Amp-Historie: Seit wann gibt es FX-Loops?

von 25or6to4, 05.06.20.

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  1. 25or6to4

    25or6to4 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #1
    moinsen, mag jemand einmal kurz umreissen, seit wann es ungefähr Send/Return (FX-Loop) bei normalen handelsüblichen (Röhren)Amps gibt? Gab es da irgendeinen Meilenstein, so dass man ggf. sagen kann, mit Markteinführung von XXX im Jahre 19XX verbreitete sich dieses Feature langsam im Produktportfolio der Hersteller? Wenn ich nicht ganz falsch liege, hat man dann doch bis zu diesem Zeitpunkt immer nur volle Kanne alle Pedale von vorne (in einen meist einkanaligen Amp) rein gespielt, mit Ausnahme eines evtl. vorh. Amp-internen Halls bzw. Trem. Gabs da so ein Jahr ab wann man Amps mit FX-Loop handelsüblich kaufen konnte?

    interessiert mich einfach so rein entwicklungshistorisch betrachtet (und sicherlich auch musikalisch/tonal)

    merci!
     
  2. ThisErik

    ThisErik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #2
    Ich kann nur soviel beitragen, ich hatte mal einen Boogie MK2, der hatte send/return. Das war so um 1990..
    Vermute Mesa ist kein schlechter Kandidat der den Loop mit einführte. Halt hochpreisig und dadurch wurde reingepackt was so an Innovation auftauchte..
    Der hatte auch einen regelbaren Lineout..
     
  3. Fischi

    Fischi Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 05.06.20   #3
    Es gibt keinen Zeitpunkt, zu dem man sagen kann, dass FX-Loops plötzlich da waren.

    Auch bei "alten" Vintage-Amps mit 4 "Inputs" (wie z.B. Fender, oder bekannter: Marshall) kann man diese als eine Art rudimentären Loop verwenden.
    Insbesondere bei den alten Marshalls wurden die Inputs gebrückt, um eine gewünschte Sound-Färbung zu erreichen. Wenn man in diese Brücke Effekte mit einfügt, hat man eine Art FX-Loop.

    Dementsprechend: Das ist eine langsame und stetige Entwicklung gewesen.
     
  4. tylerhb

    tylerhb Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #4
    Der klassische FX Loop als Schnittstelle zwischen Preamp und Poweramp wurde Anfang der 80er bei vielen Marshall 2203 als Mod nachgerüstet. Der 2210 kam schon 1983 raus und war afaik einer der ersten Amps mit FX Loop, der in größeren Serien produziert wurde.
     
  5. nasi_goreng

    nasi_goreng Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #5
    Hi,
    ich hab gehört dass hier wohl deutsche Firmen (Echolette und Dynachord) führend waren. Die haben schon in den 60er Jahren FX-Loops für den Anschluss ihrer Hallgeräte entwickelt.
     
  6. 68goldtop

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    Erstellt: 05.06.20   #6
    Hi!

    Eine interessante Frage!

    Der älteste Amp mit FX-Loop den ich (bisher) gesehen habe, war ein spät-60er Selmer "Treble´n´Bass" - da war der Loop mit "Echo" beschriftet :great:


    cheers - 68.



    P.S.:

    Hier ein paar Bilder von dem Modell:

    mkqc5of01ftomsrwc2g1.jpg jzfkycraiddmdzbeaskw.jpg zlh9w17ytaypunbk4qjw.jpg
     
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  7. 25or6to4

    25or6to4 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #7
    Okidoki, dann lag ich gefühlt schon richtig mit „ganz frühe 80er Jahre“ ... hiesse dann im Umkehrschluss, dass sozusagen bis rd. 1982 alle Gitarrentöne die man konserviert oder live gehört hat quasi direkt der Version „vorne rein“ entstammen (mit Ausnahme evtl. sämtl. Studionachbearbeitung). Dann wären die frühen 80er ja in der Tat ein Wendepunkt in Sachen Musiktechnik und entsprechender musikalischer Ausweitung, da gings ja auch irgendwie los mit Digital und Supergain und diesen Sachen.
     
  8. 68goldtop

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    Erstellt: 05.06.20   #8
    Hi!

    Mh, nö, nicht ganz ;)
    Die Besitzer eines Selmer "Treble´n´Bass" konnten schon seit ca. 1968 ihre Effekte einschleifen (siehe post #6) - und ich denke ,da gab es sicher noch andere Hersteller...


    cheers - 68.
     
  9. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 05.06.20   #9
    Ich hab hier grad nen Echolette M40, BJ 59 zum Service hier (der größer ausfallen wird) und der hat bereits eine Schnittstelle wo das dazugehörige NG51 Echo eingeschliffen werden kann....
    Ansonsten war da dann lange Zeit nix bis dann die ersten SplitChannel JCM800 auf den Markt kamen, dort gabs dann erstmals einen (wenn auch ungünstig plazierten weil hinter dem Master liegendem) FX Loop..
     
  10. 68goldtop

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    Erstellt: 05.06.20   #10
    Hi!

    Du bist jetzt schon der Zweite, der Post #6 (inkl. "Beweisfoto") offenbar übersehen hat ;)


    - 68.
     
