Akkordeonverleih - pro und contra?

  • Ersteller Gast 502215
  • Erstellt am
G
Gast 502215
Gesperrter Benutzer
Zuletzt hier
07.07.14
Registriert
04.01.08
Beiträge
374
Kekse
1.771
Hallo liebe Akkordeonist/innen,

ich habe mir heute auf der Heimfahrt von einem Treffen mal überlegt, warum es mich manchmal irgendwie bewegt, wenn eines meiner Akkordeons von einer / einem anderen Akkordeonistin / -en gespielt wird. Es ist mir eigentlich erst heute bewusst geworden, dass dieses Gefühl, ehrlich gesagt, grundsätzlich erst einmal eher ein "negatives" ist. Ich will ganz offen sein: bei unseren Treffen außerhalb dieses Forums fällt mir immer wieder auf, dass quasi ein unausgesprochenes "Anrecht" auf Testung und Nutzung jeglicher Instrumente zu bestehen bzw. entstanden zu sein scheint - und das (man möge es mir verzeihen!) ärgert mich zunehmend.

Dass Ihr mich richtig versteht: ich bin grundsätzlich gerne bereit, meine Instrumente einmal in behutsame Hände zu geben und ausprobieren zu lassen. Es ist ja auch eine tolle Erfahrung das eigene Akkordeon einmal "von vorne" zu hören oder mal richtig toll gespielt zu hören - und bei mir vertrauten Menschen und gefühlvollen Musiker/innen hab' ich da auch erst einmal überhaupt gar kein Problem. (Diejenigen von Euch, die ich meine, wissen das schon...!)

Was mich aber zunehmend ärgert ist, wenn ich irgendwann merke, dass eines meiner Akkordeons irgendwo auf dem Balg (womöglich im Freien) steht und nicht auf den "Füßen", dass die Riemen verstellt sind, dass mein Rucksack plötzlich "leer" ist, dass meine Noten aus dem Rucksack entnommen wurden u.s.w. und ich nichts davon wusste. Oder wenn ich mein Cajon auf der feuchten Wiese 2 Meter vom Lagerfeuer entfernt stehen sehe und es erst mal in trockene Sicherheit bringen muss...

Meine Instrumente haben eine für mich sehr persönliche Geschichte und sie sind mir sehr ans Herz gewachsen - vielleicht ist das ja ein Erklärungsversuch. Ein anderer Erklärungsversuch ist auch die Tatsache, dass ich nicht über derart üppige finanzielle Mittel verfüge, dass ich mir mal eben ein anderes Instrument kaufen könnte - mit anderen Worten: ich musste für die Instrumente lange sparen... und entsprechend behutsam gehe ich damit selber um. Ein dritter Erklärungsversuch: ich würde normalerweise selbst niemals einfach ein anderes Akkordeon ohne den Besitzer zu fragen in die Hand nehmen - es sei denn, die- oder derjenige fragt mich ausdrücklich, ob ich es mal ausprobieren will oder er bietet es mir ausdrücklich an, dass ich es nehmen darf ...

Hmm. Bin ich jetzt ein Spießer? Kleinlich und "unkollegial" / "unfreundschaftlich" oder so? Oder geht es dem/der einen oder anderen von Euch auch so ähnlich?

Ich selber glaube nicht, dass ich pingelig bin. Es geht mir eher um die Frage des grundsätzlichen Respekts gegenüber dem Anderen und seinen Instrumenten.

Wohlbemerkt: hätte ich immer meine alte "Lagerfeuer-Verdi" dabei, dann würde ich mir diesbezüglich wenig Gedanken machen und vieles nachsehen - aber meine "besseren" Instrumente sind mir für einen Selbstbedienungs-Akkordeonverleih einfach viel zu schade und zu sehr ans Herz gewachsen...

Was meint Ihr? Bin gespannt! (Ihr dürft es auch gerne schonungslos sagen, wenn Ihr mich für einen kleinlichen Spießer haltet!)

Euer Markus

- - - Aktualisiert - - -

P.S. ...und was mir gerade auch noch einfällt: auch die Einstellung "ich nehm' mein eigenes Akkordeon gar nicht mit - es sind ja genügend andere da..." finde ich nicht wirklich prickelnd und nachvollziehbar... (wahrscheinlich bin ich jetzt pingelig hoch drei)
 
Eigenschaft
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 24 Benutzer
Hallo Markus,

ich bin da ganz auf Deiner Linie!
Ich teile meine Instrumente, Veranstaltungstechnik, etc. nur mit Menschen, die ich sehr gut kenne - und ich bestimme wann, wo und wie sehr ich teile und vor allem wie lange.
Nicht einhalten meiner Regeln lasse ich nicht durchgehen.

