Alter Bass - Besserer Sound?!

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Ich wollte hier mal zur Diskussion bzw. zum Erfahrungsaustausch anregen!
Meine Erfahrung hat mir gezeigt, daß alte Bässe einfach bÄsser klingen.
Ich spiele schon seit längerem nur noch Bässe, die mindestens 20 Jahre alt sind, und in der Zeit auch offensichtlich gespielt wurden (also Arbeitstiere).
Wenn ich einen neuen Bass in die Hand nehme und darauf spiele, habe ich immer das gefühl eines "toten" Tons.:screwy:

Dabei finde ich es sogar gar nicht so entscheidend, welche Marke!
Ich habe schon einen uralten Billigbass besessen, der hat einfach geiler und runder geklungen als jeder noch so tolle Warwick oder Fender oder so in neu!

Naja postet doch mal Eure Meinungen!
 
Eigenschaft
 
*g* wie geil, dass du das Thema grad jetzt öffnest, weil ich grade meinen alten Squier Precision aus den frühen Achzigern wieder rekrutiert habe und mich echt gewundert habe was der für nen krassen Klang hat, im Gegensatz zu meinem relativ neuen OLP. Den OLP benutze ich jetzt nur noch für die harten Rock Sachen und den Preci für den Rest, weil er da einfach Klanglich bässer dazu passt.
 
Ich hab eine MuMan-Kopie (den ich z.Zt. gerade mit einer Aktiv-Elektronik versehe) zum Krach machen und einen (relativ) alten Violin-Bass (1967) für die vielen 60er/70er Sachen, die wir spielen. Um das alte Schätzchen zu schonen, wollte ich mir eine Kopie zulegen, habe aber leider keine gefunden, die klanglich annähernd ähnlich ist. Es sind seit ca. 30 Jahren die gleichen Saiten drauf (Flatwounds, die sich sehr leicht im aufgezogenen Zustand reinigen lassen) und mir ist das gerade bei den heutigen Möglichkeiten in der Fertigungstechnik ein Rätsel. Habe das bisher immer darauf zurückgeführt, daß man diesen Klang heute vllt gar nicht haben WILL. Aber eine Violinbass-Kopie sollte doch auch wie ein Violinbass klingen und das ist halt ein Fossil.:confused:
Wenn das keine subjektiven Eindrücke von uns sind, können das vllt Fachleute wie Heike erklären. Hat vllt was mit Holzalterung oder so zu tun.
 
ich bereuhe heute, meinen alten T-40 verkauft zu haben
aber irgendwann kommt nochmal einer :)

woran das liegt, kann ich nicht ergründen, aber tweipperts Aussage durchaus bestätigen
 
500/1 schrieb:
...und einen (relativ) alten Violin-Bass (1967) .... seit ca. 30 Jahren die gleichen Saiten drauf ...
Aber eine Violinbass-Kopie sollte doch auch wie ein Violinbass klingen und das ist halt ein Fossil ...
Grundsätzlich hast Du sicher Recht, dass eine Kopie (insbesondere eines Violin-Basses, der ja nun wirklich absolut special ist...) sich soundmäßig dem Original annähern sollte. Aber bei 30 Jahre alten Saiten hinkt der Vergleich zur Kopie mit neuen Saiten doch völlig. Hast Du jemals eine Kopie mit Deinen alten Saiten bestückt???????
500/1 schrieb:
Hat vllt was mit Holzalterung oder so zu tun.
Ja ich denke, da liegst Du wohl richtig. Die Auswahl der Hölzer wird bei vielen Instrumenten (insbesondere der unteren Preisklassen) nicht mehr so akribisch betrieben wie früher. Die meisten Tonhölzer sind sicher auch nicht mehr so lange und gut gelagert (man konnte früher auf alte Bestände zugreifen, heute wird ein Vielfaches an Instrumenten hergestellt und gute, alte Hölzer werden knapper).

