[Amp] - Roland D-Bass 210

von I'm_Google, 21.07.08.

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  1. I'm_Google

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    Erstellt: 21.07.08   #1
    Review - Roland D-Bass 210


    Roland D-Bass 210
    [​IMG]


    Eckdaten

    • 400 Watt RMS
    • 2 x 10" Neodym-Lautsprecher
    • Bassamp-Modeling: Superflat (für Akustische Instrumente, auch Gitarren), Vintage und Modern
    • hervorragender Compressor
    • 3-Band Equalizer, mit parametrischer Mittenregelung
    • Shape-Taster für Soundvariation
    • Hochtöner mit getrennter Endstufe, getrennt in der Lautstärke regelbar (Regler im Bedienfeld)
    • Optionale Aktive Zusatzbox 115X mit 300 Watt ist einstellbar als Subwoofer (mit Crossover-Frequenz) oder Parallel-Box (Full Range)
    • Eingang mit Wahlmöglichkeit für aktive und passive Bässe zusätzlicher Input für Piezo-Pickups (Akustik- oder Kontrabass)
    • regelbarer Einschleifweg
    • MUTE-Taster
    • MUTE-Footswitch-Option
    • Line-Out, DI-Out (XLR) pur oder mit Ampmodeling/Effekt
    • Tuner Out, Sub Out
    • Leichtlaufende, herausziehbare Rollen, dadurch kann man den Amp schräg stellen

    Produktfoto
    Vorderseite
    Rückseite

    Informationen der Musik-Service Seite entnommen

    Vorwort
    Ich war auf der Suche nach einem Bassverstärker der laut genug ist für eine Band. Erstmal einen Verstärker gesucht der nicht mehr als 500€ kostet, ich dachte an den Laney RB7 für 430€. Er wurde es doch nicht (obwohl ich ihn noch nicht angespielt hatte), dann dachte ich ''gehn ma 'en Schritt weiter''. 600€ für den Marshall MB4210, den habe ich auch angespielt - aber der wurde es auch nicht. Dann habe ich die Verstärker-Idee erstmal verworfen...
    ...und kam dann wieder mit der Idee einen Gallien Krueger RB IV 400 inkl. einer passenden (hochwertigen) 2x10er von GK - auf diese Idee hat mich ein RB2001 Full-Stack gebracht. Na ja, den (kleinen) Gallien Krueger angespielt mit einer GK 4x10er. Der Sound gefiel mir nicht, und irgendwann setzte der Amp aus. Da hinten stand so ein schwarzer Kasten: ''Na ja, gut sieht er ja nicht aus''... der Roland D-Bass 210 ist gemeint. Auf Empfehlung von Andreas (Cadfael), den Bass in den Verstärker eingesteckt und ich wusste es: ''Der wird es''.
    Ich habe noch ein paar Monate überlegt, ob ich wirklich soviel Geld in einen Verstärker investieren soll - und ich habe es auch getan. 1600 DM habe ich ausgegeben - wow...

    Aber jetzt sollte ich mal mit dem eigentlichen Review anfangen!

    Austattung
    Dann fangen wir mal links an: Der Input. Die Eingangs-Buchse ist (wie alle) aus Plastik, man kann zwischen Passiv- und Aktiv-Bass (-10 dB) mittels Taster schalten.

    Die Amp-Wahl. Man kann zwischen drei Models wählen:
    -Superflat: Komplett lineare Verstärkung, keine Verfälschung des (Kontra-)Basses durch den Verstärker. Shape-Taste aktiviert: Der Ton wird dynamischer.
    -Vintage: Dumpfer, stark mittenlastiger Klang. Sehr gut geeignet für Rock, Punk und alles was in diese Gruppe gehört. Shape-Taste aktiviert: Der Klang wird durch starke Mittenanhebung noch fetter.
    -Modern: Badewanne - das ist alles was ich dazu zu sagen habe! Hiermit kann man gute Slap-Sounds erzeugen. Shape-Taste aktiviert: Der Ton wird durch eine noch stärkere Badewanne (Bässe und Höhen werden noch mehr angehoben) aggressiver.

