Akute Kaufberatung: Modeling Amp oder "klassischer" Amp

bscon
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Hallo, *.*!

Seit einiger Zeit moechte ich mir einen Gitarrenverstaerker zulegen. Gedacht ist er fuer's Wohnzimmer; aber wenn ich mal wieder in einer Band spiele, sollte er sich auch gegen die Bandkollegen durchsetzen koennen.

Momentan spiele ich via Boss GT-8 in die Stereo-Anlage, was nicht uebel klingt, aber ich moechte mein Glueck nicht weiter herausfordern. :)

Die "wichtigen" Gitarren waeren eine Squire Affinity Tele mit SCN-Pickups, eine Epi LPC mit SD-Pickups, eine Sheraton II und eine US Strat Deluxe; aber auch eine Yamaha CPX-900 (Akustik). Die sollen sich natuerlich klanglich unterscheiden. :) Musikrichtungen waeren Pop, Classic Rock, evtl. auch etwas haerter und Country.

Das Wichtigste ist ein guter Klang (vom Lautsprecher her). Auch die CPX soll ihren Klang gut rueberbringen koennen. (Ich hatte mal einen (imho) Spider III-60 gehoert, der hatte einen grausigen Grundsound. Alle Klampfen klangen irgendwie aehnlich.)

Ich moechte max. 500EUR (aber lieber weniger...) ausgeben. Waere es sinnvoller, einen guten, konventionellen Verstaerker ohne Effekte & Modeling zu nehmen (das GT-8 kann ja diese Funktionen uebernehmen), oder sich angesichts der recht guenstigen Preise doch einen Modeler zu entscheiden?

Dann die zweite Grundsatzfrage: Roehre oder Transistor? Trotz 20 Jahren Gitarrenspiels bin ich nicht gerade ein Virtuose. Bleibt vom besseren Klang der Roehre nach meinen Spielkuensten und dem GT-8 ueberhaupt noch etwas uebrig? Oder sind aktuelle Modeler so gut, dass nur noch ein sehr geschultes Ohr den Unterschied hoert? Wieviel Roehrenwatt waeren fuer den Proberaum noetig?

Bei den Modeling Amps habe ich mich mal umgesehen. Der Cube 80X soll (laut HC) gegenueber dem 60er stark nachgelassen haben. Eigentlich schade, weil Roland bzw. Boss fuer gute Effekte bekannt waren... Der Peavey Vympyr75 scheint ja der aktuelle "heilige Gral" zu sein. Oder was ist noch zu empfehlen?

Was mir noch wichtig waere: Ein Eingang fuer einen MP3-Player oder so, dass ich zum Playback ueben kann. Ein Mikro-Eingang mit etwas Hall waere schoen, aber weniger wichtig. Wenn einer drin ist, sollte aber auch ein Line-Out vorhanden sein.

BTW: Loopt der Looper vom Vypyr auch das Aux-Signal?

Sorry, ist etwas laenger geworden; aber je laenger man sich mit etwas beschaeftigt, desto mehr Fragen stellen sich einem. :)

Danke & schoene Gruesse...


Bjoern
 
Eigenschaft
 
Das ist ja relativ knifflig, generell hätte ich Dir zu einem klassischen kleinen Röhrenamp geraten, aber die haben meist keine Eingänge für externe Quellen wie mp3-Player. Du hast mit dem Boss ein gutesd Effektgerät, kannst also auf Modelling-Funktionen verzichten. Generell würde ich für Playback-Üben anders vorgehen. Du kaufst Dir ein kleines Mischpult und verbindest den mp3-Player per TapeIn und das Boss mit Line und kannst dann alles zusammen gemischt per Tape Out an Deine Stereoanlage geben. Das ist mMn eine praktischere Lösung, als alles über den Gitarrenamp zu geben, der ja keinen Fullrange-Speaker hat.

Dann würde ich zusammengefasst wie folgt vorgehen: Für Proben und Band und vielleicht zuhause (wie tolerant sind Deine Nachbarn - schon kleine Verstärker entwickeln erstaunliche Lautstärken!) einen kleinen Röhrenamp, z.B.:

Peavy Valve King
Bugera 6262-212

Es gibt wenig Auswahl an gescheiten Röhrenamps in der Preisklasse. 25 Watt aufwärts wirst Du der Erfahrung nach für Bandproben brauchen, daher fallen die ganzen 5 Watt Verstärker aus, die sind für zuhause und für Aufnahmen gedacht. Generell ist das Problem, dass ein Röhrenamp, der im Proberaum okay ist, zuhause zu laut ist und der Heim verstärker im Proberaum zu leise. Röhrenamps brauchen eine gewissen Grundlautstärke, damit sich die Röhre "lohnt", d.h. damit der Amp seinen Klang entfalten kann. Mein Amp hat nur 22 Watt, den kann ich aber zuhause schon nicht mehr betreiben, weil er viel zu laut für ein Mietshaus ist.

Ein Kleinmischer, den Du für das Playback-Üben verwenden kannst:
LD LAX-5

Es gibt auch so einen kleinen Mackie-Mischer, der deutlich besser ist, aber auch das Doppelte kostet.

