Acryllack härtet nicht aus nach langer Wartezeit

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browni
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Hallo zusammen!

Ich habe seit ein paar Monaten ein Bauprojekt am laufen und werde nun von meiner Lackierung enttäuscht.
Optisch gefällt sie mir und ich bin sehr zufrieden, allerdings will der Lack nicht richtig hart werden.
Verwendet habe ich Acryllack aus dem Baummarkt Max Bahr.
Für meine gewünschte Optik habe ich wie folgt lackiert:
Grundierung
Schwarz
Weis
Rot
Klarlack
Zwischen den einzelnen Arten/Farben habe ich dem Lack immer etwa 1 Woche Zeit gegeben und immer in dünnen Schichten aufgetragen.
Den Klarlack habe ich vor 6 Wochen aufgetragen und seitdem nichts gemacht. Leider lässt sich mit dem Nagel problemlos ein sichtbarer und fühlbarer Kratzer anrichten. Außerdem habe ich beobachtet, dass wenn ich den Korpus in meinen Gitarrenständer stelle, 2 Abdrücke von den Gummihalterungen am Boden zurück bleiben. Nach einigen Stunden bis 1 Tag ist das allerdings wieder nichtmehr sichtbar. Lediglich die Kratzer sind und bleiben zu sehen, die ich mit den Nagel mache.
Eigentlich wollte ich Acryllack von Dupli Color verwenden, aber ich hatte keine Möglichkeit diesen in meinen benötigten Farben + Klarlack aufzutreiben.
Aber da der Acryllack von Max Bahr auch für Draußen geeignet sein soll, kann ich mir schwer vorstellen, dass dieser nicht richtig durchhärtet, zumal ich aus vielen Quellen gelesen habe, dass Acryllack neben PU Lack äußerst hart wird.
Habt ihr einen Rat für mich, was ich da nun machen kann? Die Lackierung von Grund auf neu machen zu müssen, würde für mich eine furchtbare Diagnose sein. Falls weitere Informationen von Nöten sein sollten, reiche ich diese gern nach. Ich hoffe nur es gibt jemanden der mit so etwas Erfahrung hat und mir aus dieser Situation helfen kann.

Liebe Grüße,
Karl
 
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Ich würde vermuten dass sich die verschiedenen Schichten nicht vertragen. Alles von einem Hersteller, auch die Grundierung?

Übrigens ist von Lacken aus dem Baumarkt grundsätzlich abzuraten, auch wenn die Lackierung erst mal klappt, sieht das ganze nach ein paar Jahren völlig kaputt aus.
 
cwegy
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Hallo Karl,
ich glaube da hilft Dir nur Geduld und Ruhe bewahren. Acryllack braucht sehr lange zum endgültigen aushärten und wenn Du vier Schichten hast, die allesamt nicht 100%ig ausgehärtet waren musst Du noch länger warten. Hänge die Gitarre am besten in einen gleichmäßig temperierten Raum und gib ihr Zeit durchzuhärten. Acryllack ist ne feine Sache, aber eben erst, wenn er komplett durchgehärtet ist. Ich habe zuletzt zwei Türzargen mit Acryl gerollt und sehr gleichmäßig und fachgerecht aufgetragen, aber noch zwei Wochen später stellten sich mir die Haare im Nacken auf, wenn die Kinder durch die Türen getobt sind. Mittlerweile ist alles gut und die Oberflächen sehen einfach nur Klasse aus.
 
Titan-Jan
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Hi Karl,

poste doch mal Bilder! Kenne mich leider nicht mit Acryl-Lack aus aber mich würde sehr interessieren, wie es aussieht (also einerseits die Kratzer aber auch dein Design!).

Lg, Jan
 
[E]vil
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Übrigens ist von Lacken aus dem Baumarkt grundsätzlich abzuraten
da stimm ich dir zu, ich hab mal nen rechner mit lack vom obi lackiert. war der reinste krampf und das ergebnis war alles andere als gut... vor allem das zeug auf wasserbasis ist die reinste katastrophe.
 
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browni
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Hallo und Danke für die schnellen Antworten!

Ich habe zuletzt zwei Türzargen mit Acryl gerollt und sehr gleichmäßig und fachgerecht aufgetragen, aber noch zwei Wochen später stellten sich mir die Haare im Nacken auf, wenn die Kinder durch die Türen getobt sind. Mittlerweile ist alles gut und die Oberflächen sehen einfach nur Klasse aus.

