Aufnahme von Musik, Soundkarte, etc.

von Soulguy2k, 20.11.03.

  1. Soulguy2k

    Soulguy2k Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.03   #1
    Hallo Ihr,

    ich habe mal eine Frage bezüglich bestimmter Werte einer Soundkarte. Bisher habe ich immer mit der Soundblaster Live! Player gearbeitet, eine 16-Bit Soundkarte von Creative Labs. Damals hatte ich immer, wenn ich Musik analog (über Line-In) aufgenommen habe den Effekt, etwas wenig Höhen in der Datei zu haben. Die Lieder klangen ein wenig "dumpf". Woran könnte das liegen. Hat das etwas mit der Aufnahme-Qualität von 16-Bit zu tun, oder lag das einfach an der minderwertigen Qualität der Soundkarte? Welche Werte sind für eine ausgeglichene, gute Aufnahme ausschlaggebend? Überhaupt ist mir so einiges nicht ganz klar, was Begrifflichkeiten anbetrifft, vielleicht könntet Ihr mich da auch aufklären?

    - Was heisst 16-Bit / 24-Bit? Worauf wirkt sich dieser Qualitätsunterschied praktisch und theoretisch aus?

    - Was heisst Sample-Rate (22050 -> 44100 -> 96000) und worauf wirkt sie sich aus?

    - Wenn man eine CD brennt und vorher ein Lied in 24-Bit / 96000 edituert hat, muß man es doch vor dem Brennen in 16-Bit / 44100 konvertieren. Entsteht dabei ein Verlust? Wenn ja, was bringt es dann, wenn ich das Lied in 24-Bit / 96000 aufgenommen habe, denn ich könnte es doch auch gleich in CD-Qualität 16-Bit / 96000 aufnehmen.

    - Mit welchem Programm kann ich Lieder von CD auf die Festplatte in 24-Bit / 96000 Qualität importieren (Shareware / Freeware)?

    Vielen Dank für Hilfe im voraus.

    M.f.G.
    Soulguy2k
     
  2. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 20.11.03   #2
    Erstmal vorweg: Die Qualität der Eingangswandler bei Soundkarten (solchen, die hauptsächlich für Büroanwendungen/Spiele etc. gedacht sind) ist meist dürftig. DA-Wandler sind inzwischen sehr preiswert, bei AD-Wandlern merkt man jeden gesparten Euro am Sound. Insofern kann das gut sein, dass deine mindere Qualität mit der Soundkarte zusammenhängt. Und zwar weniger mit den "Solldaten" wie Samplingrate und Bitbreite, sondern einfach mit der verbauten Analogelektronik und der Güte des Wandlers (Linearität, Frequenzgang etc.).

    Bei der sogenannten Wortbreite wird angegeben, mit welcher Genauigkeit die Signalamplitude diskretisiert wird. Bei 16bit hat man 65536 mögliche Werte, die die Signalamplitrude annehmen kann, bei 24bit 256mal mehr.
    Das wirkt sich im Endprodukt (CD) vor allem auf den erreichbaren Dynamikbereich aus, bei 16bit immerhin knapp 96dB - das wird eigentlich höchstens bei Klassik ausgenutzt. Im allgemeinen reichen 16 bit also locker aus.
    Anders sieht es bei Aufnahmen aus: Die werden in der Regel nachbearbeitet (sprich: mit den Zahlen wird noch gerechnet :arrow: Rundungsfehler) und können wegen der Clippinggefahr nicht von vorneherein voll ausgesteuert werden. Daher nimmt man dort eher 20, meist sogar 24 bit, um die Rundungsfehler in der Bearbeitungskette zu minimieren, und rechnet erst unmittelbar vor dem Brennen / Pressen der CD auf 16bit runter (das geht ohne hörbaren Qualitätsverlust).

    Die Samplerate beschreibt, wie oft ein Signal pro Sekunde abgestastet wird. Das wirklt sich auf den nutzbaren Frequenzbereich aus. Weil man (vereinfacht gesagt) zumindest abwechselnde "Berge" und "Täler" des Signals erwischen muss, ist die höchste nutzbare Frequenz die Hälfte der Samplingrate. Bei 44,1kHz (CD) also rund 20kHz, was dem Hörbereich eines gesunden, jungen Menschen entspricht.
    Bei höheren Sampleraten können höhere Frequenzen verarbeitet werden, was innerhalb der Signalkette auch wieder Vorteile haben kann, im Endprodukt reichen 44.1kHz normalerweise aus. Um Unterschiede zwischen 44,1 und 48kHz zu hören, muss man schon "goldene Ohren" haben, den Sprung zu 96kHz hört niemand mehr direkt (jedenfalls sind entsprechende Versuche unter Laborbedingungen regelmäßig gescheitert).

    Richtig, beim Umrechnen entsteht ein Verlust. Allerdings hauptsächlich beim "Resamplen", also einer Änderung der Samplerate. Die Amplitudendiskretisierung ist relativ unkritisch umzurechnen.
    Der Verlust ist allerdings umso stärker, je dichter die Ausgangs- und die Zielrate zusammenliegen. Wenn man also z.B. für CD (44.1kHz) und DVD (oft 48kHz) produzieren will, sollte man die Umrechnung von 44 nach 48 oder umgekehrt vermeiden. Daher nimmt man 96kHz und kann so relativ unproblematisch umrechnen.

    Wenn du allerdings für genau ein Zielmedium (wahrscheinlich CD) produzierst, ist es eigentlich von Vorteil, gleich die richtige Samplingfrequenz zu nehmen. Aus den o.g. Gründen allerdings mit höherer Wortbreite (also z.B. 24/44100).

    Warum das keinen Sinn macht, solltest du jetzt selbst beantworten können ;-)

    Jens
     
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