alles cool, aber deinen Kommentar finde ich dann schon abwertend
Ich glaube, du fasst das deutlich negativer auf, als die eigentliche Aussage hergibt. Ich würde da zumindest in ein ähnliches Horn stoßen, wie
@Perkeo oder auch
@omnimusicus, was allerdings in der Hauptsache darin begründet liegt, dass Musik ausnahmslos immer extreme Geschmackssache bleibt und damit von unterschiedlichen Zielgruppen parallel als grottenschlecht oder eben auch supergeil wahrgenommen werden kann - wohlgemerkt ohne, dass darin ein Widerspruch läge. Ist wie im kulinarischen Bereich: ich verspeise mit Genuss rohe Tomaten oder Fisch, während meine bessere Hälfte das absolut brechreizerregend findet und dieses dann auch ohne Umschweife genauso unbeschönigt direkt kommuniziert. Wertet das Tomate & Fisch ab? Bei nüchterner Betrachtung nicht wirklich.
Den von dir geposteten Song sehe ich in guter Gesellschaft mit durchaus erfolgreichen Produktionen aus dem deutschsprachigen Pop/Rock-Dunstkreis, wo für die entsprechende Zielgruppe inhaltlich generische Themen und eine gleichförmige Songstruktur nach Schema-F offensichtlich kein Problem sind. Mir selbst mögen sich bei den furchtbar banalen Allgemeinplätzen eures Texters die Fußnägel hochrollen, andererseits habe ich mir den Track zur differenzierten Meinungsbildung jetzt schon vier Mal angehört und hey - ich lebe immer noch. Fans von gitarrenlastiger Musik mit Augenmerk auf eine besonders eigenständig individuell / kreative Note dürfte euer Werk rein von der musikalischen Seite betrachtet wohl tendenziell weniger bis (in meinem Fall, ich gebe es ganz offen zu) überhaupt nicht abholen. Dafür ist die Songstruktur einfach zu -Verzeihung- abgelutscht schablonenhaft (im Sinne von: schon zu oft irgendwo anders in ähnlicher Form gehört); mir fehlen hier auch wirklich memorable Instrumentalparts / Hooks mit echtem Wiedererkennungswert die über längere Zeit im Ohr bleiben. Das teilt ihr allerdings auch mit sehr etablierten Bands aus diesem Genre, wo sich die auf kommerziellen Erfolg getrimmte Musik durch eine für mein Empfinden oft ermüdende Stromlinienförmigkeit auszeichnet, die ganz bewusst Ecken, Kanten & musikalische Experimente zugunsten maximaler Gefälligkeit vermeidet. Kann man machen. Und es gibt ja immerhin eine nicht unbeträchtliche Menge an Leuten, die das genau SO richtig gut finden, insofern mag ich mich da jetzt auch nicht weiter dran abarbeiten.
Ich weiß nicht, ob es an der Wiedergabequalität der Streaming-Portale liegt (ich habe es jetzt nur über Youtube gehört), aber der Mix hat in meinen Ohren noch Luft nach oben. Fokus liegt etwas zu deutlich auf den Vocals, was die Instrumentalisten oft stärker in den Hintergrund drückt, als nötig wäre. Zudem sehr wenig Separation zwischen den Gitarren-, Bass- und Synthparts - oft verschwimmen diese drei Instrumentengruppen zu einer unangenehm komprimierten Klangwand, die selbst über die kurze Spielzeit von 3 Minuten eher anstrengend zu hören ist. Stichwort: Loudness War. Da der Song nahezu von vorne bis hinten nie besonders weit unter Maximalpegel durchballert, gibt es praktisch keine echte laut / leise Dynamik was spätestens auf Albumlänge auffällig werden dürfte. Geht mir z.B. mit den beiden ersten Linkin Park Scheiben so - die kann ich mir auch nicht am Stück anhören, ohne dass mir die fehlende Dynamik irgendwann auf den Zeiger geht. Aber vielleicht wollt ihr das ja auch genau so. Und überhaupt: solange ihr Spaß dran habt und irgendwer bei euren Gigs aufkreuzt, macht ihr eigentlich alles richtig. Insofern Daumen hoch.