Das macht mich ja schon etwas froher. Ich werde Deinen Rat erst einmal befolgen und noch weiter geduldig bleiben.

DSCF2456.jpg

Hier nur eben ein Bild, da nach dem Design gefragt wurde. Habe mich deutlich zu sehen an die Frankenstrat von Eddie Van Halen gehalten.

Zu den Kratzern kann ich gern nochmal ein Bild machen. Aber davon habe ich momentan keines auf dem Rechner.

Falls sich etwas verändert, schreibe ich das hier herein und bin natürlich trotzdem noch für Ratschläge offen.
Zimmertemperatur, also 20°C und mehr sollten doch okay sein? Oder eher in den Keller hängen, wo es dann deutlich kühler ist?
 
Titan-Jan
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sieht doch schonmal super aus!!! Glückwunsch :)
Hoffentlich härtet es noch...!
 
Ploppy8
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Ist Acryllack überhaupt für Musikinstrumente geeignet ? Baumarktlack ist für Möbel vielleicht gut , aber ein Instrument muss ja auch schwingen können , deshalb gibt es ja auch spezielle Instrumentenlacke.
Vor etlichen Jahren habe ich mir mal eine alte Klampfe mit Autolack bunt eingesprüht , das Ergebnis war allerdings verhehrend,auch der Klang hat gelitten , kann dieses Experiment nicht weiterempfehlen.
 
dugabe
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Die meisten Instrumente sind doch schon mit Acryllack lackiert, oder?
Und da der Lack ja nicht wirklich ins Holz eindringt, und somit 99% des Korpus gar nicht verändert werden, denke ich auch, dass der Klang nicht wirklich leiden muss. (Äh, gibt ja noch die Leute, die auf Nitrolack schwören, die hören da natürlich noch was ;o) )
 
cwegy
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Hier nur eben ein Bild, da nach dem Design gefragt wurde. Habe mich deutlich zu sehen an die Frankenstrat von Eddie Van Halen gehalten.

Sieht doch klasse aus! Lass sie bei Zimmertemperatur durchhärten, dürfte schneller gehen.
 
Vester
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Zitat Ploppy: Ist Acryllack überhaupt für Musikinstrumente geeignet ? Baumarktlack ist für Möbel vielleicht gut , aber ein Instrument muss ja auch schwingen können , deshalb gibt es ja auch spezielle Instrumentenlacke.

Da gibt es glaube ich noch wichtige Unterschiede:

Es gibt ja Acryllack der besonders dauerelastisch bleiben soll (damit er nicht gleich vom Gartenzaun abbröselt),
dann gibts welche, die wasserlöslich sind, welche mit Lösungsmitteln und welche mit separatem Härter (siehe Datenblatt)
http://www.brillux.de/produkte/kat1/pm-pdfs/de/pm5741.pdf

Ich hatte mit Baumarktlack keine guten Erfahrungen gemacht, war auch ewig wie Gummi. Das es an mir lag glaube ich nicht (in diesem Fall), weil ich kein Lacksystem verwendete.

Hier noch ein toller Lackierhilfe-Thread mit interessanten Beiträgen
https://www.musiker-board.de/bastelecke-bass/225082-lackieren-kleiner-do-yourself-guide.html

Viele Grüße
 
L
Laggy
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Ohweh, ich hatte vor gut 30 Jahren den Koffer meiner Yamaha SG, mit dem Schriftzug "Yamaha" versehen,
mit einem weißen Acryllack, ist immer noch weich.
Scheint so ein weichbleibender Lack zu sein wie "Vester" es beschreibt.
Auf dem Koffer hält das perfekt, irgendwann wird der Koffer zerbröselt sein
und ich kann dann einen weißen Yamaha-Schriftzug verkaufen.:p

Ich hoffe Dein Lack wird noch hart, viel Glück.

