[Amp] Hughes&Kettner Statesman Dual EL34

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Ok, hier mein versprochenes Review vom Hughes&Kettner Statesman Dual EL34 50 Watt Head. Aktueller Neupreis (laut T): 1190 Euro.

Front:
186099_800.jpg


Rear:
stm_rear071102030126.jpg


Allgemeines:

Es handelt sich hierbei um ein Top mit 50 Watt, zwei 12AX7 in der Vorstufe und zwei EL34 in der Endstufe. Der Amp besitzt 2 Kanäle (Clean, Crunch), mit je einem 3-Band-EQ und eigenem Master Volumne. Außerdem besitzt der Amp einen "Twang" Switch für den Clean Kanal der das Signal "twaniger", also die Gitarre mehr Richtung Telecaster werden lässt. Vergleichbar ist dies mit einem Bright Switch, wie er auf vielen Amps zu finden ist.
Für den Crunch Kanal gibt es noch einen Boost, der nichts anderes macht als die Gaineinstellung zu überspringen und auf voll zu schalten. Schade das dieser nicht einstellbar ist. Wer also Gain schon auf Maximum hat und dann den Boost Switch betätigt wird keine (oder nur eine minimale) Änderung hören.

Außerdem wird ein Footswitch mitgeliefert, mit dem man die Kanäle umschalten kann, für den Crunch Kanal den Gain-Boost aktivieren kann und einen Lautstärke-Boost für Solos einschalten kann, der auf beiden Kanälen wirkt. Dieser Boost ist einstellbar und immer relativ zur aktuellen Lautstärke, sprich es wird zb um die hälfte der aktuellen Lautstärke lauter.

Weiters besitzt der Amp eine Presence, einen (Spring-) Reverb und eine FX-Loop die seriell oder parallel geschaltet werden kann

Verarbeitung:

Bei einem Amp dieser Preisklasse sollte es eigentlich keine Mängel geben und dies ist auch nicht der Fall. Alles wirkt stabil und gut gebaut. Die Regler sind zwar aus Plastik, wirken aber solide und sind auch im Dunklen sehr gut zu lesen.
9/10

Das wichtigeste: Der Sound:

Der Clean Kanal:
Mir persönlich war der Clean Kanal sehr wichtig, denn ich spiele viel Clean (zb Funk) und hier war ein sauberer Ton für mich wichtig. Hier muss ich sagen, dass der Amp meine Vorstellung bei weitem übertroffen hat. Ich finde hier kann sich der Amp durchaus mit meinem Kustom Defender messen (der ja gerne mal mit dem Fender Blues Junior verglichen wird) wenn der Statesman nicht sogar etwas definierter ist. Der Ton ist sauber, rund und man hört jede einzelne Saite schwingen. Ich habe den Amp schon an einer Marshall 4x12 (geschlossen) und an einer H&K 2x12 (offen) gespielt. Hierzu ist zu sagen, dass der Sound bei der geschlossenen Box dumpf wirkt, was aber an den Boxen liegt. Spielt man den Head über eine offene Box (ala Combo) so lässt dies keine Wünsche mehr offen.
Alles in Allem ein super Clean Sound, von dem sich so einige teurere Amps eine Scheibe abschneiden können.
Für einen Amp, der nicht von Fender kommt: 9/10


Der Crunch Kanal:
Hier ist von leichtem Crunch bis ordentlichem Rock alles drin, wobei sich der Sound eher am Britischen orientiert. Ich würde sagen der Klang ist ziemlich in der Mitte zwischen Marshall und Vox angesiedelt. Bei weitem nicht so mittig wie ein Marshall (JVM) aber auch nicht so schreiend wie ein Vox (AC30). Mir gefällt der Sound sehr gut, könnte aber noch ein bisschen mehr in Richtung Vox gehen, ist aber meine persönliche Meinung.
Von sich aus ist der Amp eher weniger für cremigen Blues geeignet, denn er wird trotz der EL34 nie wirklich rund, allerdings habe ich dieses Problem mit einem 40 Euro Digitech Bad Monkey gelöst und jetzt cremt es, dass sich der Amp nicht mehr vor einem Marshall verstecken muss. Man kann hier wirklich sehr viel aus den EQ-Einstellungen herausholen.
Man muss aber auch sagen, dass der Sound bei sehr sehr niedrigem Gain etwas dünn ist. Man merkt deutlich, dass der Amp immer mehr Bässe und untere Mitten entwickelt, je weiter man den Gain aufdreht. AC/DC klang bei mir noch nie so gut und auch sonst bietet der Amp viel Gain. Hardrock oder gar HiGain sind aber absolut nicht drin, da der Amp bei hohem Gain zum matschen neigt. Sollte der Amp ohne Booster gespielt werden so ist der Ton in den ersten ¾ des Gains immer super klar und definiert und auch einzelne Saiten hört man sehr schön schwingen. Allerdings wird der Ton beim letzten Viertel etwas unsauberer und wenn man jetzt auch noch einen Booster davor schaltet um noch mehr Zerre zu erreichen, so wird's doch matschig. Dafür hat man dann Sustain ohne Ende.

