Auf bau von sus Akkorde

von Backstein123, 12.11.08.

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  1. Backstein123

    Backstein123 Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.11.08   #1
    Hiho @ all
    Da ich grade "tief" (Naja für euch schwimm ich eher noch an der oberfläche:D) in den sümpfen des Akkord aufbau, mit benutzung der leiter eigenen Töne, steck kamm mir grade die frage.. wie entstehen diese sus4 sus 6 sus-wie auch immer bzw. was sind das eingentlich und wie gebrauch ich sie wann richtig???
    Kann ich z.B. von C-dur ausgehend einfach (Tonika-Subdominaten- Dominaten) C-dur Fsus und G7 spielen ... oder "beisst" sich das und wenn ja warum???
    Mfg Peter
     
  2. Mod-Paul

    Mod-Paul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.08   #2
    Hi, willst du die kurze oder die lange Fassung? Zum einen kannst du natürlich die obengenannte Akkordfolge spielen. Das ist die gute Nachricht.

    Der "Vorhalt", so wie die Susgeschichte genannt wird, gibt es als Quart- und als Sechstvorhalt. Sinn und Zweck der ganze Sache ist, dass die Melodie dadurch angereichert und die Harmonie feiner wird. Hast du denn auch eine Melodie dazu?
    Berühmtes "Vorhalt"-Stück ist Pinball Wizard. Das fängt sogar mit einem Vorhalt an. Untypisch daran ist, dass dieser Vorhalt entgegen der sonstigen Verwendung sehr lange gesspíelt wird, ehe die Auflösung zum Grundakkord einsetzt. Ansonsten werden die Vorhalte kurz gepielt.
    Uuh, das ist aber schwer das in wenige Sätze zu packen.

    Gruß,

    Paul
     
  3. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 12.11.08   #3
    Ob kurz oder lang ist mir eigentlich egal... hauptsache ich versteh es...;) Auch wenn cih 3 std. lesen muß... da muß ich halt durch:D
    Nein.. die akkord folge eben war wild gewählt... Mir gehts im grunde erstmal um die endstehung... wie zum beispiel wird aus nen C-dur ein Csus??? Wass sagen mir die zahlen dahinter und so weiter...
    Erst wenn ich mir sus akkorde bauen kann und versteh wann ich ne Sekunde (z.B.) vermindere oder mehr einfüge würde das "wann setzt ich sie sinnvoll ein?" in denn vordergrund rücken...
    Mfg Peter
     
  4. Mod-Paul

    Mod-Paul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.08   #4
    Ach so. Die einfachste Variante zunächst ist, dass du die Terz (das ist der vierte Halbton vom Grundton aus) um einen halben Ton erhöhst. Für C-Dur müsstest du dementsprechend das e zum f umwandeln. Spielst du Gitarre oder Klavier?
     
  5. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.11.08   #5
    Gitarre.... aber ist des rein vom theoretischen her wichtig???
    Ähm ne frage zu:
    Aber die erhöung ist nun nicht generell ein halbton?? Also ich frag ob der erhöhte Ton auch in der Tonleiter vorkommen muss...z.B. von nem g auf Gis auch wenn kein Gis vorkommt???
     
  6. Funkeybrother

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    Erstellt: 13.11.08   #6
    Das man die sechste Stufe bei der Akkordbezeichnung als Vorhalt, also sus6 ansieht, habe ich noch nie gehört. Kenn nur sus2 und sus4.
    Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.;)

    Beim sus2 wird die Terz des Dreiklangs durch die leitereigene zweite Stufe ersetzt, beim sus4 durch die leitereigene vierte Stufe.
    Also:

    sus2 => Grundton + Sekunde (zwei halbtonschritte) + Quinte
    sus4 => Grundton + Quarte (fünf Halbtonschritte) + Quinte

    Guckst du auch mal hier:https://www.musiker-board.de/vb/harmonielehre/294667-verwandschaft-sus2-sus4.html#post3327926
     
  7. Mod-Paul

    Mod-Paul Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.08   #7
    www.matthis-koehn.de

    Da ist auch von Septvorhalten usw. die Rede. Aber ich glaube, das sprengt hier etwas den Rahmen. Du kannst das viel besser erklären als ich:) Ich habe das ganze Harmonieteil im Kopf, kann es auch anwenden, aber keinem plausibel erklären. Ein Grund, warum ich kein Musik- oder Intrumentallehrer bin. Meine Kinder habe auch alle bei "richtigen" Lehrern Unterricht. Und das ist auch gut so, obwohl es manchmal schwierig ist, denen nicht darein zu reden. Aber sie machen ihren Job gut, und die Kinder haben Spaß. Und das ist es doch worauf es ankommt, oder?