Selbstbedienung führt zur sofortigen Disqualifikation.


Hat aber auch damit zu tun, daß ich mein Zeug immer einsatzfähig griffbereit habe und z.B. bei Anruf sofort weg kann zu einer Aushilfe.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Dann sage ich dir mal schonungslos: Du schreibst mir aus der Seele. Besser hätte ich es nicht ausdrücken können.
Ich empfinde es genauso!

Okay, dann bin ich auch spießig und pingelig, aber ich fühle mich gut dabei.

Mein Instrument liegt mir am Herzen und ich gehe damit um, wie mit meinem Augapfel. Es ist mir eine Herzensangelegenheit.
Es ist mir etwas wert und darum gehe ich damit wertschätzend um.

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich sehe wie manch einer lieblos sein Instrument übern Ast trägt wie einen Sack Holz, wohl in kaufnehmend dass auch mal ein Riemen oder ein Haken reissen oder brechen kann. Ich trage mein Instrument immer mit zwei Händen. Okay, ich kann auch umknicken oder hinfallen, dass ist dann aber Schicksal.

Ich war mal in einem Orchester, da war es gang und gäbe sich mal einfach irgend ein Akkordeon zu schnappen und darauf rumzuklimpern. Ja ich weiß das hört sich gering schätzzig an, aber es trifft es am besten.
Toll (Achtung Ironie) fand ich es auch: da bin ich mal etwas zu spät von der Pause (Tagesprobe) in den Raum zurück gekommen, da musste ich mein Instrument suchen!!!!!
Und darum bitten, dass man es mir wieder gibt. Es hatte sich jemand anderes genommen und natürlich alle Riemen verstellt.
Ich bekomme heute noch Herzschmerzen, wenn ich an diese Begebenheit denke.

Ich bin so nicht erzogen. Ich würde ja auch nicht bei jemand anderen ungefragt an die Schränke gehen.

Im übrigen meinen Mann und mein Auto verleihe ich auch nicht.

- - - Aktualisiert - - -

Selbstbedienung führt zur sofortigen Qualifikation.

Du meinst bestimmt Disqualifikation, oder?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Das ist ein sehr interessantes und sehr persönliches Thema!!

...wie bei allem kommt es aber auch hier darauf an, was für ein Typ Mensch man ist.... i ch z.B. liebe meine Cantus sehr, wenn ich mit ihr spiele, schmuse ich mit ihr!! Viele von Euch kennen das bei mir...
Wenn dann ein Anderer Interesse an meiner Cantus ziegt und sie spielt, dann freut mich das, dann fühle ich ( stellvertretend für meine Cantus) geehrt... Ich habe also wirklich überhaupt nichts dagegen, wenn sich ein(e) Andere(r) mein Interument zum Ausprobieren schnappt. Daß er damit genau so pfleglich umgeht wie mit seinem eigenen, davon gehe ich dann aus...

Aber ich kann auch Deine Sichtweise verstehen, Markus, und ich finde auch nichts schlimmes daran!! Wenn ich also mal unbedarft einfacxh nach einem deiner Instrumente ( oder nach einem Instrument der anderen Teilnehmer)gegriffen habe, ohne Dich vorher zu fragen, so bitte ich Dich ( oder die Anderen) hiermit um Entschuldigung und werde es mir in Zukunft zu Herzen nehmen, vorher zu fragen....!!

Schlimm wäre es für mich, wenn jemand deswegen verärgert wäre; das will ich ganz bestimmt nicht!!!

Euer Roland
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Selbstbedienung führt zur sofortigen Disqualifikation.

Im ersten Moment hätte wollte ich schon sagen: absolut und uneingeschränkt einverstanden! Ganz klar, so isses!

Aber dann sind in meinem Hinterkopf verschiedene Situationen aufgeblitzt und das ließ mich dann doch nochmal näher über das Thema nachdenken.

