akkordaufbau für dur +moll+kirchentonleitern

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reiserso

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Hallo Leute :rock: ,

bei mir sind ein paar Fragen aufgetaucht in Bezug auf obiges Thema, vielleicht kann sie mir ja jemand beantworten :).

1.) Als Gitarrenspieler bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass sich die Akkorde aus gestapelten Terzen der leitereigenen Töne einer Tonart zusammensetzen und dass es zu jeder Durtonart die parallele Molltonart gibt, die über denselben Tonumfang verfügt und bei der ich dieselben Griffe benutze. Doch neulich, bei der Lektüre eines Buches mußte ich anderes feststellen:
Z.B. bei der Tonart C-Dur ergibt beim Stapeln der Terzen folgende Reihenfolge an Griffen : 1. Stufe Dur (maj 7), 2. Stufe moll (7), moll (7), Dur (maj.7) , 5 . Stufe Dur (Dominantseptakkord), etc.
Nehme ich das parellele a-moll, taucht aufeinmal ein leiterfremdes Gis auf, aus hier der 3.Stufe C- Dur wird aufeinmal ein übermäßiges C, auch die Septen verschieben sich.

Fragen :Wie geht man beim Spielen damit um ? Normalerweise würde ich beim Spielen der a-moll Skala kein Gis benutzen . Ich muß gestehen, wenn ich bisher( noch nicht sehr lange) , mit a-moll improvisiert habe, habe ich die Griffe der C-Dur Leiter ( Ausnahme : em wurde zu E = 5 Stufe Dominantseptakkord)) benutzt.
In Zukunft also die Griffe entsprechend ändern ,oder alles graue Theorie, ebenso wie der verminderte Septakkord auf der 7. Stufe (h) C-Dur, den ich bisher kaum gespielt habe ?

2.) Zusätzlich habe ich gelesen, daß man bei Griffen einer Tonart alle Erweiterungen nehmen kann, hört sich teilweise auch ganz nett an. Aber um bei dem Griff am zu bleiben, kann ich doch nicht bei C-Dur munter amsus4, am7+ , amverm.(aug.?) etc. nehmen. Klar kann ich das, aber es wäre musiktheorethisch falsch, oder ?

3.) Wie ist es bei den Kirchentonarten? Diese leiten sich doch von den verschiedenen Stufen der Durtonleiter ab.
Erfolgt die Benennung der passenden Akkorde in derselben Reihenfolge wie bei den Durtonleitern, mit gestapelten Terzen aus leitereigenen Tönen(s.Skala oben bei C-Dur), oder verhält es sich bei ionisch (1. Stufe Dur) genauso wie bei der Durtonleiter, und bei äolisch (6. Stufe Dur, ist identisch mit der Skala Natürlich moll ) nach dem Aufbau einer Molltonleiter.
Oder fängt man immer bei der jeweiligen Dur Stufe zu zählen an und beginnt dann wiedervon vorn ? Z.B. dorisch, beginnt auf der 2 . Stufe Dur, beginnt man ab der 2. Stufe Dur zu zählen und endet auf der 2. ?
Dorisch würde nach diesem Muster immer mit einem Moll-Akkord beginnen und enden.
Oder gibt es hier so kleine "Schweinereien" wie bei der parallelen Molltonart, dass aufeinmal leiterfremde Töne benutzt werden ?

4.) Sorry, noch eine Frage: Alterieren heißt doch, dass ein leitereigener Ton um einen Halbton nach unten oder oben verschoben wird.
Nach meinem Verständnis von Musiktheorie darf dieses in einer Tonart zum Einen hauptsächlich bei dem Dominantseptakkord gemacht werden, zum anderen nur so, daß die Akkorde nicht ihr Gesicht verlieren . Um bei C-Dur zu bleiben : Hier dürfte ich nicht die Terz oder die Septime bei F verändern, weil F auf der 4. Stufe eben ein Durakkord mit großer Septime ist, ansonsten kann ich munter mit Quinten , Sexten , Nonen etc. hantieren, oder ?

