mochte er auch überhaupt nicht mehr, und der Klavierlehrer hatte alles mit Pedal gespielt. Mein Bruder war sehr akribisch und gewissenhaft, und ich wollte auch trotz Fehlern gerne lieber weiter gehen. Und vom Termin her waren wir dann ja auch flexibler, was darauf hinaus lief, dass es auslief. Mein Bruder hatte es wohl auch nicht einfach mit mir, seiner Schwester, die sich von ihm auch nicht unbedingt viel sagen lassen wollte ... Wann wir dann genau aufgehört hatten mit dem Klavierunterricht, weiß ich gar nicht mehr ...
 
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Hallo Andreas,
Es klingt vielleicht übertrieben, aber dieses Erlebnis hat mich bis heute geprägt. Erst mit etwa 30 Jahren, also vor 16 Sonnenumkreisungen, habe ich wieder den Mut gefunden, mich mit dem Klavierspiel zu beschäftigen. Es gab ja auch Gott sei Dank die Wende, sodass ein Instrumentenkauf auch nicht mehr ein unerfüllbarer Wunsch bleiben musste.

Meine Erfahrung ist natürlich viel stärker durch den eigenen Vater geprägt. Ich hätte mir aber trotzdem einen Lehrer gewünscht, der sich nicht auf dieses Erwachsenenspielchen eingelassen hätte und vielleicht einen anderen Weg für mich gefunden hätte. Bei meiner späteren Suche als erwachsener nach einem Klavierlehrer in meinem Wohnort, bin ich auf den gleichen Filz aus Spießertum und autoritärer Arroganz gestoßen. Immer hieß es, als erwachsener hätte es wenig Sinn und mit einem digitalen Klavier schon gar nicht. Deshalb habe ich mich auch völlig in die autodidaktische Schiene zurück gezogen.

In meiner Kindheit ergab es sich leider nicht, das ich eine Instrument lerne. Irgendwie gab es in der Schule nur Lebensläufe von Komponisten zu Lernen und lieder zu singen. Das war damals irgendwie nicht mein Ding mich vor die Klasse zu stellen und Lieder zu singen von denen ich den Text nicht kannte. Aber das hängt auch zusammen das ich der Generation angehöre, wo die Väter nicht mit Ihrem Krigstrauma fertig geworden sind, und dies dann mit Alkohol versuchten, aber da haben ja schon andere Bücher drüber geschrieben.
So jetzt zum eigentlichen anliegen, Ich habe auch mit ü50 mit dem Klavier angefangen. Ich habe zu anfang auch einen weile gesucht bis ich einen passende Klavierleherin gefunden hatte, jetzt nach zweieinhalb Jahren ist meine Klavierlehrerin umgezogen und ich musste mir einen neuen Lehrer suchen. Also meine Erfahrung ist durchweg das die Klaverlehrer eigentlich gern Erwachsene unterrichten, Meine erste Lehrerin konnte mit mit Stücke üben die die Klavierschüler im "normalen" alter noch nicht Verstanden habe, mein jetziger Lehrer ist dankbar das er einen Schüler hat der freiwillig übt, und nicht die Erwartung andere erfüllen muss. Unseren Sohn haben wir auch Gitarre lernen lassen, aber wir haben nie versucht Druck auszuüben, Ich denke man hat nur eine Kindheit, und die sollte nicht in eine Wunderkindzucht ausarten.
Ich denke indem du hier über dein Problem geschrieben hast, hast du dich damit auch auseinandergesetzt.
Ja die Eltern geben den Kindern mehr ins Leben mit als ihnen bewusst ist...

Lg

Michael
 
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Nur so als Gegenpol kurz eine ähnliche (wenn auch etwas amüsantere) Geschichte: Ein Verwandter von mir (keine Namen... ;-) hatte als Kind (so mit 6 - 7) auch privaten Klavierunterricht. Die Lehrerin war eine ältere Dame, die er einmal pro Woche dafür zuhause besuchte.