Fall 1:

Die Instrumente stehen offensichtlich nicht sorgfältig aufgeräumt im Raum herum, wie im Beispielbild Fall1.
In so einem Fall würde ich eine gewisse Toleranz des Besitzers unterstellen, dass man das Instrument bei selbstverständlich sorgfältiger Behandlung evtl. auch ungefragt ausprobieren darf.

Fall 2:
Das instrument ist zwar nicht völlig im Transportkoffer verpackt, aber offensichtlich, nicht einfach "bloß so" abgestellt, (Beispielbild 2)
Hier würde ich dem Besitzer unterstellen, dass er es gezielt so abgestellt hat, weil er es einerseits griffbereit haben möchte, andererseits aber doch einigermaßen "aus der Schusslinie" abgestellt und sorgfältig und bewusst so abgestellt hat. Drum würde ich in so einem Fall nachfragen, ob ich das Instrument ausprobieren darf. Und wenn schon nicht nachgefragt werden kann, weil der Besitzer grad nicht greifbar ist - dann sorgfältigst behandeln und genau so und zwar ganz genau so wieder abstellen.

Fall 3:

Die Instrumente sind sorgfältig im Transportkoffer verpackt und nicht irgendwie, sondern sorgfältig am Rand abgestellt, wie im Beispielbild 3.
Hier das Instrument einfach ungefragt entnehmen, geht gar nicht. Das ist no go!

Fall 4:

das Instrument ungefragt nehmen, wo anders damit spielen und dann irgendwo abstellen, das ist absolutes no go. Das ist nicht tolerabel - das geht überhaupt nicht!

Und so Dinge, wie ein Instrument nehmen, sei es eine Maultrommel, oder ein Solistenakkordeon, mit ans Lagerfeuer nehmen und dort dann einfach im (feuchten) Gras stehen lassen, das ist für mich sowas von indiskutabel, das ist für mich undenkbar. Schon deshalb undenkbar, weil ich jedem Instrument das mir nicht gehört die größte Sorgfalt angedeihen lasse, die ich mir vorstellen kann, denn auch wenn ich selbst mir mehrere sehr teure Instrumente geleistet habe, weiß ich sehr wohl , wie viel das eigene Instrument dem Besitzer bedeuten kann, egal was dieses gekostet hat.

Dass andere auf meinem Instrument spielen (gefragt), da allerdings habe ich in der Regel nichts dagegen - solange ich abschätzen kann, dass der jeweilige das Instrument mit der entsprechenden Sorgfalt behandelt. Denn es sind Instrumente, die man nicht ständig an jeder Ecke in die Finger bekommt, bzw. kaufen kann und ich kann mich sehr wohl auch daran erinnern, als ich selber noch auf der Suche war und mir diese Instrumente nicht leisten konnte. Und wie ich mich gefreut habe, wenn ich eines angetroffen habe und der Besitzer es mich ausprobieren ließ, um mir selber ein Bild davon zu machen.

Was das Thema "Verleih" angeht, so kann es durchaus vorkommen, dass ich das eine oder andere Instrument auch mal für längere Zeit ausleihe. Nicht jedes und auch nicht jedem, aber das mache ich mitunter durchaus.

Gruß, maxito
 

Anhänge

  • Fall1.jpg
    Fall1.jpg
    75,5 KB · Aufrufe: 272
  • Fall2.jpg
    Fall2.jpg
    50,5 KB · Aufrufe: 265
  • Fall3.jpg
    Fall3.jpg
    49,2 KB · Aufrufe: 272
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 8 Benutzer
Dass Ihr mich richtig versteht: ich bin grundsätzlich gerne bereit, meine Instrumente einmal in behutsame Hände zu geben und ausprobieren zu lassen. ...
Was mich aber zunehmend ärgert ist, wenn ich irgendwann merke, dass eines meiner Akkordeons irgendwo auf dem Balg (womöglich im Freien) steht und nicht auf den "Füßen", dass die Riemen verstellt sind, dass mein Rucksack plötzlich "leer" ist, dass meine Noten aus dem Rucksack entnommen wurden u.s.w. und ich nichts davon wusste.
Ein dritter Erklärungsversuch: ich würde normalerweise selbst niemals einfach ein anderes Akkordeon ohne den Besitzer zu fragen in die Hand nehmen - es sei denn, die- oder derjenige fragt mich ausdrücklich, ob ich es mal ausprobieren will oder er bietet es mir ausdrücklich an, dass ich es nehmen darf ...
Ich gehöre ja bei den Treffen zur Fraktion der Fremde-Instrumente-Spieler. Ich greife mir auch durchaus mal ein Instrument, ohne den Besitzer zu fragen. Aber: nur Instrumente, die offen herumstehen, und die auch, ohne die Riemen zu verstellen. Was ich für ein No-Go halte, ist, ein Instrument aus dem Behältnis zu nehmen (ohne es vorher mit dem Besitzer abgesprochen zu haben). Bei den offen herumstehenden Instrumenten ging ich bis jetzt davon aus, dass die jeweiligen Eigentümer damit rechnen, dass andere Leute es mal anspielen. Aber ich versuche, das jeweilige Instrument dann auch wieder an die Stelle zurückzustellen, von der ich es weggenommen habe (oder zumindest in der Nähe dieser Stelle), so dass der Eigentümer nicht danach suchen muss. (Ergänzung: maxito, dessen Posting sich mit meinem überschnitten hat, hat das mit den 4 verschiedenen Fällen sehr gut dargelegt. Genau so sehe ich es auch bzw. gehe ich vor.)

