dann nenn mal einen Akkorktypus der eine alterierte Quinte hat, bitte
Hallo zusammen,
bin nur mal kurz hier hereingestolpert, weil ich einen themengleichen Faden im Akkordeon-Forum (aus Sicht des spieltechnisch eingeschränkten Stradellabasses) behandle:
https://www.musiker-board.de/spielt...-alterierter-akkord-wie-spielt-ihr-g7alt.html .
Neben der Ganztonleiter (mit zwangsläufig echter #5) fällt mir hinsichtlich echt alterierter 5 da auch noch die alt.dom Skala ein (
http://en.wikipedia.org/wiki/Jazz_scale#Altered_dominant_scale bzw.
http://en.wikipedia.org/wiki/Altered_scale ); oder die half-dim Skala (
http://en.wikipedia.org/wiki/Half_diminished_scale ); oder die lokrische Skala (
http://en.wikipedia.org/wiki/Major_Locrian_scale ); um nur ein paar zu nennen...
Oder anders betrachtet:
Da der 5. Ton der Dominante dem 2. Ton der Grundtonleiter (Tonika) entspricht, ergibt sich ein b5 diatonisch auch unmittelbar aus der verminderten Sekund (b2) der phrygischen Skala; oder aus der enigmatischen (
http://de.wikipedia.org/wiki/Enigmatische_Leiter ). Und wenn auch nicht diatonisch, so doch real existierend, kann ein #5 gleichartig aus einer übermäßigen Sekund (#2) abgeleitet werden (siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Heptatonik, insb. dessen lit. e; oder pentatonischen Strukturen); etc...
Aber vielleicht läuft es damit so wie mit den Aussagen mancher Musiktheoretiker, dass es einfach keine übermäßigen Septakkorde gäbe (ich glaube, sie argumentieren, weil es diatonisch keine übermäßigen Intervalle gibt), oder keine verminderten Septakkorde gäbe (weil es sich dabei immer um verkürzte dom7b9-Nonen-Akkorde handelt), etc. Und natürlich gibt es (gewaltige) klangliche Unterschiede zwischen b5 und #11, bzw. zwischen #5 und b13. Wenn man aber einen (Jazz)Akkord aus dem insgesamt verfügbaren Tonvorrat der Skala aufbaut und einige signifikante Töne auswählen muss, weil man eben nicht alle spielen kann, dann verschwimmen die Grenzen doch ziemlich. Der Jazz dürfte sich von dieser engen Sichtweise schon lange losgelöst haben, und schlecht klingt er deshalb doch nicht?
Natürlich kann man immer umdeuten (auf #11, b13), aber ich denke es gibt doch ausreichend Gründe, um von echt alterierten Quinten in Akkorden zu sprechen, und dies dürfte generell auch von klassischen Werken zur Harmonielehre nicht geleugnet werden.
lg,
Walter