5-String Banjo mit Tenor-Banjo-Saiten - Fragen zur Stimmung

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Mr. Al

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Hallo, eigentlich bin ich Gitarrist - aber da ich in einer Irish Folk Band spiele, habe ich mir letztes Jahr noch ein Tenor-Banjo (irische Stimmung) zugelegt und die neuen Griffe gelernt. Bin aber noch am lernen. Jetzt wurde ich übermütig und habe mir noch ein 5-string Banjo gekauft. Sind ja total andere Griffe und ich fühle mich etwas überfordert. Außerdem komme ich bei manchen Griffen mit meinen kurzen Fingern nicht hin. Also Saiten runter und jene von dem Tenor Banjo drauf (gdae). 1.Problem: wie wird die hohe kurze Saite jetzt gestimmt (habe es mal mit d probiert)? Vom Klang bin ich nicht so überzeugt, hat mit den ersten Saiten besser geklungen! Jetzt bin ich total verunsichert. Teil zurück geben, so (gdae) lassen oder wieder die 5 string Saiten drauf? Wer kann mir helfen??? Danke...........................Gruß Gunther
 
GEH

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Hallo im Forum!

Wenn du schon ein Tenor-Banjo hast, erschließt sich mir der Sinn eines auf Tenor umgestimmten 5-String nicht. :nix:
Die kurze Saite müsstest du am ehesten auf den Grundton des gespielten Stückes stimmen oder weglassen.
Entweder du lässt dich auf eine 5-Sting-Stimmung ein (vielleicht brauchst du noch etwas Geduld) oder du nutzt das Rückgaberecht - so würde ich verfahren.

Wie/was spielst du eigentlich auf dem Tenor?
Bei Irish Folk ist das ja eher um die Melodien mitzuspielen als für Akkorde.
Rein für Akkorde oder Pickings ist ein 5-Sting nicht so schlecht - aber eben nicht in GDAE-Stimmung.

GEH
 
Banjo

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Nachdem ein 5-String (22 Bünde) 3 Bünde mehr hat als ein Tenorbanjo (19 Bünde), dürften die Saiten da ziemlich knackig gestimmt sein, insbesondere die erste Saite.

Davon abgesehen erschließt sich mir der Sinn der Aktion auch noch nicht. Auf Tenor umgestimmt ergibt das 5-saitige neben einem echten Tenorbanjo wenig Sinn. Deshalb würde ich sagen: entweder zurückgeben oder einen 5-String-Saitensatz drauf und 5-String lernen.

Banjo
 
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Teil zurück geben, so (gdae) lassen oder wieder die 5 string Saiten drauf?
Aus meiner Sicht: die dritte Alternative!
Ein 5-string-Banjo kann viele Stimmungen haben, aber GDAE gehört nicht dazu. Quintenstimmung hat nur mit Plektrum Sinn (wie z.B. bei irischen Tanzstücken), und die kurze 5. Saite kann nur dann sinnvoll eingesetz werden, wenn man mit mindestens 2 Fingern (bzw. Daumen und 1 Finger) zupft.

Ich muss mich outen - ich bin gebürtiger Ire und spielte 20 Jahre lang mit einer irischen Folkgruppe in Deutschland. Und mein Hauptinstrument (auch in dieser Gruppe) ist Banjo. Allerdings 5-string-Banjo! Dazu ist zu sagen, dass uner Repertoire hauptsächlich aus Liedern bestand. Die relativ wenigen Tanzstücke konnten wir melodisch abwechslungsreich mit Geige, Concertina und Mandoline gestalten. Die meisten Lieder, aber auch einige Jigs und Reels, habe ich mit dem 5-string mitbegleitet. Es geht gut - denke an Luke Kelly von den Dubliners!

