Akzentuiertes, spannendes Gitarrenspiel

von Hoetsch, 14.08.17.

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  1. Hoetsch

    Hoetsch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #1
    Hallo,

    ich möchte euch gerne fragen, wie ihr das so mit dem Arrangement der Instrumente, insbesondere der Gitarre(n) bei selbst komponierten Songs macht. Leider habe ich die Tendenz, in unserer Band (Bass/Gitarre/Drums) immer so zu spielen, das möglichst keine Lücken entstehen. Das mache ich mit versch. Effekten und natürlich auch mit entsprechend ausgefülltem Gitarrenspiel. Ich weiß das dies suboptimal ist und quasi alle Stücke relativ "vollmüllt". Will heißen: alle Stücke hören sich ähnlich an. Habt ihr hier Tipps für mich? Youtube? ähnliche Threads? Ich muss mich damit auseinandersetzen....

    Danke
    Hoetsch
     
  2. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #2
    Die frz. Haute Cuisine sagt Dir doch was, oder? Jeder unvoreingenommene Beobachter würde doch meinen, dass solche Gerichte "Beschiss" sind, denn da wird auf einem großen Teller serviert, worauf sich ein kleines Häuflein Essbares einfindet. Zwar schön dekoriert, aber irgendwie nichts gegen den (großen) Hunger. Und trotzdem macht diese Küche Furore und jeder möchte mal davon probieren. Woran liegt das?...

    Du siehst bei Deinem Gitarrenspiel zu, dass der Teller schön voll ist, so wie beim Bauern. Egal was drauf ist. Können auch im Übermaß Kartoffeln sein. Nun kann man durch solcherlei Vorgehen zwar den großen Hunger bekämpfen, aber keine Kunstfertigkeit erlangen, denn die fragt nicht nach der Menge, sondern nach der Positionierung auf dem Teller. Wenn Du also beginnst, den gesamten Song als Kunstwerk wahrnehmen zu wollen, also den Teller, im übertragenen Sinne, musst Du die Instrumente an den richtigen Ort positionieren und sie geschmacklich ergänzen. Ich würde sowas etwas platt als Aufbau einer Spannungskurve betrachten. Das kann auch ruhig immer die gleiche Melodie sein, die dann jedoch mit Zwischentönen und anderen/zusätzlichen Instrumenten garniert wird. Auch scheinbar leere Passagen können Spannung aufbauen, ja gerade die! Wenn Du sie geschickt positionierst oder einrahmst, bis Du schon ein ganzes Stück weiter.

    Ich könnte hier so fortfahren mit meinen Empfehlungen, aber das ist nicht die Hilfe, die Du brauchst. Du musst Deinen Fokus auf die Musik verändern. Trachte nicht nach einem möglichst vollen Teller, auf dem keine Lücke mehr aus Angst vorm Verhungern existiert, sondern nach Klängen und Kombinationen, die dem Ohr schmeicheln. Und wenn das nicht gelingt, so ist der Song nichts. Du musst entwickeln anstelle aufzuschichten. Sei ein Künstler und kein Bauer.

    PS: Alle Landwirte unter euch sollten sich selbstverständlich durch meine Wortwahl nicht diffamiert fühlen, denn ich meine mit dem Ausdruck keinesfalls den heutigen Berufsstand, sondern die Metapher eines grobschlächtigen, einfachen Lebens aus dem 19 Jahrhundert. :D
     
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  3. Hoetsch

    Hoetsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #3
    Danke für den "bäuerlichen" Rat. Ja du beschreibst das Problem sehr genau!:great: Jetzt muss ich mich "nur" noch in die Lage versetzen, meinen Fokus zu verändern. Dann wäre ich genau da... Aber wie schaffe ich das? Gibt es sehr exemplarische Beispiele zur ersten Orientierung? Oder Lektüre über die "andere" als die technische Betrachtung zur Komposition eines Songs?
     
  4. Brocke

    Brocke Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #4
    Ist glaube ich schwierig hier Tipps zu geben ohne die Musik zu kennen. Lade doch mal ein Beispiel hoch.