    Gruß,

    Paul
     
  8. CUDO II

    CUDO II Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.11.08   #8
    Hallo Backstein,

    hier ein Auszug aus einem früheren Post von mir zum Thema sus2:

    Das Suffix „sus2“ besagt, dass die Terz durch die Sekunde ersetzt wird. Es wird sowohl in Dreiklängen als auch in Vierklängen eingesetzt. In Dreiklängen, obwohl das Suffix „sus2“ die Terz ersetzt, macht die Angabe ob Dur oder Moll sehr wohl Sinn, da es dem Improvisierenden die richtige Tonleiter weißt. Also entweder Csus2 oder C-sus2. Bei Vierklängen wird die Septime/Sexte im Akkordsymbol immer zuvorderst genannt. Also C7sus2, Cmaj7sus2 etc. .


    Zum Thema „sus2“ wurde schon einiges in diesem Forum geschrieben. Wenn Jay nun sagt, dass bei einem „richtigen sus2“ formell die 1 weggelassen werden müsste, hat er nur teilweise Recht. Richtig ist, dass der Grundton bei einem „richtigen sus2“ sehr wohl im Voicing vorkommen kann, nur nicht in der Bassstimme eben. Insofern ist die Situationsbezeichnung (Humbug) von Stefan64 deplatziert. Diether de la Motte’s Harmonielehre (Seite 69) und auch alle gängigen anderen Unterweisungen im Tonsatz werden Euch eines anderen belehren. Der Sekundvorhalt steht ursprünglich auf jeden Fall als Vorhalt für den Grundton und nicht für die Terz.
    Hier ein Auszug aus einem früheren Beitrag zu diesem Thema von mir:

    …sondern nur darauf aufmerksam machen, dass die Funktionalität der Vorhaltsakkorde anhand ihrer Entstehungsgeschichte leichter zu verstehen ist. Mit entstehungsgeschichtlich meine ich zum einen die Epoche, in diesem Fall nämlich frühe Barockzeit, und andererseits die eigentliche Entstehung dieser Akkorde. Vielleicht ist das die Instanz nach der Ray fragt?

    In vielen klassischen Harmonielehren kann man nachlesen dass 1, 3 und 5 jeweils durch ihre obere Nebennote vorenthalten werden können. Z.B. auch bei Diether de la Motte's Harmonielehre oder auch Hermann Grabner’s Allgemeine Harmonielehre.

    Tatsächlich war es anfänglich so, dass die oberen Nebennoten (sprich: Vorhalte) sich immer nach unten auflösten. Erst später, u. A. auch bei Bach war es möglich gewisse Vorhalte auch nach oben aufzulösen. Fakt ist, d. h. geschichtlich bewiesen, dass die Auflösungstendenzen dieser Vorhalte von Natur aus Kontraktion verlangen. Die Musik wurde ja bekannter Weise nicht erfunden sondern gefühlt und gespielt. Sehr schön zu diesem Fakt fand ich die Aussage von Metalpete: “ Wenn ich ne Feder spanne, wird sie sich nach dem Loslassen entspannen und die Spannung nicht irgendwie verschieben oder sonst irgend etwas komisches machen. Ein in sich geschlossenes System strebt nun mal immer den Zustand des maximalen Gleichgewichts an.“

