Band festgefahren

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Hallo, ich habe hier schon einige Beiträge gelesen bei der sehr hilfreiche Anregungen gegeben wurden und ich schildere nun einfach mal meine Situation mit meiner Band und vielleicht hat der ein oder andere eine rettende Idee.

Ich versuche mich kurz zu fassen, aber vielleicht sind die Details ja wichtig, also kommt erst einmal eine kleine Geschichte. Die konkrete Fragestellung steht weiter unten ;-)

Wir sind 6 Leute: Sänger, Sängerin, Drums, Bass, Gitarre, Tasten (ich selbst) - spielen Pop, Soul, etwas Rock - eine Coverband mit eigener Note... von 28-58 Jahren, recht gute Qualität ;-) Wir verstehen uns auch alle sehr gut miteinander, es gibt kein böses Blut etc. die Musiker sind alles Familienväter inkl. Job und anderen Verpflichtungen.

Wir haben uns vor 10 Jahren gefunden und damals angefangen ein Repertoire aufzubauen. Wir hatten recht schnell den ersten Auftrittstermin und somit auch ein Ziel vor Augen. Haben recht konzentriert geprobt, jeder hat sich reingekniet und wir hatten ein gutes Ergebnis. Rein vom technischen her hatte einfach jeder seinen Notenhefter mit Abläufen eigenen Notizen etc. Es folgten mehrere Auftritte, die Setlist wurde größer. Wir befinden uns so ziemlich in der Pampa also waren die Locations auch eher so Dorf und Stadtfeste, Jubiläen und Hochzeiten. Keine Clubs oder Konzerthäuser ;-)
Wir hatten viel Spaß - das Publikum auch, aber zufrieden waren wir leider nicht immer, vor allem nicht mit unserem Techniker (dem 7. Mann) Der hat sich viel Mühe gegeben, aber hatte leider keine guten Ohren auch nicht was Kritik anging. Der Sound war also immer sehr bescheiden und andere Techniker Mangelware und somit waren wir nicht glücklich. Zudem kam, dass wir das Repertoire irgendwann nicht mehr erweitern konnten/wollten und immer das gleiche spielten, was uns aber irgendwann zu den Ohren raushing. Also wurde die Stimmung schlechter, die Proben seltener, die Auftritte haben wir abgesagt weil es mit den Terminen nie klappen wollte. Somit legten wir dann eine Pause ein und versuchten ein anderes "Konzept" zu finden. Der Musikgeschmack ist halt auch bei allen nicht sooo einheitlich ;-) Somit taten wir uns mit einer neuen Songauswahl recht schwer. Dazu kam - manch einer kam gut vorbereitet zur Probe, andere nicht, das hat leider auch immer sehr gebremst.

Dann kam Corona, der Proberaum zu und wir hatten Zwangspause, die Sängerin bekam Nachwuchs... wir trennten uns vom Techniker. Der Kontakt zur Band war in der Zeit lose aber vorhanden. Nach Corona trafen wir uns und wollten unbedingt wieder starten, uns fehlte die Musik und das Zusammensein. Wir einigten uns darauf Musik zu machen die die Leute unterhält und zum tanzen bewegt, aber eben als Band die man gerne hört weil sie gut ist und nicht als "Musikdienstleister" der einfach nur den DJ ersetzt. Es ging nicht (eigentlich nie) um den Nebenverdienst, auch wenn es ein nettes Zubrot war. Die Hauptsache war, wir wollten zusammen Musik machen und die Menschen begeistern.

Wir hatten dann ein paar mehr oder weniger regelmäßige Proben. (Wobei die Beteiligung immer schon ein Problem war, bei 6 Leuten passiert es eben immer wieder mal dass einer nicht kann, und eigentlich brauchen wir alle um ordentlich vorwärts zu kommen.)
Die Technik habe ich übernommen, zusätzlich zu dem eh schon recht großen Aufwand den ich als Keyboarder habe. Da uns dann noch der Gitarrist länger ausfiel, einigten wir uns dann darauf es mal mit Backing Tracks zu probieren um eben fehlende Musiker bei den Proben zu ersetzen, und auch einen einheitlichen Ablauf bei den Songs zu haben.