    Gruß
    Jörg
     
  5. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #5
    Ich bin wahrlich kein guter Gitarrist, so dass ich Dir hier kaum Tipps zum Einsatz von Gitarre im Speziellen geben könnte, aber mich erstaunt es immer wieder, dass ich im Zusammenhang mit Recording vieles hinkriege, was einen Song spannend gestaltet. Natürlich setze ich dafür alle mir zur Verfügung stehenden Instrumente ein. Nicht falsch verstehen: nicht alle gleichzeitig, sondern so wie eine Auswahl von +/- exotischen Gewürzen aus dem Gewürzbord. Und wenn ich den Eindruck habe, da fehlt eine gewisse Geschmacksnote, besorge ich mir auch das entsprechende Instrument (z.B. eine Shruti Box, um einen speziellen Drone Sound zu verwirklichen). Mich graust es, wenn ich nur Pfeffer und Salz und Oregano im Schrank habe. Damit kriegt man nur (lecker) Rührei hin und kaum Exotisches. Verstehst Du was ich meine? Ich habe früher ausschließlich Gitarre gespielt und viel für und mit Gitarre komponiert, aber heute setze ich sie nur punktuell ein oder als ein "Gericht, das auf Gitarrengeschmack" hin ausgerichtet ist. Das mag mal 1 Song sein, aber nicht alle.

    Ich verstehe aber, daß es bei Dir um die Möglichkeit der Entwicklung und Etablierung von Techniken geht, die sich zunächst auf das Instrument Gitarre beziehen (sollen), was aber nur eine Etappe des Weges weiterhilft. Um wirklich spannend zu komponieren, brauchst Du mehrere Gewürze...

    Vor 2-3 Jahren bin ich durch Zufall mal bei U-Tube auf Beiträge des ehemaligen Gitarristen von The Police gestoßen, Andy Summers. Ich fand seine Erklärungen damals sehr erhellend und interessant. Heute habe ich mal geschaut, ob ich den entsprechenden Beitrag wiederfinde, kann das aber nicht mit Bestimmtheit sagen. Gefunden habe ich eine Art "Guitar Lesson" in mehreren Teilen, die Andy Summers online gestellt hat, allerdings habe ich das mangels Zeit nicht vollständig angesehen.

    Ich gehe mal davon aus, dass Dir seine Hinweise zur Spieltechnik ein paar gute Anregungen geben können. Du solltest das sehr ernst nehmen, auch wenn es nur kleine Details zu sein scheinen. Er spricht z.B. davon, dass Time das wohl wichtigste Element bei seinem Spiel sei, also Genauigkeit, Phrasierung, etc., erst dann folgen ungewöhnliche Akkorde, bzw. Akkordzerlegungen (Arpeggios); und hinsichtlich der Nutzung von Effektgeräten hält er wenig davon, weil es einen Allerweltsklang bewirkt und keinen persönlichen Stil fördert. Das nur so als "Keywords", die ich eben so mitgenommen habe. Lohnend also wird sein, sich die Guitar Lessons von Andy Summers mal reinzuziehen und sich ein paar Gedanken dazu zu machen. Wie gesagt, das ist so der Tipp, den ich Dir in Bezug zur Gitarre geben kann.

    Gruß,
    rbschu
     
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  6. Hoetsch

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    Erstellt: 14.08.17   #6
    Okay Summers werde ich mal reinhören/ansehen. Ist sicher auch schon deswegen interessant, weil sie in gleicher Konstellation gespielt haben... ich erinnere mich: war immer sehr klar die Musik von Police. Meine erste Orientierung war hier ZZ-Top, wo hingegen ganze Schränke voll Effekte eingesetzt werden. Aber ich denke die Ausgangsposition ist auch beim Billy die gleiche wie beim Summers. Timing..
    Ich suche mal ein Stück heraus, was ich hochladen kann...:ugly:
     
  7. B.B

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    Erstellt: 14.08.17   #7
    sorry , doppelpost
     
  8. Hoetsch

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    Erstellt: 14.08.17   #8
    welches Dateiformat ist zum hochladen erforderlich? MP3 scheinbar nicht..
     
  9. B.B

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    Erstellt: 14.08.17   #9
    Das heißt du spielst im Trio ? Naja im Trio muss man ja auch gewissermaßen viel Raum einnehmen. Welche Musik spielst du denn ungefähr?

    Gibbons spielt ja jetzt nicht übermäßig ausgecheckte Arrangements und auch nicht mit viel Effekt , verstehe ich daher nicht...

    Summers kommt von der Jazzgitarre. Daher hat er natürlich interessantere Voicings am Start.

