B-Griff oder C-Griff?

  • Ersteller aconronco
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Naja, und was heißt, ob es sich lohnt? Man muss sich ja entscheiden!
Klar muss man sich entscheiden. Die Frage ist nur, was man zur Entscheidungsfindung nutzt. Ich würde mich eher nach Klang des Instruments, Lehrerdichte in meiner Umgebung, innerer Eingebung oder evtl. bereits vorhandenem Instrument richten anstatt nach Dingen wie, in 10 Jahren kann ich, wenn ich serbische Folklore spielen möchte, Halbtonverziehrungen etwas schneller spielen oder sie fallen mir etwas leichter.

Gruß,
BT
 
Brückentroll;4801290 schrieb:
Klar muss man sich entscheiden. Die Frage ist nur, was man zur Entscheidungsfindung nutzt. Ich würde mich eher nach Klang des Instruments, Lehrerdichte in meiner Umgebung, innerer Eingebung oder evtl. bereits vorhandenem Instrument richten anstatt nach Dingen wie, in 10 Jahren kann ich, wenn ich serbische Folklore spielen möchte, Halbtonverziehrungen etwas schneller spielen oder sie fallen mir etwas leichter.

Gruß,
BT

Ich kann sie nicht erst in 10 Jahren, sondern sofort besser greifen. Und zwar nicht nur "etwas", sondern "wesentlich".
Aber wenn man gar nichts mit so einer speziellen Musikrichtung am Hut hat, sind natürlich deine Entscheidungskriterien absolut vernünftig.
 
hallo

hatte vor 2 jahren eine elektrafox von hohner gekauft
und da es in c-griff gesetzt war ,schraubte ich die knöpfe einfach in b-griff um,
da die knöpfe geschraubt sind war dies leicht möglich
daraufhin spielte ich alles in b-griff fingersatz usw.
hatte keine probleme,schätze das dies möglich ist
,da man mit dem knopfakkordeon mit dem gleichen fingersatz
in allen moll und dur varianten spielen kann
 
Hallo sveto,
das funktioniert mit meinem Roland V Akkordeon auch, bei einem normalen Akkordeon mit Stimmzungen ist das aber nicht möglich!!
Die Stimmstöcke sind anders bestückt und man kann sie auch nicht einfach tauschen. Beim C-Griff Akkordeon hast Du die Reihe mit dem C zweimal, als erste und als vierte. Bei einem B-Griff Akkoredon gibt es die Reihe mit dem C nur einmal, als dritte.
Gruß, Didilu
 
Zuletzt bearbeitet:
Das geht auch deshalb nicht, weil die gekoppelten Knöpfe bei B- und C-Griff verschieden liegen:
Beim C-Griff liegen die Töne der ersten bzw. zweiten Reihe in der vierten bzw. fünften Reihe jeweils eine halbe Position weiter unten, beim B-Griff dagegen eine halbe Position weiter oben (Richtung Kinn).
 
Ich muss das alte Thema nochmal aufkochen.

Selbst unter der Prämisse dass es sowohl mit B Griff /russisch MIII oder C Griff mit C Griff MIII Vorteile und Nachteile gibt - dieser technische Faktor also vernachlässigbar sein soll, möchte ich doch nochmal forschen, wie sich offenbar C Griff auch im Osten Deutschlands immer mehr durchzusetzen scheint. Geschichtlich gab es in der DDR praktisch neben Taste nur B Griff.

Nun gilt meine Verwunderung hauptsächlich den TastenLEHRERN, die den Vorteil Knopf durchaus zu schätzen wissen und ihre Schüler auf Knopf orientieren.
Welche Einflüsse spielen also bei einer konkreten Entscheidung für B oder C Griff eine Rolle? Mir fallen eingentlich nur zwei ein:

- Die erleichterte Suche nach einem Instrument
- Es ist evtl. ein Hochschullehrer Lehrer mit C Griff im Blick

Beides sind aber eigentlich nur die Folgeerscheinungen von bestimmten Entscheidungen vorher, nicht die Ursache selbst.