    Als nächstes der Kompressor. Er arbeitet wirklich gut und senkt Pegelspitzen wirklich piekfein ab, sodass jeder Ton gleichlaut ist. Man kann auch die Kompression eines Röhren Amps simulieren (Tube Logic), gefällt mir auch sehr gut - der Ton kommt druckvoller und komprimierter daher.

    Der Drei-Band EQ arbeitet sehr gut. Ich kann viele Sounds aus dem Verstärker rausholen. Auch die parametrische Mitten-Regelung erweist sich als sehr praktisch und bietet noch mehr Einstellungsmöglichkeiten. Die Sample Settings sind ausgesprochen gut und bieten eine gute Basis zum selberformen des Wunschsounds. Was vielleicht indirekt noch zum EQ gehört ist die Tweeter-Regelung. Der Verstärker liefert 80 Watt nur an das Hochton-Horn, dies ist auch bekannt als Bi-Amping. So kann man unglaubliche Slap-Sounds mit beissenden Höhen (was auch durchaus unangenehm werden kann) einstellen.

    Effect Blend (regelbarer Einschleifweg). Was diese Funktion bewirken soll ist mir noch etwas unklar. Tatsache ist, hat man etwas im EFX Send/Return eingeschleift kann man hiermit die Lautstärke der Effekte regulieren.
    Der Power-Switch ist riesig, eine blaue LED verrät ob der Amp an ist, eine (blinkende) rote berichtet ob die Mute-Funktion an ist. Eine Schutzschaltung hat der Roland auch, etwa drei bis vier Sekunden muss man warten bis es los geht.

    So, jetzt wo der Ton verstärkt und klanglich angepasst wurde können wir ihn in die große, weite Welt hinausschicken, dafür haben wir drei Möglichkeiten:
    -Die Speaker, zwei 10er und ein Hochtöner, werden von einem Infrarot-Laser gecheckt. Steuern sie zu stark aus, wird gedrosselt - dann sollte man die Bässe rausdrehen und eher auf die durchsetzungsfähigen Mitten setzen. Auch hilft die IR-Überwachung den Ton so ''echt'' wie möglich (also unverfälscht) zu übertragen wie möglich. Klingen tun sie super, ich gehe mal stark davon aus das sie vom Hause Roland sind - kann es aber nicht mit Sicherheit sagen.
    -Line Out, das Signal wird Post, also hinter der Klangregelung abgenommen, wie dieser funktioniert, sollte jedem klar sein.
    -Balanced Out, hier kann man zwischen Direct (Pre) und Line Out (Post) wählen, einen Ground Lift (um Störsignale zu unterdrücken) kann man zuschalten.

    FFP - Feed Forward Processing. Diese Technik basiert auf den Spruch ''Die Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied''. Dieses FFP analysiert das Bass-Signal und passt alle Komponenten (Vorstufe, Endstufe, Lautsprecher...) an dieses an, sodass man den besten Sound bekommt, auch bei hohen Lautstärken.

    Bedienung
    Die Bedienung ist denkbar einfach, es gibt keinen Schalter dessen Funktion man nicht kennt, einzig der Effect Blend war mir unbekannt aber dafür gibt's ja die Bedienungsanleitung. Die Bedienungsanleitung (eine in DIN A5 auf Deutsch und eine in DIN A4 auf Englisch) ist gut geschrieben, kurz und knapp - auch die Schaltpläne sind gut dargestellt, interessant die mal anzuschauen.

    Verarbeitung
    An der Verarbeitung gibt es absolut nichts zu bemängeln. Auch wenn der Verstärker nur 25kg wiegt, ist er Roadtauglich, das habe ich auch schon (mit Angst und Schrecken) festgestellt. Die Griffe an der Oberseite und die zwei an den Seiten sind stabil, jedoch schneiden sich die seitlichen Griffe (wenn man ihn zu Zweit trägt) in den Handrücken. Die Potis drehen satt und fühlen sich gut an.
    Über das Aussehen kann man streiten - ich mag's, ist mir lieber als ein grün-leuchtendes Top aus England.

