Abrichten der Bünde - muss Sattel entfernt werden (Feilweg) ?

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The StompinKangaroo

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Hallo,

ich habe eine Stagg Strato-Typ bei der mal die Bünde abgerichtet werden müssten. Dafür habe ich mir eine Abrichtfeile besorgt.
Ich habe aber das Problem, dass ich den Sattel nicht gelöst bekomme und würde den ungern aufsägen und ersetzten.

Wenn ich die Abrichtfeile vor dem Sattel aufsetzte und dann richtung Brücke ziehe bekommen die ersten 3 Bundstäbchen ja immer nur die halbe bzw. ein drittel der Feile ab. Stellt das ein Problem dar ??

Bin aus den Anleitungen nicht wirklich schlau geworden wie bzw. wo nun diese Abrichtfeile angesetzt wird.
 
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Kein Problem dadurch. "Slow and easy does the trick". Immer sehr gleichmäßig und ohne Druck arbeiten und häufig nachprüfen, wie das "Bild" ausschaut. Je nach Hieb der Feile kann es hier schnell zu viel sein. Nimm Dir Zeit. Die Feile soll senkrecht/im rechten Winkel zu den Bünden laufen, dann ergibt sich auch ein gutes Ergebnis.
 
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Hängt von Deinem persönlichen Geschick ab. Die Problematik ist Dir ja schon klar. Du müsstest also den Duck auf die Feile entsprechend dosieren und das Ergebnis zwischendurch immer kontrollieren damit Du Dein "Feilverhalten" rechtzeitig anpasst.

Ist denn die Bundierung so puckelig dass Du da eine Feile für brauchst?
 
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Ist denn die Bundierung so puckelig dass Du da eine Feile für brauchst?

Dachte das wäre so üblich.
In den oberen Lagen bricht mir der Ton ab da einige Bundstäbchen etwas höher stehen...Furchen von den Saiten sind gering.
 
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In dem Fall richtet man ab, damit alle Bünde eine einheitliche Höhe haben. Anschließend Kronen verrunden und polieren.
 
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Wenn einzelne Bundstäbchen höher sind hat das oft andere Ursachen die man vorher ergründen sollte.

Manchmal sitzen sie gar nicht richtig fest und da hilft ja dann das abrichten nicht. Und manchmal lassen sie sich vor dem abrichten zurückdrücken oder festleimen, so dass wenn überhaupt nötig beim abrichten dann deutlich weniger Material weggenommen werden muss...
 
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Ich habe aber das Problem, dass ich den Sattel nicht gelöst bekomme und würde den ungern aufsägen und ersetzten.

Für gewöhnlich wird der Sattel mit einem Tröpfchen Sekundenkleber zur Fixierung am Griffbrett eingebaut. Dieses Tröpfchen fällt aber bei manchen Instrumenten schon mal recht großzügig aus, sodass der Ausbau des Sattels Probleme macht.
Ich würde mit einem kleinen Schlitzschraubendreher und einem kleinen Hämmerchen mal vorsichtig versuchen, den Sattel aus dem Griffbrettschlitz zu meißeln/hebeln. Falls sich da aber mit kleinem bis mittlerem Kraftaufwand nix rührt lieber aufhören bevor noch ein Schaden entsteht.
 
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Schätze wenn der Kollege den Trick mit dem aufsägen kennt wird er schon ein paar vorsichtige Methoden versucht haben.

Sättel sichert man "gewöhnlich" nicht mit Sekundenkleber, es sei den man will solche Probleme wie hier herbeiführen.

Ein winziger Tropfen Holzleim reicht völlig.
 
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murle1

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Dachte das wäre so üblich.
In den oberen Lagen bricht mir der Ton ab da einige Bundstäbchen etwas höher stehen...Furchen von den Saiten sind gering.