Ich habe mich dann in der Sommerpause intensiv mit dem Thema beschäftigt. Habe das ganze System mit Ableton Live aufgebaut und hatte einmal mit unserem Basser und dem Sänger einen kleinen Test bei mir Zuhause - wir waren sehr begeistert, es hat echt Spaß gemacht. Also war ich guter Dinge und habe das ganze für unsere Proben vorbereitet. Beim ersten Versuch waren alle gleichwohl skeptisch als auch gespannt, es hat auch halbwegs geklappt - nur der Aufwand und Stress war für mich immens. Den Laptop und Mischer zu bedienen und dann noch meine Keyboard Parts zu spielen war schlicht unmöglich. Dennoch wollten wir dem eine Chance geben und haben 4 neue Songs für die nächste Probe vereinbart. Die Hauptarbeit lag an mir, die einzelnen Tracks der Songs aufarbeiten und in Ableton bereitstellen, alles zurechtfummeln etc. Die anderen hatten Zugriff auf die Songs und konnten sich ihre Parts abhören und einüben und auch der Ablauf war dann klar.

Die nächste Probe kam, und es war für mich genauso chaotisch wie zuvor. Spuren an und aus und wieder zurück usw. dann noch der Mischer und eben noch selber "spielen" - das geht einfach nicht. Dazu kam das recht lange Gefummel während sich die Sänger langweilten... Klar kann man es sich noch mit zusätzlicher Hardware oder Controllern einfacher machen, aber dennoch bin ich absolut nicht überzeugt - was beim proben noch gehen mag, wird bei nem Auftritt sicher eine Katastrophe. Mir war also klar dass man für sowas einen zusätzlichen Mann oder Frau braucht der sich nur darum kümmert.

Das war also ein neuer Versuch der scheiterte... unsere Sängerin hat mittlerweile keine große Lust mehr weil sie keine Perspektive mehr für uns sieht. Aber ich möchte die Band nicht einfach aufgeben. Wie gesagt, wir harmonieren alle sehr gut, sei es musikalisch und auch menschlich und das ist wertvoll und sollte heutzutage nicht einfach weggeworfen werden, nur weil es uns an dem richtigen "Konzept" / Plan fehlt.

Ich hoffe das war erstmal alles halbwegs verständlich ;-)

Nun kommt endlich meine Frage. Gibt es denn "Rezepte" oder einfach Techniken, Konzepte, Pläne, Strukturen für Bands - an denen wir uns orientieren könnten? Wie macht ihr das? Unser Ziel ist es, für 2-3h wieder auftrittsfähig zu sein.

Es gibt ja zb. auch genügend Apps, mit denen man sein Repertoire organisiert und plant, Setlists erstellt etc. Auch das habe ich versucht mal einzuführen, mit Onsong auf dem iPad... leider waren nicht alle bereit sich dafür ein iPad zuzulegen.

Wie geht man denn vor, wenn man sagt wir möchten wieder auf der Bühne stehen und auftreten und dafür effektiv Proben und auch Spaß dabei haben. Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass alle an einem Strang ziehen sollten und sich auch gut vorbereiten müssen.

Ich hoffe ihr könnt mir hier mit eurer Erfahrung weiterhelfen.

Liebe Grüße,
Birlie
 
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Christian_Hofmann
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Wie geht man denn vor, wenn man sagt wir möchten wieder auf der Bühne stehen und auftreten und dafür effektiv Proben und auch Spaß dabei haben. Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass alle an einem Strang ziehen sollten und sich auch gut vorbereiten müssen.
Spaß kann man nicht erzwingen. Wenn der Stand der Band so schlecht ist, dann solltet ihr einmal offen darüber und über die Zukunft sprechen. Da kann es auch sinnvoll sein einfach mal eine Pause zu machen. Es wäre zwar schade wenn es danach nicht weitergeht, aber eine Band die Mitglieder hat die eigentlich keine Lust mehr dazu haben, wird ohnehin nicht mehr viel erreichen. Dann lieber gemeinsam einen Schlussstrich ziehen, bevor die Freundschaften auch noch mit der Band enden. Auch wäre es nicht verwerflich sich in der Zwischenzeit anderen musikalischen Projekten zu widmen. Viele Bands auch erfolgreiche arbeiten nur zeitweise immer gemeinsam, danach beschäftigen sie sich wieder mit anderen eigenen musikalischen Projekte und Gruppen.
 