    Ich hätte jetzt empfohlen größere Besetzungen zu hören und zuzuhören was die Gitarristen da so machen, aber wenn du im Trio spielst...

    Möglicherweise hast du die Tendenz alles mit zu vollen Akkorden zudecken zu wollen. Da hilft es zu lernen eine Harmonie mit nur 2 oder 3 Tönen zu repräsentieren bzw eine Bewegung innerhalb einer Harmonie zu erzeugen. Da hilft es wenn man ein bischen mehr horizontal denkt und weniger Vertikal.

    grüße B.B.
     
  10. Hoetsch

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    Erstellt: 14.08.17   #10
    "Welche Musik spielst du denn ungefähr?" Rock/Bluesrock
    "Gibbons spielt ja jetzt nicht übermäßig ausgecheckte Arrangements und auch nicht mit viel Effekt , verstehe ich daher nicht... "... mmmhhh...habe ich eine andere Wahrnehmung
    "Summers kommt von der Jazzgitarre. Daher hat er natürlich interessantere Voicings am Start. " interessante Voicings....das wäre ein Ansatz!!
    "Möglicherweise hast du die Tendenz alles mit zu vollen Akkorden zudecken zu wollen. Da hilft es zu lernen eine Harmonie mit nur 2 oder 3 Tönen zu repräsentieren bzw eine Bewegung innerhalb einer Harmonie zu erzeugen. Da hilft es wenn man ein bischen mehr horizontal denkt und weniger Vertikal." Ja genau das ist die Tendenz die ich meine! Harmonie z.B. mit Powerchords!?
    Würde einen Soundfile hochladen, wenn ich wüsste welches Format!
     
  11. B.B

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    Erstellt: 14.08.17   #11
    ja also......, ähhh, ..................ne:rolleyes:

    Ein Powerchords gibt ja jetzt harmonisch nicht viel her. Genaugenommen ist er gar keine Harmonie...

    Wo soll ich anfangen ohne das es beliebig wird? Es führt glaub ich mal wieder kein Weg an der Theorie vorbei...

    grüße B.B.
     
  12. Hoetsch

    Hoetsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #12
    OK...war wohl eher provokativ..
    ich glaube du meinst die Theorie der Harmonielehre..gell? Theoriebeispiel?
     
  13. B.B

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    Erstellt: 14.08.17   #13
    nenne doch am besten mal eine Song als Beispiel wo genau das passiert was du gerne erreichen möchtest...

    grüße b.b.
     
  14. Hoetsch

    Hoetsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #14
  15. alexanderjoseph

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    Erstellt: 14.08.17   #15
    Mir gefällt deinen Groove. Meiner unqualifizierten Meinung nach liegt das Problem wo anders. ;-) Zumindest bei diesem Song.
    P.S.: Das Solo kannst du noch ein bischen Ausbauen. Als Hilfestellung vieleicht einmal dein Solo singen. (Natürlich zuhause. ;-) ) und als ein Bogen begreifen und nicht als vier Teile, wie in der Aufnahme.
     
  16. Hoetsch

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    Erstellt: 14.08.17   #16
    OK...werde konkreter...??:eek:
     
  17. alexanderjoseph

    alexanderjoseph Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #17
    Wie gesagt, das, was mir gefällt und meiner Meinung nach den Song ausmacht ist der Groove der Gitarre.
    Das gibt dem Bass Platz, den er nicht füllt. Mehr Abwechslung fände ich hilfreich.
    Alledings vermute ich mal, dass der Bassist eurer Band auch der Sänger ist? Zumindestens hast du hier
    keinen Sänger aufgeführt.
    Das macht die Sache kompliziert. ;-)
    Über die Double Bass Drum am Ende würde ich auch noch mal nachdenken, kommt sie doch etwas unvermittelt.
     
  18. B.B

    B.B Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.08.17   #18
  19. nasi_goreng

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    Erstellt: 14.08.17   #19
    Hi,
    ich find's auch in Ordnung wie die Gitarre gespielt ist. Was anderes wäre es wenn jedes Lied so klingt..
     
  20. Hoetsch

    Hoetsch Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.08.17   #20
    Also ganz grob: Groove Drums & Bass. In Ergänzung, Melodie, Fills, .. Gitarre & Stimme . Das ganze spannend und interessant gestaltet und nicht sättigend und überlagert. Gefühl für den richtigen Moment, das beste einzubringen.
     
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