Immer wenn ich Feilen höre, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Eine Feile nimmt sehr viel Material weg, und wenn einige Bünde hochstehen, bzw. keine tiefen Furchen ins Auge fallen, solltest Du zu allererst einen Fretrocker Test machen. Besorg Dir bei Rall o.ä. einen Fretrocker, und prüfe damit jeden einzelnen Bund. Damit kannst Du feststellen wo und wieviel ein Bund hochsteht. Den sollte man zu erst versuchen ein wenig wieder zurück zu klopfen. Ich mache das mit einem kleinen Hammer und kurzen Enden von Buchenrundstäben im Durchmesser von 8 -10mm. An den Stellen wo geklopft werden muss, etwas unter den Hals legen, damit es nicht federt. So kann meistens das Problem behoben werden, nicht immer gleich mit einer Radikalmethode daran gehen. Ich hatte so gut wie nie einen Hals, auch von hochpreisigen Gitarren hier, wo wirklich ALLE Bünde 100% gleich waren. Wenn das nicht hilft, kannst Du immer
noch "schruppen"...Dazu verwende ich Alu -4 Kanntstücke, die ich mit selbstklebendem Schleifpapier beklebt habe. 320 bis 400er Korn.


. IMG_5146-2000.jpg IMG_5148-2000.jpg IMG_5149-2000.jpg
 
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Den Sattel bekommt man nicht rausgestemmt. Hab es versucht...

Danke für den Tipp mit dem runterdrücken. Hab mal versucht sie wieder rein zu hämmern aber da tut sich nix . Zum Pressen hab ich nichts/fällt mir nichts passendes ein.

Durch den Fret Rocker weiß ich erst, dass einige Bünde höher liegen... in den oberen Lagen extrem, da die Töne schon absterben. Aber auch minimal in den vorderen lagen... Daher will ich einmal das komplette Griffbrett glatt bügeln

Ich entnehme euren Kommentaren, dass eine Abrichtfeile eher zum Einsatz kommt wenn die Bünde tiefe Rillen haben und ansonsten materialschonendes Schleifpapier das Mittel der Wahl ist.
Danke, wieder was gelernt. :)
 
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.. Daher will ich einmal das komplette Griffbrett glatt bügeln

Ich entnehme euren Kommentaren, dass eine Abrichtfeile eher zum Einsatz kommt wenn die Bünde tiefe Rillen haben und ansonsten materialschonendes Schleifpapier das Mittel der Wahl ist.

NEIN zu beiden Punkten!

Einige Bünde stehen zu hoch bzw. sind nicht/schlecht abgerichtet. Die Abrichtfeile sorgt erstmal dafür, ALLE Bünde auf dieselbe Höhe zu bringen. Daraus folgt, dass einige Bünde relativ stark abgefeilt werden, während andere eventuell gar nicht bearbeitet werden. Deshalb schrob ich weiter oben "slow and easy ..." immer wieder mit dem Rocker prüfen, ob das Ziel erreicht ist. Glattbügeln ist in dem Zusammenhang der falsche Weg.

Die Abrichtfeile kommt immer dann zum Einsatz, wenn man dieses Ziel erreichen möchte. Im Anschluss wird mit einer Bundfeile (oder eventuell auch Dreikantfeile - je nach Deinem Erfahrungsschatz) der "flache" Bund wieder rund gefeilt, so dass er eine schöne Krone erhält. Dann wird das Ganze poliert.

Und damit bekommt man natürlich auch das Thema "Kerben" geheilt. Das Prinzip ist identisch.

Disclaimer: Falls einige Bünde sich lediglich hochgedrückt haben, gibt es andere Wege, wie ebenfalls oben beschrieben (im Zweifel zum Gitarrenbauer gehen und anschauen lassen).
 
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Frage: Was für ein Griffbrett ist das? Ahorn lackiert? Oder Palisander unlackiert? Bei einem lackierten Griffbrett kann das Runterdrücken (klopfen) schon ein wenig schwerer gehen, aber möglich ist es...
 
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...und beim abrichten nicht vergessen den Hals gut zu fixieren und möglichst gerade mit Hilfe des trussrods einzustellen...
 
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Es ist unlackierter Palisander.
Ich habe mir zum Hals einstellen noch ein Lehre gebaut aus einem Alu-stück welches entsprechend der Mensur gekerbt ist.
Und stabilisiert wird er auch....;)
 
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Es ist unlackierter Palisander.
Ich habe mir zum Hals einstellen noch ein Lehre gebaut aus einem Alu-stück welches entsprechend der Mensur gekerbt ist.
Und stabilisiert wird er auch....;)

Das hört sich gut an. Aber die Bünde müssen sich drücken lassen! Geh damit zu einem Gtarrenbauer, der eine Bundierpresse hat, bevor Du unnötig Material wegfeilst.
 