Birlie2k
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Danke für deine Antwort @Christian_Hofmann aber der Eindruck, dass jemand keine Lust mehr hat, sollte eigentlich nicht entstehen. Wir möchten alle gern weitermachen, uns fehlt eben nur ein effektiver Plan. Darum war meine Frage eher in die Richtung - wie machen das andere Bands? Wie erarbeite ich mir ein solides Set… wir haben das bisher immer recht „intuitiv“ gemacht, was aber eher sehr frustrierend und langsam voranging. Ich wollte also diesbezüglich mal meinen Horizont erweitern und Ausschau nach Lösungen halten ;-)

Und andere musikalische Projekte hat fast jeder von uns - nur möchten wir auch gern gemeinsam weitermachen weil uns das am einfach Herzen liegt.
 
HaraldS
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Schöner Bericht, in dem viel zusammen kommt. Wirkt auf mich so, als hättest du bei den (durch menschliches Handeln enstandenen!) Problemen des mangelnden Probenbesuchs eine technische Lösung - Playback - gesucht und dir dadurch zu viel aufgehalst.

Menschlich entstandene Probleme brauchen menschliche Lösungen. Beteiligung an den Proben ist gleichzeitig Ursache und Ziel bei einer funktionierenden Band. Da würde ich ansetzen, alle zum Bier einladen uns sagen: uns gibt es als Band nur, wenn wir mit größerer Verbindlichkeit zusammenarbeiten. Deswegen kommt hier der Terminplan mit den nächsten Gigs und Proben. Jeder kann bei den Proben von mir aus zweimal fehlen, ansonsten wird der Gig abgesagt. Außerdem fahren wir für ein Wochenende mal zusammen weg zum Proben. Und die nächste Grillparty ist dann und dann.


Ob das funktioniert weiß vorher keiner: möglicherweise steigen Leute aus der Band aus, wenn die Verbindlichkeit ansteigt. Aber das sind die Leute, mit denen man auf Dauer sowieso Probleme hätte und die Verbindlichkeit gegenüber Veranstaltern riskiert, bei denen man Auftritte zusagt. Mit wackeligen Veranstaltern würde man ja auch nicht gerne zusammenarbeiten, warum soll man es dann mit Bandkollegen tun.

Hals dir nicht zu viel Technik auf und gib den Sängern auch andere Aufgaben als zu singen (mehrstimmige Gesangsparts herstellen, Percussion, Orga, Außenwirkung der Band). Das Mißverhältnis, dass du durch Technik überarbeitet bist und die Sänger gelangweilt abwarten, gehört dringend geändert.
 
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Mister Spock
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aber zufrieden waren wir leider nicht immer, vor allem nicht mit unserem Techniker (dem 7. Mann) Der hat sich viel Mühe gegeben, aber hatte leider keine guten Ohren auch nicht was Kritik anging. Der Sound war also immer sehr bescheiden ...
Es ist jetzt wohl zu spät, dazu noch viel zu sagen, aber: Lag das denn an ihm oder hatte es andere Gründe (z.B. schlechtes Equipment oder falsche Methodik)? Und warum war es über Jahre hinweg nicht möglich, das zu lösen? Die Trennung hat ja für euch offenbar nichts verbessert.
Brauchst du nicht drauf zu antworten, soll nur ein Denkanstoß sein.
Zudem kam, dass wir das Repertoire irgendwann nicht mehr erweitern konnten/wollten und immer das gleiche spielten, was uns aber irgendwann zu den Ohren raushing. Also wurde die Stimmung schlechter, die Proben seltener, die Auftritte haben wir abgesagt ...
Übel. Besteht das Problem immer noch?
Dann kam Corona ...
Wir hatten dann ein paar mehr oder weniger regelmäßige Proben. (Wobei die Beteiligung immer schon ein Problem war, bei 6 Leuten passiert es eben immer wieder mal dass einer nicht kann, und eigentlich brauchen wir alle um ordentlich vorwärts zu kommen.)
Sind das immer dieselben, die fehlen? Wenn ja, dann setzt da an. Warum fehlen die und was müsste passieren, damit sie wieder regelmäßig kommen?

