abmischen/mastern

von haehnchen, 28.07.05.

  1. haehnchen

    haehnchen Guest

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    Erstellt: 28.07.05   #1
    ja, wieder mal ne frage zum thema abmischen & mastern.
    das aufnehmen habe ich seit ca. einem jahr durch learning by doing gelernt. unsere band hat nun einige stücke im kasten, die soweit fertig sind. mit der qualität bin ich recht zufrieden. hier und da gibt es sicherlich noch luft nach oben. na, wie auch immer.
    nun sind also einige stücke fertig und ich wollte mich ans abmischen machen.
    also habe ich mir viel über die nötigen einstellungen an den equalizern der spuren durchgelesen, so dass sich in keinen frequenzbereichen instrumente im weg stehen. aber wirklich weit bin ich nicht gekommen. die bekannte bws-tonstudio seite gibt zwar reichlich tipps, aber spätestens nach einigen tests mit diesen tipps merkt man doch, dass es dort eher um metal und hard-rock geht. für uns relativ unbrauchbar...
    na - lange rede, kurzer sinn: ich komme also mit den frequenzen nicht weiter. also hoffe ich, dass mir hier ein gutes ohr gehört leiht und sich mal folgende aufnahme anhört:
    moab - lettered
    die aufnahme ist damals bei myownmusic ziemlich gut angekommen. allerdings habe ich auch da von einem semiprofi den tipp bekommen, die frequenzen mal zu ordnen. aber damit bin ich wie gesagt nicht sehr weit gekommen.
    also kann mir jemand ratschläge geben, wie ich die frequenzen bei den instrumenten hier verteilen sollte?

    danke im vorraus ;)

    postscriptum: außerdem noch eine frage am rand (weniger wichtig):
    findet ihr, dass bei folgendem stück auf der stimme zu viel hall/echo liegt?
    moab - resting place
     
  2. DeathMetal

    DeathMetal Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.05   #2
    Ja das alt bekannte Problem, dass es keinen fixen Vorgaben für das Abmischen gibt ... was ich dir aber absolut empfehlen kann ist, dass du die "allgemeinen Einstellungen" von bws-studio verwendest und dich von da weg einfach durch die instrumente "durchtastest" und solange rumschraubst, sodass es für dich einigermaßen gut klingt. Ich habe zwar den Song nicht gehört, weil ich momentan in der Arbeit keine Möglichkeit dazu habe, werde dies aber am Abend tun und dir (sofern ich dazu überhaupt in der Lage bin) so gut wie möglich helfen bzw. Feedback schreiben. Das wichtigste ist (wie auch schon Kosh sagte) ist, dass das Schlagzeug schon mal gut klingt ... denn ohne ein gut klingendes Drum-Set wirst du von haus aus schon Probleme haben, den Sound so hinzubekommen wie du gerne hättest. Aber die beste Übung (mir ging es am anfang auch immer auf den Senkel, als mir das zum 1000.mal gesagt wurde) ist, wenn man einfach so lange selber dran rumschraubt bis es einem gefällt ... nur so hast du die Möglichkeit abzuwägen welche Variationen dir etwas gebracht haben bzw. gut geklungen haben und welche nicht. Nach ein paar gut gemischten und gemasterten Songs wirst du um einiges an Erfahrung reicher sein und die Arbeit geht um einiges schneller als beim ersten Mix ...

    Wo liegen denn deine "Problemzonen"? Womit hast du Schwierigkeiten? Klär` mich mal auf ...

    Grüße

    Manuel
     
  3. Manned

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    Erstellt: 28.07.05   #3
    Ich will´s mal so ausdrücken: professionelle Toningenieure haben das Abmischen komplexer Mehrspuraufnahmen von der Pieke auf gelernt (studiert), hatten meistens gute Lehrmeister, die ihnen die entscheidenden Kniffe verraten haben und haben alle - fast noch wichtiger - jahrelange Erfahrung mit der Materie und dadurch bestens geschulte Ohren. Es ist uns, als zumeist zwar ambitionierte aber dennoch meist blutige Amateure kaum möglich sinnvolle Tips zum Umgang mit Multibandkompressoren, Equalizern, Raumsimulatoren usw. zu geben. Wie Death Metall bereits erwähnte, ist "Schrauben" ein gangbarer Weg. Allerdings muß der nicht unbedingt zum Ziel führen, denn es kann Dir keiner garantieren, dass Du nicht eine einigermaßen brauchbare Abmischung mit einem einzigen falschen Dreh am falschen Poti wieder zunichte machst.
    Die Kunst besteht m. E. darin, die einzelnen Instrumente einer Frequenzgattung (z.B. Kick und Bass) so zu trimmen, dass sie zwar ihren charakteristischen Klang behalten, sich aber trotzdem im Frequenzspektrum gegeneinander unterscheiden und dabei trotzdem nicht dünn klingen.
    Ganz gute Erfahrungen habe ich damit gemacht, Instrumente einer Frequenzgattung in Gruppen zu bearbeiten. Also wie schon erwähnt Kick und Bass, Snare und Sologit, Becken und Tambourin, Vox und Keys usw...

    Diese einzelnen Gruppen bearbeitest Du zunächst EQ-mäßig, komprimierst nach bestem Wissen (wohl der schwierigste Akt) und setzt die Sounds ins richtige Lautstärkeverhältnis zueinander. Zuguterletzt kann man Instrumente, die sich gar nicht trennen lassen wollen mittels unterschiedlicher Platzierung im Stereopanorama relativ wirkungsvoll voneinander lösen.

    Zum Schluss werden dann die einzelnen Gruppen nochmals zusammengemischt, wobei es dann natürlich wieder passieren kann (und wird) dass vorher mühevoll gefundene Einstellungen innerhalb der Einzelgruppen sich als "nicht summenfähig" erweisen und der ganze Kram wieder von vorne losgeht....