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Ich hab jetzt meine Halskrümmungs-Lehre angelegt und versucht den Hals zu begradigen. So richtig aufliegen tut es aber nicht. In der mitte ist noch ein kleiner Spalt.. drehe ich am Halsstab weiter hebt die Lehre am einen Ende wieder ab...also bestmöglichste Einstellung bedeutet die lehre liegt nicht hundert prozentig auf. Könnte das Holz sich verzogen haben sodass es sich nicht mehr absolut flach einstellen lässt?

Noch eine andere Frage: Wie bekommt man denn am besten den Kleber unter die Bünde?
 
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1. Holz arbeitet: Veränderungen am Truss Rod brauchen einige Stunden, um sich zu setzen. Bitte nicht einen Wolf drehen, sondern warten.
2. Gar nicht. Kleber hat unter Bünden nichts verloren. Die Bünde halten durch das Profil der Bundunterseite. Lediglich reindrücken ggfs. durch jemanden mit Erfahrung.

Ergänzung: Von dem bislang von Dir Gelesenen empfehle ich dringend, einen Freund zu Hilfe zu nehmen, der eventuell etwas mehr Erfahrung hat und Dir bei einzelnen Schritten den Weg am Objekt zeigen kann oder aber eine Werkstatt aufzusuchen.
 
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Kleber hat unter Bünden nichts verloren. Die Bünde halten durch das Profil der Bundunterseite. Lediglich reindrücken ggfs. durch jemanden mit Erfahrung.

Na ja, ich benutze zwar auch beim bundieren keinen Kleber, aber Hersteller wie PRS und G&L z.B. machen das prinzipiell.

In einem Reparaturfall, wenn also einzelne Bünde in ihrem Schlitz keinen festen Halt finden und bei dem erwähnten zurückdrücken immer zurückfedern würde ich schon ausnahmsweise kleben, einfach um die Verhältnismäßigkeit zu wahren, also die Reparaturkosten für den Kunden gering zu halten.

Alternativ würde ich persönlich immer neu bundieren.
 
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Ich werde zwar nochmal bis morgen warten ob sich da noch was setzt aber ich glaube da passiert nicht mehr viel.

Im Bild zu sehen ist der 9. Bund wenn das Alu Stück an der Sattelseite und am Ende aufliegt.
Drehe ich den Halsstab weiter liegt es nurnoch an der Sattelseite auf aber der Spalt wird nicht weniger.
Damit hat sich das wohl erledigt.


@ Kickstart: Unter meinen Freunden ist keiner der diesbezüglich Ahnung hat. Zu einem Fachmann schleppt man eine Stagg auch eher nicht... ausserdem bin/war ich gewillt das selbst zu machen .

2.jpg
 
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Okay, hatte überlesen, dass es eine Stagg ist. Das Problem mit entry level Instrumenten ist häufig, dass das Holz keine Zeit bekommt, richtig zu trocknen (freundlich formuliert). Da ist es nicht soooo unwahrscheinlich, einen Hals zu bekommen, der nicht richtig gerade ist.

Was hier sicherlich entfällt ist, Bünde ziehen, Griffbrett planen, Neubundieren.

Die Upside ist: Du kannst hier Deine Lehrstunden nehmen, wie man Bünde abrichtet. Die nicht ganz so schicke Lösung, die aber für einen leicht krummen Hals funktioniert ist, warte bis morgen ab, Richte die Bünde so ab, dass alle gleich hoch sind und verrunde dann sauber. Damit wirst Du im Effekt gleich hohe Bünde haben unter denen das Griffbrett etwas gewölbt verläuft. Es ist nicht perfekt, aber für ein hundert Euro Stück sicherlich die ökonomische Methode und geht durchaus als "Pimp My Cheapo" durch. Die Bespielbarkeit wird sich auf jeden Fall verbessern.
 

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