Außerdem verändern sich die verbauten Hölzer. Instrumente, die nur eingelagert sind, aber praktisch nie gespielt werden, klingen anders als wirklich gebrauchte. In unserem Lager (d.h. vorwiegend elektrisch verstärkte Instrumente) kommt der Gesamtsound aus der unüberschaubaren Kombination von klangbeeinflussenden Komponenten. Musiker, die fast ausschließlich akustische Instrumente spielen, berichten aber immer wieder davon, dass erst nach einigen Monaten ihr Instrument das gesamte Klangspektrum entwickelt, also seinen eigenen Charakter gezeigt hat. Beeinflussende Faktoren sind da natürlich der Saitenzug, die einwirkenden Schwingungen, die allgemeine Handhabung (Lagerung und Pflege) etc.

Das alles führt zu mikroskopischen Rissen im Lack, Leim, sogar im Holz selbst. Behindert z.B. eine Schicht Lack eine natürliche Partialschwingung des Instruments, arbeitet sich das Material durch das Bespielen an dieser Stelle regelrecht frei. Das bedeutet natürlich nicht, dass da jetzt "der Putz abbröckelt", solche Stellen sind mit technisch aber vermutlich lokalisierbar. Im Ergebnis offenbart ein gebrauchtes Instrument einen anderen Charakter, als ein vergleichbares neues (2 exakt gleiche Instrumente kann es ohnehin nicht geben, so dass ein A/B-Vergleich für diese Beobachtung schwierig wird). Ebenso lässt sich durchaus vermuten, dass ein Instrument, das von Anfang an permanent gequält wurde, einen eigenen Klangcharakter besitzen wird (beispielsweise eben nicht "rund, voll und warm").
 
RAUTI schrieb:
Hast Du jemals eine Kopie mit Deinen alten Saiten bestückt???????
Nee, weil ich mir einrede, daß sie ob ihres Alters Bestandteil dieses Sounds sind, den ich haben will und weil ich ihnen keinen Umzug zumuten will :). Auch wenn sich angesichts dieser Logik bei allen Saitenwechsel-Freaks wohl die Fußnägel aufrollen.
Ich kann vllt zu meiner Entlastung anbringen, daß ich dafür bei meinen 'normalen' Gitarren relativ oft wechsle (was aber mehr mit 'der Suche nach dem ultimativen Sound' zu tun hat, als mit ernsthaften Verschleiß-Befürchtungen.
 
In diesen Chor möchte ich gern mit einstimmen. Ich bin zwar im Vergleich zu meinen Lebensjahren noch recht jung an Basserfahrung, aber auch mir ist schon Ähnliches wiederfahren.

Ich habe vor 2 Jahren mit einer preiswerten Preci-Kopie angefangen zu spielen und auch ab und zu mal namhafte Instrumente dieser Bauart in der Hand gehabt. Dann ergab sich vor einem dreiviertel Jahr die Möglichkeit, einen uralten und sogar teils defekten Jaguar-Nachbau von Musima (allerdings mit abgespeckter Elektrik) zu spielen und ich war vollkommen von den Socken vor Begeisterung. Kurzum, ich habe dem Typen das Teil abgeschwatzt und meinen "alten" neuen Bass an meinen Sohn weitergereicht, weil mir daran wirklich schlagartig der Spaß vergangen war.

Genau so ging es mir auch mit einer alten abgekämpften und wild umgebauten E-Klampfe, deren Herkunft nicht mehr festzustellen ist (ich vermute aber Musima Elgita).

Ein drittes Beispiel aus einem ganz anderen Fach ist meine Marschtrommel vom NVA-Wachregiment. Die hat sicher schon so manche "Schlacht" geschlagen, klingt aber um Welten besser als all die vielen hochwertigen modernen Teile, die ich auch schon in Händen hatte.

Jawohl ich meine auch, alte Instrumente können Charakter haben, der nicht nachzubauen, sondern nur "hineinzuspielen" ist.