Fragen:
Warum gibt es z.B. in Finnland offenbar ein stabiles national - Ökosystem? Warum bleibt dort der finnische "G Griff" und warum setzt sich dort nicht B oder C durch? Die Globalisierung macht doch vor Finnland auch nicht halt?

In China gab es bis etwa 1996 überhaupt kein Knopf. Der Lehrer Cao Xiao Qing studierte kurz nach meiner Zeit in Hannover bei Elsbeth Moser, die selbst absoluter Jupiter Fan ist, sich aber immer C Griff Instrumente bauen ließ.
Cao selbst spielt Taste. In China gibt es inzwischen auch beide Systeme. Der russische Lehrereinfluss ist dort sehr groß, Cao meinte aber zu mir dass es in Italien leichter wäre Instrumente zu bestellen.

Am meisten wundert mich eine eng vertraute Lehrerin aus dem Osten, die früher Taste spielte, später im Studium auf B Griff umstieg (sogar mein Instrument kaufte) und nach dem Studium als Lehrerin dann ihre eigenen Schüler auf C Griff orientierte.

Bei Elsbeth Moser gab es ähnliche Tendenzen. Sie hat oft versucht auch fertige B Griff Spieler auf C Griff umzuorientieren. Meistens ist sie aus nachvollziehbaren Gründen gescheitert. Aber es gab Fälle, die darauf eingegangen sind.

Wie ihr vielleicht noch wisst, ich versuche gerade ein wirklich gutes B Griff Bayan zu verkaufen - fast neu. Keine Chance. In meinem Dunstkreis interessiert sich niemand dafür. Gestern kam eine Anfrage - Juhuu!! Aber als sich herausstellte dass es B Griff ist - hatte ich auch sofort wieder die Absage.

Buisiness as usual - schon klar. Aber der unaufhaltsame Einzug des C Griffs wundert mich schon ein wenig, denn auch die Italiener bauen B Griff auf Wunsch.
 
Bei Elsbeth Moser gab es ähnliche Tendenzen. Sie hat oft versucht auch fertige B Griff Spieler auf C Griff umzuorientieren. Meistens ist sie aus nachvollziehbaren Gründen gescheitert. Aber es gab Fälle, die darauf eingegangen sind.

Die Tendenz Knopf zu bewerben , ist unübersehbar - bringt ja auch gewisse Vorteile. Wo der Vorteil von C-Griff zu B-Griff liegen soll, ist mir aber bis heute nicht klar. Für mich sind beide System erstmal Knopfsysteme - beim einen die Tonreihen abfallend, beim anderen steigend montiert , und ja, jeweils andere Töne an vorderster Reihe. Klar kann man jetzt anhahnd von Musikgenres erstmal gewisse Vorteile ins Feld führen, Aber spätestens wenn man breitbandig Musikstile spielt, dann egalisiert sich das m.M. irgendwann und es kommt dann nur noch drauf an, ist das Stück insgesamt schwierig, oder insgesamt einfach.

Öfter höre ich dass es mit C-Griff dann beim Melodiebassspiel leichter wäre, weil die beiden Griffsiysteme links und rechts symmetrisch sind. Dieses Argument konnte ich ebenfalls noch nie verstehen, denn der Standarbass hat ja sowas von gar nichts mit dem System auf der rechten Hand gemein... und trotzdem kommen alle damit klar. Das ist für mich in keinster Weise ein Argument. Ich habe ein System links und ein System rechts und das präge ich mir ein und dann geht es nur darum, damit Musik zu machen. Wenn ich anhand von Symmetrie mir die Töne auf der linken Hand ableiten muss, dann bin ich eh noch Lichtjahre davon entfernt, mein System verinnerlicht zu haben... und dann bin ich auch noch Planetenweit davon entfernt damit Musik machen zu können.