Wenn ich mit dieser Annahme "herumstehende Instrumente dürfen bespielt werden" falsch liege, bitte ich darum, mir das zu sagen, damit ich mein Verhalten ändern kann. Und falls ich damit jemanden auf die Füße getreten sein sollte, bitte ich denjenigen um Entschuldigung!

P.S. ...und was mir gerade auch noch einfällt: auch die Einstellung "ich nehm' mein eigenes Akkordeon gar nicht mit - es sind ja genügend andere da..." finde ich nicht wirklich prickelnd und nachvollziehbar... (wahrscheinlich bin ich jetzt pingelig hoch drei)
Da fühle ich mich jetzt angesprochen - beim letzten Monheim-Treffen hatte ich mir das vor der Hinfahrt wirklich überlegt (wenn auch nicht durchgeführt) und dann auch angesprochen: da ich bei den vorhergehenden Treffen mein eigenes Akko kaum gespielt hatte und es meines Wissens auch von sonst niemand benutzt wurde, wäre es für niemanden ein Verlust gewesen, wenn ich es zuhause gelassen hätte - und ich hätte für die "Kochkiste" Platz im Kofferraum gehabt, anstatt sie auf dem Beifahrersitz transportieren zu müssen. Beim letzten Treffen hatte ich dann doch des öfteren mein eigenes Instrument in der Hand - das hat mich selbst etwas überrascht :D
Bei diesen Treffen finde ich es eben so spannend und interessant, die verschiedenen anderen anwesenden Instrumente zu spielen (natürlich neben der grundsätzlichen Freude am gemeinsamen Musizieren und dem Zusammensein mit lieben Menschen). Mein eigenes Instrument habe ich ja immer ...

Aber, Markus, für spießig oder kleinlich oder pingelig oder sonstwas halte ich Dich trotzdem noch lange nicht! Ich kann es durchaus akzeptieren, wenn jemand eine andere Einstellung hat als ich ...

Gruß,
INge
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
Wenn wir schon beim "No-go" sind: Die Instrumente haben 4 Füße, und nur auf diese gehören sie gestellt. Die Unsitte des seitlichen Abstellens wird mit verkratztem Griffbrett bestraft. Strafminderung wird eingeräumt, wenn jemand zuvor eine Decke drunter legt.

Ansonsten stimme ich Euch bei.

Viele Grüße

Ippenstein
 
@ami8markus
fangen wir mal hinten an:
"ich nehm' mein eigenes Akkordeon gar nicht mit - es sind ja genügend andere da..."
das ist eine Einstellung, die ich nicht akzeptiere, es sei denn man hätte vorher abgesprochen, daß man aus wichtigem Grund keines mitbringen kann und sich ein Instrument leiht, wenn es frei ist. Als die Inge einmal mit dem Zug angereist kam, war (allen?) klar, dass sie ohne eigenes Akkordeon kommen würde.