Gruß,
Hendrik
 
Krude schrieb:
Genau so ging es mir auch mit einer alten abgekämpften und wild umgebauten E-Klampfe, deren Herkunft nicht mehr festzustellen ist (ich vermute aber Musima Elgita).

Habe das selbe Teil,seltsamen Verarbeitung,aber der Ton war recht gut...trotz SCs klang sie recht warm...hatte zwischenzeitlich einen yamaha-singlecoil drin,und er klang nicht annähernd so.
 
Don Fettochini schrieb:
hatte zwischenzeitlich einen yamaha-singlecoil drin,und er klang nicht annähernd so.

meinst du damit, dass die elektronik auch erst "eingespielt" werden muss oder einfach nur von der qualität der tonabnehmer?

ich mit meinen 17 lenzen kann jetzt bei euch großen zwar noch nicht mitreden, finde die diskussion aber sehr interessant, weiter so *schleimschleim*
 
ALso ioch spiel lieber mit etwas älteren Instrumenten.
Ich hab nen 73er Kasuga, nen 74er Aria und nen 76er Höfner.
Das sind noch richtige Instrumente mit Ecken und Kanten, klingen aber auch super
 
die sache mit dem "einschwingen" des holzes ist nicht ganz von der hand zu weisen. manche sagen zwar, das sei überbewertet oder gar humbug, aber das glaube ich nicht. ich bilde mir ein, dass meine instrumente mit zunehmendem alter besser klingen.

zum thema saiten:
ich habe auf meinem hauptbass auch flatwounds. die klingen, im gegensatz zu roundwounds, mit zunehmendem alter tatsächlich besser. sie sind teil des instruments und damit des sounds, also sehe ich keinen anlass, sie zu wechseln.

hatte zwischenzeitlich einen yamaha-singlecoil drin,und er klang nicht annähernd so.
das liegt - denke ich - weniger am alter als an den pickups an sich.
 
fourtwelve schrieb:
ich habe auf meinem hauptbass auch flatwounds. die klingen, im gegensatz zu roundwounds, mit zunehmendem alter tatsächlich besser. sie sind teil des instruments und damit des sounds, also sehe ich keinen anlass, sie zu wechseln.
OT on **
wenn's jetzt nicht Briefbomben hagelt von den Saitenpäpsten, weiß ich's nicht. Mach dir schon mal Gedanken, wie wir aus der Nummer wieder rauskommen...:rolleyes:
** OT off
 
also ich konnte ncoh nie feststellen, dass alte instrumente besser klingen, im gegenteil!

das ist daher so dermaßen subjektiv dass man die frage mit nein beantworten kann, da zwischen klang und alter kein fester zusammehang besteht
 
Also ich finde auch, dass mein Bass immer besser wird, irgendwie runder. Holz ist halt einfach was organisches. Wenn das immer Schwingungen unterlegen ist, ändert es sich vermutlich auch noch ein Bisschen im Laufe der Zeit. Passt sich sozusagen an. So stelle ich mir das vor.

Ich könnte mir vorstellen, dass teure Bässe besser werden mit dem Alter, billige schlechter oder gleichbleibend, weil die Verarbeitung dort keine wirkliche Konstante darstellt.

Zum Thema Saiten:
Da bin ich mit fourtwelve einer Meinung! Aber nur für Bundllos. Bei Bünden fehlt einfach irgendwann zuviel an Brillianz.