Würde ich von Taste auf Knopf wechseln wollen dann würde ich mich für B-Griff entscheiden - und zwar einzig deshalb, weil es hierfür auch Melodiebass gibt der umgekehrt angeordnet ist - also die tiefen Töne unten , die hohen Töne oben. Könnte man sagen ist doch egal, man muss so oder so lernen, damit umzugehen. Isses auch, aber wenn man Klassik spielen will, dann nimmt man die Noten, so wie die früher gesetzt wurden... und die wurden auf einer Klaviatur gesetzt, wo für die linke Hand die Töne zum kleinen Finger hin tiefer werden ... und die Triller sind dann meist für die linke Hand für die Finger 1,2 und 3 notiert. Das ist dann beim Akko schon ein Nachteil bei normalem C-Griff Melodiebass, denn dann hat man die Triller mit 4 und 5 zu spielen. Gäbe es C-Griff in "russischer Anordnung" dann wäre das für mich genauso gut - aber ich weiß nicht, ob es das überhaupt gibt... und wenn, dann extrem selten.

Aber wie gesagt das ist jetzt ein einzelner Punkt unter vielen - aber das wäre für mich persönlich jetzt tatsächlich auch ein Kiterium an dem ich mich orientieren würde. Das würde ich jetzt also nicht als Argument für die breite Basis herziehen.

Das Thema Unterricht und Lehrer... Ganz ehrlich , auch das halte ich für marginal. Ganz am Anfang braucht man einen der einem sagt, wo man mit den Fingern weitermachen muss, wenn man die Tonleitern weiter spielen will, grob vereinfacht gesagt. Das kann praktisch jeder Akkordeonlehrer! Auch die Basics vermitteln, würde ich behaupten, kann auch jeder Lehrer. Und wenn der Schüler mal die Basics drin hat, dann geht es eh eher darum ihm irgendwelche falsche Angewohnheiten abzugewöhnen (z.B. schlechte Balgführung) - das ist in aller Regel auch ziemlich unabhängig vom Griffsystem. Ab der Ebene geht es dann schon darum, wie setze ich das Stück um, wie spiele ich das , damit daraus Musik wird. Da brauch ich nicht unbedingt einen Lehrer der das gleiche Griffbrett hat wie ich.

Ich hatte ja mit meinen beiden Lehrmeistern zwei völlig konträre Situationen. Der eine Lehrer spielt sogar das gleiche Instrument wie ich - passender kann es also gar nicht sein, was das Akko angeht. Und der andere Lehrer spielt B-Griff mit russischer Anordnung im Melodiebass, während ich ja rechts Taste spiele und links Melodiebass mit C-Griff. Und trotzdem gab es wirklich nie ein Problem damit, dass mein Lehrer ein anderes System spielte. Er sollte mir ja nicht vorspielen und ich seine Bewegungen nachmachen, sondern er sollte ja mich beobachten, wie ich spiele und mich dann korrigieren und mir meine Fehler ausmerzen. Und da konnte ich nicht wirklich einen Unterschied feststellen. Ich habe bei beiden hervorragenden Unterricht gehabt, der mich deutlich weitergebracht hat. Wenns bei mir im Fingersatz gehakelt hat, das haben beide gleichermaßen gesehen und behoben.

Und mit diesen Erfahrungen kann ich noch viel weniger verstehen, warum sich etablierte Spieler umorientieren und dann auch noch das andere System propagieren.

- Spieltechnisch habe ich bis heute nicht wirklich deutliche Vorteile des einen Knopfsystems zum anderen erkennen können . Und bautechnisch ist es Jacke wie Hose, wie man die Knöpfe auf das Griffbrettt sortiert. Dass grad alles in Richtung C-Griff rennt, halte ich für eine Modeerscheinung.
 
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Dass grad alles in Richtung C-Griff rennt, halte ich für eine Modeerscheinung.
Und die Mode ist keine rationale Sache! :gruebel:

Weiss jemand welches Griffsystem im Knopfland Frankreich (Musettewalzer) vorherrscht? 🇫🇷

Wenn ich nochmals beginnen könnte würde ich für mich definieren:
Rechts B-Griff die tiefsten Töne unten bei der Knieauflage.
Links B-Griff symetrisch gespiegelt zur rechten Seite.
Sodass ein Akkord rechts und links mit den gleichen Fingern gegriffen wird. :great:
 