Und wenn ihr euch ein Repertoire macht, bei dem ihr nicht immer komplett sein müsst? Das könnte heißen, weniger Classicrock und mehr akustische Sachen.
Die Technik habe ich übernommen, ...
mit Backing Tracks zu probieren ...
Wenns zuviel Stress ist, lass es wieder.
Das war also ein neuer Versuch der scheiterte... unsere Sängerin hat mittlerweile keine große Lust mehr weil sie keine Perspektive mehr für uns sieht.
Hat sie keine Lust oder sieht sie keine Perspektive? Das kann ein Unterschied sein.
Aber ich möchte die Band nicht einfach aufgeben.
Mir scheint, ihr müsst euch drauf einigen, an einem Strang zu ziehen. Und wenn das nicht geht, dann führt die Band mit den Leuten weiter, die dazu noch bereit sind. Und trennt euch (möglichst im Guten) von den anderen.
Und seht zu, dass ihr die Last irgendwie gleichmäßiger verteilt. Im Moment scheint fast alles bei dir zu liegen, und das überlastet dich natürlich.
Wie gesagt, wir harmonieren alle sehr gut,
Ist das tatsächlich noch so?
 
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Das könnte glatt meine eigene Geschichte sein - nur, dass ich singe und klampfe. Für unsere Band hat's eben leider nicht mehr gereicht, nach Corona. Zwei von sechs (darunter ich) haben gekündigt.

Ich glaube, ihr solltet euch die Zeit nehmen, eine gemeinsame Vision von der Zukunft zu entwickeln. Nur wenn das Ziel - und damit zumindest ein guter Teil des Weges - hinreichend klar ist, könnt ihr einen Kurs setzen und planen, wie ihr am besten gemeinsam dort hinkommt.
 
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Es wird immer wieder die bestehende Harmonie betont, aber gleichzeitig bestehen unterschiedliche Interessen und wohl auch Engagements. Harmonie ist aber nicht, sich gegenseitig anlachen zu können, sondern das Ganze. Und da sehe ich nach meiner Meinung eben nicht die viel erwähnte Harmonie.

Ihr seid altersmäßig sehr breit gestreut, was einfach durch die unterschiedlichen Lebensphasen auch unterschiedliche Ansichten und Ziele mit sich bringt. Auch verändern sich Menschen über 10 Jahre. Alle seien Familienväter (die Sängerin auch :ROFLMAO: , Spässle am Rande), aber der 28-Jährige hat sicher andere Umstände als der 58-Jährige ;), was auch für Job und anderen Verpflichtungen gilt - da ist so mancher im Leben noch beim Säen und andere sind beim Ernten. Nach meiner Erfahrung machen da schon 10 Jahre Altersunterschied viel aus, wobei es natürlich nicht nur eine Altersfrage ist, sondern auch noch Persönlichkeiten maßgeblich sind. Ja so etwas klappt und Musiker einer Band werden manchmal auch gemeinsam alt und bleiben über Jahrzehnte zusammen; dafür ist aber dann oft das Geld verantwortlich.

Für mich ist dieses abstellen auf die angebliche Harmonie und ihr Erheben als oberstes Prämisse und wichtigstes Merkmal ehrlich gesagt Augenwischerei. Für mich wäre der Punkt erreicht, allen die Gretchenfrage zu stellen: Entweder mit gleichem Anteil an dem gemeinsamen Karren ziehen (wohin muss natürlich FESTGELEGT werden - Ausdiskutieren bringt wahrscheinlich das nächste Chaos) oder gehen. Dann können die Verbleibenden mit Schwung sich wieder an Neues machen. Ich glaube, das Ansinnen, das Ganze irgendwie zu retten ist nur die Angst vor Neuem. Ja, das mag aufwendig sein und hat keine Garantie auf Erfolg. Aber hat irgendjemand bei Eurer Geburt gesagt: Ihr werdet immer glücklich und erfolgreich sein (abgesehen von anderen Lebenswünschen)?