Abgesehen von Klavierlehrerin war die Dame auch eine ausgesprochene Schnapsdrossel - und die beste "Entschuldigung" für sie, sich nebenbei einen zu zwitschern war, dass ihr "Schüler" ja mittrank.

So wurde er also Woche für Woche tüchtig abgefüllt und durfte im volltrunkenen Zustand die Tasten bearbeiten.

Viel gelernt hat er dabei allerdings nicht :bad:

Immerhin hat ihm das auch nicht die Freude am Musizieren verdorben (eher im Gegenteil, schätze ich :) und er hat später ein anderes Instrument gelernt, das er nun wirklich großartig beherrscht.

Also, zu viel Kumpelhaftigkeit kann auch schaden :D

/s.

PS: Keine Sorge, zum Alkoholiker ist er auch nicht geworden ;)
 
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Aber das hängt auch zusammen das ich der Generation angehöre, wo die Väter nicht mit Ihrem Krigstrauma fertig geworden sind, und dies dann mit Alkohol versuchten,


Das war bei mir auch so. Mein Dad war Bj. 1921 und wurde mit 18 Jahren in den Krieg geschickt. Aus seiner ehemaligen, über 30-köpfigen Schulklasse, war er wohl der Einzige, der den Krieg überlebt hatte und das auch nur, weil er aus russischer Kriegsgefangenschaft geflohen war.

Andreas
 
So! Wenn ich als TE das Thema schon mal angestoßen habe, muss ich mich natürlich auch dazu äußern.
Andreas, das ist ja wirklich heftig, zwischen welche Mühlsteine Du da geraten bist. :eek: Hochinteressant dabei finde ich, daß Dir das Erlebte nicht die Musik an sich verleidet hat. Und auch hochinteressant, daß Du jetzt wieder das Klavier bearbeitest, und nicht Saxophon, E-Gitarre oder sonst etwas anderes spielst. Hut ab!

aber immer wenn ich eine falsche Note spiele, warte ich auf die schlagende Hand von Hinten.:dizzy:
Ab jetzt denkst Du bitte bei jedem falschen Ton an diesen Satz: "Irgendwann hat mal jemand einen falschen Ton gespielt ...
... und da war der Jazz entstanden." :rofl: Und jetzt weiß ich endlich,wer das war ... :D

Klavier soll Spaß machen, das einzige, was am Klavier geschlagen wird, sind die Tasten, und zwar ange-schlagen. Also: Weitermachen und Spaß haben! :)

Viele Grüße,
McCoy
 
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Ab jetzt denkst Du bitte bei jedem falschen Ton an diesen Satz: "Irgendwann hat mal jemand einen falschen Ton gespielt ...

Auch wenn es viele in der Jugend zum Glück nicht so hart erwischt hat wie hier beschrieben, so ist das mit den "falschen Tönen" doch wirklich ein Problem. Ich spiele regelmäßig mit Leuten, die "klassisch aufgewachsen" sind und die leiden sehr unter der Vorstellung etwas "falsch" zu machen und haben auch meist Lampenfieber wie blöd.

Ich als Autodidakt habe eine andere Perspektive: Es gibt keine falschen Töne. Es gibt allerdings sehr wohl Töne, die in verschiedenen Abstufungen unpassend klingen. Und wenn ich dann ein Stück ausgetüftelt habe, oder z.B. eine etwas ausgefuchstere Bass-Begleitung, dann will ich natürlich auch die Töne spielen, die ich mir überlegt habe, das ist schon klar. Und welche Töne passender sind und welche nicht, da helfen natürlich auch die Konzepte aus der Musiktheorie, das ist auch klar. Aber auch die ist keine universelle Wahrheit, sonder am Ende eine deskriptive Erklärung und eben keine präskriptive Vorschrift (ganz ähnlich zur Sprachwissenschaft). Wenn es sich gut anfühlt, wenn es wirkt, dann ist es richtig.

