Evertune Bridge - Gitarre nie mehr stimmen müssen

  • Ersteller countrytele
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Auf einer Akustik wirst du das System nicht einsetzen können, hier muss der Saitenzug direkt auf die Decke leitet werden damit diese durch die Anschläge angeregt schwingen und damit klingen kann. Wenn man den Zug nun in das Evertune leitet und nicht mehr auf die Decke hat man eine Silent Acoustik Guitar. :)

Jepp. Das denke ich auch. Das wird sehr sehr flach UND verzögert klingen, wenn man da ein Evertune anbringt. Einfach weil ersteinmal die Federn überwunden werden müssen...
 
Hallo,

seit 3 Wochen arbeite ich mit einer VGS Evertune Gitarre (Bild anklicken).
Ich bin kein Profimusiker, aber habe schon ein paar Gigs und Proben mit dem Teil gemacht.

Ersten Kontakt hatte ich mit Evertune auf Werbeanzeigen in den einschlägigen Fachmagazinen.
Vor Weihnachten wurde ich bei Musik Kranz in Luckau damit konfrontiert.
Nach weiteren Recherchen war ich dann überzeugt habe sie direkt nach Neujahr dort gekauft.
a028190_3_vgs_.jpg
Bisherige Erfahrung:

- Es funktioniert!!! Die Gitarre ist in der Tat stimmstabil. Und das logischerweise zur Laufzeit, egal wie lange der Song ist oder wie lange man ununterbrochen spielt. Das ist aus meiner Sicht das wichtigste Feature. Ich glaube/weis nicht, ob die elektronischen Stimmsysteme das bewerkstelligen können.

- Bei verzerrten Sounds macht sich die Evertune Bridge richtig bemerkbar. Ich denke man bevorzugt Powerchords, weil ein voller Stroke schnell disharmonisch klingt. Jetzt ist das eine andere Welt. Ob melodisch, moll, 6er 7er oder verminderte Akkorde; es macht einfach Spaß voll hinzulangen. Ich bin Bassitst und spiele richtig hart.

- Extreme Chorus Sounds fand ich immer fürchterlich, und nun nicht mehr. Wer ein Whammy hat, weis was ich meine.

- Kapodaster kann man einsetzen. Das war für mich auch ein Entscheidungskriterium.

- Gestern den ersten Saitenwechsel durchgeführt. Sobald man das System auf die neuen Saiten (anderer Saitenhersteller und -dicke) eingestellt hat, ist man bis zum Verrosten der Strings "In Tune". Das glaube ich wirklich !!!

- Man kann wann auch immer die Saitenhöhe anpassen, oder nachzustimmen. Das ist irgendwie genial.

- Habe recordings im sweetspot (kein bending) gemacht. 8 Spuren übereinander, jede einzelne Spur anders eq't und gepant. So eine Wand hatte ich noch nie! :D

- Die Verarbeitung der VGS ist vorbildlich. Die PU's sind Geschmackssache. Insgesamt ist alles stimmig.


Ob ich das in meinen MM Stingray5 2007 LE einbauen würde, muss ich mir lange überlegen, aber als komplettes Instrument kann ich es nur empfehlen.

Man muss es echt fühlen und hören, um zu glauben ... :great:


FrankDaBass
 
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Danke für den Bericht, interessant finde ich die Evertunes ja auch immer noch... :gruebel:

Gehe ich recht in der Annahme dass du gar nicht bendest? Falls ja wirst du wohl zu einer absoluten Minderheit gehören, ich kenne keinen Gitarristen der ohne auskommen würde. Die Feinjustage um Bendings zu erlauben ohne die Saiten einmal quer übers Griffbrett ziehen zu müssen stelle mir leider etwas fummelig vor. Hast du was das angeht vielleicht auch Praxiserfahrung mit deiner Evertune?
 
Sehr tolles System für Gitarristen, die eine starke Schlaghand haben. Sowas wäre das Ideale für mich, eigentlich... :D
 
Danke für den Bericht, interessant finde ich die Evertunes ja auch immer noch... :gruebel:

Gehe ich recht in der Annahme dass du gar nicht bendest? Falls ja wirst du wohl zu einer absoluten Minderheit gehören, ich kenne keinen Gitarristen der ohne auskommen würde. Die Feinjustage um Bendings zu erlauben ohne die Saiten einmal quer übers Griffbrett ziehen zu müssen stelle mir leider etwas fummelig vor. Hast du was das angeht vielleicht auch Praxiserfahrung mit deiner Evertune?

Die einzelnen Saitenreiter sind einfach gesagt an einer Feder befestigt.