Gruß TOM
 
krummfinger
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Hallo Karl,

Acryllack ist absoluter Mist, egal ob für Türen und Fenster oder Instrumente. Es stimmt, Acyllack wird nie ganz aushärten. Darum lässt sich dieser Lack auch nicht schleifen oder polieren. Entweder das Lackieren klappt beim ersten mal oder man kann den ganzen Mist wieder abkratzen. Ich hatte meine SG weiß lakiert, leider mit Acryllack ( Autolack ). Die hängt jetzt achon 2 Jahre und der Lack ist immer noch weich. Ich wollte die Farbe wieder nass abschleifen, aber das Nassschleifpapier setzt sich sofort zu. Vor 20 Jahren hatte ich mal einen Gitarren - Body Metallic Blau lackiert, mit Autolack von Dupli Color. Dieser Lack stank noch richtig nach Chemie. Abends lackiert und am nächsten Morgen war der Body grifftrocken. Am nächsten Abend konnte ich kleine Läufer mit Nassschleifpapier hervorragend wegschleifen. Dann kam Klarlack darüber, auch Autolack von D.C. Wiederum ein Tag später konnte ich den Body polieren - alles ohne Probleme. Seit dem Lacke nur noch Auf Acrylbasis hergestellt werden, habe ich bei jeder Renovierung Probleme mit diesen Lack. Auch die Oberflächengüte ist mehr als bescheiden. Versuche mal die Gittarre mit den Föhn zu trocknen, am besten erst mal die Rückseite, vielleicht hilfts. Ich werde wohl meine SG entlacken und mir Zweikomponenten Lack lackieren. Mal sehen ob sich die Gitte noch retten lässt.
 
mathez
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Denke mal ums Lackieren von E-Gitarren kreisen viele Legenden, die sicherlich z. T. auf Fehler bei der Lackverarbeitung zurückzuführen sind.

Z.B. habe ich vor Jahren einmal eine handtellergrosse Fläche bei einem 78' Bass mit wasserbasiertem Akryllack aus dem Baumarkt ausgebessert und mit Schutzlack versehen. Wollte halt ein über die Jahrzehnte verblichenes Gelb nachmixen. Für wasserbasiert habe ich mich wegen der dabei fehlenden Geruchsbelästigung entschieden. In einer engen Wohnung ists sonst nicht auszuhalten. Ist komplett ausgehärtet und lässt sich gut polieren. Immer schön dünn aufgetragen und die Zwischenschichten, über Nacht oder länger, gut durchgetrocknet.

Auch veränderte nachteilige Schwingungseigenschaften sind m. E. Kappes. Bei einer Solidbodygitarre soll ja gerade der Korpus weitgehend schwingungsfrei sein. Denke hier spielen "psychoakkustische Effekte" eine grosse Rolle.

Lackieren ist halt eine (zeit)aufwendige Sache und man kann Vieles nahezu unkorrigierbar falsch machen. Z.B. durch Verwendung von Lacken (Kombi Farb-/Schutzlack) mit unterschiedlichen Lösungsmitteln. Da hilft dann nur noch abschleifen und neu aufbauen.

Ein weiterer Fehler ist erfahrungsgemäss das Auftragen in zu dicken Schichten und eine mangelhafte Durchtrocknung zwischendurch. Wenn nicht sauber grundiert wurde, oder ein Zwischenschliff schlammpig war (z.B. zu grobes Schleifpapier, Schleifstaub nicht richtig entfernt), hilft auch kein Drüberpinseln. Das Ergebniss wird dann ebenfalls grauenhaft sein.

Auch können die unterschiedlichen Lacke, durchaus unterschiedliche Eigenschaften haben (z.B. anderer Hersteller, wasser-/lösungsmittelbasiert). Da hilft nur ausprobieren. U. U. muss man Kompromisse eingehen und mit den Nachteilen leben.

Ggf. kann ein völliges Durchhärten durchaus Wochen bis Monate dauern (wie beim o. a. Bass). Ein gewisses Risiko ist immer dabei.

Wer es profesionell haben will, lässts in einer Lackiererei machen.
 
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P
Powerstation
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Naja- Acryl ist auch nicht gleich Acryl... von Decklacken aus dem Baumarkt rate ich grundsätzlich ab, da diese nicht für den Gitarrenbau sondern für den Heimwerker konzipiert sind. In den Fachgeschäften für Farben und Lacke wird man da schneller fündig.
Ich weiss ja nicht im Detail wie Karl seine Lackierung aufgebaut hat. Ein Decklack hat erstmal die doofe Eigenheit dass er sich tief ins Holz gräbt und somit nur durch auftragen zuvieler Schichten eine ebene glatte Fläche erzielen lässt. Ergo ist das vorlackieren eines Absperrgrunds (z.B. von "Clou") unerlässlich. Danach reichen (für einen erfahrenen Lackierer) 2-3 dünne Decklackschichten. Siggi Braun macht es im Prinzip mit seinen Gitarren genauso. Ich hab meine Paulas auch so "gepimpt". allerdings liess ich mir immer mind 1 Woche Zeit zw den versch SchichtenGibsons.jpg
 
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