Gruß,

K.
 
Momentan spiele ich via Boss GT-8 in die Stereo-Anlage, was nicht uebel klingt (...) Das Wichtigste ist ein guter Klang (vom Lautsprecher her). Auch die CPX soll ihren Klang gut rueberbringen koennen.
Wenn Du mit dem Sound Deines GT-8 zufrieden bist und einen hohen Anspruch an die Wiedergabe Deiner Akustik stellst, dann schreit das geradezu ;) nach einem Aktivmonitor (für die Band).

-> http://www.musik-service.de/Lautsprecher-Box-RCF-ART-310-A-prx395751709de.aspx
 
Hallo, Koebes!

Du kaufst Dir ein kleines Mischpult...

Die Idee ist so gut und naheliegend, dass ich mich schaeme, nicht selber darauf gekommen zu sein. :)

Röhrenamps brauchen eine gewissen Grundlautstärke, damit sich die Röhre "lohnt", d.h. damit der Amp seinen Klang entfalten kann.

Das habe ich befuerchtet... dann verwerfe ich diesen Gedanken direkt.

Nach dem Mischer schaue ich mal, er darf noch nen Reserve-Kanal haben und etwas Effekt fuer die Stimme. Aber damit wird es hier ganz off-topic.

Vielen Dank!

Schoene Gruesse...


Bjoern
 
Hallo, Sticks!

Der Aktivmonitor waere sicher eine gute Idee, aber bevor ich so etwas anschaffe, muss ich erst wieder eine Band finden. (Nicht so leicht, hab aus Zeitmangel bisher nicht mal gesucht...) Im Endeffekt haengt das ja auch von der vorhandenen Anlage ab.

Ich denke, der Mischer hilft beim Ueben und Recording, der Rest findet sich irgendwann von allein.

Schoene Gruesse...


Bjoern
 
Ich habe noch mal nach dem Mackie-Mischer gesucht, aber der ist wohl teuerer, als ich in Erinnerung habe. HIer ist das Stück:

Mackie 802 vlz3

Ich kenne aber sonst eigentlich keine Kleinmischer so richtig, Mackie ist halt so eine Hausmarke von mir. Effekte würde ich separat kaufen, die integrierten Lösungen sind meistens nicht so das wahre, vielleicht ein Microverb gebraucht...

K.
 
Hallo bscon,

also für zu Hause verwende ich folgendes: Zwei kleine aktive Monitorboxen von Edirol, einen kleinen Mischer (the t.mix) und mein Korg ax3000g. (in deinem fall dann das gt-8)
Ist optimal finde ich. Laptop und Pedal laufen über die monitorboxen und du kannst daheim in optimaler Lautstärke wunderbar üben.

Im Proberaum hab ich dann den Amp stehen. So musste auch nix schleppen wenn es wieder band-mäßig soweit ist.
Kostentechnisch hab ich für daheim (also für boxen und mischer) so knapp 180€ gezahlt glaub ich.

Für mich war das die beste Lösung. Kann ich nur weiterempfehlen.

MfG
 
Hi bscon, ich spiele auch ein GT-8, und kann Dir nur empfehlen, zumindest ein Geraet mit echtem Gitarrenspeaker mit in die Signalkette einzubinden. Im Bandgefuege zahlt sich das sehr aus, da das GT-8 da direkt ueber die PA oder Monitore gepspielt oft sehr schnell unter geht oder einfach sehr unangenehm klingt.

Grund dafuer sind die recht schlechten Speakersimulationen im GT-8, die immer dazu fuehren, dass alles klingt, als haette man vergessen, das Wah auszuschalten (ja, es ist aus :D). Das geht mir mittlerweile so auf den Nerv, dass ich die GT-8 Ampsimulationen und Zerren nur noch in Verbindung mit Gitarrenamps benutze, die das Signal noch relativ stark einfaerben, beispielsweise einen Fame GTA-15 (Fender Pro Junior Klon, 15W Vollroehre mit 2xEL84) oder ein leicht crunchig eingestellter Peavey Rage158 Uebungsamp - allerdings an einer richtigen Box mit 12" Gitarrenspeaker. Das Wichtigste in der Kette ist fuer das GT-8 der Gitarrenspeaker, damit Du eben nicht sie Speakersimulationen des GT-8 benutzen musst.

Noch besser klingt natuerlich ein "echter" Amp, komplett ohne die Ampsounds vom GT-8. In Deiner Preisklasse gibt's da so Einiges an Moeglichkeiten... Allrounder waeren da so Sachen wie die Laneys (LC30II, LC50 - kriegste gebraucht gut unter 500), Peavey Classic 30 (gebraucht so 400 rum) oder z.B. der H&K 25th Anniversary Tube, der schon neu an den 500 kratzt.

Ich wuerde Dir auch insgesamt keinen Modeller empfehlen, da Du hier in den meisten Faellen noch nen teueren Zusatzfusschalter brauchst, um das Geraet bandtauglich zu machen, und Du bei puristischeren Transistor- oder Roehrenamps in Kombination mit dem GT-8 einfach mehr fuer Dein Geld bekommst.
 