Unterschiedlicher Musikgeschmack ist auch nicht zu unterschätzen. Vielleicht ist jemand nur mangels anderen Möglichkeiten dabei (Ihr seid auf dem Land schreibst Du) und da möchte man irgendwann vielleicht einfach die wenige Zeit die man hat, für das hernehmen, was man wirklich mag (so geht es mir: ich hatte und habe immer wieder Einladungen zu Bands, die aber, trotz spannender Stilrichtungen, einfach nicht die Musik machen, für die ich meine Zeit hernehmen möchte, so dass ich dort gar nicht erst anfange). Es geht nicht ums Geld, sondern ums Musikmachen und Begeistern der Zuhörer, schreibst Du. Aber da mag jede(r) einzelne auch (mit der Zeit) andere Vorstellungen haben. Und wenn Du schreibst "wir harmonieren alle sehr gut, sei es musikalisch und auch menschlich und das ist wertvoll und sollte heutzutage nicht einfach weggeworfen werden, nur weil es uns an dem richtigen "Konzept" / Plan fehlt" dann ist das ja jetzt erst mal DEINE Sichtweise und Wertschätzung. Andere haben offensichtlich abweichende Meinungen.

Letztlich aber ist der Cut doch schon längst da. Einige ziehen in unterschiedliche bis gegensätzliche Richtungen. Das hat sicherlich Gründe und warum sollte jemand seine vermutlich (sind ja alle in irgendeiner Weise lebenserfahren) für sich fundierte Ausrichtung ändern? Um den anderen einen Gefallen zu tun und sich selbst zu übergehen?

Meine Meinung: Klarheit schaffen und mit denen weitermachen, die klar dazu stehen, statt Zeit in eine Rettung zu investieren, die nach meiner Einschätzung nicht in Sicht ist.
 
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nasi_goreng
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Da gibt's doch den Spruch, dass man von einem toten Pferd absteigen soll. Schlauer Spruch aber wann weiß man eigentlich dass das Pferd tot ist?
Habe eine ähnliche Situation mit meiner Band und ich denke, dass letztentlich jeder für sich selber feststellt, wann das Pferd tot ist und wann man absteigen muss.
Meine Meinung: Klarheit schaffen und mit denen weitermachen, die klar dazu stehen, statt Zeit in eine Rettung zu investieren, die nach meiner Einschätzung nicht in Sicht ist.
auch meine Meinung!
 
KickstartMyHeart
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Wie geht man denn vor, wenn man sagt wir möchten wieder auf der Bühne stehen und auftreten und dafür effektiv Proben und auch Spaß dabei haben.
Ist das wirklich so? Wollt IHR das wirklich oder ist es eher ein Stück "wishful thinking" auf Deiner Seite? Denn wie Du vollkommen korrekt resümierst, ...
Ich denke ein wichtiger Punkt ist, dass alle an einem Strang ziehen sollten und sich auch gut vorbereiten müssen.
... funktioniert die Schicksalsgemeinschaft "Band" genau wie jede andere auch - es wird nur was, wenn alle mitziehen (und in die gleiche Richtung).

Was mir in der ganzen Schilderung fehlt, sind zwei ganz wesentliche Dinge:

1. Leadership - ein Mitglied muss hier das Steuerrad übernehmen (das bist aber eher nicht Du von der Persönlichkeit her, sondern eher "die gute Seele", die es allen recht machen will).
2. Commitment - alle Miteinander müssen hier schon nicht nur "dabei" sein wollen im Sinne "Früchte ernten", sondern auch gemeinsam die unliebsamen Tätigkeiten proaktiv mit stemmen.

Eine Band ist ein Team und braucht (mal mehr mal weniger offensichtlich ausgeübt) einen Teamlead. Eine Person, der (im besten Fall) die anderen auch folgen wollen, muss ansagen und zuordnen.

Wenn ich lese, dass sich einige "langweilen" während sich wenige abstrampeln, ... dann läuft da grundsätzlich was falsch mit der Einstellung in und zu diesem Team. Alle finden alles immer total supi, bis es ans Arbeiten geht. Dann ist die Laune auf einmal nicht mehr so gut, dann sind die Zeitpläne auf einmal ganz eng getaktet, dann sind alle auf einmal ganz schwer aufzutreiben und es wird viel geseufzt und bedauert.

