Backbow/konvexe Halskrümmung korrigieren - wie?

von Nick McNoise, 28.07.20.

  1. Nick McNoise

    Nick McNoise Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.20   #1
    Hallo Forum,
    ich habe mal wieder eine preisgünstige Akustikgitarre aus dem Sperrmüll gerettet.
    Nun ist sie wieder sauber, von Aufklebern befreit etc. und klingt nicht schlecht.

    Leider war die Trussrod ziemlich fest angezogen, obwohl vier der sechs Saiten fehlten.
    Dadurch hat der Hals natürlich eine ungute Krümmung nach hinten genommen.

    Ich habe die Trussrod komplett gelöst und neue Saiten aufgezogen und diese sogar zwei Halbtöne hochgestimmt,
    damit der Hals sich zurückbiegt.
    Bisher (24h) hat sich nur wenig getan.

    Gibt es einen Trick, das Zurückbiegen zu beschleunigen oder zu begünstigen?

    Danke für eure Tipps.

    Nick
     
  2. andiu

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    Erstellt: 28.07.20   #2
    Wenig oder nichts?
    24 Stunden sind wenig für ein jahrelang mißhandeltes Instrument. Das meiste erledigt sich in zunehmender Zeit.
    Ansonsten könnte moderate Wärme gleichmässig über den gesamten Hals entlang helfen ... fragt sich nur wie applizieren.
    In Omas alte Heizdecke auf niedrige Stufe einwickeln?
    Ich würde einfach eine Woche warten und täglich kontrollieren.
     
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  3. Nick McNoise

    Nick McNoise Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.07.20   #3
    Es hat sich bisher wenig getan.
    Ich gebe zu, Geduld ist nicht meine starke Seite.
    Also geben wir dem Ganzen noch ein paar Tage.
     
  4. Bassturmator

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    Erstellt: 28.07.20   #4
    Ich habe für diesen Zweck einen ziemlich dicken Flachstahl den ich auf meinem Werkstattofen aufheize. Diesen lege ich dann aufs Griffbrett auf und spanne ihn fest. Ich würde also mit der Reparatur bis zum Winter warten...

    Mit zu viel Saitenspannung wäre ich bei einer Akustik-Gitarre vorsichtig. Für eine E-Gitarre hätte ich einfach dickere Saiten enpfohlen.
     
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  5. Nick McNoise

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    Erstellt: 28.07.20   #5
    Ich normalerweise auch, aber es ist eine nicht allzu filigrane, eher rustikal verleistete Sperrholzdecke und ich habe ein Auge drauf, dass sie nicht buckelt.
     
  6. open-g

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    Erstellt: 15.08.20   #6
    Inzwischen ist ja einige Zeit vergangen - hat sich mittlerweile etwas getan durch den höheren Saitenzug?

    wenn nicht, würde ich dem Hals mit Schraubzwingen etwas nachhelfen.
    etwa so wie in diesem Video:

     
  7. Bassturmator

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    Erstellt: 16.08.20   #7
    Ohne ausreichende Wärme um den Leim zu lösen bringt diese Methode nichts.

    Unter Saitenspannung wird der Hals nach kurzer Zeit wieder einen backbow haben.
     
  8. open-g

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    Erstellt: 17.08.20   #8
    Naja, den Leim zu lösen sollte nicht das Ziel sein, sonst hast du das Griffbrett ab.
    Erwärmen schon eher, um ihn geschmeider zu machen. Die sommerlichen Temperaturen kann man durchaus für sowas nutzen
    Meine Reso (im Avatar) lag im Gigbag mal in der prallen Sonne.
    ein dumpfer Knacks und sie ist im wahrsten Sinne des Wortes "aus'm Leim gegangen" :eek:
    Die Saitenspannung hat ihre Stärke gezeigt.

    Holz ist nicht starr, eher ein flexibeles Material das man (in Grenzen) formen und zwingen kann.
    Letztlich geht es doch um das Gleichgewicht zwischen Backbow u. Saitenspannung.

    Dan Erwine von Stewmac zB. spricht in etwa über: "massage the neck, by gently pulling it in the wanted direction, back and forth" oder so ähnlich.
     
  9. Nick McNoise

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    Erstellt: 17.08.20   #9
    Dankeder Nachfrage und für die Tipps.
    Der Hals kommt langsam in Bewegung, im Moment ist er fast gerade.
    Da ich aber genug andere Projekte herumliegen habe, fällt es mir nicht schwer, Geduld zu üben.
    Zudem müssen die Bünde mindesten kräftig abgerichtet, eventuell sogar getauscht werden.
    Meine Idee, in wenigen Stunden zur Player-Gitarre zu gelangen, war also definitiv abwegig.

    Klingen tut sie allerdings jetzt schon erstaunlich gut.
    Und ich habe ja noch so ein, zwei Gitarren, die ich derweil spielen kann :)
     
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  10. Bassturmator

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    Erstellt: 17.08.20   #10
    @open-g Da Du mich direkt zitierst:

    Ich sehe zwischen dem was Du da beschreibst und meiner Behauptung keinen Zusammenhang.

    Sowohl jeder Leim, als auch die im Holz enthaltenen Harze haben spezifische Schmelzpunkte ab derer sie plastisch verformbar werden. Bleibt diese Temperatur unterschritten passiert da nichts was nicht durch die Saitenspannung hinterher wieder rückgängig gemacht würde.

    Und glaub´ mir: So leicht hat man ein Griffbrett nicht ab. Ich spreche da aus persönlicher Erfahrung.

    Wenn die Bünde getauscht werden müssen ist das auch eine gute Gelegenheit dem backbow entgegen zu wirken, nämlich indem man Bünde mit etwas schmalerem Bundfuß verwendet. Breiter als der Bundschlitz muss er natürlich schon sein um zu halten, aber wir reden hier von zehntel Millimetern, die jedoch sehr viel ausmachen.
     
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  11. Nick McNoise

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    Erstellt: 19.08.20   #11
    Danke sehr das ist ein interessanter Ansatz.
    Ich spiele immer intensiver mit dem Gedanken, auf der Gitarre Mandolinenbünde einzusetzen, um das mal auszuprobieren.
     
  12. Bassturmator

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    Erstellt: 19.08.20   #12
    Kannst ja erst mal einen einzelnen Bund ziehen und dann sowohl diesen, als auch den Bundschlitz vermessen um besser einschätzen zu können ob da was geht...
     
  13. Nick McNoise

    Nick McNoise Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.20   #13
    Yep, ich gedachte den 20. Bund zu ziehen, den ich sowieso nie spiele.
    Habt ihr iirgendwelche Tipps, wie man das Bündeziehen vereinfacht?
    ich hörte von heftigem Einölen des Griffbretts mit möglichst dünnflüssigem Öl (oder Leinöl-Terpentin-Gemisch) und davon, dass manche die Bünde mit dem Lötkolben erhItzen.
     
  14. Bassturmator

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    Erstellt: 19.08.20   #14
    Ich benutze dafür eine spezielle Zange mit der es recht einfach geht. Kein Öl weil vielleicht später etwas geleimt werden muss. Und keine Wärme, es sei denn die Bünde sind verklebt, was ab Werk nur die wenigsten Hersteller machen.
     
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