  11. Spanish Tony

    Spanish Tony Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #11
    Der Einschleifweg kam und dann wurden die Sounds matschiger und effektüberladen. So 80er eben:evil:
     
  12. 25or6to4

    25or6to4 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #12
    hab ich auch gedacht , OK, es gab also bereits Mitte/Ende der 60er sehr selten aber dennoch ab und an ausnahmsweise (Selmer, Dynachord) eine Anschlussmöglichkeit für einen... ich nehme mal an - externen Röhren-Reverbtank oder ein Bandecho, viel mehr hat es da ja an Modulation kaum gegeben. Fuzz, Treble-Booster, Wah kam dann vorne rein, das wird es dann vmtl. bis Anfang der 80er auch schon gewesen sein.
     
  13. InTune

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    Erstellt: 05.06.20   #13
    Ich meine, dass der Fx-Loop mit/durch die breite Verfügbarkeit/Bezahlbarkeit von Digital Delays "kam". Das war Anfang der 90er.

    Kleine Anekdote aus der Zeit: Ich habe mich damals als "Guitar Tech" für eine lokale Metall/Hardrock-Band verdingt und der Gitarrist spielte damals selbst im Probenraum zwei Marshall JMP Fullstacks, die immerhin schon mit Master Volumes, aber ohne FX-Loop waren. Die Signalkette, die er fuhr, war:
    Morley Volume --> Boss Super Overdrive --> irgendein Ibanez 19" Digital Delay --> Marshall Turm 1 und von dessen parallelen Input in den 2. Turm (Vorstufe beider Marshalls auf 11... natürlich! Ein invernaler Lärm...)
    Was, wenn das Delay dazu kam, halt völlig grottig klang, weil das Delay Signal, die volle Zerre der Marshalls draufbekam.
    Der erste Marshall hatte aber neben dem Master Volumen, auch einen Line out (warum auch immer...)
    Ich speiste dann dieses Line Out Signal in das Digital Delay und von dort aus in den 2. Marshall, den ich so clean, wie möglich einstellte. Die Verwunderung bei der dann folgenden Probe war groß, wie differenziert doch ein Delay Sound klingen kann.

    Zumindest zu dem Zeitpunkt war mir schon klar, dass ein Delay hinter eine zerrende Vorstufe gehört.
     
  14. Brazolino

    Brazolino Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #14
    Auf der Website von Orange gibt es folgende Erklärung, die mir zumindest bzgl. der Popularität des FX-Loops ziemlich logisch erscheint:

    The effects loop first appeared in the 1970’s but it was the 80’s that really saw it come to prominence. Why the 80’s? Well…prior to that decade amplifiers only had clean channels and any effects used (more often than not tremolo and reverb) were usually built into the amp. When overdrive and distortion became popular amps began sporting a designated ‘overdrive’ channel and it was quickly discovered that putting effects into the front of the amp, as had been done previously, didn’t necessarily create the desired sounds. The effects loop was created in response to this problem and allowed the placing of effects after the preamp but before the power amp.
     
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  15. 68goldtop

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    Erstellt: 05.06.20   #15
    Äh...

    Nein ;)

    und...

    nochmal nein ;)


    Wie weiter oben schon gesagt wurde, gab es serienmäßige Amps mit FX-Loops bereits ab den späten 50er Jahren :rolleyes:


    - 68.
     
  16. elmwood_3100

    elmwood_3100 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.20   #16
    Ja, so ergibts einen Sinn. Das Selmer Teil hat keinen FX-Loop sondern die zusätzliche
    Möglichkeit ein weiteres Selmer Gerät anzuschießen, auf die Weise konnte Selmer
    dann halt mehr Geräte verkaufen. Es ist nicht so das die Firma Selmer sich darum
    gesorgt hat den schönen Overdrive Sound der 60er Jahre Gitarristen zu retten.

    [​IMG]


    Ansonsten könnte man auch sagen das die ersten Wohnmobile Opel Kombis waren weil man da
    hinten eine zwei Personen Luftmatratze reinpacken konnte ... :tongue:
     
  17. 68goldtop

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    Erstellt: 05.06.20   #17
    Hi!

    Mh...
    Der FX-Loop bei Selmer WAR also gar kein FX-Loop weil Selmer gar nicht den Overdrive-Sound der Gitarristen retten wollte?

    Interessante Argumentation ;)


    Orange war übrigens (damals) auch eine innovative Firma und stattete ihre Amps ab den frühen 70ern mit FX-Loops aus.

    cache_2444798025.jpg cache_2444822938.jpg


    - 68.
     
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  18. InTune

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    Erstellt: 05.06.20   #18
    Alles richtig, ich denke aber, dass tatsächlich erst die breite Nachfrage „Zerre“ und „Delay“ in Kombination, den FX-Return als Feature beim Gitarrenverstärker etabliert hat.
     
  19. 68goldtop

    68goldtop HCA classic amps & guitars HCA

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    Erstellt: 05.06.20   #19
    Hi!

    Es ging hier um die ganz einfache Frage seit wann "handelsübliche Verstärker" mit FX-Loops ausgestattet wurden.
    Antworten wie "ich denke..." oder "ich glaub´ab den 90ern..." sind da doch ganz offensichtlich Käse.

    Aber was soll's :rolleyes:


    - 68.
     
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  20. ~Slash~

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    Erstellt: 05.06.20   #20
    Warum denn? :eek:

    Ich verstehe es so: die Loops gabs erstmals in den 50er Jahren. Den Hype (oder besser die Masse an Gutarristen) gabs in den 80er Jahren.
    Und heute sind sie gar nicht mehr wegzudenken, einige Amps haben sogar 2+ Loops verbaut :eek:
     
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