Wenn das so ist und Du nur wegen der örtlich abgelegenen Situation auf diesem Gaul sitzt, dann würde ich absteigen und schauen, dass ich meine musikalischen Ambitionen eher in Richtung Homerecording oder auch online verlagere. Oder es ist Dir halt so wichtig, dass du umziehst und Dir Mitmusiker suchst, mit denen es wieder richtig läuft.
 
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Poppotov
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Ich habe nichts alles gelesen, das war mir zuviel Text für ein Problem, aber ich denke, Deine Band hat den Point-of-no-Return überschritten.
Das ist was ganz nomales.
 
glombi
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Vom Handy nur ein paar knappe Gedanken aus eigener Erfahrung:
1. Wenn einer alleine versucht, das Ding am Laufen zu halten, und viel Arbeit und Herzblut investiert, kann er nur enttäuscht werden.
2. Die anderen werden sich dagegen wahrscheinlich überfahren und entmündigt fühlen.
3. Lösungen, wie Backingtracks, die es Einzelnen noch leichter machen, eine Probe zu schwänzen, sind gerade für Hobby
-Bands kontraproduktiv.
4. Das einzige was wirklich hilft, sind feste Probentermine, die nur wegen Urlaub oder Krankheit abgesagt werden können.
5. Wenn ihr ein starres Repertoire und einen begrenzten Auftrittstadius habt, nutzt sich das natürlich irgendwann fürs Publikum ab, und euch fehlt die Perspektive oder Herausforderung.
6. Wenn nicht alle bereit sind, sich einzeln und als Band zu entwickeln, läuft sich das irgendwann tot.
7. Ob hinschmeißen besser ist, kann ich dir nicht sagen. So wie es war, und da wir es auch nicht ändern konnten, haben wir irgendwann die Reissleine gezogen.
8. Natürlich trauert man dem ganzen ab und zu hinterher, weil man sich an die guten Zeiten erinnert, aber Spaß hat es auch keinen mehr gemacht.
9. So wie es sich anhört, wird es bei euch auch nicht all zu viele Alternativen geben, du musst halt damit rechnen, dass die Alternative ist, keine Band zu haben.
10. Aber mach dich nicht kaputt, wenn die anderen eh nicht mehr mitziehen.
11. Vielleicht müsst ihr auch „nur“ die größten Bremser austauschen.
12. Was ich gelernt habe: Ein Rezept scheint es nicht zu geben. Jede Band ist anders.

Viel Glück und Gelassenheit,
glombi
 
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Aber vor dem Absteigen kann man doch wenigstens mal den Puls fühlen! Auf den Tisch mit dem Thema, jeder soll sich Gedanken machen und danach die Visonen abgleichen.

Wer wirklich keinen Bock mehr hat, wird diese Chance ergreifen und wenn vier übrig bleiben, habt ihr eine neue, frische Chance!

Das Thema mit der künstlerischen Differenz - also letztendlich "Was kommt ins Repertoire und was eben nicht?" - ist auch ein großes! Vielleicht vereinbart ihr so etwas wie "jeder bekommt fünf Songs", oder so ähnlich.
 
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Warum übernehmen die sich langweilenden Sänger nicht Backing tracks und Mischer?
Schauen 4 bis 5 Leute zu, wärend du mit den Aufgaben jongliert?! 😅

Aber grundsätzlich bin ich auch folgender Meinung:
3. Lösungen, wie Backingtracks, die es Einzelnen noch leichter machen, eine Probe zu schwänzen, sind gerade für Hobby
-Bands kontraproduktiv.

Mein Ansatz wäre ein Gruppengespräch. Lust, Zeit, Motivation und Ziele jedes einzelnen ansprechen. Ggf. muss ein neues Konzept definiert werden, eine völlig neue musikalische Ausrichtung, vielleicht muss dem ein oder anderen Mitglied Tschüss gesagt werden. Das könnt ihr nur rausfinden, wenn ihr Klarheit schafft.

