Akustikbass - wozu eigentlich?

Sag mal Moulin, hast du einen Tipp für mich, wie man das Pickguard möglichst rückstandslos abbekommt? Hilft da ein Fön? Ohne das hässliche Ding sieht der Bass gleich noch viel besser aus!
 
Aus dem "Akustikbass - welcher ist der richtige?(300€ - 600€)"- Thread entwickelte sich eine kleine Diskussion darum, wie wir denn unsere ABs eigentlich einsetzen oder weitergedacht: Wozu brauchen wir die eigentlich?

Die Arbeitsthesen lauten
a) für Lagerfeuer-Sessions sind die Billig-ABs nicht geeignet weil sowieso viel zu leise, und meinen teuren evt. geeigneten nehme ich bestimmt nicht mit in die Pampa ans Feuer
b) auf der Bühne muss der AB eh verstärkt werden, da nehme ich doch gleich meinen E-Bass und schenke mir die Feedback-Problematik
c) ich spiele meinen Bass als "Konzertbassgitarre" oder als Übungsgerät zu Hause auf dem Sofa.

Also starte ich auf D'Avercs Anregung hin jetzt mal diesen Thread:

Wie setzt ihr eure ABs ein, was ist eure Hauptanwendung für den AB?

Ich selbst spiele ich auf der Bühne in zwei verschiedenen Akustikkombos, einmal in einer Acoustic Cover Band und einmal in einer Country-RocK-Band. Und ich halte den AB dabei für nicht ersetzbar durch einen E-Bass.
Meine Anwendung ist also Bühne, verstärkt.

Wie sieht's bei euch aus?

Neugierig, Wolfram
 
den thread finde ich prima. vll. holen wir den aku ja aus der ("falschen"?) nische ´raus in der der der arme ganz unschuldig gelandet gelandet ist :)
... Wie sieht's bei euch aus? ...
ich habe meinen alten ovation jetzt praktisch taggenau 1/2 jahr. die kaufgründe/einsatzbereiche waren von vorn herein klar:

  • mobiler spassfaktor auch "draußen". inkl. gitarre/gesang (ich nehme den aku nicht nur in den garten mit. auch z.b. an den see, zum strand ...).
  • songwriting und einfach mal "rumdaddeln" (mache ich auf meinen a-gitarren auch, ohne mich als gitarristen bezeichnen zu können).
  • live/verstärkt stellt sich momentan nicht. halbwegs realistisch ist ein programm mit eigenen sachen vll. 2013. da könnte ich mir meinen aku vll. für den einen oder anderen song vorstellen. feedbackanfälligkeit ist beim ovation jedenfalls wenig ausgeprägt.
ich habe ihn bisher viel (genau genommen wäre der dritte saitensatz fällig) und insgesamt den sommer über mehr bass gespielt.
 
Ich setze meinen Akustikbass vorwiegend zu Hause ein bzw. wenn wir unverstärkt gemeinsam spielen. Weiterhin für Aufnahmen (mit Mikro), zum Komponieren und nicht zuletzt für den Spielspaß.

Sehr gut kommt der Ton und die Durchsetzungsfähigkeit bei Aufnahmen. Der Bass eignet sich dafür vorzüglich.
Weiterhin macht es sehr viel Spaß, schnell mal den Akustikbass auszupacken und sofort loslegen zu können.

In der Wohnung entwickelt sich ein sehr definierter, lauter und tragender Ton; ich brauche nix anklemmen und einschalten, habe keine Kabel rumliegen und irgendwie stellt sich ein schönes Gefühl spontanen Musizierens ein:gruebel: Wenn eine hübsche Idee kommt, brauche ich nur mein H1 anschalten und los gehts..

An Eigenschaften ist mir wichtig:
Für Aufnahmen darf der Ton nicht angestrengt wirken und muss im richtigen Verhältnis zu den manchmal unvermeidbaren Nebengeräuschen stehen.
Zum Spielen muss er natürlich eine gewisse Lautstärke bringen und angenehm bespielbar sein.

