Wenn man intonationsmäßig daneben liegt, liegt man daneben - und sollte es dann auch aushalten können, das auf eine höfliche, aber eben auch ehrliche Weise gesagt zu bekommen
Natürlich sollte das kein Problem sein. Als Sänger darf man auch keine Mimose sein. Ehrliche, respektvolle Rückmeldung muss man aushalten können und nicht in den falschen Hals bekommen. Wenn man das im Studio nicht aushält, wie wird es dann erst wenn Hörer oder sogar Kritiker das Machwerk dann in die Finger kriegen?
Aber so ein Umgang als sei man Bohlen, dann noch stolz darauf sein und vor den Mitmusikern prahlen wie kreativ man denjenigen der gerade aufnimmt jetzt so richtig beleidigt hat, geht gar nicht. Nur weil man beim ersten Take einen Ton versemmelt hat diesen Ton in Endlosschleife spielen lassen, sich dabei vor Lachen kringeln von wegen da singt ja sein Hund besser und der ist sogar taub, und obwohl man unmissverständlich sagt, dass man das nicht witzig fand trotzdem bei jedem nachfolgenden Tonwackler bellen, ist einfach nur unseriös und unterirdisch. Würde bei jemanden, der seinen Job ernst nimmt hoffentlich nie passieren.
Aber in dem Artikel ging es ja nicht um solche Fälle, mal davon abgesehen, dass ein solcher Umgang in allen Lebensbereichen nicht angebracht ist.
Unhilfreiche Sachen, Halbwissen und Unwahrheiten ähnlich wie im Artikel gibt es schon häufiger. Wenn ich mal wieder höre, ich solle mich auf die Zehenspitzen stellen um den hohen Ton besser zu erreichen, muss ich schmunzeln oder die Augen rollen, aber rege mich auf und spiel die beleidigte Leberwurst. Da probiert man den Tipp halt aus oder eben nicht. Und wenn es nebulös heißt "irgendwie klang das nicht gut", dann zuckt man halt die Schulter und probiert es halt irgendwie anders. Alles nichts was man persönlich nimmt.
Jedenfalls sind solche Sprüche insofern harmlos, dass es lachhaft ist einen Artikel zu schreiben mit dramatischem, warnendem Unterton à la 5 UNFASSBARE Dinge, die man NIIIIIIIEMALS zu Sängern sagen sollte! Is eh nur Clickbait. Aber da ich mir vorstellen kann, dass es unter Hobbysängern tendenziell mehr Mimosen gibt, ist es vielleicht doch zumindest interessant.