Ich selbst habe nur ein einziges Akkordeon, und wenn ich darauf spiele verschmelze ich damit gewissermaßen zu einer Einheit. Ich kann auf einem anderen Akkordeon gar nicht so spielen wie auf meinem, und das hat sich entwickelt, über Jahre. Ich habe ein Gefühl für die angemessene Behandlung des Instruments entwickelt und weiß, was es verträgt und was es nicht verträgt. In so fern ist mein eigenes Instrument für mich etwas besonderes und für mich besonders wertvoll. Auf unseren Treffen, habe ich schon auch einmal gedacht, ob es nicht besser wäre die Instrumente wenigstens während der feucht-fröhlichen Abende in die schützenden Koffer zu packen, aber bislang ist ja alles gut gegangen. Bei allen Treffen, die ich bisher mitgemacht habe, wurde ich gefragt ob man mein Akkordeon spielen darf, auf dem ersten Treffen im Schwarzwald war mir das auch noch unangenehm, ich habe aber bisher niemals festgestellt, daß jemand sorglos mit meinem Instrument umgegangen wäre. Von daher ist das unangenehme Gefühl verschwunden, so dass ich es inzwischen ganz gut vertragen kann, wenn jemand, dem ich schon mal das Spiel auf dem Akkordeon zugestanden habe, das Instrument noch einmal nutzt, wenn es gerade da herumsteht auch ungefragt. Sobald mir das unangenehm wird kommt das Gerät in den Koffer, wenn ich es nicht brauche. Da erwarte ich, dass es niemand ungefragt heraus nimmt.
Wie sieht es nun aus, wenn ich fremde Instrumente probieren möchte. Da geht es bei mir ums Probieren, wirklich flüssig kann spielen kann ich nur auf dem eigenen. Ich frage immer danach, auch wenn der Eigentümer mir sagte ich könne es einfach nehmen. Ich behandele das geliehene Instrument immer noch sorgfältiger als mein eigenes und ich stelle es dort wieder ab, wo ich es fortgenommen habe. Bei manchen Instrumenten traue ich mich gar nicht zu fragen, weil ich nicht weiß ob meine, von mir als besonders sorgfältig empfundene Umgehensweise dem besonderen Instrument angemessen ist.
Ich denke, wir sollten bei den Treffen wieder mehr darauf achten, dass unbenutzte Instrumente besser geschützt werden, also zurück in den Koffer bei Nichtgebrauch. Das würde einigen Problemen vorbeugen. Ich male mir gerade mein Entsetzen aus, wenn mein Akkordeon in einem Glas Bier ertränkt würde.
Ähnlich, aber etwas relaxter sehe ich den Umgang mit den Noten. Noten, die in Taschen, Kisten oder sonst wie weggepackt sind bedürfen zur Benutzung der Nachfrage beim Eigentümer, Noten die auf Notenständern, Tischen oder Stühlen herumliegen sind zum Spielen (nicht zum kopieren) freigegeben. Das Anfertigen von Kopien bedarf immer der Nachfrage. Im Übrigen bringe ich in der Regel überwiegend nur Kopien mit.

Und kleinlich oder spießig sind Begriffe, die ich mit dieser Diskussion überhaupt nicht in Verbindung bringe. Es geht hier um Empfindungen und Empfindlichkeiten, und da ist jeder Mensch anders gestrickt, Gott sei Dank, und jeder und jede muß so sein dürfen wie er oder sie eben ist.

Außerdem hast Du meine Hochachtung, dass Du dieses heikle Thema angesprochen hast, es scheint da ja doch sehr differenzierte Empfindlichkeiten zu geben.

@WiliamBasie
Ich teile meine Instrumente, Veranstaltungstechnik, etc. nur mit Menschen, die ich sehr gut kenne - und ich bestimme wann, wo und wie sehr ich teile und vor allem wie lange.

Bei den Treffen kennt man sich meistens schon sehr gut.

Änderung: die Formulierung war nicht richtig, man vertraut einander wie unter langjährigen Bekannten, auch wenn man sich persönlich nur selten begegnet ist.


@maxito
Du hast das Problem sehr schön aufgefächert

egal was dieses gekostet hat.

Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der Wert eines Instrumentes für den Besitzer bemisst sich kaum nach dem Kaufpreis, sondern hat eine sehr hohe emotionale Komponente.

Was das Thema "Verleih" angeht, so kann es durchaus vorkommen, dass ich das eine oder andere Instrument auch mal für längere Zeit ausleihe. Nicht jedes und auch nicht jedem, aber das mache ich mitunter durchaus.

Von dieser generösen Einstellung habe ich ja bereits profitiert und bin Dir dafür sehr dankbar.