Es müssen im Grunde genommen viele Kriterien erfüllt sein, die (für mich) z.B. auch für eine Westerngitarre gelten. Also die Eigenschaften eines vollwertigen akustischen Instrumentes und deshalb lege ich bei Soundbeispielen auch Wert auf den reinen akustischen Ton.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ergänzend ein Soundbeispiel für "zu Hause Aufnahme / Songidee". Ich bitte die schlechte Qualität (und meinen Gesang) zu entschuldigen, jedoch bleiben Nebengeräusche bei einem Gesangsmikrofon und voll ausgepegeltem Pentium-600 PC ohne Vorverstärkung nicht aus. Alte Aufnahmen mit Verspielern....

Die Texte sind von meinem Lieblingsdichter Wilhelm Müller (1794-1827, die Winterreise, die Franz Schubert später vertonte)

Tacoma-Bass, "Gesang", schräge Kinderorgel, Daumenklavier, Strat mit Frontman15, Tamburin

Tacoma-Bass, "Gesang", Daumenklavier, Strat mit Frontman15, Tamburin, Nussraschel

Aber der Akustikbass ist entscheidend in den Aufnahmen und der klöttert ganz schön rein, finde ich..:D
 
Wie sieht's bei euch aus?

Neugierig, Wolfram


  • zum Üben zuhause.
  • Mit der Band im Proberaum/auf der Bühne (verstärkt)

Unverstärkt mit Westerngitarren ist der Bass nur einigermaßen laut genug, wenn er mit Plektrum gespielt wird. Da gibt's dann auch nicht mehr viel Spielraum, was die Dynamik betrifft.
Aber: Alleine zuhause spielt man auf dem Akustikbass fast von alleine viel dynamischer, also mit unterschiedlich starkem Anschlag und demensprechenden Nebengeräuschen. Jedenfalls geht mir das so. In diesem Review zum Höfner Ha-B07 wird das auch sehr schön erklärt. Ich habe den Vorgängerbass HA-B03, der bis auf die (schöneren) Holzarten glaube ich identisch ist. Mit Flatwounds (bei mir Chromes) sind auch die Nebengeräusche angenehmer.

Ich kann sogar sagen, das in meiner Band wesentlich mehr auf Lautstärkeunterschiede geachtet wird, seid wir hin und wieder akustisch spielen und auch auftreten. Ansonsten macht ein Akustikbass auch einfach Spaß! :)

Viele Grüße,

Henk
 
An der Frage scheitere ich auch schon seit Jahren..
Ich hab so ziemlich alles an Akustikbässen angespielt, was mir unter die Finger kam, primär um damit zuhause erstmal unverstärkt rumzuzuppeln und dann aufzunehmen.
Aber die sind mir allesamt zu leise (mit einer Ausnahme: dem Stoll Bass, aber der ist nen bissl groß), und die Saitenaufprallgeräusche viel zu krass..
Momentan tendier ich dann eher zur Bassukulele. Die geht zwar unverstärkt auch nicht, aber hat wenigstens Gummi-Saiten, ist klein und hat noch den Witz-Faktor.

Einsatzzwecke für A-Bässe seh ich eigentlich überall da, wo jemand den Sound gut findet. Wäre ich Bassist, würd ich sowohl E- als auch A-Bässe in die Instrumentensuche mit aufnehmen, aber ich bin ja nur Gitarrist und hab keine Ahnung ;-)
 
Der Thread ist prima, finde ich.
Meines Erachtens macht ein A-Bass nur zuhause auf der Couch Sinn, weil man nicht lange ankabeln muss, wenn man durch eine Inspiration überrascht wird. Verstärken muss man ihn aber eigentlich immer, wenn man mit anderen zusammen spielt. Oder man muss so reinlangen, dass die Saiten laut klappern. Dabei entstand bei mir aber nie der tiefe, entspannt tragende Sound, den ich haben wollte. Deswegen habe ich vor Jahren meinen A-Bass verkauft und mir den "wahren" A-Bass zugelegt: Einen Kontrabass.

