Anfänger & Fortgeschrittene beim Akkordeon

von Triole74, 12.08.20.

  1. Triole74

    Triole74 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.20   #1
    Hallo liebe Akko-Gemeinde,

    folgendes Problem beschäftigt mich seit heute und geht mir auch nicht aus den Kopf. Ich möchte mich gerne in einen Oberkrainer Workshop einschreiben. Zielgruppe gemäß Ausschreibung sind fortgeschrittene Musiker (Akkordeon, Bariton, Gitarre, Klarinette, Trompete, Steirische Harmonika). Habe heute den Termin mit meiner Frau abgesprochen aber sie merkte an und fragte mich: "Bist Du überhaupt ein fortgeschrittener Spieler oder eher Anfänger". Jetzt frage ich mich natürlich, wo sehe ich mich. Gibt es eine Sache mit der man eindeutig sagen kann, bin ich ein Anfänger oder Fortgeschrittener. Zum Beispiel die und die Spieltechnik muss man beherrschen, dann ist man kein Anfänger mehr. Ich habe nämlich keine Lust auf ein Workshop zu fahren, wo mich dann alle und alles in Grund und Boden spielt Das ist dann das Geld nicht wert und auch demotivierend. So stelle ich es mir zumindest vor. Muss dazu sagen, ich war noch nie auf einem Akkordeon Workshop. Zur Orientierung, spiele zur Zeit ausschließlich Stücke aus dem Lehrbuch "Spiel' wie Slavko Avsenik!". Außer "Erinnerung an Zürich" spiele ich alle Stücke durch (Auf meiner Harmonika, Erinnerung, In den Bergen, Trompeten-Echo, Von Ort zu Ort, Im Schweizer Hochland und Bauernkirmes). "Bauernkirmes" und "Von Ort zu Ort" spiele ich in der Originaltonart Fis-Dur. Ich spiele die Stücke natürlich bei weitem nicht fehlerfrei.

    Wie seht Ihr das mit Anfänger & Fortgeschritten, wo sind die Übergänge oder gibt es gar gesetzte Kriterien?

    mit besten musikalischen Grüßen

    Pascal
     
  2. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Moderator Moderator HFU

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    Erstellt: 12.08.20   #2
    Meiner Meinung nach nicht - Du solltest das mit der Leiterin des Workshops abklären.
     
  3. Triole74

    Triole74 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.20   #3
    Hallo Wil Riker,

    habe eine Anfrage gestartet. Wobei der Ausrichter sich am Ende ja immer noch nicht sicher sein kann, wer mit welchen Kenntnissen und Fähigkeiten am Workshop teilnimmt. Hätte mir meine Frau die Frage heute Nachmittag nicht gestellt, hätte ich mich sofort eingeschrieben. Meistens ist ja bei solchen Seminaren und Workshops immer einer dabei, der ich als Anfänger und deplatziert fühlt. Womöglich bin ich es ja am Ende.... ;-) Wer weiß.....
     
  4. Landes

    Landes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.20   #4
    Ich würde das nicht so kritisch sehen, egal ob O-Krainer oder ein anderer Workshop. Das schönste am WS ist, dass du andere Musiker kennen lernst, welche im gleichen Genre spielen, oder spielen wollen wollen. Selbst wenn du vom Level her "zu niedrig, oder zu hoch" bist, wird dich der WS und hoffentlich auch der WS-Leiter anspornen und mitreißen. Meistens hat so ein WS ja auch ein bestimmtes Thema (OK Begleitung, bestimmte Harmonien, Spieltechnik, etc.), da gehts also nicht um dein Repertoire. Und zu guter letzt wirst du Gleichgesinnte kennen lernen, vielleicht sogar aus deiner Wohngegend, sodass sich daraus eine gesellige Musikanten Gruppe ergeben kann.
    Eines ist aber klar, der WS macht keinen Slavko aus dir :mad:;).
    Sollte der WS in Slowenien sein, wirst du auch noch ein schönes Land kennen lernen.
    Also, nur zu !
     
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  5. Wil_Riker

    Wil_Riker Helpful & Friendly Akkordeon-Moderator Moderator HFU

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    Erstellt: 12.08.20   #5
    Ein guter Workshop-Leiter schafft das, ein schlechter, der nicht auf die Teilnehmer eingeht, produziert Frustration. Insofern würde ich's tatsächlich immer vorher zumindest grob abklären zwecks Selbsteinschätzung.
     
  6. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 12.08.20   #6
    Wenn die Workshop-Ausschreibung die Teilnehmer auf Profis/Fortgeschrittene eingrenzt (d.h. wenn wörtlich ausschließende Formulierungen für andere Musiker vorkommen), wäre die Sache klar. Solange aber keine ausschließenden Formulierungen vorkommen (wie offensichtlich hier), sind alle Musiker zugelassen.