Abschließend möchte ich vorschlagen, Unbehagen bei Treffen möglichst früh zu artikulieren, das spart evtl. die Behandlung eines Magengeschwürs.
Alle Treffen, die ich bisher erlebt habe, waren geprägt von Respekt, Hilfsbereitschaft und Wohlwollen, lasst uns dieses hohe Gut für künftige Treffen bewahren.


Gruß
Reini2
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 8 Benutzer
Hi,

wenn ich das so lese, würde ich mich als sehr intolerant und spießig bezeichnen. Niemand hat ein Instrument zu nehmen ohne es vorher anzukündigen bzw. zu fragen. Ich finde, es ist einfach ein Unding.

So :)

Christian
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Meine Instrumente sind mir sehr ans Herz gewachsen. Spielt jemand Anderes damit, bereitet mir das Unbehagen, handelt es sich um einen Nicht-Akkordeonisten, erleide ich körperliche Schmerzen. Und ungefragt? Geht gar nicht!
 
Ich hab zwei, drei Instrumente, die leihe ich sehr gerne aus. Klar, das sind einfache Instrumente, aber spielbar. Ich freue mich, wenn jemand das Akkordeonspiel mal ausprobieren kann, ohne gleich viel Aufwand zu betreiben. Meine bevorzugten Instrumente leihe ich zum Probespiel auch gerne aus und bin gespannt, was für Rückmeldungen ich erhalte. Natürlich muss das Akkordeon zum Spieler passen: einem Kind würde ich sicher keine Morino umhängen.

Für mich ist es selbstverständlich, dass man zuerst fragt, bevor man ein fremdes Instrument grabscht. Bei einem Fahrradtreffen schwing ich mich ja auch nicht auf ein fremdes Rad, um mal eine Runde zu drehen.
 
Ein Nachtrag meinerseits. Wenngleich ich es nicht mag, daß Fremde sich an meinem Akkordeon austoben, ist es in der vertrauten Runde wie Monheimtreffen definitiv anders. Da kenne (und mag) ich alle und wenn ich mein Akkordeon auf den "Präsentierteller" stelle, sind alle dazu eingeladen es zu spielen.

Viele Grüße

Ippenstein
 
Danke Euch Allen für Euere Rückmeldungen! Ich hoffe sehr, dass ich nicht missverstanden wurde! Ich hatte niemand "Spezielles" von Euch im Hinterkopf - es ist völlig egal: ich denke, dass einfach mal sinnvoll war und ist darüber nachzudenken, wie mit "nicht-eigenen" Instrumenten (egal welcher Art) umgegangen wurde / wird. Ich würde mich ja gar nicht ärgern, wenn bestimmte vielleicht einfach festzulegende "Regeln" (- danke, Max! -) eingehalten werden würden... Vielleicht müssen wir das wirklich einfach mal eindeutig festlegen! Und wer sich nicht daran hält (als "Eigentümer" des Instrumentes) ist quasi selber schuld...
Ja, Reini, es gibt da halt Empfindlichkeiten, ich erlebe es genau so - und es gehört, finde ich, auch zu unserem so wohltuenden und wohlwollenden Miteinander dazu sich Gedanken zu machen, wie wir mit den "nicht-eigenen" Instrumenten umgehen.
Niemand von Euch wollte ich persönlich angreifen oder so... - ich wollte und will einfach nur mal zum Nachdenken anregen. Ich bin sicher kein "Spießer", glaub' ich ... - aber, wie gesagt: es gibt "Empfindlichkeiten". Z. B. sind Carlotta's und meine Scandalli's perfekt aufeinander abgestimmt - und ich hab' einfach nur Angst, dass durch "Fremdeinwirkung" diese Harmonie durcheinander kommen könnte. Wisst Ihr, was ich meine? Die Folgen blieben dann wieder uns überlassen...
Insofern: nix für ungut! Diejenigen von Euch, die mich kennen, wissen glaub' ich genau, worum es mir geht. Mir geht's vor allem um Respekt: ich meinerseits respektiere Euere Golas und Morinos genauso wie irgendwelche Weltmeister- oder sonstige Instrumente. Ihr Alle hat sie Euch nach Euerem "Gusto" und nach Eueren Möglichkeiten ausgesucht und Ihr Alle liebt Euere Instrumente mehr oder weniger...
Liebe Grüße vom Markus
 
Hallo,

bei meinen Akkordeons bin ich ähnlich pingelig, denn insbesondere der emotionale Wert ist doch enorm, so dass ich die Instrumente nur sehr guten Bekannten überlasse.
Die meisten Akkordeonspieler bzw. generell Musiker aus meinem Bekanntenkreis sind da ähnlich gestrickt.