In Frankreich ist C-Griff vorherrschend. Denke Italien auch.
schwedisch-italienisch ( C ) oder norwegisch-holländisch ( B )
Meine Crucianelli mit belgischem Bass ist aber in dem Fall ein B-Griff.
Das liegt aber auch schon nah an Holland wenn man die alten Bezeichnungen für C-Griff und B-Griff Verbreitungsgebieten zuordnet.
Beim belgischen 3+3 Bassystem sind die Tiefen Töne im Bass unten. Ob es dann bei einem MIII mit belgischem Bass auch so wäre?
Beim G-Griff würde mich interessieren ob das reine Tradition ist oder auch Vorteile hat für zB. finnisches Liedgut dem das Instrument angepaßt worden sein könnte oder daß sich mit ihm auch entwickelt haben kann.
Der G-Griff ähnelt ja spieltechnisch eher einem C-Griff.
 
Mir fallen eingentlich nur zwei ein:

- Die erleichterte Suche nach einem Instrument
- Es ist evtl. ein Hochschullehrer Lehrer mit C Griff im Blick
Ich kann zu diesem Thema nur für mich sprechen, weil ich die ganze Akkordeonszene nicht überblicke. Für Autodidaktiker wie mich, die sich selber das Melodiebass-Spiel aneignen oder von Taste auf Knopf umsteigen, gibt es einen dritten Grund. Das hat mit dem Unterrichtsmaterial zu tun. Ich habe mir vor dem Einstieg alle Schulen eingesehen und festgestellt, dass es in Deutsch oder Englisch praktisch nichts Verwertbares in Sachen B-Griff für mich gab. In der C-Griff-Welt sah das anders aus. Dort gab es einfacher zugängliches Material, das ich für mich adaptieren konnte. Insofern ist die Wahl des Griffsystems Zufall gewesen.

Ob jetzt C-Griff oder B-Griff besser/geeigneter/zu bevorzugen ist, kann ich bis heute nicht beurteilen. Ich kenne deine Argumente, Uwe, aber ich glaube nicht, dass ich jemals dermaßen schwere Stücke angehen werde, wo das eine Rolle spielen könnte. Für meine Zwecke reicht C-Griff völlig aus. Wenn ich an einem Stück scheitere, dann liegt das nicht am Griffsystem, sondern an meinen Fähigkeiten.

Eins aber würde ich dementieren wollen: Dass die Händler die Leute auf die C-Griff-Spur setzen. Der Händler meines Vertrauens in Süddeutschland hat alle drei Knopf-Systeme der Hersteller Pigini, Bugari und Scandalli im Angebot. Man kriegt dort C-Griff, B-Griff und B-Griff russisch. Die Qualität ist gleich. Der Klang ebenso. Das einzige, was hier im Süden nicht angeboten wird, ist Jupiter. Eine Jupiter steht nirgendwo im Laden, so dass man sie ausprobieren könnte. Und die mir bekannten Instrumente dieser Marke sind alle B-Griff. Ja, da könnte mancher wehmütig werden.
 
Einige Eindrücke und Erfahrungen meinerseits dazu:
Mein Akkordeonlehrer an der Musikschule in Erlangen erklärte mir damals: Bei C-Griff wäre in den tiefen Tönen die Handhaltung natürlicher und entspannter, bei B-Griff in den höheren Lagen, beides bezogen auf die Diskantseite.
Er selbst hatte am Konservatorium zumindest auch etwas Knopfunterricht, m.W. B-Griff. Von daher hätte mich wohl eher in B-Griff unterrichtet, als ich damals als Teenager überlegt habe, umzusteigen.
Nach seinem Ruhestand in den 90ern habe ich ihm seine Hohner Fidelio III (wohl aus den frühen 50ern) mit B-Griff abgekauft. Und ich habe sie immer noch. Wenn ich sie mir mal vornehme, gelingt es mir nach einigem "Rumstochern" einige einfache Melodien in 1-2 Tonarten zu spielen - im Gegensatz zu Taste mit viel Blick auf die Tastatur bzw. Knöpfe; ich denke da aber vermutlich von der Taste, bspw. welche Halbtöne bei e-Moll dazugehören.