    Ich bin selbst nicht in der Stilrichtung drin um die es hier geht, aber aus meiner Erfahrung bzw. Sicht eines Workshop-Leiters in anderen Stilrichtungen kann ich von mir sagen: man ist dankbar für eigentlich jeden, der sich anmeldet (solange Sozialverträglichkeit sichergestellt ist). Bei Workshops mit musikalischen Laien (auch fortgeschrittenen Laien, und im Oberkrainer-Universum dürften Profis sowieso rar sein) hat man immer eine große Bandbreite von Vorerfahrungen vor sich sitzen. Man muss schnell entscheiden, wem man mit welchen Mitteln auf welche Weise am besten hilft bzw. welche Sachverhalte man wie präsentiert, sodass die meisten Teilnehmer was davon haben.

    Oft werden Workshop-Ausschreibungen hart formuliert (um spätere Ablehnungen rechtssicher zu begründen), aber diese Forumlierungen dann vor Ort eher locker gesehen.

    Und mit deinen Vorerfahrungen, die du beschreibst (viel Oberkrainer-Repertoire, auch schon F#-Dur) schätze ich mal, dass das passen sollte.

    Ein Erfahrungsbericht von dir nach dem Workshop wäre schön.
     
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  7. Arrigo

    Arrigo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.20   #7
    Diese Sachen, die du da spielst hätte ich in meinen Unterrichtsjahren nicht spielen können, bzw. es wäre mit einem Übeaufwand verbunden gewesen, den zu betreiben ich weder bereit noch fähig gewesen wäre.
    Ich habe trotzdem in meinen letzten Unterrichtsjahren jedes Jahr einen Wisch bekommen, in dem mir bescheinigt wurde, dass ich "Oberstufe" spiele.
    Die Oberkrainer-Sachen kamen bei mir erst später, als ich viel Zeit hatte und (zum Spaß, vor allem um mein Repertoire zu verbreitern) richtig viel Akkordeon gespielt habe. Da war dann die Instrumentenbeherrschung da und der Übeaufwand überschaubar.
    ("Od vasi do vasi" nehme ich mir immer noch hin und wieder raus, um zu sehen, ob es noch geht. Mittlerweile muss ich da aber Abstriche bei der Fehlerfreiheit machen, da es mir bei dieser Musik wichtiger ist, das Tempo zu halten.)

    Also wenn das bei dir nicht ganz furchtbar klingt, bist du kein Anfänger.
     
  8. Landes

    Landes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.08.20   #8
    Respekt !!
     
  9. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.08.20   #9
    Ich habe schon mehrfach an Workshops teilgenommen, die eigentlich "zu hoch" für mich gewesen wären. Hatte mich blauäugig angemeldet, weil ich Lust aufs Thema hatte und hinterher gedacht, "wenn ich vorher nachgedacht hätte, hätte ich mich nicht anmelden sollen". War aber jedes Mal froh, dies nicht getan zu haben (also mich nicht anzumelden), weil ich froh war, teilgenommen zu haben. Ich habe jeweils sehr viel mit nach Hause genommen, sehr viel dabei gelernt, weil ich durch die Situation über meine Grenzen hinweggeschubst worden war. Und es hat sich nie jemand beschwert - weder Dozent noch Mitteilnehmer - ich würde nicht hineinpassen. Und "in Grund und Boden gespielt" wurde ich auch nie. Von daher: ich würde es wieder tun ...

    P.S. und zum Thema, "wer ist fortgeschritten" kann dir letztlich nur der Lehrgangsleiter Auskunft geben, jeder setzt da die Grenze anders.
     
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  10. Triole74

    Triole74 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.08.20   #10
    Vielen Dank für Eure Antworten bis hierhin.

    Hatte dann gestern doch noch Kontakt zum Kursleiter. Wesentliche Voraussetzungen zum Workshop sind Freude an Oberkrainermusik und musikalische Basics. Man soll ja beim Workshop etwas lernen und nicht zeigen, was man schon alles kann. Es wurde ja hier auch schon erwähnt, neben der Musik ist das Kennenlernen von netten Menschen und das Bilden oder die Erweiterung des Netzwerks von gleichgesinnten Hobbymusikern oder auch Profis ein netter Nebeneffekt von solchen Kursen.
     
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  11. Klangbutter

    Klangbutter HCA Akkordeon-Spieltechnik HCA

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    Erstellt: 13.08.20   #11
    Das ist eigentlich kein Niveauproblem, sondern eher ein menschliches.
    Deshalb lässt sich das mMn. nicht vorher klären.

    Stell Dir vor Du bist Klassenbester und
    der Kursleiter senkt das Niveau so, dass Du Dich langweilst...
    Das wäre erstens fast schlechter für Dich, weil Du dann wahrscheinlich wirklich nichts lernst und noch mehr Gefahr läufst, in der Ecke zu sitzen.
    Zudem käme es jetzt auf Deine menschliche Art an, ob die anderen sich durch Dich beschämt fühlen oder vielleicht freuen, Dich kennenzulernen und von Dir zu lernen.