    Wie gesagt, so gehe ich es an. Aber ich möchte nochmals betonen, dass ich Amateur bin und meine Methode keinerlei Allgemeingültigkeit besitzen muß. Aber versuchen kannst Du es mal so !

    Einige Tips noch aus dem Buch "Mischen und Mastern mit Cubase SX" aus dem Wizzoo-Verlag.

    * Nicht zu laut abhören, sonst ermüdet das Gehör zu schnell.
    * Ein weißes Rauschen in etwa gleicher Lautstärke über das Summensignal gelegt, lässt Dich zu laute Instrumente im Mix relativ leicht heraushören. Man muß sich das ungefähr so vorstellen, wie wenn eine Nebeldecke über einer Stadt liegt und alles, was oben noch zu sehen ist (Kirchturm, Schornstein) ist zu laut. Damit habe ich ganz gute Ergebnisse beim Finden der richtigen Grund-Lautstärken erzielt !

    Manne
     
  4. haehnchen

    haehnchen Threadersteller Guest

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    Erstellt: 28.07.05   #4
    @ death metall
    genau darin liegt mein problem. vor allem was die bässe angeht.
    ich mache eigentlich schon mein ganzes leben lang musik, so dass (das wage ich mal zu behaupten) mein gehör zumindest so gut geschult ist, dass ich bis zu den laustärken eigentlich kein problem habe.
    es fängt dann mit den frequenzen an, wie gesagt, vor allem was die bässe anbelangt. das hört man bei lettered schon recht deutlich. nur weiß ich nicht, bei welchen instrumenten ich an welche frequenzen muss. da war mir bws-tonstudio wie gesagt keine so große hilfe, da es da schon eher um metal geht...
    na, hör' dir die probe mal an, dann kannst du mir sicher genaures sagen :)
     
  5. Manned

    Manned Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.05   #5
    @haehnchen:


    Ich habe mir mal "lettered" angehört. Das ist doch schon recht ordentlich. Leicht problematisch ist natürlich der teilweise mehrstimmig gespielte Bass. Hierdurch entstehen natürlich noch mehr Interferrenzen im Bereich zw. 100 und 300 Hz. Versuch mal herauszufinden, welcher Bereich zw. 100 und 500 Hz diesen leichten Mulm verursacht. Dazu hörst Du Dir entweder das Summensignal - besser aber das Bassignal alleine an und jagst es durch einen schmalbandigen EQ, den Du auf ca +15 db (temporär) einstellst und während des Abspielens durch das genannte Frequenzband fährst. Dabei hört man dann relativ deutlich, welcher Bereich mulmt. ggf, mußt Du mit dem Q-Parameter etwas experimentieren. Den Bereich, den Du dann ausgemacht hast senkst Du dann um 3 - 6 db (probieren) ab.
    Danach gibst Du die Bassdrum dazu. Diese kannst Du dann genau in diesem Bereich etwas anheben, ohne dass sie dem Bass "wehtut". Evtl. kannst Du zusätzlich beides voneinander im Panorama etwas auseinanderlegen !

    probiers mal aus !

    Manne
     
  6. haehnchen

    haehnchen Threadersteller Guest

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    Erstellt: 29.07.05   #6
    hm, ich hab's mal versucht und, wenn ich das richtig gehört habe, liegt das vor allem bei 200-300 hz. da habe ich gleich mal 10db rausgenommen, damit man den unterschied deutlicher hört. die bassdrum hab ich aber so gelassen.
    kannst mal reinhören:
    lettered (hochladen dauert noch 10 minuten :rolleyes: )
    gefällt mir auf jeden fall eine ganze ecke besser. recht herzlichen dank also! :)
    mal noch zwei fragen:
    du meintest, ich könnte bassdrum und bassgitarre im panorama von einander trennen. macht man sowas wirklich? hätte ich nie gedacht.
    mehrstimmiger bass - im prinzip hat unser bassist nur akkorde runtergezupft. wenn das also direkt solche probleme macht, sollte man live dann per hand am topteil die mulmigen frequenzen rausnehmen? gibt es den mulm also auch live, oder nur so, dass er höchstens ohren wie den deinen auffallen? ;)
     
  7. ironjensi

    ironjensi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.05   #7
    das ist das problem bei akkorden auf dem bass.
    es matscht einfach alles zu, wenn man nicht von vorneherein was dagegen tut. d.h. den passenden bass dafür auswählen, den bass richtig einstellen (mögl. etwas mehr steg pu, weniger bässe) und dann am amp ne sehr neutrale einstellung wählen, evtl. etwas bässe und tiefmitten rausnehmen.
    dann auf korrektes timing achten und einspielen. beim einspielen kann man schon nen dezenten compressor drüber jagen, aber vorsicht, der kann den sound erst richtig zumüllen. also cave mit der ratio, die sollte beim bass so zw. 1:1 und 3:1 sein.
     
  8. haehnchen

    haehnchen Threadersteller Guest

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    Erstellt: 30.07.05   #8
    na, das ist ja was. ich glaube nicht, dass ich unseren bassisten dazu bringen kann, für ein stück einen extra bass zu kaufen :o na ja. aber danke für den tipp! und danke für die hilfenstellungen!
     
  9. luschn

    luschn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.05   #9
    die sache mit dem panorama ist nicht so unwesentlich. "gib jedem instrument einen platz auf der (virtuellen) bühne"...;)

    ein sehr empfehlenswertes buch dazu ist dieses hier: "The Mixing Engineers Handbook" von "Bobby Owsinski". ein teil des buches befasst sich auch mit mastering. allerdings gibts soviel ich weiss auch ein eigenes "mastering engineers handbook"...
     
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