Alles in allem so ziemlich das was ich gesucht habe:
Definierter Rock, der nie dumpf oder unpräsent klingt. Auch die Klarheit des Tones bei hohem Gain ist lobenswert. Trotzdem gibt es für mich noch ein bisschen Potential nach oben, speziel was die Gainreserven betrifft (aber gut, der Amp ist nicht für Hardrock gebaut). Die Zerre könnte außerdem bei hohem Gain definierter klingen (nicht so matschen) und auch dass die Cremigkeit fehlt bzw. mir zu wenig ist fällt negativ auf. (was allerdings mit einem Pedal absolut lösbar ist.)
Ich rechne den Sound mit dem Bad Monkey ein und gebe daher: 8/10 (ohne: 7/10)

Fazit:

Der Amp hält wirklich was die Werbung verspricht: "Der Statesman schafft das scheinbar Unmögliche und vereint "Early-Sixties-Open-Back-Clean" und "Early-Eighties-Stack-Overdrive" in einem Gehäuse…"
Ein super Clean (schon fast Fender mässig) und eine solide Zerre machen den Amp perfekt wenn man nicht zwei Amps kaufen will. Der Gain- Boost und der Volumne- Boost machen den Amp super für die Bühne und total flexibel.

+ Super Clean
+ Super Zerre
+ Sound bis ¾ des Gains immer klar und definiert
+ Auch relativ leise spielbar
+ 3-Band-EQ und Master-Volumne pro Kanal
+ Verarbeitung
+ Anschlüsse
+ Flexibilität (dank Boost und Solo-Switch)

- Sound matscht bei hohem Gain
- Hardrock und HiGain auch mit Booster nur sehr bedingt spielbar
- Sound bei sehr, sehr niedrigem Gain etwas dünn
- Cremigkeit fehlt (aber mit Pedal korrigierbar)
- Gain-Boost nicht einstellbar

Ich hab wirklich DEN Allround Amp gesucht und einige testet (zb. Marshall JVM, Vox AC30, H&K Switchblade) und bin beim Statesman geblieben. Wenn man wirklich alles in einem Gerät haben will für einen kleinen Preis (vor allem gebraucht), kommt man um den Statesman nicht herum. Ich bin froh, dass ich auf den Statesman gestoßen bin und werde sicherlich noch viel Freude damit haben.

In einem Satz:
Wer einen Amp sucht, der Clean super klingt, eine rockende Zerre hat und Flexibilität braucht, der sollte sich den Statesman auf jeden Fall ansehen.

Overall: 8/10



EDIT (by foxytom): nach 18 Monaten Praxis-Test gibt es ein neues Review:

https://www.musiker-board.de/review...l-el34-nach-18-monatiger-praxiserfahrung.html
 
Eigenschaft
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schönes Review. :p Aber ich sags ja schon so oft, dass e smir fast schon peinlich ist. :p Wartet doch ein paar Wochen bis ihr Reviews macht. Dann kennt ihr eure Sachen besser, habt euch damit mehr auseinandergesetzt und einfach mehr Zeit investiert.

Gruß, Flo
 
Ja das stimmt schon, aber die Grundcharakteristik hat man schnell heraus
 
Ja aber ein Review soll ja mehr als die Grundcharakteristik darstellen. Du willst den Amp präsentieren, Schwächen und Stärken herausstellen, das ganze Arbeitsgebiet zeigen und Verhaltensweisen bei verschiedenen Situationen beschreiben. Dafür brauch man mehr ein paar Tage. :p

Aber wie gesagt ich mag dein Review eigentlich.

