Atemübungen

von Red_Devil7, 04.06.05.

  1. Red_Devil7

    Red_Devil7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.05   #1
    Hi Ich bin gerade dabei singen zu lernen und kann leider wg. Geldmangel keinen Unterricht nehmen. Also bin ich hier mal durchs Forum gehuscht, habe oft etwas von Atemübungen gelesen und bin mittlerweile der Meinung, dass die wohl mit am wichtigsten sind fürs richtige Singen. Dabei steht dann immer Zwerchfellatmung, Bauchatmung usw. Was genau ist das und wie funktioniert die - ich kann mir darunter nämlich nicht wirklich etwas vorstellen :( .

    MFG Red_Devil7
     
  2. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.05   #2
    also mal ganz wichtig: auch wenn atmung fürs singen wichtig ist, verkrampf dich nicht zu sehr darauf!

    es geht hauptsächlich darum, zu unserer natürlichen atmung zurückzufinden. als baby atmet man richtig. aber je älter man wird, desto mehr lernt man sich ein falsches atmen an. die sogenannte "brustatmung".

    bei brust- und bauchatmung geht es hauptsächlich darum, wo sich was "bewegt".
    atmen tust du ja immer nur in eins: in die lungen. du kannst also nicht wirklich in die brust oder den bauch atmen.

    nimm dir mal irgendein buch her, wo die anatomie des menschen drinnen ist. dann siehst du auch, wo das zwerchfell liegt. das zwerchfell ist ein quermuskel - den musst du dir als abschluss der rippen vorstellen, der da also quer drinliegt. oberhalb sind die lungenflügel. wenn du also einatmest, dann sollte das zwerchfell nach unten gehen - aber dadurch dass das zwerchfell nach unten geht und für die ausdehnung der lungen platz gemacht wird, muss ja irgendwo der platz geschaffen werden und was anderes "verdrängt" werden - deshalb geht dann der bauch nach außen, weil die ganzen organe eben "wohin" müssen.


    also stell dir einfach vor, dass beim einatmen die lunge sich ausbreitet, und das muss ja irgendwo bemerkbar sein - eben indem das zwerchfell runtergeht und der bauch nach außen.
    wenn du wieder ausatmest, dann geht der bauch wieder zurück in die ausgangslage.

    das ist alles.



    beim singen ist es dann nur noch wichtig, den atem etwas zu dosieren. das heißt, nur so wenig luft wie notwendig zu verbrauchen. man muss also sparsam damit umgehen.
    das tust du, indem du die "einatemtendenz" möglichst lange anhältst. wir erinnern uns: einatmen ist "zwerchfell nach unten - bauch nach außen" (aber bitte jetzt nicht den bauch extra rausstrecken sondern einfach ganz natürlich leicht nach außen bewegen lassen...) jetzt schaust du einfach, dass wenn du einen ton singst, diese leichte spannung des bauches nach außen hin so lange wie möglich erhalten bleibt. also dass das zwerchfell eben möglichst lange unten bleibt. das zwerchfell kannst du zwar nicht direkt steuern und beeinflussen, das heißt du kannst es also nur indirekt beeinflussen und tief halten. das äußert sich in einer spannung im bauch und in den flanken.

    leg dich mal auf den rücken. atme tief ein. so dass dein oberkörper und der brustkorb ruhig bleiben und sich nur bei deinem bauch etwas bewegt.
    und jetzt schau drauf, dass der bauch, wenn du ausatmest, nicht hinuntergeht. dass er also oben bleibt. da wirst du merken, dass hier muskelspannung gefragt ist. aber bitte nicht VERspannen und auch nicht verkrampen. es sollte nach etwas übung eigentlich kein krampf mehr sein.



    ich hoff das hat dir etwas geholfen.
    wenn was unklar war frag einfach nach.


    lieben gruß
    sunflower
     
  3. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.06.05   #3
    Vielen, vielen Dank für diese echt ausführliche Antwort :great: . Werde das mal üben und versuchen, mir es zu verinnerlichen. Stimmt es, das man durch das bessere Atmen auch die Töne besser trifft und so, salopp gesagt, besser singen kann???
     
  4. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.06.05   #4


    naja, du musst dir mal im klaren drüber werden, was "stimme" und "singen" denn überhaupt ist und wie es funktioniert. und dann wird dir klar sein, dass die luft und die atmung einfach ein ganz wichtiger baustein der stimme ist und wenn du diesen baustein gut unter kontrolle hast, ist das auch klar, dass sich das in der stimme auswirken sollte.


    was ist denn stimme?
    du hast die stimmlippen. die stimmlippen schwingen - je nach tonhöhe unterschiedlich. aber schall braucht ein medium, um sich auszubreiten. welches medium ist das? genau, luft. die luft ist also der "träger" des tones. ohne luft kein ton.
    ganz wichtig sind auch die resonanzräume - ohne resonanzraum kein wirklicher klang. und wie nutzt du die resonanzräume? mit der luft.
    stell dir einfach eine akustikgitarre vor. wenn du die gitarre mit sand anfüllen würdest, würde wohl ein sehr sehr leiser ton zustande kommen wenn du eine saite anzupfst. es ist also nicht die saite (bzw. die stimmlippen) die den ton produziert, sondern es sind die resonanzräume, die den ton erst zum klingen bringen. und die resonanzräume sind hohlräume, die mit luft "angefüllt" sind.