Klingt auf mich so, als wäre eure Band, für den ein oder anderen, ein alter Schuh, der irgendwie auch nicht mehr richtig vorangeht und die Arbeit die man reinsteckt kein Spaß mehr macht, sondern wirklich unliebsamer Mehraufwand bedeutet.
Zeigt sich auch daran, dass dich deine Kollegen mit mehreren Aufgaben gleichzeitig allein lassen oder die Probe schwänzen oder keinen Notenhefter mehr führen? Ist die Luft etwa raus? Träumt so mancher insgeheim davon einen Schlußstrich ziehe zu können? Es wäre natürlich einfacher, wenn man nicht jemanden enthäuschen müsste, der sich an die Band klammert. Wenn es wenigstens böses Blut geben würde...
Folgerichtig begegnet man, Ansätzen die die Band am Leben erhalten sollen, mit Skepsis.
Möglicherweise verkündet bald der Erste seinen Ausstieg und dann geht die große Auflösung los...
Eure Sängerin hat ja schon deutliche Andeutungen gemacht.
Ich würde lieber vorher noch das Gespräch suchen und ggf. mit den verbliebenden etwas Neues starten.
(vlt. Mit Sänger und Bassist?)

Seh es mal so: ihr hattet eine gute Zeit miteinander, allerdings haben sich die Prioritäten geändert. Der Mensch verändert sich. Das ist völlig normal und in Ordnung. Und 10 Jahre ist wirklich viel gewesen.
 
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Es gab schon eine Menge Anregungen und Überlegungen, die in die richtige Richtung führen können und zu überprüfen wären.

Ich hätte etwas beizusteuern, was manchmal hilft.
Man stellt eine hypothetische Frage. Geeignet wäre z.B. " Wir stellen uns vor, wir haben in nicht allzu ferner Zukunft gerade einen Auftritt hinter uns, mit dem wir und das Publikum total zufrieden waren. Wir haben uns dabei super wohl gefühlt. Die Frage ist: Wie haben wir das erreicht und was hat sich geändert?"

Diese Vision teilt man gemeinsam und lässt sie auf sich wirken - so realistisch wie möglich. Dann beantwortet jedes Bandmitglied die Fragen für sich selbst - so detailliert, wie es nur geht. Dann setzt man sich zusammen und jede/r stellt der Band die eigenen Antworten vor. Dann guckt man, was zusammen geht und gemeinsam ist und wo die Unterschiede liegen. Über beides spricht man offen.

Ich kan nicht sagen, was genau dabei herauskommt. Aber ich kann sagen, dass wenn nichts Konkretes und Gemeinsames dabei rauskommt, für mich die Frage, ob das Pferd tot ist, beantwortet wäre.

Herzliche Grüße - viel Erfolg - und mögen Entscheidungen anders kommen, als dass es einfach ausläuft oder man zukunftslos zusammen bleibt

x-Riff
 
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Mein Ansatz wäre ein Gruppengespräch. Lust, Zeit, Motivation und Ziele jedes einzelnen ansprechen.

Das wäre auch mein Ansatz. Sich einmal außerhalb des Übungsraumes und mit einer Agenda zusammensetzen und die Motivation eines jeden einzelnen abfragen und klären, wo die Reise hingehen soll, und welchen Einsatz die Einzelnen gewillt sind, noch mit einzubringen.

Wenn einzelne Bandmitglieder keine Zeit mehr für einen Termin einer Bandprobe finden, dann denke ich, ist das schon eine recht deutliche Aussage. Wenn einem etwas wichtig ist und gut tut, dann ist man idR auch gewillt, es passend zu machen. Es hat ja scheinbar vor Corona auch funktioniert.

Der andauernde Krisenmodus, in dem wir uns nun schon seit mehren Jahren befindet, fordert halt seinen Tribut. Die Menschen stetzen andere Prioritäten, haben sich andere Gewohnheiten angeeignet und vielen fehlt einfach die Kraft, sich noch mit Dingen zu beschäftigen, die ihnen eigentlich gut täten. Vielen laufen inzwischen im Energiesparmodus.
 
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soundmunich
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so etwas wie "jeder bekommt fünf Songs", oder so ähnlich.
Bei vier Leuten heißt das schlimmstenfalls, dass man 75 % Zeug spielt, das man selbst nicht will. Warum soll man das machen?

Klar, man kann reden, reden, reden, ... Aber die Situation besteht ja nicht seit gestern, sondern es gab doch schon "Versuche", die aber offensichtlich keine Einigung, sondern weitere Differenzen zur Folge hatten.