    Sound
    Ich kann mit den verschiedenen Amp-Types, dem Kompressor, dem EQ und der Shape-Taste so unglaublich viele Sounds aus dem Verstärker holen. Von einem absolut, porentief reinen Clean-Sound, bis zum mittigen, warmen Röhren-Sound - Grenzen gibt es keine. Was ich toll finde: Selbst bei hohen Lautstärken bleibt der Ton wie er ist - also kein Clippen oder Ähnliches. Voll ausreizen konnte ich den D-Bass noch nicht, und ich denke ich werde es auch nie. Die 1x15er Zusatzbox würde nur der Klangfülle dienen. Wobei eigentlich ist der 15er unnötig. Der Verstärker bietet in Alleingang solche Bässe, da sieht so manche 15er Combo alt aus. Meine bevorzugte Einstellung ist Superflat, der Kompressor auf 15 Uhr und der EQ weitgehendst neutral - den Rest mache ich mit der Klangregelung von meinem Bass. In der Band setzt sich der Amp ohne Probleme durch (zwei Gitarren 100 Watt Transistor, lauter Drummer und 'ne 240 Watt PA). Auch draussen, da wo der Schall nicht reflektiert wird, klingt der Verstärker super.

    Fazit
    Der D-Bass 210 ist ein vielseitiger Verstärker für den Proberaum und Auftritte. Man kann viele Sounds aus ihn rausholen, jedoch muss man dafür nicht rumackern wie ein blöder, ein paar Umdrehungen bei den Potis reichen. Der Sound ist bombastisch gut, auch bei hohen Lautstärken. Trotz der Power wiegt er nur 25kg (wie ein Warwick Sweet 15.2) und ist leicht zu tragen. Und an der Verarbeitung gibt es nichts zu bemängeln - ich kann zwar keinen Blick in die Innereien (Verkabelung etc.) werfen, jedoch glaube ich das da alles sauber montiert wurde.

    Für alle die in die gehobene Mittelklasse (oder gibt's eine Untere Oberklasse? :D) aufsteigen wollen, empfehle ich den Roland D-Bass 210!

    Pro:
    +Klang
    +Variabilität
    +Gewicht
    +Verarbeitung
    +Bedienungsfreundlichkeit


    Contra:
    -beim zu Zweit tragen, schneiden sich die seitlichen Handgriffe in den Handrücken


    Mir kommt das Review ziemlich unvollständig vor, deswegen wird es wahrscheinlich noch Fragen geben - aber ich bin da, und ich warte - also fragt!

    Eine paar Soundfiles gibt's hier. Ich mache gerne noch mehr, sagt mir was ihr wollt (Interpret - Lied) und wie ihr es haben wollt (Bass-, Mitten-, Höhenboost, 60s Bass, Badewanne, Funk Bass, American Deep etc.).

    Bilder stell ich mal zur Vollständigkeit auch rein. Wir machen da aber was Anderes, hoffe das stört euch nicht.


    Alle die sich noch weiter mit dem Thema befassen möchte kann ich diesen Thread empfehlen: https://www.musiker-board.de/vb/verst-rker-boxen/116076-roland-d-bass-210-endlich-lieferbar.html
    Und für alle die noch Fragen haben, allg. zum Thema Roland (im Bass-Bereich) der https://www.musiker-board.de/vb/verst-rker-boxen/277063-roland-user-thread.html

    Danke fürs lesen, ich freue ich schon auf eure Fragen und Wünsche!
     
  2. d'Averc

    d'Averc Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 21.07.08   #2
    nöh, kleinigkeiten - das ist schon :great:.
    lt. bild ist das doch ein 4 band eq, reines biamping kenne ich eigentlich nur i.d.s. einer gesonderten endstufe. wie die roländer das meinen/machen?

    über den effect blend (zumischen?) könnte ich auch nur spekulieren, dass das grundsignal durchläuft und das "effektierte" zugemischt wird. dann müsste das aber m.e. pre-gain erfolgen, bzw. das grundsignal gleichzeitig abgesenkt werden?
    :confused: vll. kennt sich ja diesbzgl. jemand besser als ich aus ... ;)
     
  3. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.08   #3
    Hi,
    das einzige, was mich noch interessiert ist, wie du die Samples gemacht hast. Per Line-Out in die Soundkarte?
    Geben die ein authentisches Bild vom Klang des Verstärklers ab?

