Akustiktrennwände - Sinnvoll?

von Trestor, 02.01.17.

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  1. Trestor

    Trestor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.17   #1
    Hallo,
    ich wurde fürs Musizieren vor kurzem von meinen Eltern in den Keller verbannt. (schweres Los als Student im Hotel Mama)
    Allerdings kann man mein "zimmerlautes" Spiel (auch Bass, Key, Gesang) aber auch den unverstärkten rein "akustischen" Sound trotz geschlossener Kellertüren dennoch im EG hören.

    Im Netz gibt es Lärmschutz-Aufsteller und "Mobile Studio Wände" die aber in einer Preiskategorie liegen von der ich nicht einmal träume.

    Nun habe ich überlegt ein paar solche Lärmschutzwände selbst zu bauen und um mich herum aufzustellen (isolierte OSB-Platten) und somit einen kleinen Übungsraum (ca 4m²) im großen 30m² Lagerraum zu schaffen.

    Es soll den akustischen Effekt haben, aber mir auch einen Rückzugsort zum Musizieren bieten.

    Das ganze wird aber nur loses "Provisorium" sein, damit der Stauraum im Falle eines Falles (z.B.: Bei Sturm für die Gartenmöbel etc) weiterhin genutzt werden kann.

    Ist das realistisch? Hat jemand mit sowas Erfahrung?
     
  2. cmr

    cmr Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #2
    Ich kann mir nicht vorstellen, was Du mit einer E-Gitarre machst, dass man die unverstärkt und durch Türen im anderen Geschoss hört.

    Die losen Schallschutzwände sind nicht realistisch. Alles, was man aufstellt oder an die Wand hängt, hat fast ausschließlich nur einen Effekt auf die Akustik im Raum, aber nicht darauf, was nach draussen dringt. Schallisolierung erreicht man nur durch schwere Mauern oder Raum-in-Raum-Bauweise.
     
  3. stoffl.s

    stoffl.s Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.01.17   #3
    Mit den angebotenen Schallelementen kannst du die Raumakustik verbessern - also Reflexionen verhindern. Aber sie sind kein Lärmschutz nach aussen. Dazu braucht es ganz andere Massnahmen, im Idealfall ein Raum-im-Raum Konzept. Das ist aber wieder aufwändiger zu konstruieren. Und mit 4m² ist das dann ganz schön kuschelig!
     
  4. Trestor

    Trestor Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #4
    Es ist weniger das was ich mit der E-Gitarre anstelle, sondern eher die geniale Bauweise, mit extrem vielen offenen Schallleitern (Stahlträger, Kabeltunnel, Stahltüren).

    Wenn sich zwei im Dach unterhalten kann man im Stahlbetonkeller mithören.
    Das passiert wenn man ein Haus ohne unterstützenden Fachmann baut.

    Über einen Raum im Raum habe ich mal nachgedacht (mehr als 4m²)
    Aber aufgrund der Dauerhaftigkeit dieser Lösung hatte sich das ganz schnell erledigt.
     
  5. marcel71

    marcel71 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.01.17   #5
    Aus meiner Sicht, unter der Annahme, dass niedrigstes Budget gewünscht ist: Als erstes die Verwendung von Kopfhörern in Betracht ziehen. Sollte mindestens bei Bass & Keyboard extreme wirksam sein. Selbst bei Gesang würde dann nur noch die unverstärlte Stimme nach außen dringen.

    Dann würde ich zunächst mal empfehlen zu analysieren, wie genau der meiste Schall in die anderen Räume übertragen wird: Luftschall oder Körperschall, durch Türen, Kabelkanäle oder über Wände, Träger etc.

    Dann überlegen, wie man die einzelnen Anteile gezielt angehen: Luftschall durch Dämm-Material, bei Körperschall zunächst mal Instrumente (bzw. Boxen) akustisch entkoppeln.

    Wenn (siehe oben) nur noch unverstärkter Gesang eine Rolle spielen sollte, dann tippe ich auf Luftschall, der sich auch ohne Raum-im-Raum-Konzept zwar nicht zu 100% dämmen, aber wenigstens reduzieren lässt.
     
  6. nerdbitch

    nerdbitch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.17   #6
    @Trestor: Der Bodenbelag und die Qualität der Innentüren machen bei der Schallübertragung sehr viel aus. In unserem früheren Mietshaus konnte man das Spiel aus dem 2. OG sehr laut im Wohnzimmer im EG hören: Billige Türen aus dem Baumarkt und Laminat. In unserem Eigenheim hört man das Spiel im Nebenzimmer nicht, durch Teppich und massive Westag-Getalit Türen. Bevor du dir einen Raum im Raum baust, solltest du IMHO erstmal ausprobieren, ob sich nicht durch Dämmen der Tür (etwa durch schwere Vorhänge) und einen Teppich schon viel bewegen lässt. Kellerdecken sind ja in der Regel ziemlich massiv.

    Nachtrag: Einfach nur ein OSB-Verschlag bringt nicht viel. OSB mit mindestens 2 Dämmlagen zur Schallisolierung schon, aber dann wird es aufwendig und auch teurer. Auf 4qm würde ich aber Platzangst bekommen.
     
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