Mit den Mechaniken kannst du jetzt wie eine Art Gangschaltung einstellen:

The Back Stop

Die Reiter schlagen an der Brücke hinten an. Das System ist ausser Betrieb. Die Gitarre funzt wie eine gewöhnliche. Dropped Tunings für auch einzelne Saiten möglich.

The Sweet Spot

Wenn die Reiter schwebend in der Mitte stehen, arbeitet Evertune und benden ist deaktiviert. Unsauberes greifen wird ausgeglichen. Wenn die Saite mit der Mechanik weiter angezogen wird, verändert sich der Ton nicht.

The Bend Stop

Wenn noch weiter angezogen wird bis sich der Ton erhöht, ein viertel Umdrehung zurück, arbeitet Evertune und benden ist aktiviert.


Krass ist, dass du die Einstellungen für jede Saite individuell machen kannst!

Hier mein Evertune bending. Brutales Rohmaterial. Evertune Test Don't care about quality!
 
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Nachdem ich mir mal das Video angesehen habe, würde ich sagen sind Bends eigentlich kein Problem oder sieht das jemand anders?
 
Klar, dass und wie es theoretisch geht wurde hier im Thread ja schon beschrieben, ich bezog mich darauf ob Bendings bei "Sweet Spot" Einstellung spürbar anders sind. Um die Stimmung zu halten braucht das System ja eine entsprechende Toleranzgrenze in der Tonhöhe nach oben, die muss man beim Bending dann erst einmal überwinden.

Merkt man das in der Praxis, zieht man die Saite also erst einmal spürbar ohne dass sich der Ton ändert oder muss man die Saite spürbar weiter ziehen? Wie viel Spielraum hat er Sweet Spot, kann man das in Cent ausdrücken? 20 bis 30 Cent vielleicht, oder weniger?
 
Hier ist ein Video von Ola Englund

http://www.youtube.com/watch?v=w_lCeTAZpsk

Die Gitarre hat ein Evertune System und für mich sieht es ganz normal aus, wie es sich anfühlt ist nochmal eine andere Sache...
 
Ich seh schon, dass muss man wohl selbst ertasten. Ich schaue mal dass ich eine in die Finger bekomme.
 
Die einzelnen Saitenreiter sind einfach gesagt an einer Feder befestigt.
The Sweet Spot
... Unsauberes greifen wird ausgeglichen....

Hört sich ja eher kontraproduktiv an. Ich bin sicher nicht der, der die sauberste Technik hat - ganz im Gegenteil - aber ich glaube das würde mich stören.
Der Bend-Stop Modus ist eigentlich der einzige, der für mich funktionieren würde.
 
Ich werde mir wohl auch eine Evertune gönnen. Obs dann unbedingt die Sweet-Spot Einstellung sein muss weiß ich noch nicht. Normale Gitarre habe ich genug, da kann ich die Evertune auch richtig komfortabel nutzen und auf ihr eben nur Sachen ohne Bendings spielen. Mal schauen ob das so klappt oder doch zu einschränkend ist.
 
Oh man, erst jetzt habe ich das System wirklich verstanden...
Den Wechsel zwischen Sweet Spot und Bend Stop kann man ganz einfach und schnell über ja normalen Mechaniken der Gitarre erledigen. Einfach anziehen bis sich die Tonhöhe verändert, ein wenig zurück und fertig. Nun ist man am Bend Stop und kann ab da noch feiner anpassen wie viel des Bendings ausgeglichen wird. Ich war überzeugt dass man dafür jedes Mal mit einem Werkzeug an die Brücke müsste. :rolleyes:

Durch diese Einfachheit kann man das notfalls sogar im Dunkeln auf einer Bühne noch schnell nachstellen falls man es möchte oder braucht. Dadurch gewinnt die Gitarre für mich nochmal deutlich an Reiz. :)
 
So, ich bin nun auch stolzer Besitzer einer VGS Evertune Stage One Pro. :)

Für ein Review ist es noch zu früh, aber meine ersten Eindrücke sind sehr positiv. Die Gitarre entspricht in der Verarbeitung, dem Material und dem Klang absolut ihrer Preisklasse, man bezahlt also keinen extremen Preisaufschlag nur für das Evertune-System. Das Evertune-System an sich hat mich wirklich positiv überrascht und verbessert den Klang deutlich. Als erstes fällt dies bei offenen Akkorden auf, aber auch generell ist mir erst jetzt aufgefallen dass es beispielsweise bei schwierigeren Akkorden für mich kaum möglich ist wirklich alle Saiten exakt, manchmal scheint meine Hand einfach an Grenzen zu kommen und ein leichtes, ungewolltes Bending auf einzelnen Saiten eines Akkords ist unvermeidlich. Das kompensiert die Evertune toll. Naja, ob das nun zu einer schlechteren Spieltechnik führt muss jeder für mich beurteilen, ich tue auch weiterhin mein bestes sauber zu greifen. Aber auch bei sauberer Technik hört man schon dass es bereits ein Vorteil ist dass das System die Veränderung durch das Greifen der Saite kompensiert.