Um die Kurve wieder zu kratzen: Leider haben viele Leute hier wohl (Klavier)LehrerInnen erlebt, bei denen es um alles mögliche ging, aber am Ende eigentlich nicht ums Musikmachen.
 
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"Irgendwann hat mal jemand einen falschen Ton gespielt ...
... und da war der Jazz entstanden."


Hallo McCoy.

Danke für den Beitrag. Ich bewundere die Jazzer. Selber habe ich leider kein Talent dafür entwickeln können. Ich klebe halt zu sehr an Noten und Vorschriften und habe, mangels Lehrer, auch die Improvisation nie gelernt. Kennst Du vielleicht ein paar gute Stücke für Anfänger, von denen es Noten gibt? Ich hatte mal versucht, im Internet die Klaviernoten von "Silence" von Charlie Haden in der Pianobearbeitung zu finden. Aber vergebens.


Andreas :hat:
 
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ein paar gute Stücke für Anfänger, von denen es Noten gibt?
Martha Mier, Jazz, Rags & Blues. Davon gibt es mehrere Bände, aufsteigend im Schwierigkeitsgrad. Martha Mier ist eine gute Arrangeurin, die auch leichtere Stücke so setzen kann, daß es gut klingt.
im Internet die Klaviernoten von "Silence" von Charlie Haden
Wenn man Jazztunes im Netz sucht, hilft es oft, das Keyword Transcription dranzuhängen. Die Jazzgemeinde ist groß, und vieles wird herausgehört, per Hand geschrieben und ins Netz gestellt. Aber bei Hadens Silence bin ich auch damit nicht fündig geworden.

Viele Grüße,
McCoy
 
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Matha Mier, Jazz, Rags & Blues. Davon gibt es mehrere Bände, aufsteigend im Schwierigkeitsgrad. Martha Mier ist eine gute Arrangeurin, die auch leichtere Stücke so setzen kann, daß es gut klingt.


Hallo McCoy.

Vielen Dank. Ich werde mich in den nächsten Tagen damit beschäftigen.

Andreas :hat:
 
Schön, durch die Info zu diesem Thread auf der Startseite komme ich doch direkt mal aus dem E-Gitarren Unterforum in einen anderen Bereich. :)

Ich habe mit sechs Jahren angefangen, Klavierunterricht zu bekommen. Durchgehalten habe ich das über acht Jahre, bei zwei verschiedenen Lehrerinnen. Die eine bei einer städtischen Musikschule, die andere von Privat.

Das Problem dabei war leider, dass beide Lehrerinnen nahezu keinerlei Musiktheorie oder dergleichen boten. Der Unterricht bestand aus reiner Reproduktion:
"Heute zeige ich Dir, wie man das Stück xy von Bach / Schumann / Haydn etc. spielt. Nächste Woche spielst Du es mir dann vor." Und das dann jede Stunde so. o_O

Nach vier Jahren hatte ich dann die Nase voll von Czernys Fingerübungen und der oben genannten Reproduktion. Ich bat meine Eltern, den Lehrer wechseln zu dürfen, denn ich wollte auch gerne was Modernes auf dem Klavier lernen.
Gesagt, getan, neue Lehrerin gesucht.

Der Unterschied zur vorigen bestand dann darin, dass das "Moderne" Klavierarrangements von Beatles Liedern war, ansonsten exakt dasselbe:
"Heute zeige ich Dir, wie man das Stück xy von den Beatles spielt. Nächste Woche spielst Du es mir dann vor." Musiktheorie? Fehlanzeige.
Nach nochmal vier Jahren schmiss ich frustriert das Handtuch. Acht Jahre Klavierunterricht, aber ausser Noten vom Blatt auf das Manual übertragen konnte ich sonst nichts mit dem Instrument anfangen. o_O

Dann war ich 14, es waren die späten 80er, auf MTV lief Hard Rock, und ich wollte auf Gitarre umsteigen. Die Mädels wollten eh viel lieber den Gitarristen als den Keyboarder. ;-)
Aufschrei bei den Eltern, war mir aber egal. Die Klavierstunden bekam ich von ihnen bezahlt, den Gitarreunterricht nicht. Opferte ich halt mein Taschengeld, das war es mir wert. Musik machen wollte ich ja!

