Affektsprache??? Was heißt das?

von Raffaela, 01.11.06.

  1. Raffaela

    Raffaela Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.11.06   #1
    Hi Leuts,

    Bin gerade dabei ein Referat über Streichquartett zuschreiben und bin da über den Begriff "Affektsprache" gestolpert und hab überhaupt keine ahnung was das ist:rolleyes:
    Kann mir da hier vielleicht jemand weiter helfen???
    Thx mirjam
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 01.11.06   #2
    Madrigale aus der renaissance suchten, menschliche gefühle in eine gültige tonsprache umzusetzen, bestes beispiel "Lasciatemi morire!" von Monteverdi, beliebt war die klage der verlassenen Ariadne in vielen varianten usw. usf. (ich habe darüber eine diplomarbeit geschrieben).
    Über affekte und ihre musikalische gestaltung bei Bach hat Albert Schweitzer in seiner grundlegenden arbeit geschrieben.
    Aber das streichquartett entstand als gattung nach der "affektenlehre", was nicht heißt, dass nicht auch im rein instrumentalen gefühle eine rolle spielen. Bei Haydn witz und daseinsfreude, das ganze spektrum, bei Mozart experimentierlust, Beethovens op.18,1 soll im 2.satz die trauer der liebenden umeinander in "Romeo und Julia" ausdrücken, beim "dank eines genesenen an die gottheit" bedarf es keines kommentars, Schuberts quartette sind gefühlsüberladen, Smetanas zeigt die verzweiflung über sein quälendes ohrgeräusch und die beginnende taubheit, Tschaikowsky litt unter der zu verschweigenden homosexualität, Janacek nennt seine quartette "Kreutzersonate" (eine ehebruch-geschichte von Tolstoi) und "Intime briefe" (eigene erfahrungen zum gleichen thema). Auch Bartok ist nicht ohne, von Schostakowitsch ganz zu schweigen, sie vertrauten diesem intimen medium ihre geheimsten gefühle an.
    Du hast ein reiches feld zu beackern, vielleicht teilst du uns die ergebnisse deiner forschungen mit.
     
  3. DeaktivierterUser003

    DeaktivierterUser003 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.06   #3
    Das würde ja heißen das sich die Komponisten an " vorgegeben" GEfühlen oder Problemen bedient haben und sie auf ihre weise musikalisch bearbeitet und verarbeitet haben ?
    BItte korigiert mich wenn ich falsch liege.
    Ich finde das aber ... naja igrendwie weng komisch =) mir fehlt halt grad das richtige wort dafür. Aber ich denke mir das es viel ehrlicher klingt und mehr aussage hat wenn man seine ganz eigenen Gefühle verarbeitet.
    MFG FElix
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 05.11.06   #4
    Bei manchen kunstgattungen geht es um "vorgefertigtes", in der oper meist um liebe, leidenschaft und verwechslungen, die dichtungen, die madrigalen zugrunde lagen, waren auch nicht sehr abwechslungsreich (lies Petrarca), aber ich erwähnte ganz persönliche schicksale, die ihren kompositorischen niederschlag fanden. Da du von der bildenden zunft kommst, weißt du, es gibt landschaftsmalerei, portraits, ikonen, skulpturen in holz, marmor und bronze, d.h.verschiedene genres mit stereotypen, und die gibt es in der musik auch,
     
  5. DeaktivierterUser003

    DeaktivierterUser003 Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 05.11.06   #5
    Ahso, danke
     
  6. simia

    simia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.11.06   #6
    Dazu kommt, dass im Barock die Affektenlehre einen großen Teil der Musik ausgemacht hat. Da wurde dann z.B. ein großer dissonanter Tonsprung (saltus duriusculus) negativ konnotiert.
     
  7. Nayeli

    Nayeli Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.06   #7
    Eine traurige Figur (ebenfalls aus dem Barock) ist der passus duriusculus,bei dem man in Halbtonschritte nach unten geht,also immer tiefer wird.
    Affektsprache ist einfach die Benutzung von Tönen,sodass bei dem Zuhörer aufjeden Fall die gewünschte Reaktion oder Gefühl ausgelöst wird.
    Z.B. stellt der Durdreiklang eher Freude dar und der Molldreiklang trauer.
    Aber dazu gehört nicht nur die Tonhöhe sondern auch Taktarten,Rhythmik,Tonlage und Dynamik(bzw. ob schnell oder langsam,lesie oder laut gespielt wird).
     
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