[Amp] Fender '59 Bassman LTD

von Stratspieler, 21.03.20.

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  1. Stratspieler

    Stratspieler Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.04.20   #21
    Na, dann eben einfach so: :)

    DSC07136.JPG

    Eigentlich hat dises Foto nur noch Symbolcharakter: "Es gehört halt zusammen".

    Mit Abschweifungen habe ich kein Problem - genau - wir unterhalten uns, man plaudert etwas. Verbindende Sozialkompetenz in heutigen Zeiten. ;)

    Und andererseits deutete ich selbst das ja auch obenstehend an, wie so ein Bassman im Vergleich zu vielen anderen Amps den Charakter der angeschlossenen Hardware herausstellt. Das passt m.E.n. schon gut hier rein.

    A propos andere Amps, aber die folgende Ausage ist keinesfalls verallgemeinernd, sondern eher nachdenklich zu sehen: Wenn ich so speziell die alten und neuen Fender-Amps, die ich im Laufe der Zeit schon auf meinem Werkstatt-Tisch hatte, mal so gedanklich 'ne klangliche Revue passieren lasse... Alte BF- und SF-Amps haben neben auch dort vorkommenden Gurken schon ihren eigenen, sehr speziellen, um nicht zu schreiben, sagenhaften Klang, der clean immer wieder begeistert. Da kommen die modernen BF-Reissues, die ich auch schon zur Reparatur und dann zum Test hatte, irgendwie einfach nicht ran. Aber dieser '59 LTD Bassman verblüfft mich, denn der ist erstaunlicherweise zumindest an dem gerade kürzlich auch erst getesteten 59/60er Bassman klanglich sehr nahe dan. Wohlgemerkt, On Stock und als Platinenamp - ich schreibe das mal ganz bewusst mit. Hier stimmt das einfach, was man auch von anderen Usern diesbezüglich schon gelesen hat. Mit diesem RI hat sich Fender im Vergleich zu vielen anderen RI's sehr gut wiedergetroffen.

    @Schneider , da habe ich mir was aus dem www geholt. Siehe Anhang. Ich habe allerdings noch nicht überprüft, ob das, was auf den Plänen steht, auch so im Amp drin ist.
     

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  2. Schneider

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    Erstellt: 03.04.20   #22
    Danke Stratspieler:great:

    R17 ist doch "nur" ein 100KOhm Widerstand. Ich glaub im Original sind es 56 KOhm.

    R12 und R13, sind das Gridstopperwiderstände?

    Der Kathodenfolger ist ja auch ähnlich wie bei einem alten Marshall.
    Ich hatte mal einen JTM 50 glaube ich mit Tremolo. Da war der Slopewiderstand im Tonestack ein 33KOhm Widerstand und der Treble Kondensator hatte 330pF.
    Mit alten Greenbacks klang da alles gut, ob nun Strat oder Les Paul. leider ist mir mal der Amp abgeraucht und ich hatte ihn für wenig Geld verkauft:mad:
     
  3. Stratspieler

    Stratspieler Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.04.20   #23
    Ja, R17 ist im Original nur etwa halb so groß. Nein, R12 und R13 sind Entkoppelwiderstände. Wären sie nicht drin, dann würden sich die beiden Volumeregler gegenseitig zu 100% beeinflussen. So, wie bei einer Gibson-Schaltung mit zwei Pickups, oder so wie in der gezeigten Telecaster Deluxe, wenn Du beide Pickups in Betrieb hast: Drehst Du einen der beiden Volumeregler auf Null, dann ist auch der andere Pickup aus. R12 und R13 sollen nun entkoppeln - jedoch nur etwas. Mit größeren Widerstandswerten wäre das Entkoppeln besser, aber dann wäre die NF-Spannung um so geringer... Ist halt ein sehr simpler Kompromiss. Das ist der Grund, warum man in so einem Amp wie eben auch im JTM45 mit beiden Volumepotis den Sound beeinflussen kannst.

    Was aber viel interessanter ist, ist die Schaltung des Presence-Reglers! Diese und deren Einspeisung in den PI entspricht nämlich NICHT der des "legendären" 5F-6A. Das ist interessanterweise dieselbe Schaltung, die ich auch im Original von 1959/1960 vorfand. Hier das Foto, wo ich den Amp ausmesse bzw. verschiedene Endröhren teste (auf die Unzulänglichkeiten meiner z.T. verwendeten Prüfstrippen wurde ich dankenswerterweise von @ Bierschinken hingewiesen):

    DSC06880.jpg

    Obwohl der originale Amp in seinem Gehäuseinnern auf dem bereits ziemlich vergilbten Bepper 5F6-A drauf hat. Auf dem Foto ist der nur ganz schwach zu erkennen, links bei der Kabelschelle der Netzzuleitung. OK, bei Fenders ließ man damals nix verkommen, also wurde verbraucht, was da ist bzw. der Kunde hat's damals eh' ned gemerkt :D.

    Und ob die Amplöterinnen oder Vertriebler das mitbekommen haben, wenn nachweislich Leo Fender mal wieder in den Amp reinexperimentiert hatte, weiß auch keiner, bis es dann angeblich Forrest White satt hatte und ein Schild aufhängte, auf dem stand, dass keiner ohne seine ausdrückliche Genehmigung Änderungen an den Schaltungen vornehmen dürfe.*

    Der '59 LTD beinhaltet nach Schematic ebenfalls die Transitionschaltung, die an dieser Stelle vom 6G6 stammt: der Presence-Regler wird im Gegensatz zum 5F6-A mit 4,7 KOhm gebypasst. Auch ist der Basiswiderstand am PI mit 6,8 KOhm geringer als der mit 10 KOhm beim 5F6-A. Nur der NFB-Widerstand R27 wurde mit 27 KOhm so belassen.

    Im in #12 verlinkten YT ist ja ein "Shootout" dreier verschiedener Bassmännder zu hören. Inwieweit das wirklich so verschieden klingt, vermag ich nicht zu beurteilen, bin aber skeptisch.

    Naja, und was den Kathodenfolger angeht, da muss man eigentlich nur grinsen - denn der war im Fender eher da, als dann später im Marshall. Da hat jemand die Schaltung übernommen und man weiß höflicherweise lieber nicht, ob er da jemals groß drüber nachgedacht hat, was er da eigentlich übernommen hat... Strenggenommen, also mal nur wirklich rein technisch betrachtet (!), kann man über den Bassman eigentlich nur den Kopf schütteln.

    But so what - er klingt phantastisch. :great:


    * Richard R. Smith, "Fender - Ein Sound schreibt Geschichte", Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG. Hamburg, 1999, S. 194.
     
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  4. Schneider

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    Erstellt: 04.04.20   #24
    Ah ja.
    Doch die verschiedenen Bassmans klingen auch alle etwas unterschiedlich. Die Speaker und Bauteiltoleranzen spielen sicherlich eine Rolle.

    Mich würde mal interessieren, welche Auswirkungen auf den Frequenzverlauf die unterschiedlichen Presenceschaltungen aufweisen.

    By the way, bei meinem Blues Deville sind die Speaker auch ordentlich vom "Zwischenbesitzer" getreten worden. Da ist nix harsches mehr. Eine gewisse Alterung bei den Speakern ist immer von Vorteil:D:great:
     
  5. Stratspieler

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    Erstellt: 05.04.20   #25
    Was bei meinem längst noch nicht der Fall ist. Dessen Fender AlNiCos sind vergleichsweise noch sehr harsch. OK, mein Blues DeVille ist ja quasi noch mehr oder weniger neu, was seine Spieldauer und -intensität angeht.
     
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