"Gruppengespräch. Lust, Zeit, Motivation und Ziele jedes einzelnen": Das Ergebnis davon liegt doch längst fest!!! Offensichtlich will nur einer - der Threadstarter - es nicht glauben.

An Tipps kam ja auch schon alles von mit den interessierten weitermachen und evtl. auffüllen, ganz neue Truppe - Musikmachen geht heute auch "virtuell"/online/mit Datenaustausch, alleine mit Recording, ... Aber die eigene Zeit und Energie in einen toten Gaul zu investieren, den man sich schönredet, wird den Kadaver nicht wieder zum Leben erwecken und daraus ein für alle Beteiligten erquickliches Pferd machen - da würde man einfach zu viele Wunder erwarten.

Aber jeder ist seines Glückes Schmied, und wenn einer halt klammert, dann ist es halt so, aber was die anderen davon halten und damit machen, muss letztlich ja doch akzeptiert werden, nur dass es einige Zeit und Enttäuschungen (also entfernte Täuschungen ;) ) später ist.
 
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glombi
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Musikmachen geht heute auch "virtuell"/online/mit Datenaustausch, alleine mit Recording, ... Aber die eigene Zeit und Energie in einen toten Gaul zu investieren, den man sich schönredet, wird den Kadaver nicht wieder zum Leben erwecken
Schon, aber das virtuelle Musizieren ist halt nicht jedermann Sache. Mir fehlt eine Band z.B. sehr. Mit den Rechner musizieren ist nicht meins. Also übe ich so vor mich hin. Aber meine letzte Band war einfach auch ein Glücksfall.

Ich habe zufällig den Kontakt bekommen, es hat menschlich gepasst, ich habe mich reingebissen, und dann hatten wir ein paar gute Jahre, wo jeder dabei war. Irgendwann hat es sich dann genauso totgelaufen, wie beim TE. Ich habe ähnlich versucht, dagegen zu halten. Hat alles nichts gebracht. Klar denke ich heute manchmal, hätte ich mich da nicht so reingehängt, könnten wir wenigstens noch ein bisschen so weiter wurschteln. Aber wenn ich ehrlich mit mir bin, ist das nur die Erinnerung an die gute Zeit, und die konnten wir nicht zurück holen. Am Ende war es einfach nur noch Krampf.

Gruß,
glombi
 
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Der andauernde Krisenmodus, in dem wir uns nun schon seit mehren Jahren befindet, fordert halt seinen Tribut. Die Menschen stetzen andere Prioritäten, haben sich andere Gewohnheiten angeeignet ...
Kann sein. Ich sage mal vereinfacht, es gibt zwei Sorten von Hobbymusikern. Die einen sind nach zwei Jahren Pandemie geradezu heiß drauf, wieder "richtig" Musik zu machen, das heißt mit und vor echten Menschen. Die würden nie eine Probe ausfallen lassen, außer aus wirklich wichtigem Grund. Die andern haben sich mit Sofaspielen oder Homerecording arrangiert oder sich andere Hobbies gesucht und vermissen nicht viel. Ich kenne Beispiele für beides.
Ich sage nicht, dass das eine besser ist als das andere. Eine Band kann aber erwarten, dass jedes Mitglied sich und den anderen ehrlich die Frage beantwortet, zu welcher Sorte man gehört. Wenn man das geklärt hat, kann man überlegen, ob und wie man weitermachen kann.
 
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Bobgrey
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Ein paar wirre Gedanken noch:

1. 1x die Woche kann sich jeder frei halten. Das Nichterscheinen wäre dann wirklich die Ausnahme.
2. In der klassischen Tanzbands für Hochzeiten usw. dürfte es keine Rolle spielen welches Programm und welche Songs
gespielt werden. Da muss das Programm eher weit gestreut sein und wer Tanzmusik spielt muss sich da arrangieren.
3. Es wird immer Leute in der Band geben, die mehr dafür tun wie andere. Sollte nicht, is aber so.
4. Ja einen Bandchef braucht es.
5. Aussprachen sind gut, aber erfahrungsgemäß wird da oft nicht die Wahrheit ausgesprochen, weil man anderen nicht
weh tun möchte. Aber zumindest kann man vielleicht herraushören, was Sache bei den anderen ist.
 

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