Sollte ich doch noch umsteigen, dann wäre es klar B-Griff. Denn der (fast) einzige Grund für einen Umstieg wäre für der Klang der echten Bajane. Spieltechnische Vorteile von Knopf erkenne ich an, auch die Möglichkeiten, ganz andere Intervalle und Akkorde greifen zu können. Aber das reicht für mich nicht für einen Umstieg, geschuldet mangelnder Disziplin und der Tatsache, dass ich auf Taste viel von dem zustande bringe, was ich möchte.

Einzig der Klang wäre es. Auf den letzten Musikmessen (2018 und 2019) hatte ich Piano-Bajane von AKKO in der Hand (zumindest mit den Bajan-Merkmalen der druchgehenden Stimmplatten und den russ. Melodiebasses) - sie klingen super und doch nicht ganz wie die Knopfbajane. Und wenn es ein Bajan werden sollte, dann definitiv ein russisches. Bisher haben mich da Pigini, Borsini, Scandalli und Bugari nicht überzeugen können.
Wenn es ein kleines Bajan werden sollte, dann ggf. Tula, wenn größer, dann Jupiter.

Gruß, Tobias
 
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Danke für die bisherigen Meldungen.

Kleines Dementi zu @Bernnt s Demento:
C Griff war zumindest auf der Musikmesse immer gefühlt im Verhältnis 10:1 ausgestellt.
In den Läden die ich so kenne ist es ähnlich.

Wieso hauen hier alle in die B Griff Kerbe? Im Real Live sieht es ganz anders aus.
Ich wollte nicht, dass hier ein System technisch über das andere gestellt wird. Mir geht es nur um Hintergründe der C Griff Vorherrschaft.
Eigentlich wurde nur ein privater Grund genannt

- C Griff Schulen
 
Wieso hauen hier alle in die B Griff Kerbe? Im Real Live sieht es ganz anders aus.

Ja klar - meine Überlegungen sind ja auch theoretischer Natur, weil ich ja nicht Knopf spiele.

Meine anderen Anmerkungen sind allerdings Beobachtungen die ich so erlebt habe und aus dem ich schließe, dass es eigentlich egal ist welches Knopfsystem man spielt.

Und wenn es dann ganz konkret um eine Einstieg in die Knopfakkowelt geht, dann kommen die pragmatischen Gesichtspunkte dazu: Wo bin ich ,was ist hier geläufig und was ist auf dem Markt zu bekommen - also neue und Gebrauchtmarkt. Wenn ich in Finnland lebte, dann würde ich sehr wahrscheinlich mit dem finnischen G-Griff spielen - einfach weil das da marktüblich und zu bekommen ist. In Frankreich und der Schweiz wäre es sehr wahrscheinlich C-Griff.

Und wenn mehrere System zur Auswahl stehen, dann kommen auch noch die pragmatischen Punkte dazu - so wie im Fall von @Bernnt , wo einfach auch noch die passenden Lehrbücher vorhanden sind.

Und mitunter kommts einfach auch auf die Situation des Moments an, was es dann für ein System ist.
Ich war vor einiger Zeit bei meinem Stimmungsmacher (in Vorcoronazeiten) und während ich da war, kam noch ein Interessent der sich für ein Knopfakko mit Melodiebass interessierte und ein Instrument ausprobierte das grad zur Diskussion stand. ... Hätte ich auf Knopf wechseln wollen, dann wäre das mein Instrument gewesen, denn den Klang fand ich einfach salopp gesagt granatenmäßig gut. ... Und ich glaube es wäre mir in dem Moment egal gewesen, ob das polynesisch Fis-Griff oder sonstwas gewesen wäre. Für mich wäre die Entscheidung zu Gunsten des Sounds gefallen... Gut, war in dem Fall nicht so exotisch, sondern B-Griff und MIII in russischer Anordnung - hätte also sogar noch perfekt zu meinem Vorzugsknopfgriff gepasst, aber das wäre mir in dem Moment egal gewesen.