    In Walter Piston’s „Harmony“ (ein Standard Werk) heißt es zur Definition des Vorhaltes: „Der Vorhalt ist ein Ton, dessen natürliche Fortschreitung rhythmisch verzögert wird.“
    Diese Komponente führt uns eventuell auf die Spur der Entstehung des Vorhaltes.
    Die natürliche Fortschreitung des Vorhalt erzeugenden Tones ist abwärts und rhythmisch gesehen steht dieser Ton zunächst einmal auf leichter Taktzeit. Auflösung desselben wird auf schwerer Taktzeit erwartet. Trifft diese Auflösung auf schwerer Taktzeit nicht ein, spricht man von einem Vorhalt. Vorhalte sind also zunächst einmal von leichter auf schwere Taktzeit übergebunden in der neuen Harmonie akkordfremde Töne die sich dann später im klassischen Sinne in die darunter liegenden akkordeigenen Töne auflösen. Dieses Spiel kann sowohl mit der Sexte (nicht zu verwechseln mit der Sixte ajoutee), Quarte so wie auch mit der None bzw. Sekunde gemacht werden.

    Man bedenke an dieser Stelle auch, dass dies sowohl in Dur als auch in Moll Tonart geschehen kann, und das wiederum auf allen Stufen. Ein sus#4 auf der IV Stufe in Dur ist somit nichts Ungewöhnliches.
     
  9. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.11.08   #9
    Joa erstmal danke an euch alle... ich glaub ich habs verstanden....
    Nun drängt sich mir die frage auf nach einer sinnvollen benutzung...
    Kann ich z.B. statt C-F-G auch Csus2 - F - Gsus2 spielen oder alle akkorde in sus umwandeln wenn ichd as möchte, oder gibt es da bestimmt regeln (wegen einer eventuellen Ton spannung oder ähnlichem)?
    Mfg
     
  10. Powder

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    Erstellt: 14.11.08   #10
    Eigentlich gibt es da nur eine Regel...

    "gefällt, oder gefällt nicht" :)

    ganz einfach.


    Gruß
     
  11. Backstein123

    Backstein123 Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.11.08   #11
    Hey..super simpel.... mit glück kann ich mir das grade soo noch merken:p
     
  12. Powder

    Powder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.11.08   #12
    Ein Song mit vielen sus Akkorden ist zum Beispiel "Happy Xmas War Is Over" von John Lennon.

    Da gabs mal ne tolle Version von Hotei.

    Gruß
     
  13. CUDO II

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    Erstellt: 17.11.08   #13
    Hi Powder,

    ich kann bei dem Song "Happy Xmas" nur 2 Stellen entdecken an denen ein sus4 auftaucht und zwar im 8. und 16. Takt. Oder meintest Du auch die sus2 im 2., 4., 10. und 12. Takt, die allerdings alle melodischen Ursprungs sind und durchaus als T9 angesehen werden könnten?
     
  14. Powder

    Powder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.11.08   #14
    Hallo CUDO,

    Ehrlich gesagt hatte ich mir nicht viel dabei gedacht. Mir fiel der Song einfach spontan ein, im Bezug auf "sus" Akkorde.
    Und zugegebenermaßen, hab ich mir eigentlich noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht, welche Funktion ein sus Akkord jeweils hatte, wenn ich einen verwendete. :(

    Gruß
     
  15. MaBa

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    Erstellt: 17.11.08   #15
    @CUDO II
    Schöne Pianofassung.

    Im Original scheinen die Gitarren am Anfang die Terz zu umspielen. Außerdem ist so ein Mandolinen-Sound (3-2-4-3) immer eine Terz über dem Chor.

    youtube-Link

    Ob sus2 und sus4 den Klang wirklich beschreibt, ist eine andere Frage. Vieleicht eher:

    | A E/A | E7/A A |

    Gruß
     
  16. Funkeybrother

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    Erstellt: 18.11.08   #16
    @CUDO
    Deine Piano-Version rührt mich zu Tränen.;)

    Am Anfang der Original-Version werden allerdings tatsächlich sus-Akkorde gespielt. Es wird also die Terz umspielt, wie MaBa es schon beschrieben hat. Also:

    A|Asus2|Asus4|A
    Bm|Bsus2|Bsus4|Bm
    usw.

    In CUDOs Piano-Version wird dagegen konsequent der Grundton umspielt:

    A|Amaj7|Aadd9(?)|A
    usw..
    Diese Bewegung kommt im Original als Chor ab der 2. Strophe dazu.

    Ich finde, der Anfang der Original-Version eignet sich sehr gut als Beispiel für die Verwendung von sus-Akkorden.
     
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