Wenn wir schon beim "No-go" sind: Die Instrumente haben 4 Füße, und nur auf diese gehören sie gestellt. Die Unsitte des seitlichen Abstellens wird mit verkratztem Griffbrett bestraft. Strafminderung wird eingeräumt, wenn jemand zuvor eine Decke drunter legt.

Bei Spielpausen während der Auftritte stelle ich meine Morino immer hochkant griffbereit auf und nicht auf die 4 Füße auf der Bassseite. In gewisser Weise ist ein Instrument trotz aller "Liebe" auch ein Gebrauchsgegenstand, und dabei stören mich kleine Kratzer nicht (zumal vom Vorbesitzer ohnehin schon welche vorhanden waren).
Bastele Dir doch so etwas: https://www.musiker-board.de/akkordeon-forum-sonst/321045-akkordeon-griffbereit-aufbewahren.html
 
Nochmal DANKE für alle Euere Feedbacks hier, per PN und Mail und auch im Chat! Ich hatte nicht gedacht, dass ich mit meinem Faden ein derartiges "Fass" aufmache - aber es zeigt mir auch, dass Reini wirklich Recht hat, was die bislang oft (noch) unausgesprochenen Empfindlichkeiten von uns allen betrifft.
Ich gestehe: ich hab' diesbezüglich schon lange ein gewisses Unbehagen gefühlt bei den Treffen. Natürlich kenne ich viele von Euch und - Vertrauen vorausgesetzt - hab' ich auch überhaupt kein Problem mit dem "Ausprobierenlassen". Einige von Euch wissen auch, dass ich schon über Wochen eines meiner "besseren" Instrumente (wenn auch im "Tausch") verliehen habe.
Ganz offen - folgendes Erlebnis hat mich dazu bewegt diesen Faden aufzumachen: Wir (zupansocke und ich) waren auch zu dem Fest am Dienstag eingeladen. Zu vorgerückter Stunde verpackten wir unsere Instrumente in die Rücksäcke und gingen schlafen. Zur Frühstückszeit fragte eine von uns nach einem ihr besonders wichtigen Notenheft, das nicht aufzufinden war. Wir stellten dabei fest, dass einer unserer Rucksäcke geöffnet war, dass jemand mit dem darin befindlichen Instrument gespielt hatte und - wieder zuhause - mussten wir zudem feststellen, dass das gesuchte Notenheft in der Rucksack-Innentasche (wo sonst nie etwas steckt) war. Und das hat uns, vor allem mich geärgert, weil wir womöglich auch noch des "Notenklau's" bezichtigt hätten werden können. So. Jetzt isses "raus. War ja auch nicht so mit der "Bezichtigung", Gottseidank!
Ich steh' auf dem Standpunkt (- falls dies immer noch nicht deutlich wurde -), dass ein Spielen mit den Instrumenten Anderer einfach nur dann ok ist, wenn die- oder derjenige vorher gefragt wird - und zwar immer. Ein "Gewohnheitsrecht" würde mir widerstreben. Es geht mir einfach auch darum wahrzunehmen, dass diese vielfach angesprochenen emotionalen "Verbindungen" zu den Instrumenten respektiert werden...
Egal: Meinungsverschiedenheiten "befruchten" unser Zusammenwirken! Empfindlichkeiten dürfen und sollen m. E. immer offen angesprochen werden. Nur damit kann Vertrauen weiter wachsen - und daran ist mir wirklich gelegen! Sicher habe ich mit meiner Bemerkung bei manchem / mancher zum Nachdenken angeregt - und das ist auch gut so. Ich wollte, wie gesagt, niemanden persönlich angreifen oder gar verletzen.
Ich hoffe, dass damit deutlich wurde, dass ich nicht "kleinlich" bin, sondern einfach in mancherlei Hinsicht auch "empfindlich". Und das sind wir ja doch Alle, oder?
Liebe Grüße vom Markus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
...Wir stellten dabei fest, dass einer unserer Rucksäcke geöffnet war, dass jemand mit dem darin befindlichen Instrument gespielt hatte...