Zugegeben: Auch den verstärke ich manchmal, aber nur, wenn die "gegnerischen" Instrumente auch verstärkt sind. Ein A-Bass klingt mir mittlerweile einfach zu sehr nach Gitarre, aber das war nicht immer so.
 
Ich bin zwar Gitarrist und hab von Bässen nicht wirklich Ahnung, aber klingt ein Akustikbass verstärkt nicht auch anders als ein E-Bass? Ne Westerngitarre klingt ja auch ganz anders, als ne E-Gitarre. Oder kommt das beim Bass nicht so stark raus und deshalb ist es "egal" was man spielt?
 
Ich hatte jetzt schon zwei Mal einen Akustikbass angeschafft und habe ihn wieder verkauft.
Tatsächlich sehe ich unter'm Strich nur noch einen Vorteil: Man kann "einfach so" spielen, muss nichts einstellen, keine Kabel im Weg, nichts.
Allerdings musste ich feststellen, dass sich für mich(!) dann eher ein Semi-Hollow (mein Yamaha BEX BS) eignet. Der ist für's Sofa laut genug,
ist aber dennoch ein vollwertiger Bass, wenn es sein soll.
 
Ein Akustikbass klingt live auf jeden Fall anders als ein E-Bass, allein schon durch die Abnahme (hauptsächlich Piezo, evtl. Mikro). Für meine Ohren klingt ein Akustikbass auf jeden Fall weniger mumpfig und "klirrender" als ein E-Bass, allerdings meistens auch schwächer in den tiefen Frequenzen.

Ein Beispiel für den Livesound eines Akustikbasses, das mir spontan einfällt, ist die Album- und Liveversion von Iron Maidens "Journeyman"



oder im Intro von "The Clansman":



und noch ein A-Bass Solo von Steve:
http://www.youtube.com/watch?v=yj9uQd3aniY


Den E-Bass ersetzen kann (und muss) ein A-Bass meiner Meinung nach nicht, dafür ist der Klang wohl zu präsent. Für komplette Akustiksongs, Intro- oder Soloparts wie bei den Beispielen von Maiden find ich den A-Bass aber sehr passend.
 
In meiner Ex-Folkrock Band war ein sehr guter Bassist, der irgendwann - bei so einem ausgesprochenen Akustik-Einsatz ohne Drumset in einer kleinen Bar - mit so einem A-Bass ankam.
Das war jetzt kein schlechtes Konzert, aber irgendwie war der Bass doch nicht so knackig oder er hatte damit noch nicht so viel Erfahrung oder der Bass war im Vergleich zu den E-Bässen nicht hochwertig genug - wie auch immer, es blieb dann auch bei diesem einen Versuch.

Ich bei so macher Band schon das Gefühl gehabt, dass ein A-Bass eingesetzt wird, weil die Leute meinen, es würde bei gewissen Events "authentischer" aussehen. :nix:
Ich halte davon nicht so viel, schon gar nicht aufgrund meiner Erfahrungen.

Was ich nicht beurteilen kann ist, ob die Spielweise nicht auch länger geübt werden muss, damit der A-Bass eben auch gut klingt und seine Vorteile ausspielt. :confused:
 
Zuletzt bearbeitet:
die beiden haben mich damals sehr beeindruckt.

haben wir dann ähnlich als pausenfüller während der probe eingebaut und auch mal halböffentlich zum besten gegeben :). mein ehem. drummer (gesang, rhytmusgitarre) und meine wenigkeit am "lead-a-bass" ;)
 
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@d'Averc
Das ist interessant- kennst du die alten Sachen von Christy Moore?
"The Wreck of the Edmund Fitzgerald" klingt wie eine bearbeitete Version (ohne Refrain und mit anderem Text) von Back home in Derry .
 