    Ansonsten: spitzen Review, aber Captatio Benevolentiae hat ja noch nie geschadet :great:.

    mfG Fidel
     
  4. I'm_Google

    I'm_Google Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.08   #4
    Nein, 3-Band plus der parametrischen Mittenregelung (Frequency). Auf dem Schaltplan sind drei Endstufen zu sehen (in Klammern steht da auch ''TRI-AMP''), 160 Watt pro Speaker und 80 Watt für den Hochtöner.

    Ja genau das bewirkt es, nur verstehe ich nicht warum? Falls man ein Multi als Vorstufe benutzen will? Ich weiss es nicht, sorry.
    Okay, ich habe mal etwas aus der Bedienungsanleitung rausfotografiert (ich hoffe man erkennt's). Also man sieht das wenn man ganz nach links zu ''Direct'' dreht wird der Send/Return umgangen, wenn man auf die andere Seite dreht zu ''Effects'' wird der Preamp (COSM-Amp) Umgangen.

    Per Phones in mein Zoom H2. Das mit dem Line Out hat nicht funktioniert weil es ja das Signal hinter der Klangregelung abnimmt. Das heisst ich hätte ziemlich weit aufreissen müssen - jetzt in diesem Moment fällt mir auf das ich auch einfach einen Dummy in den Phones Out hätte stecken können. Nein, keine Soundprobe der Welt gibt ein authentisches Bild vom Klang eines Verstärkers/Basses ab - ich muss auch ehrlich eingestehen, ich bin wirklich unzufrieden mit den Soundfiles.
     
  5. Fidel

    Fidel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.08   #5
    Das würd ich dann vielleicht noch reineditieren (lassen), zusammen mit der Info, was dir besonders fehlt an den Samples. Ist ja vielleicht gut zu wissen ;).
     
  6. d'Averc

    d'Averc Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 21.07.08   #6
    kann ich nur spekulieren, dass sich vll. div. effekte nicht mit dem modelling/kompressor "vertragen" und das so stufenlos zu- oder weggeregelt werden kann. müsste man wohl im einzelfall ausprobieren.
     
  7. I'm_Google

    I'm_Google Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.07.08   #7
    Je nach dem, wie man es will kann man den Grundsound des Rolands oder den des Effekts dominieren lassen. Wenn du möchtest kann ich morgen (jetzt ist zu spät - Nachbarn) einen Ton aufnehmen (mit angeschaltetem Chorus) und dabei am Regler drehen.
     
  8. Cadfael

    Cadfael HCA Bass Hintergrundwissen HCA HFU

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    Erstellt: 22.07.08   #8
    Hallo I'm Google,

    danke für deinen Review! :great:

    In der Tat eine 3-Band-Klangreglung mit parametrischen Mitten, der dann beim 210er drei Endstufen folgen, die aber "nur" Bi-Amping machen.

    Die Sache mit dem regelbaren Effektweg ist eigentlich ein uralter Hut bei Roland.
    Ich kenne das noch aus den frühen 80er Jahren. Im Grunde ist der Regler wie ein Balance Poti bei einem Bass mit zwei Pickups.

    Vorteil ist, dass das Effektgerät die verschiedensten Sachen machen darf.
    - Liefert das Effektgerät reinen Effekt (wird das Originalsignal als eliminiert), kann ich es mit dem Regler stufenlos hinzu regeln. Den Grad des Mischungsverhältnisses stelle ich mit dem Regler am Amp ein.
    - Liefert das Effektgerät einen Mix aus Original und Effekt, kann ich einzig das Signal des Effektgeräts nutzen und das Originalsignal stumm schalten. Den Grad des Mischungsverhältnisses stelle ich am Effektgerät ein.
    - Soll das Effektgerät aus sein, kann ich es mit dem Regler weg drehen. Damit sind automatisch eventuelle Nebengeräusche eliminiert, da das Signal des Effektgeräts ins leere läuft. Ich habe den puren Amp.
    Zusätzlich sind natürlich auch noch Mischungen aus diesen drei möglich. Die Effektstärke kann ich zudem regulieren ohne das Effektgerät umzutellen. Ein einfaches Drehen am Mischungsverhältnis macht den Effekt stärker oder schwächer.

    Gruß
    Andreas
     
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