Generell ist für mich das Evertune-Systems die interessanteste Innovation der letzten Jahre. Es ist einfach in der Anwendung, unkompliziert einzustellen und funktioniert rein physikalisch ohne Elektrik. Klar, es hat auch Einschränkungen: Die Einstellung des Bend Stop Spots sowie die Neuanpassung bei anderer Saitenstärke oder Tunings, aber diese nehme ich dieses Mal gerne in Kauf.

Da hat mir beispielsweise die Gibson Robot Technik (viel Technik, viele Motoren = potentiell störanfällig) und die neuere Peavey Autotune Technik (rein elektronisches Umstimmen, kein Bezug mehr zur tatsächlichen Saitenspannung) trotz anderer Zielgruppe (andere Tunings) viel weniger gefallen, das war mir zu viel Technik die eben kaputt gehen kann. Da fügt sich Evertune weitaus besser in das Instrument ein und dürfte auch sehr langlebig sein.
 
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Aufgrund aktueller Ereignisse hol den Thread kurz aus der Versenkung...
Ich habe mir letzte Woche ein VGS Eruption Pro mit Evertune gegönnt und bin definitiv begeistert! Mein Problem bei meiner Fender '60s (Mex): ich drücke die Akkorde relativ ungleichmäßig und das führt dazu, dass die Griffe leicht out of tune klingen. Hab versucht, mich daran anzupassen - hat aber nicht geklappt.

Bei Evertune bin ich aber jetzt im 7. Himmel... die Axt hält die Stimmung wie eine Eins. Egal, wie viel oder wenig Druck ich auf die Saiten ausübe. Ich hab die Bridge so eingestellt, dass die H/E-Saiten ein Bending erlauben und die 4 anderen (für die Powerchords) nicht. Das System ist beim Spielen m.E. überhaupt nicht zu spüren.

Tipp für die anwesenden Wiener: Die Klangfarbe hat noch ein Vorführgerät übrig :) (Normalpreis 729, dzt. minus 25% = 545)
Das isse: http://www.gewamusic.com/uk/vgs-e-gitarre-pro-series-eruption-black-burst-faded.html
 
Sehr tolles System für Gitarristen, die eine starke Schlaghand haben. Sowas wäre das Ideale für mich, eigentlich... :D

die bridge soll wirklich sehr gut dem fiesen "boaouwwwwwwww ich verstimme mich total" effekt bei stärkerem anshclag entgegenwirken.
wer mal gerne etwas fester zugreift und dadurch die saite verstimmt sollte auch mal an eine ET brücke denken.

ich habe momentan eine SABRE GUITARS custom mit ET brücke in auftrag und hoffe wirklich das die bridge hält was sie verspricht! :D
 
Hat sich schon jemand ein Evertune in eine Gitarre einbauen lassen bzw. kennt einen Laden der das macht ?
 
*Ausgrab-Und-Neue-Infos-Liefer*

Ich habe inzwischen mehrmals mit Evertune geschrieben, zwecks Einbau eines Systems in eine meiner Ibanez RG´s.
Daraufhin nannte mir Evertune einen (!) einzigen zertifizierten (also wirklich von Evertune zertifiziert) Gitarrentechniker, der sich damit beschäftigt. Christian Zoch von PPC Music aus Hannover:
http://www.ppc-music.de/

Ich habe dort heute angerufen und mich mal erkundigt. Nach mehrmaligem Weiterleiten bin ich bei dem Gitarrenbauer von PPC gelandet, der bereits mehrere Systeme eingebaut hat in diversen Gitarren und sämtliche Montagearbeiten übernimmt (Fräßen, Einbau, Abdeckungen usw.). Hr. Zoch scheint wohl die kompletten Einstellarbeiten am anschließend fertig eingebauten System vorzunehmen.