Aber: Ich fand nun einen Lehrer, der mir Harmonielehre, Musiktheorie beibrachte. :shock1:
Der mich fragte, was ich können wollte, mir das betreffende Stück beibrachte, und mir nebenbei die dazu passende Musiktheorie einfließen ließ. Der auf mich einging!
Und plötzlich war da Kreativität! Improvisieren, Jammen! Endlich.

Dass ich heute mit dem Klavier wenigstens ein bissel was anfangen kann, liegt nur daran, dass ich das, was ich auf der Gitarre lernte, auf das Klavier übertrug.
Aber mit meinen Klavierlehrerinnen hatte ich damals kein Glück.

Fazit für mich: Meine Kinder dürfen sich von vorneherein das Instrument aussuchen, das sie wollen, und müssen nicht das nehmen, das die Eltern wollen.
Und was die Musiktheorie anbelangt, da kann ich dann notfallls selber aushelfen. ;-)
 
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Meine Eltern haben mir schon vor dem Musikunterricht Instrumente gekauft. Ich kann mich noch entfernt an ein digitales Klavier erinnern, auch an eine Flöte und Kindergitarre. Das Klavier ist wohl kaputt gegangen, heute würde ich vielleicht dran rumlöten.

Meine Eltern haben mich im Alter von sechs Jahren zum Klavierunterricht geschleppt und mir auch ein ansprechendes "Digital Piano" gekauft haben. Jetzt habe ich sehr viel Spaß vor allem mit Synths.

Leider war das damals weniger spaßig, da meine Klavierlehrerin der Meinung war, dass meine Impros nur "rumgeklimper" wären. Die beiden russischen Mädchen, die sie zu der Zeit parallel hatte, waren ja auch schließlich viel besser anzusehen und haben ohne nachzudenken getan was sie sagt und sich irgendwelche Klassik eingehämmert. Auch in der Schule hatte ich es nicht leicht, da ich aufgrund, dass ich Klavier gespielt haben (und inzwischen wieder spiele), gehänselt wurde.
Zum Glück haben meine Eltern die Notbremse gezogen nachdem sich auch die Grundschullehrer nicht in der Pflicht sahen zu handeln. Anderer Musiklehrer, andere Schule. Die schulischen Turbulenzen währten jedoch fort. Schlussendlich habe ich das Klavierspielen vollends aufgegeben.

Irgendwann habe ich aus Langerweile wieder angefangen. Mein Klavier stand schließlich direkt neben meinem PC und wir hatten noch bis ca. 2010 äußerst lahmes Internet (danke Telekom - ernsthaft) und mein Rechner war nicht mehr der Beste.
Inzwischen bin ich zwar immernoch der merkwürdige Typ ohne Freunde - eigentlich sollten meine Mitschüler mit dem Alter reifer sein, sind sie aber nicht. Leider nimmt mich mein Musiklehrer auch nicht ganz ernst, da er eine totale Flachpfeife ist, die niemand - auch ich nicht - ernst nimmt und viel zu sehr auf Rock und damit Gitarren fixiert ist.

Ich habe mit meinen Problemen zwar immernoch zu kämpfen aber ich finde außerhalb der Schule wenigstens Spaß am musizieren. Schade jedoch, dass ich keine gescheiten Impros mehr hinbekomme. Mein Musikunterricht war Fluch wie Segen für mich.

MfG, Max.

Sollte ich sowas hier eigentlich posten?
 
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