Okay, okay, diejenigen , die sich jetzt denken, weniger lesen, mehr spielen, hinhören, haben ja recht, aber ich habe kein absolutes Gehör und empfinde darum den theoretischen Überbau als ungemein hilfreich und bedanke mich schonmal für Antworten.
 
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Hans_3

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reiserso schrieb:
Nehme ich das parellele a-moll, taucht aufeinmal ein leiterfremdes Gis auf, aus hier der 3.Stufe C- Dur wird aufeinmal ein übermäßiges C, auch die Septen verschieben sich.

Das stimmt nicht. Wenn du die Dur-Leiter harmonisierst, kommen keine fremden Töne dazu.

reiserso schrieb:
Normalerweise würde ich beim Spielen der a-moll Skala kein Gis benutzen.

In äolisch A-Moll kommt das G# auch nicht vor. Wohl aber in melodisch und harmonisch A-Moll.

reiserso schrieb:
In Zukunft also die Griffe entsprechend ändern ,oder alles graue Theorie, ebenso wie der verminderte Septakkord auf der 7. Stufe (h) C-Dur, den ich bisher kaum gespielt habe ?

Das ist keine verminderte Septime sondern die große. Die kannst du spielen oder nicht - hängt davon ab, welchen Klang du hören möchtest. Im Jazz allerdings (fast) Pflicht

reiserso schrieb:
3.) Wie ist es bei den Kirchentonarten? Diese leiten sich doch von den verschiedenen Stufen der Durtonleiter ab.
Erfolgt die Benennung der passenden Akkorde in derselben Reihenfolge wie bei den Durtonleitern, mit gestapelten Terzen aus leitereigenen Tönen(s.Skala oben bei C-Dur), oder verhält es sich bei ionisch (1. Stufe Dur) genauso wie bei der Durtonleiter, und bei äolisch (6. Stufe Dur, ist identisch mit der Skala Natürlich moll ) nach dem Aufbau einer Molltonleiter.
Oder fängt man immer bei der jeweiligen Dur Stufe zu zählen an und beginnt dann wiedervon vorn ? Z.B. dorisch, beginnt auf der 2 . Stufe Dur, beginnt man ab der 2. Stufe Dur zu zählen und endet auf der 2. ?

Ich verstehe die Frage nicht ganz. Aber vielleicht hilft die der Workshop dazu weiter:

https://www.musiker-board.de/vb/article.php?c=20


reiserso schrieb:
4.) Sorry, noch eine Frage: Alterieren heißt doch, dass ein leitereigener Ton um einen Halbton nach unten oder oben verschoben wird.
Nach meinem Verständnis von Musiktheorie darf dieses in einer Tonart zum Einen hauptsächlich bei dem Dominantseptakkord gemacht werden, zum anderen nur so, daß die Akkorde nicht ihr Gesicht verlieren . Um bei C-Dur zu bleiben : Hier dürfte ich nicht die Terz oder die Septime bei F verändern, weil F auf der 4. Stufe eben ein Durakkord mit großer Septime ist, ansonsten kann ich munter mit Quinten , Sexten , Nonen etc. hantieren, oder ?

Betrifft überwiegend Quinten und Nonen. #6 ist ja schon wieder die kleine Septime, b6 klingt nicht mit der 5 zusammen, also ist es #5. Man trifft deshalb fast ausschlielich auf die Bezeichnungen b5, #5, b9 und #9
 
Gitta

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Hans_3 schrieb:
Betrifft überwiegend Quinten und Nonen. #6 ist ja schon wieder die kleine Septime, b6 klingt nicht mit der 5 zusammen, also ist es #5. Man trifft deshalb fast ausschlielich auf die Bezeichnungen b5, #5, b9 und #9
Eine kleine Anmerkung: Weil das mit dem Alterieren ein Kapitel für sich ist, bzw. sich so die kompliziertesten Akkorde als alteriert erklären lassen, ist der Begriff eingeschränkt worden. Er wird heute vorwiegend für die Veränderung von Grundton, Terz oder Quint bestimmter Akkorde zugelassen. (Quelle: Das Lexikon der Musik, Vlg. Ullstein)
Ich vermute aber mal, daß diese Regel nur für die sog. klassische Musik gilt, oder?

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Danke, Stefan! :)

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