Es gibt wenig Auswahl an gescheiten Röhrenamps in der Preisklasse. 25 Watt aufwärts wirst Du der Erfahrung nach für Bandproben brauchen, daher fallen die ganzen 5 Watt Verstärker aus, die sind für zuhause und für Aufnahmen gedacht.
Die Einstellmöglichkeiten der 5W Amps sind meist etwas mau, und Clean wird etwas schwierig, vor allen Dingen im Proberaum. Wenn man Endstufenzerre haben will bestimmt keine schlechte Wahl.
Kennt jemand was in der Wattklasse was, das von den Einstellmöglichkeiten mit den großen Amps mithalten kann ?
Generell ist das Problem, dass ein Röhrenamp, der im Proberaum okay ist, zuhause zu laut ist und der Heim verstärker im Proberaum zu leise. Röhrenamps brauchen eine gewissen Grundlautstärke, damit sich die Röhre "lohnt", d.h. damit der Amp seinen Klang entfalten kann. Mein Amp hat nur 22 Watt, den kann ich aber zuhause schon nicht mehr betreiben, weil er viel zu laut für ein Mietshaus ist.
Egal welcher Amp: er wird laut und leise jeweils anders klingen. Bei Zimmerlaustärke kommt halt kein Drücken in der Magengegend, und die Hosenbeine flattern auch nicht. Ich hab weder mit meinem 2553 noch mit dem JVM410 Probleme, leise zu spielen. Der Klang ist etwas anders. Und da muss man halt ein wenig gegenregeln. Leise kann ich z.B. wesentlich mehr Gain geben ;). Diese Einstellungen sind im Proberaum nicht zu gebrauchen. Die grundsätzliche Soundfärbung findet eh in der Vorstufe statt. Das einzig wirkliche Problem seh ich in den Speakern: Einige brauchen durchaus ein wenig Feuer unterm Arsch um gescheit zu klingen. Da eignen sich für leise imho 10"er besser als 12"er.

@BScon:

Ich hab daheim ein Audiointerface am Rechner, das hat mehere Eingänge. An einem klebt eine J-Station (ist die mit dem GT-8 vergleichbar ?) am Stereo Line in, und hab dann noch zwei Mic/Line Eingänge frei. Da geht dann Playback via Rechner oder einer sonstigen Quelle, inkl. Aufnehmen etc. Dazu noch nen guten Kopfhörer(z.B. DT770m), und schon kann ich daheim lärmen. Für Laut in echt steht noch ein 2553 hier. Dank Mastervolume und 1965B (4x10") auch leise kein Thema. Laut geht natürlich auch. Bei Endstufenzerre ist der mit 50W selbst im Proberaum noch viel zu laut ;).
Für den Einsatz in einer Band wirst du Line/Mic am Amp voraussichtlich nicht brauchen. Dafür sollte eine kleine PA da sein. Ich nehm halt für daheim anderes Equipment als im Proberaum. Die meisten die ich mit GT-8 kenne fahren eher wie es bei Racks üblich ist. Preamp -> Effekte -> Endstufe -> Gitarrenbox. Wobei GT-8 ja sowohl als Preamp als auch Effekt ist. Dann würde bei dir noch eine passende Endstufe und eine Box fehlen (vielleicht sogar stereo ?). Allerdings kann ich hier keine Empfehlungen aussprechen da ich eine solche Konstellation nicht im Einsatz habe. Schon mal durch den GT-8 Userthread gewühlt ?

Und zum Thema: Modelling oder klassisch Amp ist eher eine Geschmackfrage. Ersteres bietet verdammt viele abrufbare Sounds, die häufig 90% oder mehr der Originale bringen. Im Bandkontext werden die meisten nicht in der Lage sein, das soundtechnisch auseinander zu halten.
Die meisten Presets von Modellern neigen dazu, mit vielen Effekten zu glänzen und dadurch unpräzises Spiel zu verdecken. Wenn man die Effekte wegdreht wird gnadenlos wiedergeben, was man sich da für einen Bockmist zusammenspielt. Ich hab den Eindruck, das Röhren i.d.R. da noch gnadenloser sind. Ja, manchmal verfluche ich das, aber es trägt zur Verbesserung des Spiels bei.

Als Resumee deine Möglichkeiten:

1. GT-8 mit Endstufe und Gitarrenbox zum Proberaumequipment aufwerten. Das ganze ist sehr universell einsetzbar.
2. Einen separaten Amp kaufen. Das kann vielleicht einen authentischen Sound liefern. Aber das hilft dir nur dann, wenn du deiner Sache sicher bist. Zum jetzigen Zeitpunkt wüde ich dir davon eher abraten.
3. Einen Amp kaufen, an dem du das GT-8 weiterverwenden kannst. Da hast du dann die Sounds deines GT-8 plus die Sounds vom Amp (und in Kombiantion). Da kamen ja schon einige Beispiele.
 

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