Da besteht für mich gar keine Frage: das ist absolut No Go - sowas geht überhaupt nicht

oder in den Worten von Wiliam Basie: führt zur sofortigen Disqualifikation!

Drum wende ich bei meinen "besseren" Stücken die bewährte Methode von Balgseele an: meine Gola schläft da, wo ich schlafe!

Gefragt, darf aber auch jemand anders drauf spielen. Aber so ungefragt "ausleihen" in der Form, wie es Ami8markus passiert ist - da wär ich auch sehr, sehr stinkig!

.. bei meinen anderen Instrumenten ist auch meine Toleranzbreite etwas größer...

Gruß, maxito
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Meine Bugari leihe ich absolut nicht aus. Mittlerweile habe ich mich so mit diesem Instrument identifiziert, dass ich das nur auf Anfrage und wenn ich selber dabei bin, zum ausprobieren kurz weitergebe..
Habe auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Nachdem ich meinen "Roten Roland" gekauft hatte, bat mich der - mir persönlich bekannte - Verkäufer, ob ich das Teil mal für ein Wochenende ausleihen könnte, um es einer evtl. Käuferin zu präsentieren.
Ja, habe ich dann gemacht.Obwohl ich kein gutes Gefühl hatte. Ich bekam das Instrument zurück und entdeckte Kratzer an der Aufladeeinheit und am Instrument.
Gab ich natürlich gleich an den Verkäufer weiter.
Aber der nahm sich nichts davon an und so blieb ich auf den Kratzern sitzen.
Ich war da wohl auch zu gutmütig, die Kratzer hätten ja schon vorher da sein können :-(
Dann habe ich mein 72er 4-chöriges Dino Baffetti ausgeliehen. Dachte, die mir bekannte nette Spielerin geht gut damit um.
Aber auch das bekam ich mit Macken zurück, an die ich mich nicht erinnern konnte.
Für mich habe ich seitdem die Entscheidung getroffen, dass ich nie wieder ein Instrument einfach so ausleihe.
Und was Du, Markus, geschrieben hast, kann ich gar nicht glauben.
Mir fiele nicht im Traum ein, einfach ein Instrument aus einem Rucksack oder Koffer zu nehmen, um drauf zu spielen.
Und akzeptiere so etwas überhaupt nicht.
Allein die bei Ebay für 500,-€ erworbene Atlantik, die gar nicht mal so einen schlechten Klang hat, aber angerostete Stimmplatten, verleihe ich immer wieder mal. Und das ist für mich ok. Denn die führt bei mir eh nur ein Schattendasein.

Gruß Jutta
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn wir schon beim "No-go" sind: Die Instrumente haben 4 Füße, und nur auf diese gehören sie gestellt. Die Unsitte des seitlichen Abstellens wird mit verkratztem Griffbrett bestraft. Strafminderung wird eingeräumt, wenn jemand zuvor eine Decke drunter legt.
Ippenstein

Was hältst Du von der oft zitierten Behauptung, die Leder würden beim Abstellen auf die Füsse durch Schwerkraft vom Stimmstock weg gebogen und hielten mit der Zeit nicht die gewünschte Stellung?
Diese Meinung ist bei mir pränatal eingepflanzt und ich bin in der Hinsicht auch von Natur aus faul - werfe die Geräte also senkrecht auf die Couch und wenn es sein muß auch auf den Boden.

Meine derzeitigen Instrumente sind alle nicht so überragend, dass ich sie anbeten würde, ich liebe sie nicht. Erst mit den Jahren entsteht eine gewisse Bindung.

Meine Frau ist da ganz anders, ich darf nicht unbeaufsichtigt auf ihren Akkos spielen! Falls sich eine Besudelung durch mich doch nicht vermeiden läßt, schaut sie argwöhnisch zu und schimpft bei bestimmten Spielweisen ...
Also .... so kann ich nicht arbeiten ;)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Hallo Uwe,

"Lagerschäden" entstehen immer. Allerdings sind die Ventile zur Seite hin stabiler als in ihrer Schwingrichtung (logischerweise). Daher kenne ich keinen Fall, bei dem die Ventile von selbst seitlich geneigt wären.

Zu den Kratzern am Griffbrett: Die kann man relativ gut reparieren und kaschieren, kostet aber Zeit und Geschick.

Viele Grüße

Ippenstein
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben