... Messschiebern bauartbedingt bei 0,02 bis 0,03 mm liegt: ( wohlgemerkt: Messgenauigkeit, nicht Anzeigeauflösung!)
ich wollte jetzt hier keinen Streit unter "Griffelspitzern" lostreten, sondern nur darauf hinweisen, dass die Foliendicke nicht weit von der grundsätzlichen Messgenauigkeit von Messschiebern liegt... und es demzufolge nicht sonderlich sinnvoll ist sich um jeden 1/100 mm gemessene Dicke zu streiten, zumal auch die Foliendicke nicht absolut konstant ist und produktionstechnisch Schwankungen aufweisen kann.
Das ist alles im Endeffekt nicht so relevant - wichtiger ist was man aus dem Material macht, wie man das Ventil daraus aufbaut.
Muster von den Ventilen habe ich inzwischen auch vorliegen - komme allerdings in nächster Zeit aufgrund diverser andere Tätigkeiten nicht zum "richtigen" ausprobieren.
Zunächst mal, ein Bild, damit sich auch alle besser vorstellen können, von was hier überhaupt gesprochen wird:
Die Ventile sind derzeit - je nach Ventilgröße aus bis zu 3 Lagen gleich starker klarer Folie aufgebaut.
Dass die gleich dick sind entspricht der Logic... derzeit steht nur glasklare Folie zur Verfügung... also macht man die Lagen auch erstmal aus dem was man hat. Und darüberhinaus gibt es auch keinen wirklichen Grund warum die Lagen unterschiedliche Dicke haben sollten. Somit allso alles völlig ok!
Für den Instrumentenbesitzer ist es zwar nett wenn man gut durch das Ventil durchsehen kann - für den der das verarbeiten soll ist das allerdings unpraktisch. Deshalb hat Balg ja auch schon richtigerweise angemerkt dass er eine Methode zum Färben sucht, bzw. nach gleichartigen farbigen Folien sucht.
Zur besseren Erkennung sind bei den Prototypen die Enden der Lagen gefärbt worden. Das erleichtert auf jeden Fall das erkennen und hilft bei der Arbeit sehr.
- Wieso muss man überhaupt die Lagen unterscheiden können?
...Ventil drauf , Länge zurechtgestutzt - fertig! ... machen sehr viele so, ist aber eigentlich nur der Anfang der Arbeit! Wenn man das korrekt machen will, müssen auch die Decklagen nachgeschnitten werden um das Ventil optimal an die Zustände vor Ort anpassen zu können. ( wie gesagt, wird nur seeehr häufig nicht gemacht, ist aber nicht die Schuld vom Ventil!) ... Und wenn man die Ventile noch nacharbeiten will dann ist es schon sehr angenehm wenn man die verschiedene Lagen sofort und ohne genaueres suchen erkennt ... geht deutlich schneller!
Bei dem Ventil hier sind - zumindest in den Mustern die mir vorliegen - die Länge der Decklagen praktisch gestuft, so dass die auch direkt ohne Nacharbeit eingebaut werden können und eine gute Öffnungskurve bringen.
Das Ventil zeigt eine relativ gute Öffunge und zeigt auch schon ohne Nacharbeit im hinteren Bereich eine gute Aufbiegung :
Dass die verschiedenen Lagen im Aufgebogenen Zustand nicht anliegen, ist egal. Das hat an dem Punkt keinen Einfluss auf die Funktion.
Was man sieht , ist dass das Ventil vorne gut öffnet und die Biegung auch im hinteren Teil schon einsetzt. Beim Einbau kann man je nach Situation die Decklagen noch etwas kürzen um die Öffung größer zu machen. Damit ist noch Reserve für Anpassungen/Optimierungen vorhanden, aber das Ventil hat von Haus auch schon einge gut abgestimmte Steifigkeit.
Wem nicht ganz klar ist was ich meine - hier ein Beispiel (von einem andereren Hersteller!) wo die Abstimmung der Decklagen ab Werk ungünstig ist:
hier ist die erste Decklage viel zu lang und versteift den vorderen Ventilbereich unnötig. Wird das Ventil nach dem Einbau nicht in der Decklage gekürzt, dann macht das Ventil nur sehr ungenügend auf und drosselt den Ton stark.
Wenn das Ventil nach Einbau noch von der Steifigkeit in den Decklagen angepasst wrid, ist alles ok... aber wenn man das einfach nur so einbaut ( was vermutlich viele genau so machen) dann ist das Ventil zu steif und bremst die Stimmplatte aus.
Aber wie gesagt, die balg´schen Ventile die mir vorliegen haben schon "direkt aus der Tüte heraus" eine relativ gute Abstufung der Steifigkeiten in den Ventilen. Die könnten auch so direkt ohne weitere Nacharbeit verbaut werden - das Resultat wäre schon gut. ... Lässt aber noch eine kleine Reserve für Optimierung für diejenigen, die noch das letzte Prozent an Optimum herausholen wollen. .. Das kann z.B. dann auch notwendig sein, wenn innerhalb des Stimmstocks auf den nächsten Ventiltyp gewechselt wird, oder beim Wechsel von unventiliert auf die ersten Stimmplatten mit Ventil. Da ist es nicht schlecht, wenn man noch etwas Reserve zum Anpassen hat.
Und noch ein Punkt ist anders als bei Ventilen andere Produktion:
Bei den allermeisten Ventilen ( zumindest die , die ich kenne) werden die verschiedenen Lagen miteinander verklebt - bei den balg´schen Ventilen werden die Lagen am Ende miteinander verschweißt. Das hat in der Anwendung den Vorteill dass die entweder, wenn die Verschweißung nicht richtig funktioniert hat, dass die gleich in der Herstellung auseinanderfallen, oder halten und halten und halten... Geklebte Ventile können das genausogut. Nur kann es da aber eben auch vorkommen, dass der Klebstoff im Laufe der Zeit seine Lust zu kleben verliert und dann die Ventillagen sich verselbstständigen...was so nicht sein sollte.
Also bis hierher insgesamt so von der Rohform ein gut abgestimmter Aufbau , wie Balg das umgesetzt hat.
Die fehlende farbliche Unterscheidung- daran arbeitet Balg ja noch - das hier sind ja die Erstmuster und noch nicht das endgültig Produkt. Aber bis dahin machen die ein ganz guten, brauchbaren Eindruck
Und fehlt noch was?
je nach dem !
ich klebe meine Ventile bevorzugt "kurz" auf und klebe die mittlerweie nur noch sehr knapp auf den Zungenspalt der Platte. Und deshalb mag ich die Machart mit Loch für den Niet, wie Hohner es anbietet, ganz gerne. Denn da habe ich nach "hinten" auf den Zungenfuß gut Platz zum das Ventill solide festzukleben und kann vorne sehr knapp auf den Plattenspalt aufkleben und überdecke nur minimal oder gar nichts vom Zungenkanal. .. wer die Ventile sowieso gerne weiter nach vorne auf den Zungenspalt aufklebt ( um den Klang in Richtung "wärmer" zu schieben, der kommt auch mit den ungelochten Bauformen gut klar.
Beispiel für Ventile mit Loch für den Niet (Bauart Hohner):