Von daher also auch wieder: Dass man das nimmt, was in der Region vorherrscht und was einen guten Sekundärsupport (Schulen etc. ) bietet - kann ich absolut nachvollziehen, dass man sich dann für das "örtliche" System entscheidet. (so wie s bei mir seinerzeit sonnenklar war dass ich mit Taste angefangen habe, eben weil in der Region praktisch niemand Knopf spielte und es weder andere Knopfspieler, noch Instrumente mit Knopfatur gab)

Aber warum C-Griff per se besser sein soll als B-Griff, kann ich nicht nachvollziehen: Und noch weniger kann ich nachvollziehen, was einen dazu treibt vom einen auf das andere (Knopf!!!-)System zu wechseln
 
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Von daher also auch wieder: Dass man das nimmt, was in der Region vorherrscht und was einen guten Sekundärsupport (Schulen etc. ) bietet - kann ich absolut nachvollziehen, dass man sich dann für das "örtliche" System entscheidet. (so wie s bei mir seinerzeit sonnenklar war dass ich mit Taste angefangen habe, eben weil in der Region praktisch niemand Knopf spielte und es weder andere Knopfspieler, noch Instrumente mit Knopfatur gab)

Aber warum C-Griff per se besser sein soll als B-Griff, kann ich nicht nachvollziehen: Und noch weniger kann ich nachvollziehen, was einen dazu treibt vom einen auf das andere (Knopf!!!-)System zu wechseln

Das ist schon klar, es herrscht C Griff vor und deshalb wird es immer "stärker".
Und ich hatte auch vorausgesetzt, dass es rein technisch egal sein sollte ob B oder C.
Aber trotzdem ist es irgendwie zur C Griff Tendenz gekommen. Es gab nicht immer C Griff Vormacht, und schon garnicht im Osten Deutschlands.
Wie kann sich das so schnell ändern während es in Finnland Russland und Frankreich stabil bleibt?

Es sind Entscheidungen von Leuten die diese Entwicklung vorantreiben und die Gründe für diese Entscheidungen interessieren mich.

Ich sehe:
- Lehrer im Visier, der C Griff spielt
- einfacher verfügbare C Griff Instrumente
- verständliche Schulwerke

Eigentlich reichen die Argumente ja auch.
Ach ich weiß auch nicht warum ich noch B Griff spiele und keiner mein Instrument will. :confused:
 
In den Läden die ich so kenne ist es ähnlich.
Also geben wir mal Butter zu den Fischen:

Musik Pietsch, nach Worten des Besitzers der größte Akkordeonladen in Europa hinsichtlich der de facto vorhandenen Auswahl. Instrumente Stand heute:

1. Knopf-Konverter:
=============
C-Griff: 7
B-Griff: 0
B-Griff, russisch (also mit gekipptem Melodiebass): 9! (in Süddeutschland!)

2. Knopf-Instrumente ohne Konverter:
=========================
C-Griff: 11
B-Griff: 10

Nach Aussagen des Besitzers war es früher anders. Er rüstete einige deutsche Teilnehmer am Coupe Mondiale in den letzten Jahren aus. Diese waren und sind auf C-Griff im Melodiebass unterwegs. Vor einigen Jahren stiegen die Lehrer der Akkordionistenschmiede, aus der die Teilnehmer stammen, auf Knopf, B-Griff russisch um. Darum das o.g. große Angebot an diesen Instrumenten. Auf keinen Fall ist C-Griff überrepräsentiert. Alles ist im Fluss. Die Anzahl der verkauften Instrumente in C- oder B-Griff ist in diesem Laden praktisch gleich. Man ärgert sich freilich über die Vielfalt der Knopfinstrumente. Es wäre einfacher, wenn es nur ein System gäbe. Denn dann müsste man nicht von einem Instrument vier Varianten vorhalten (Taste, C-Griff, B-Griff, B-Griff russisch), sondern könnte das Sortiment etwas anders entfalten ...

Wie es in Frankfurt aussah oder aussieht, weiß ich nicht.