Gruß, Flo
 
Danke. Ja stimmt eigentlich. Aber sollte mir nachträglich noch was auffallen trag ich das natürlich nach :)
 
ich hab ja auch mal mitgelesen gehabt in deinem anderen Thread aber ich weiß nicht was deine Definition von cremig ist.. cremig ist für mich eher der amerikanische Sound, glatter, nicht so harsch und würde jetzt keinen Marshall als cremig beschreiben.. zum Beispiel einen JCM800 und cremig... eher nein

Mal doof gefragt, was für ein Amp ist für dich denn cremig? Vielleicht ist das ja auch nur meine Meinung und alle anderen haben deine :p

Aber sonst, nettes Review
 
ich hab ja auch mal mitgelesen gehabt in deinem anderen Thread aber ich weiß nicht was deine Definition von cremig ist.. cremig ist für mich eher der amerikanische Sound, glatter, nicht so harsch und würde jetzt keinen Marshall als cremig beschreiben.. zum Beispiel einen JCM800 und cremig... eher nein

Mal doof gefragt, was für ein Amp ist für dich denn cremig? Vielleicht ist das ja auch nur meine Meinung und alle anderen haben deine :p

Aber sonst, nettes Review

Hmmm, also wenn ich an cremig denke, denke ich wirklich an Marshall :gruebel:
Sprich viel Mitten, wenig Höhen. Zb Cream, Eric Clapton, Jimi Hendrix, die so viel ich weiß immer über Marshall gespielt haben. Bei Clapton bin ich mir nicht mehr sicher, ob der dann nicht mal auf Fender umgestiegen ist..

(zb: Jimi und Cream)

Wie definierst du cremig?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hm mit Neckpickup joa... okay

wobei wenn ich mich jetzt recht erinnere Eric zu Cream auch JTM45 gespielt hat? So wie Jimi auch und diese auch auf den Fender Bassmännern basieren... Aber hängt da eher auch mit dem Pickup (Neck) und Tonepoti (zurückgedreht) zusammen

Wer was gespielt hat und inwiefern die Amps ähnlich sind mischen sich dann doch lieber die Ampprofis ein.


Kann auch sein das ich hier Halbwahrheiten verbreite was ich eigentlich nicht möchte aber wenn mich jetzt nicht alles täuscht..
 
Cremig? Ist zwar ein komischer Ausdruck, aber ich würd mal sagen cremig klingt der Lead Channel eines Dumble Overdrive Special bzw. der meisten Ableger.

Gruß, Flo
 
Jimi hat im Studio durchaus auch Fender-Amps gespielt (z.B. Twin Reverb).

"Cremig" wär für mich der alte Santana-Sound, und der kam aus Boogie Mk. 1-Amps (also im Prinzip stark gemoddeten Fender-Amps); an Marshall (mit Ausnahme vom JTM45, der ja im Prinzip ein Tweed-Fender-Klon ist) würd ich jetzt mal nicht als erstes denken, wenn ich "cremig" hör - man sollte nicht vergessen, dass Jimi und Konsorten ihre Marshalls ja heftigst mit FuzzFaces, Treble Boostern und ähnlichem anbliesen, und so den Amp-Charakter ziemlich verbogen haben (und ein fettes Fuzz kann auch sehr cremig klingen...)
 
Schickes Review.
Aber habe ich richtig gelesen? Nur zwei Vorstufen? Wat? Wie geht das denn?
 
Schickes Review.
Aber habe ich richtig gelesen? Nur zwei Vorstufen? Wat? Wie geht das denn?
Mit zusätzlichen Transistoren, ist kein Vollröhrenamp.

Zu den schaltbaren Modes: Soviel ich weiß ist der Volume-Boost nur im Drive-Channel verfügbar, sowie der Gain-Boost.

Grüße,
Niklas
 
Zu den schaltbaren Modes: Soviel ich weiß ist der Volume-Boost nur im Drive-Channel verfügbar, sowie der Gain-Boost.

Ja das mit dem Volume Boost stimmt. Gibts nur um Drive-Channel. Muss ich irgendwie übersehen haben
 
Der Threadersteller hat aufgrund 18monatiger Praxiserfahrung ein neues Review geschrieben. Ich habe den Link dazu hier in den Eröffnungsbeitrag kopiert und hier mach ich :zu:
 
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