Arranger oder Workstation

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pianof

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Hallo zusammen,

ich möchte mir in naher Zukunft ein Tasteninstrument anschaffen, das schöne Stimmen (bspw. gute Klavier-, Drums- und Bläserstimmen, aber auch gute Synthesizer) bietet und einen gut am Gerät bedienbaren Sequencer enthält. Damit würde ich gerne mal versuchen, am Gerät Stücke zu arrangieren - bspw. für ein Bläserquartett. Ich hätte aber auch gerne sowas wie ein interaktives "Band-in-a-Box", wo man Stile auswählen kann und wo man dann die Harmonien interaktiv mit der linken Hand vorgeben kann - so dass man quasi interaktiv eine komplette Band steuern kann.

Ich schätze also, dass ich wohl ein Gerät suche, das intelligente, vielleicht auch editierbare Arpeggiatoren enthält. Da ich dachte, Korgs Karma böte genau so eine intelligente Begleitautomatik, hatte ich mir zunächst die Korg M3 Xp genauer angeschaut, konnte mich aber vom Spielgefühl her gar nicht dafür erwärmen. Ich hatte mich dann nach einer Weile Ausprobieren im Musikladen schon fast für einen Yamaha Motif XS8 entschieden - einfach weil das Spielen damit soviel Spaß gemacht hat, dass ich gar nicht mehr davon weg wollte. Davon hat mich dann aber die Ankündigung des XF8 abgehalten...

Durch Demos auf Youtube bin ich dann auf den Yamaha Tyros aufmerksam geworden und frage mich nun, ob nicht ein Arranger-Keyboard eher zu meinen Wünschen passen würde. Ich dachte ja bisher, Arranger Keyboards seien Tischhupen für die One-Man-Show auf dem Schützenfest. Allerdings klingen die Demos des Tyros 3, die ich gehört habe, toll und machen Appetit auf mehr.

Auch nach einiger Zeit im Internet suchen ist mir leider die Abgrenzung zwischen Workstation und Arranger Keyboard nicht klar. Könnt Ihr mir einen Tipp geben, was eher zu meinen eingangs beschriebenen Wünschen an ein Instrument passt?

Hier noch weitere Fragen:

  • Da ich ein gutes Klavier und auch ein Stagepiano mit einer tollen Tastatur habe (Roland RD700GX) , frage ich mich, ob ich mit so einem labbrigen Mini-Plastiktastatürchen, wie es Keyboards meist haben, glücklich würde. Ich vermute, dass aufgrund der labbrigen Tastatur ein Arranger-Keyboard niemals ein Ersatz für ein Stagepiano sein kann, eine Workstation aber sehr wohl - das spräche für die Workstation, weil ich dann evtl. das Stagepiano verkaufen könnte, wenn mir die Klavierklänge des Motif gut genug gefallen...
  • Andererseits meine ich verstanden zu haben, dass ein Arranger-Keyboard eher eine Orchester-Begleitung bietet als eine Workstation?
  • Aber ist denn bspw. ein Style im Tyros etwas anderes als ein Arpeggiator im Motif? Kann man mit einer Workstation schlechter eine Orchesterbegleitung spielen als mit einem Arranger-Keyboard?
  • Ist das Arranger-Keyboard eher als eine Workstation dazu geeignet, interaktiv Musik zu machen/zu improvisieren?
  • Eignet sich ein Arranger-Keyboard besser zum arrangieren von Stücken als eine Workstation (schon der Name klingt ja danach).
Ich schätze, ich schaue mir demnächst im Laden auch mal den Tyros 4 an, bevor ich mich entscheide - vielleicht gibt es ja auch andere Arranger-Keyboards, die ich mir anschauen sollte? Aufgrund der Komplexität der Geräte kann man im Laden ja immer nur sehr ansatzweise ausprobieren, ob einem das Gerät gefallen wird, daher wäre es toll, wenn Ihr mir ein paar Tipps geben könntet.

Viele Grüße,
Andreas
 
HaraldS

HaraldS

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Da ich ein gutes Klavier und auch ein Stagepiano mit einer tollen Tastatur habe (Roland RD700GX) , frage ich mich, ob ich mit so einem labbrigen Mini-Plastiktastatürchen, wie es Keyboards meist haben, glücklich würde. Ich vermute, dass aufgrund der labbrigen Tastatur ein Arranger-Keyboard niemals ein Ersatz für ein Stagepiano sein kann, eine Workstation aber sehr wohl

Eine Workstation mit ungewichteten Tasten kann IMHO auch kein Ersatz für ein Stagepiano sein. Eine gewichtete Tastatur ist durch nichts zu ersetzen. Vom Aspekt der Plastiktasten gibt es nicht allzu große Unterschiede, auch wenn es bessere und schlechtere Plastiktastaturen gibt. Solange sie keine Gewichtung gaben, sind sie nur sehr sehr mäßig zum Klavierspielen geeignet.

Andererseits meine ich verstanden zu haben, dass ein Arranger-Keyboard eher eine Orchester-Begleitung bietet als eine Workstation?

"Orchester" ist meiner Einschätzung nach hier der falsche Begriff, denn sowohl eine Begleitautomatik ("BA") wie auch Arpeggiatoren legen es darauf an, wiederholende Muster zu produzieren. Orchestermusik funktioniert aber gerade sehr selten nach wiederholenden Mustern. Die Spielweise einer Band kommt einer BA noch am nächsten. Orchestertypische Musik kann man an einem Tasteninstrument alleine kaum realisieren.

Aber ist denn bspw. ein Style im Tyros etwas anderes als ein Arpeggiator im Motif?

Ich kann jetzt nur grundsätzlich zu Arpeggiatoren was sagen bzw. zum S80/Triton und beim Thema BA zum Tyros, da ich diese Geräte hier habe. Eine BA bietet Start- und Stop-Möglichkeiten und popmusiktypische Variationen eines Styles. Die ganze Bedienung ist daraufhin optimiert, die Reproduktion von tanzbaren popularmusikalischen Grooves möglichst einfach handhabbar zu machen. Arpeggiatoren sind dagegen softwaremäßige Bestandteile eines größeren Systems, i.d.R. einer Workstation, und legen es darauf an, komplexe elektronisch klingende Grooves abzuspielen und sie nach den musikalischen Idealen von Synthie-/Elektropop zu variieren. Die Variationsmöglichkeiten unterscheiden sich sehr von Gerät zu Gerät, die ausgefuchsteste Variante dürfte Korgs Karma-System sein.

Kann man mit einer Workstation schlechter eine Orchesterbegleitung spielen als mit einem Arranger-Keyboard?

Wie gesagt, orchestertypische Klänge sind IMHO sowieso nicht spielbar.

Ist das Arranger-Keyboard eher als eine Workstation dazu geeignet, interaktiv Musik zu machen/zu improvisieren?

Je nach Stil. Wenn du Popmusik machst, nimm ein Arranger-Keyboard. Wenn du Elektropop machst, nimm eine Workstation. Wenn du Orchestersounds haben willst, nimm Papier und Bleistift und schreib was für echte Musiker oder nimm es mit einer Orchester-Library im Studio auf.

Harald
 

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