Grüße
Till
 
Also ich würde sagen sie klingen nicht besser sondern schlechter!
Sie haben alle durch das einspielen ihren sound verändert (macken etc.), das einschwingen des holzes kommt noch dazu, und diese macken und "charakterzüge" werden von uns halt als wohlklingend wahrgenommen. (vielleicht auch weil wir wissen wieviel blut und schweiss da so drinstecken)
 
Ich setz noch einen drauf, hehe... Jetzt wird's esoterisch:

Wenn ich einen Bass länger nicht spiele (sagen wir mal 3 Wochen), dann braucht der auch erst wieder ca. 2 Stunden zum warm werden. Aber vielleicht bin das dann eher ich, der die zwei Stunden braucht ;)
 
ich kann dazu nur sagen: definitiv ja!
bei meinem warwick, den ich selbst 3 jahre eingespielt habe, ist das ganz klar der fall, er klingt einfach bässer, vom bässeren spielgefühl mal ganz abgesehen. ganz krass hab ich das bemerkt, als ich in nem laden exakt das selbe modell meines warwicks in der hand hatte und dieser völlig anders klang, als meiner! irgendwie lebloser, nicht so füllig und warm wie mein eingespielter.
meine 77´er fender preci bewies mir das gleiche. er hat eine unglaubliche wärme im klang, einfach richtig schön rund und growly, wie ich noch nie einen fender gehört habe.
ich bin auch überzeugt, dass eben das alter und die eigenresonanz des holzes dafür verantwortlich sind. ich halte das ganze keineswegs für voodoo, es gibt ernsthafte wissenschaftler, die sich damit beschäftigen. (siehe zb g&b, ausgabe 10/2005) da hat udo pipper einen sehr interessanten artikel über dieses thema geschrieben, zb über die c37 theorie. jimmy page lagert seine gitarren zb im keller ein, wo sie 24h am tag von marshallboxen mit musik beschallt werden, damit sie bessere schwingungseigenschaften bekommen. inwiefern letzteres als voodoo zu bezeichnen ist sei jetzt mal dahingestellt...
der letzte schrei einem neuen instrument vintagequalitäten einzuhauchen ist momentan eine von der finnischen gitarrenschmiede ruokangas verwendete technik, die sich thermo treatment programm nennt, bei der die hölzer des instruments in eine art sauna gepackt werden wodurch sie jegliche feuchtigkeit verlieren und danach langsam wieder unter raumluft im zuge einer speziellen lagerung ihre feuchte wiedererlangen. crazy!
ich könnte stunden weiter philosophieren...:D
 
Da waren wir Klampfer schon schneller mit den Threads :D
Es gibt ein Verfahren - Klangoptimierung - mit der das Holz sich richtig einschwingt, was ja gewissermaßen bei alten Instrumenten der Fall ist (Hinzu kommt aber natürlich auch die Holzqualität von damals. Heute gibts ja alle möglichen Auflagen bei Hölzern wegen Naturschutz).
Wens interessiert, der kann sich dies mal durchlesen und den Link besuchen. Der Besitzer dieses Klangoptimierungsstudios meldet sich auch einige Male zu Wort.


https://www.musiker-board.de/vb/showthread.php?t=116&highlight=klangoptimierung
 
Also auf mich haben alte Instrumente (noch) nicht diesen süchtig machenden Einfluß wie bei einigen anderen hier. Ich muss mir aber eingestehen das gerade etwas ältere Instrumente einen viel größeren Charme versprühen als ein fabrikneuer Ibanez sonstirgendwas :)
 
Ich würde nicht behaupten wollen, dass einer meiner Bässe vor 10 Jahren anders geklungen hat als heute. Ich bezweifle auch, dass das überhaupt möglich ist. Immerhin müssten alle äusseren Bedingungen ja identisch sein. (Amp, Ampeinstellungen, Box, Position der Box im Raum, Position des Bassers im Raum, Saiten etc.)
Wenn man einen Unterschied wahrzunehmen glaubt, dann liegt das wohl eher an einer mittlerweile vielleicht ausgereifteren Anschlagtechnik.Is ja auch nix Schlechtes.

Tut mir leid, mich muss man erst noch vom "Einspielen eines Instruments" überzeugen, zumindest mal wenn es um solidbody Instrumente geht. Mein Eindruck ist eher, dass nostalgische Gefühle da das Beurteilungsvermögen trüben.

Wie gesagt, nur meine Meinung.
 

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