Du bist Gitarrist und willst ein anderes Instrument lernen. Du hast gemerkt, dass Tenor- und 5-string-Banjo zwei verschiedene Instrumente sind (im Gegensatz zu Konzert-, Flamenco- und Westerngitarren, die ja lediglich bauliche Varianten des gleichen Indzruments sind.) Im irischen Kontext würde ich das 5-string für leichter zu lernen erachten. Denn um mit dem Tenor Reels bei vollem Tempo melodisch zu führen, brauchst du echt flinke Finger an der linken Hand und musst die ionischen, mixolydischen und dorischen Tonleiter intus haben. Beim Begleiten mit dem 5-string brauchst du den gleichen "3-chord trick" wie bei der Gitarre und eine gitarrenähnliche Pickingtechnik, allerdings mit Daumen und nur 2 Finger. Die häufigen Akkorde liegen alle geschickt auf dem Banjo in der Stimmung gCGHD: C, G7, F, D7, Am, Em sind alle in der offenen Position greifbar. Und ein Kapo is nicht verboten!

Überleg's dir!
Cheers,
Jed
 
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Mr. Al

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Hi,
ich gebe zu > war ne blöde Idee, aber ich wollte es mir einfach machen. Dein Tipp hat mir sehr geholfen. Also wieder zurück zu gCGHD und bissi mehr üben.
Besten Dank und Gruß Gunther
 
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Hast Du Dir eigentlich schon mal überlegt, in welche Richtung es mit fünf Saiten gehen soll? Es gibt noch andere - nicht unbedingt einfachere... - Möglichkeiten als die von @Jed skizzierte, z.B. drei mit Fingerpicks und eine mir unbekannte Zahl Frailing-Varianten.

Ok, in der Regel sind die Instrumente etwas unterschiedlich - wie hier zu erkennen und auch zu hören ist. Entscheidender ist aber wohl die Affinität zum einen oder anderen - "a physicist and a painter".
 
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Es gibt noch andere - nicht unbedingt einfachere... - Möglichkeiten als die von @Jed skizzierte
Das ist wohl wahr - allerdings wollte ich den jungen Mann nicht ganz abschrecken!:oops:
Zur irischen Musik passt auch mein einfacher Ansatz m.E. besser, als die amerikanischen Stile wie Scruggs, Round Peak, Reno oder wie sie alle heißen. Die Idee mit Akkorde links und Daumen und 2 Finger rechts ist der erste, einfache Einstieg zum britischen finger-style oder classic banjo. Der sehr amerikanische "Akzent" vom Scruggs-Style kann im irischen Kontext deplatziert wirken!
Cheers,
Jed
 
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saitentsauber

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Er sollte auch nicht abgeschreckt werden, sondern ein paar Anregungen bekommen. In diesem Sinn lege ich noch einen Titel nach, bei dem zwar das Banjo etwas unkonventionell gespielt wird, aber trotzdem irische Musik erklingt - zumindest wüsste ich bei dem Interpreten nicht, was das sonst sein soll...

 
Jed

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lege ich noch einen Titel nach, bei dem zwar das Banjo etwas unkonventionell gespielt wird, aber trotzdem irische Musik erklingt
Danke für das schöne Video! Deiner Beurteilung stimme ich zu - bis auf ein Wort. Schreibst du statt "aber trotzdem", "und deshalb", dann stimmt's.
Denn "konventionell" heißt beim Banjo im Allgemeinen "amerikanisch". Die meisten Amis, wenn sie dieses Lied geschrieben hätten, hätten es entweder im Scruggs-Stil (d.h. bluegrassmäßig) oder im Clawhammer-Stil (AKA old-time) begleitet. Beides würde bei diesem Lied sogar functionieren.
Furey aber ignoriert diese amerikanische Abgrenzung zwischen den Stilen und zupft und "klopft" die Saiten abwechselnd. Ich selber habe erfahren, dass man als Autodidakt ohne einen Ami als Lehrer fast zwangsläufig in diesen Mischstil hineinwächst, wenn man häufig irische Lieder begleitet.

Das Lied vom Taxi hätte ein Songwriter aus jeder englischsprachigen Land schreiben können. Was die vorliegende Performance mMn zu "irischer Musik" macht, ist der Akzent - sowohl in der Sprache als auch im Banjostil.
Cheers,
Jed
 

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