Wieso hauen hier alle in die B Griff Kerbe?
Ich wollte in keine Kerbe hauen. Hauen schon mal gar nicht. Einfach nur darstellen, wie es bei mir gelaufen ist...
Beitrag automatisch zusammengefügt:

Bei Elsbeth Moser gab es ähnliche Tendenzen. Sie hat oft versucht auch fertige B Griff Spieler auf C Griff umzuorientieren.
Und noch weniger kann ich nachvollziehen, was einen dazu treibt vom einen auf das andere (Knopf!!!-)System zu wechseln
Uwe, Max, das ist mir auch völlig unverständlich. Mich würde interessieren, was eine Lehrerin dazu treibt. Ich wäre total verunsichert - egal wie herum die Sache abläuft. Von C-Griff auf B-Griff oder umgekehrt. Taste auf Knopf kann ich verstehen. Da gibt es definitiv Sachen, die auf Taste nicht funktionieren. Aber so etwas? Eigentlich will man doch Leute und ihre Fähigkeiten fördern. Und ihnen nicht das Werkzeug vorschreiben. A la: "Nimm den roten Hammer. Der blaue trifft nicht so gut." Also ....
 
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Meine Statistik ist nicht repräsentiv, um es vorwegzunehmen.
Die Musiklehrer, die ich kenne und von denen ich weiß, haben alle im Studium Taste mit C-Griff-MIII gespielt (bis auf einen, der in Moldawien studiert hat (B-Griff + B-Griff russisch) und ein paar im Ruhestand mit Studium ohne MIII).
Die Taste war gesetzt, weil man sowieso auch Klavier oder Keyboard unterrichten wollte und in der Band spielt.
Hat schon mal jemand einen Tastenkonverter mit russischem B-Griff gesehen? (Dass man sie bauen könnte, ist mir schon klar.)
Ich gehe davon aus, dass bis auf den einen B-Griff-Spieler bei mir in der Nähe (in drei Landkreisen in Oberbayern) kein Knopf-Lehrer existiert, der seine Knopf-Spieltechnik nicht von seinen MIII-Kenntnissen ableitet.
Diese Tasten-Knopfler raten geschlossen zur Taste, weil das System für den Hobbymusiker egal ist und der Berufsmusiker, der später nur als Lehrer von seinem Beruf leben kann, sowieso mehrere Instrumente braucht, von denen manche ja auch eine Pianotastatur haben.

Interessanterweise kenne ich lediglich einen C-Griff-Spieler (ohne Studium), der aus Hannover zugewandert ist, dafür mehrere ältere Volksmusiker (ohne Studium), die B-Griff spielen.
 
Ok, die Ableitung vom schon vorher vorhandenen C Griff in der linken Hand könnte auch eine Rolle spielen. Ja

Also

- Lehrer im Visier, der C Griff spielt
- einfacher verfügbare C Griff Instrumente (wird angezweifelt)
- verständliche Schulwerke
- Ableitung Diskantsystems vom schon erlernten C Griff Melodiebass


@Bernnt
Zu Deinem letzten Absatz:

Ich weiß es auch nicht, vielleicht hat das etwas mit der Schule zu tun die Elsbeth Moser schrieb.
Das stünde dann in direktem Zusammenhang.
Wir hatten das Thema schon ähnlich, als es um Frederyk Deschamps ging. Er stellt zwar die Studenten nicht aufs C System um, aber sie beginnen mit ihrer Technik trotzdem ganz von vorn, völlig egal welches Niveau sie haben. Jeder durchläuft Standardübungen zur Haltung und zu Abläufen. Es ist Methode.
Ohne diese Grundlagen fühlt sich der Lehrer nicht in der Lage die Sachen zu unterrichten, die darauf aufbauen.
Ein ganz bestimmter Klang, optischer Ausdruck (Ästhetik) und auch Sicherheit kann bei ihm nur unter anderem durch eine bestimmte Haltung erreicht werden.
Wenn der Schüler das so nicht macht, ist "Hopfen und Malz verloren".

Und Frau Moser schrieb zu der Zeit gerade die Schule, weil es wirklich nichts gab, auch nicht für C Griff.
Selbstverständlich fließt der Inhalt direkt in den Unterricht ein und die Schule wird gleich als Lehrwerk für die angehenden Lehrer mitgegeben.

Beide könnten aufgrund ihrer Spezialisiertheit nicht so intensiv auf B Griff unterrichten.
 
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