@hela: Ich kopiere meine Antwort aus der PM, weil Du die Anfrage ja jetzt auch public gestellt hast.
Diese "Slash"-Notation muss man kurz verdauen, dann passt es schon. Im Grunde ist es eine Vereinfachung für die Spieler.
In der Akkordnotation ist das erste immer der Akkord und falls ein Schrägstrich / da ist, dann ist das nach dem Schrägstrich der Basston, den man unter dem Akkord unabhängig davon spielt.
Das erste ist also ein G-Dur mit B (das englische B, also in deutsch H) im Bass. Im klassischen Chorsatz oder auf dem Klavier würde man dann oben meistens das H weglassen (Terzverdopplung vermeiden). Geht natürlich auf dem Akkordeon nicht, stört idR auch nicht. Am/C das gleiche - C im Bass, A-Moll Akkord dazu. Beides sind also Akkorde in Terzlage, dh Terz des akkords im Bass.
Das dritte ist eigentlich ein H-Moll-Septakkord, den man auf dem Akkordeon spielen kann, indem man das H in den Bass nimmt und die Terz-Quinte-Septime als D-Dur-Akkord spielt, also so wi? e rechts notiert.
Das H kann man ja in der Terzreihe (als Terz von G-Dur) greifen. Wenn es doof zu greifen ist, würde ich hier einfach H-Moll nehmen und sehen, dass die 7 (also der Ton a) in der rechten Hand vorkommt.
Der letzte Akkord ist ein D-Dur über E im Bass, das wäre in "theoretisch korrekter" ein E7sus, also ein E7 wo die Terz gis durch a ersetzt wird. In der Klassik meistens als Vorhalt (4 vor 3), im Jazz ab den 50ern als selbständiger Klang, im Pop bezeichnet man das auch als Pop-Dominante. Wenn man hier E7sus4 schreibt, wissen aber viele Akkordeonspieler vermutlich nicht, was sie spielen sollen, bzw müssen sich selbst erst ausklamüsern, wie man das greift - daher ist das gleich als D-Dur über E bezeichnet. Also alles richtig so "joué", würde ich sagen.
Für nicht so theoretisch bewanderte Kontrabass-Spieler und Co. ist das auch ganz vorteilhaft, weil sie einfach nur hinter dem Strich gucken müssen

und sich nicht eine 46 umrechnen müssen.
Da muss ich innehalten und zweimal schauen. Das nervt
Nur zweimal ... ?

Was meint Ihr, wie ich gucke, wenn da "re bemolle minor" und ähnliches steht?


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Slash-Notation, also die mit dem Strich wird verwendet für eine andere Akkordlage als die Grundstellung des Akkords (wie oben das G/B), Akkorde, die man "zusammensetzen" kann wie zB Dm7b5 --> Fm/D, absteigende Basslinien wie Cm .. Cm/B .. Cm/Bb ... Cm/A, sus-Akkorde, oder auch selbständige "schrägere" Klänge im Jazz wie C#/C und ähnliches.
Bei den Umstellungen der Akkorde geht es nicht anders sinnvoll zu notieren (jedenfalls in der Jazz-Schreibweise; im Generalbass und Funktionsnotation schreibt man dafür Zahlen); anderes sind Vereinfachungen oder "anders gedacht", wie 7b5. Auch Barry Harris bezeichnet den 7b5 gern als "minor with the sixth in the bass".