    deswegen ist natürlich die steuerung ung kontrolle der atmung und der luft ausschlaggebend auf die tonproduktion. ohne luft kein medium. ohne medium kein klang. es gilt also, die luft und die atmung optimal zu nutzen. und die resonanzräume auch zu nutzen. das sind z.b. die nebenhöhlen und der gesamte rachenraum.
    je weiter du "aufmachst", desto größer werden deine resonanzräume.


    und wegen dem tönetreffen: prinzipiell ist die richtige körperspannung beim singen sehr wichtig. denn beim singen ist eigentlich der ganze körper dein instrument. und wenn du die atmung kontrollierst, ist dein körper automatisch unter spannung und dann ist der ton meistens "sicherer" und "konkreter" angesetzt. weil wenn man zu "locker" ist, können auch die töne nicht präzise sitzen.


    ich bin da leider nicht so gut im erklären, aber schau mal auf die seite hier:
    http://www.vocalszene.com/workshop/vocal/index.php?id=1

    da gibt es dinge über die atmung und die resonanzräume, die dir vielleicht weiterhelfen könnten.
     
  5. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.06.05   #5
    bin das alles schwer am üben habe aber immer noch eine Frage: Immer wenn ich was höheres Singen will, versage ich total. Wie funktioniert das mit dem hohen Singen???
     
  6. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 07.06.05   #6
    Kannst Du das Problemchen näher beschreiben? Was versagt total? Die Atmung? Oder erreichst Du die "hohen" Töne erst gar nicht? Oder überschlägt sich die Sitmme? Oder was ganz anderes...? Was ist denn bei Dir mit "hoch" gemeint? Kannst Du das mal mit Hilfer von einem Instrument bestimmen, welchen Bereich Du meinst?

    LG
    Elisa
     
  7. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.05   #7
    Ich meine das ich dann gar keinen Ton mehr treffe, meine Stimme *wackelt* und nur noch schiefe Töne rauskommen :(
     
  8. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.06.05   #8
    was definierst du als "hoch"?

    es kann halt nicht jeder jeden ton singen. kann also sein, dass du prinzipiell eher ne tiefere stimme hast. einfach wegen der länge deiner stimmlippen, die sind ja bei jedem unterschiedlich.

    ansonsten kann ich nur sagen: das kommt mit der zeit. je besser du mit der atmung und der stütze und den resonanzen umgehen lernst, wird sich auch stück für stück dein tonumfang erweitern - kommt zeit kommt rat :)
     
  9. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.06.05   #9
    Also hoch ist für mich z.B. "Angels" von R.W. (aber auch nur der Refrain). Naja merke jetzt schon das einiges viel besser klappt und mir auch nicht sofort die Luft "ausgeht". :great:
     
  10. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.06.05   #10

    freut mich, dass du schon fortschritte merkst :great:

    noch ein tipp: wenn du merkst, dass dir das im moment zu hoch ist, dann such dir doch mal was anderes. man muss halt zuerst mit den dingen anfangen, die einem keine probleme bereiten und die man angenehm mit dem momentanen stimmunfang erreichen kann. konzentrier dich mal eher darauf. und schau, dass in dem bereich der dir momentan liegt, vom gesangstechnischen alles passt. und dann taste dich stück für stück voran.

    und vergleiche dich nicht gleich mit den profis wie r.w.
    das muss doch klar sein, dass der mit seiner stimme schon viel mehr machen kann und viel flexibler ist, als du. also erwarte von dir nicht gleich am anfang zu viel. das wird schon alles. :great:

    ich kann da nur aus eigener erfahrung sprechen, dass ich vor einigen wochen noch bei manchen dingen total angestanden bin, und jetzt kann ich plötzlich töne mühelos singen, die ich mir damals nur sehr schwer abgemüht hab. und das alles, indem ich mich einfach auf die technik etwas konzentriert hab und in vielen dingen die richtige balance von spannung und locker lassen gefunden habe.
    also nur mut, man überrascht sich beim üben und lernen sehr oft selbst ;)
     
  11. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.05   #11
    das habe ich auch schon ein paar mal gemerkt da meinte ich manchmal das wäre gar nicht ich selbst^^ :D
     
  12. Plainshift

    Plainshift Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.05   #12
    Wobei du Angels eigentlich irgendwann schaffen solltest, sofern du kein echter Bass bist o.ä. Robbie Williams ist auch nur ein hoher Bariton, viele seiner Pop/Rockkollegen singen ein ganzes Stück höher als er. Ich dachte früher auch: Angels wird nichts. Nunja, mittlerweile heißt es eher: der hohe Teil von Feel wird nichts. ;)
     
  13. Red_Devil7

    Red_Devil7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.06.05   #13
    Wobei ich Feel eigendlich einfacher finde und da eher den richtigen Ton treffe, zwar noch nicht ganz aber ich übe fleißig :great:
     
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