... Ich bei so macher Band schon das Gefühl gehabt, dass ein E-Bass eingesetzt wird, weil die Leute meinen, es würde bei gewissen Events "authentischer" aussehen...
Hier meintest du wahrscheinlich A-Bass, nicht wahr?
Einfach einen A-Bass spielen, wo man gestern noch den E-Bass hatte reicht nicht - auch nicht in der Folk Band. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich "meinen" A-Bass Sound gefunden hatte. Z. B. der im 2. Maiden-Clip gezeigte Sound sagt mir gar nicht zu: Es ist der nackte, kalte Piezo-Klang, der dem Bass vermutlich nicht gerecht wird. Ich habe lange mit Saiten, Amp, Preamps und Mikros ausprobiert bis mir der verstärkte Sound gut gefiel und auch live verlässlich reproduzierbar war.
Zur Spielweise: Mein A-Bass spricht deutlicher auf die Anschlagposition als z. B. mein Jazz-Bass an; zwischen hartem Spiel an der Brücke und weichem Spiel über dem Halsende ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, von bösem Knurrrrr bis schmatzendem Plommmm ist alles drin.

Ich finde es toll, dass sich hier so viele beteiligen und über den Einsatz ihres speziellen A-Basses und/oder dem A-Bass im Allgemeinen diskutieren.
 
Erst mal eine hervorragende Idee für einen Thread! :great:


Ich glaube, dass ein Bassist vom Grundgedanken her Gitarrelastig oder Kontrabasslastig ist, wenn man das so plump ausdrücken kann.
Trotzdem ist ein Akustikbass in meinen Augen ein sehr eigenständiges Instrument und kein Imitator für E- oder K- Bass.

Wenn ich meinen Akustikbass hin und wieder von der Wand nehme und damit Musik mache, dann habe ich im Vergleich zum E Bass und auch zum Kontrabass ein ganz anderes Gefühl. Das ist als wenn ich das Holz besser spüre und auch rieche. Habe viel mehr Nähe. Ist vielleicht ein bisschen wie Synästhesie oder auch Philosophie, zumindest aber nicht greifbar ;)

In der Coverband habe ich den Akustikbass hin und wieder dann eingesetzt, wenn wir die ohnehin schon neu interpretierten Songs akustisch ( leicht verstärkt) gespielt haben. Dadurch ist ein ganz neuer Charakter der Musik entstanden. Auch das von uns dazu entwickelte Schlagzeug, was sich eher anhörte wie ein in Bewegung versetztes Kunstobjekt von Jean Tinguely bildete mit Bass und Gitarre eine symbiotische Einheit. Schon das Auswechseln eines der Instrumente hat das ganze Konzept zerstört.
Es ist eine ganz eigene Interpretationsform geworden.

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Um dem Ganzen noch eine eigene, optische Komponente zu geben, habe ich den Bass oft im Sitzen auch upright, wie eine Gambe. gespielt. Versuche mit einem Stachel habe ich aber verworfen.

Dass man einen Akustikbass auch auf ganz großen Bühnen spielen kann, sieht man ja bei J.J. Cale.

Ansonsten habe ich den Bass schon für Sessions genutzt, wo er immer wieder für Begeisterung sorgte, übe aber auch schon mal neue Stücke damit, wenn ich keine Lust habe verstärkt zu spielen.

Im Bandkontext spiele ich ihn im Moment nicht weil fehlende, passende Musikrichtung.
Sollte ich aber neben dem Surf Projekt noch Akustik Surf machen, brauche ich dazu einen Fender Kingman Bass zur passenden Gitarre. Hierbei entscheidet allerdings dann ausnahmsweise Form vor allen anderen Kriterien.
 
Das ist interessant- kennst du die alten Sachen von Christy Moore?
spontan fällt mir ride on ein. wäre auch reizvoll für ´ne interpretation bass-gitarre
"The Wreck of the Edmund Fitzgerald" klingt wie eine bearbeitete Version (ohne Refrain und mit anderem Text) von Back home in Derry .
jupp. das ist nicht nur das ähnliche schema. egal, ob das in der mittelalter fusst oder nicht.
Ich bin zwar Gitarrist und hab von Bässen nicht wirklich Ahnung, aber klingt ein Akustikbass verstärkt nicht auch anders als ein E-Bass? ...
jo. die frage ist, wer das wofür will. siehe

@moulin: dann bin ich am a-bass vll. gitarrenlastig und du kontrabasslastig ... :gruebel:
 

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