Zu der Kostenfrage: Ich habe ihm beschrieben, was ich für eine Gitarre habe. Eine einfache Ibanez RG, kein gewölbtes Top, kein Floyd Rose, feste Brücke. Daraufhin meinte er, dass diese Art von Gitarre am einfachsten umzubauen sei. Fräßen aus einem kompletten Body sei einfacher als ein Floyd-Fach anzugleichen, ein ebenes Top kann man schneller einspannen und muss nicht extra ausgerichtet werden und da die RG ebenfalls kein Schlagbrett hat, müsste er sich da auch keine Gedanken machen (wobei auch immer...)
Das ganze würde mich ca. 300 Euro an Arbeitsstunden kosten + Kosten für ein Evertune F-Style System. Macht ca. 550€

So als Info mal für alle^^
 
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Moin in die Runde,
ich möchte gern meine Erfahrungen schildern, um die zu unterstützen, die unsicher sind und ausführen, für wen sich evertune nicht lohnt/eignet.

Ich nutze seit 2 Jahren eine Solar single cut mit besagter bridge. Ich nutze sie sowohl für das Studio als auch live und beides häufig. Zusätzlich nutze ich eine baritone mit 6 Saiten und diesem System.

Einstellung:
Nach einer kurzen Einarbeitung wusste ich, wie ich sie einzustellen habe. Das betrifft Stimmung, Intonation und Lage (action) und ich bin äußerst zufrieden.
Da ich immer wieder gern mit unterschiedlichen Saitensätzen experimentiere, muss ich häufiger Einstellungen vornehmen, was ein kleiner Dreh an der entsprechenden Schraube ist. Spätestens nach dem dritten Satz weiß man, was man tun muss und muss definitiv, und das ist jetzt wichtig, kein Gitarrenbauer sein.


Bühne:
Auf der Bühne, was soll ich sagen, großartig. Man brauch keine Zeit darauf zu verwenden, zwischen den Songs zu stimmen. Ich nutze die Zeit um etwas zu trinken oder um mit den anderen rumzualbern, klares Pro! Einzig der Saitenwechsel, sollte doch mal etwas richtig schief gehen, will vorher im Stehen geübt werden. Allerdings kommt es so gut wie nie zum Reißen einer Saite, da die Zugkräfte durch Federn ausgeglichen werden - was ja das System auch ausmacht. Kleiner Tipp wäre an dieser Stelle nur: vor dem Gig mal schauen, ob die Stimmung wirklich noch passt, manchmal bedarf es einer kleinen Korrektur.

Herausforderungen:
Wie eingangs geschrieben, es bedarf einer kleinen Einarbeitung.
Ich würde das System auch keinesfalls Einsteigern empfehlen. Der Vorteil gereicht hier ebenso zum Nachteil, denn das System verzeiht sehr viel Unsauberkeiten was unterschiedlichen Fingerdruck und Verziehen angeht. Also was Spieltechnik angeht, nicht mit Evertune lernen, das kann Sauberkeit und Exaktheit des Spiels negativ beeinflussen, aber dies ist meine subjektive Meinung.
Anfänger könnten allerdings von dem System überfordert sein.
Was ich auch in geringem Maße feststellen konnte: durch das relativ hohe Volumen an Holz, welches dem Korpus der Gitarre entnommen werden muss, verliert man etwas an Sustain und es können dead spots auftreten. Dies trifft mich an dieser Stelle nicht, da ich im Melodic Death Metal unterwegs bin, bei dem die Noten nicht bis zum nächsten Morgen stehen bleiben müssen. Meine Gitarre wurde aus sehr schwerer Esche gebaut, daher fällt es vielleicht auch nicht sonderlich ins Gewicht.
Aber wer im slow Blues mit laaaangen Standzeiten unterwegs ist, dem könnte etwas sustain fehlen. Bei unseren Aufnahmen ist dieser Fakt beim Ausklingen lassen am Ende der Songs allerdings nicht zum Tragen gekommen.

Mein Fazit: ich möchte dieses System nicht missen. Als Arbeitstier sowohl auf der Bühne als auch im Studio hat es sich mehr als bewährt. Es macht mein Leben leichter und bringt ein hohes Maß an Komfort mit sich.

Wer möchte, kann mich gern mit Fragen löchern, ich habe da eine gewisse Lernkurve hinter mir.

PS: erst 09er und dann 13er raufspannen ist mir noch nicht untergekommen. In diesem Falle würde ich zu einer Zweitgitarre tendieren, da der Hals das bestimmt auch nicht sonderlich mag.
 
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Der Beitrag kommt für mich genau zum richtigen Zeitpunkt. :) Ich warte gerade auf meine Solar A1.6 und bin auch schon gespannt wegen der Evertune Bridge. Vor zwei Jahren habe ich mich noch gegen die A1.6 entschieden und die A2.6 bestellt, da ich mir nicht sicher war, ob ich damit zurecht komme und überhaupt brauche etc. Aber da es die jetzt dummerweise im Sale gibt....:rolleyes:
 

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