    Nicht zuletzt ist der Kursleiter genauso dem unterschwelligen Bewertungssystem unterworfen. Es gibt Kursleiter, die mit wenig "Stoff" sehr erfolgreich sind.
    Es kam nicht selten vor, dass Teilnehmer rein spielerisch dem Kursleiter überlegen waren und trotzdem etwas von seiner Erfahrung lernen konnten.

    Also... Menschlichkeit!
    Die passive Beobachterrolle bleibt Dir sowieso jederzeit.

    Viel Spaß!
     
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  12. maxito

    maxito Akkordeon-Mod Moderator HFU

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    Erstellt: 13.08.20   #12
    Das ist eigentlich das Wesentliche.

    Mit der Angabe welches Leistungsniveau gemeint ist, wird nur ganz grob angegeben in welcher Richtung der Unterricht liegen könnte. Und was dann kommt, hängt auch immer davon ab, wer denn nun alles am Kurs dabei ist und welche Könnensstufe die Gruppe insgesamt hat. Ist der Großteil sehr gut , dann wird das das Unterrichtsniveau automatisch auch nach oben ziehen, weil der Kursleiter auch immer bemüht ist den Guten noch Kanonenfutter mitzugeben. Ist das Gruppenniveau zufällig eher nach unten orientiert, dann wird eben mehr Zeit auf einen Aspekt gelegt und insgesamt nicht soviele verschiedene Aspekte durchgenommen. Auch hier will der Kursleiter nicht den Großteil der Gruppe abhängen und "verlieren" So ein Workshop ist schlichtweg immer ein dynamisches Gebilde.

    Meine Erfahrungen nach inzwischen diversen Workshops:

    • Es gibt immer welche, die sehr viel besser sind als ich und den Unterrichtsstoff entsprechend schnell aufsaugen können, während ich schon viel früher an meine Grenzen stoße. Macht aber nix, denn ich habe dann ja schon bereits was für mich kennengelernt, was ich üben und vertiefen müsste.
    • Zum Anderen sind Workshops immer so aufgebaut, dass die ein breites Spektrum bedienen können - was im Gegenzug heißt dass auch immer mehr oder weniger viele Teile dabei sind, die ich an mir vorbeiziehen lassen muss, weil ich da noch nicht fit genug bin. Macht aber auch nix, denn ich habe ja schon genug Input an dem ich übern kann.
    • Und ein Workshop darf nicht mit Unterricht verwechselt werden, wo der Lehrer genau auf die individuellen Probleme eingeht , daran arbeitet und mit einem zusammen einen voranbringt. Workshop heißt immer der Tutor stellt vor und wir Teilnehmer müssen aufnehmen, und schauen, was und wie viel vom Vorgestellten wir mitnehmen - und - mit nach Hause nehmen, um es da weiter zu üben! Im Workshop werden verschiedene Aspekte und Techniken vorgestellt aber nicht intensiv bis zum beherrschen geübt. Hier gehts darum, einem neue Ideen und Inputs zu zeigen, und aufzeigen, wie man das angeht und machen kann - geübt wird zu Hause!
    • Aus der Erfahrung heraus ist es für mich auch ein Stück weit normal, dass ich auf jedem Workshp irgendwann an einen Punkt komme, wo ich ausgelastet bin und nicht mehr mehr aufnehmen kann, wohingegen andere noch fröhlich weiter aufnehmen können - macht mir aber inzwischen nichts mehr aus, denn ich weiß dass ich nicht alles aus dem Workshop mitnehmen kann, sondern immer nur einen Teil. Eben weil ein Workshop immer sehr komprimiert ist und eine so geballte Ladung vorstellt , so dass für einen selber nur wichtig ist, zu erkennen, was JETZT für einen passend ist und was man später vielleicht nochmal angeht, wenn man weiter ist.
    • Und aus der Situation heraus ergibt es sich auch automatisch dass ein und der selbe Workshop sich nie gleich wiederholt - ich war auf ein paar mal auf dem gleichen Workshop schon mehrere Male und er war nie gleich und ich habe jedesmal wieder was gelernt!
    -> Drum: so wie ich dich bisher hier erlebt habe, sehe ich keinen Grund warum du da nicht mal hingehen könntest. Es wird interessant sein, es wird Spaß machen und du wirst fast zwangsläufig irgendwann an den Punkt kommen, wo du deinen perönlichen "Input Overflow bekommst"...macht aber nix, denn du wirst mit vielen neuen Ideen, Techniken und Anregungen nach Hause kommen, die dich weitergebracht haben! (bzw. nach dem Üben weiterbringen werden!)
     
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