Unter der Haube steckt auch ein zweiter Tandem-Poti für die Tonregelung, wobei ich beim Piezo tatsächlich auf die Verdrahtung verzichtet habe.
Piezos sind ja nicht nur eine Verdrahtungsfrage.
Vom Wesen her sind E-Gitarren ein Brett, das Hals und Brücke zusammenhält, und nicht zuletzt als Gegengewicht zum schweren Kopfstück. Ergonomisch im Allgemeinen eine Katastrophe, haben sie auch klanglich erhebliche Mängel. Zum Beispiel ein arg bandbegrenztes Spektrum, oder je nach Griff stark variierende Obertonreihen im Verhältnis zum Grundton. Die im Allgemeinen verwendeten Lautsprecher spotten jeder Beschreibung, sofern Musikalität gefragt sein sollte. Dynamik wird durch Brummen und Rauschen nachgerade verhindert.
Man sollte sich erinnern, dass die Form der E-Gitarre eine recht sinnfreie Kopie der Wandergitarre ist. Der Umriss - es fehlt das Volumen, das als Ellbogen(!!!)-Auflage dient, und dem ganzen, bei einem Viertel Gewicht, griffige Substanz verleiht.
Wer aber heute E-Gitarre spielt, will gerade das, nämlich diese E-Gitarre. Weil man sich damit in einen Kanon von Traditionen einreiht. Henry Kaiser (
https://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Kaiser_(Gitarrist)) zum Beispiel hat eine Platte aufgenommen, die noch vor den Blues/Rock zurück geht, zur Hawaii-Gitarre (
Those Who Know History Are Doomed to Repeat It).
Ich hatte es schon an andere Stelle erwähnt: durch den Einsatz von Verzerren wird das Obertonspektrum der E-Gitarre angereichert, was sie aus technischen Gründen wohl dringend nötig hat. Dass damit unerhörte (sic) Klänge erzeugt werden können, steht ausser Frage (Hendrix et al). Man kann aus dieser Tradition mit Piezos heraus. Weil die nicht nur die Bandbegrenzung der Magnetos aufheben, sondern wegen der Abnahmeposition am Steg der Sache wieder ein volles Spektrum zurück geben. Die hallig bis hohl klingenden Kammfiltereffekte der Magnetos, ihrer Position wegen, fallen weg. Mit sowas fällt dann die Erbärmlichkeit der Lautsprecher sofort auf ... weshalb Piezos nicht nur ein Verdrahtungsproblem sind.
Einsatz von Technik ist der E-Gitarre ja angeboren:
etc
(ab 16:00)
Man kann sich mit ollem Zeug ein bisschen der Musik annehmen:
(ab 3:00 legt er los, mein' ich ernst)
Ach, noch was neueres von Bailey, ein Alterswerk: