Hm... was ist denn in dieser Kiste so drin?
Weniger als man denkt

Kommt gut, wenn man die Kiste, die nach fettem Bass-Top aussieht, dann mit einem Finger vom Stack hebt
PCL Vintage-Amp ist 'ne kleine deutsche Edel-Transistor-Schmiede, entwickelt werden die Teile von Günter "Günni" Philipp und Jürgen Rath (manch älterem Semester an auch Gitarre spielenden sagt der evtl. was - Rath Amp, und die gaaanz alten Hughes & Kettner Teile gehen auf ihn zurück).
Bisher waren sie 'n echter Geheimtip für absolut amtliche Transistor-Gitarrenamps aus dem mittleren Preissegment, die sämtlichen Billig- und manch einem hochpreisigen Röhrenamp(s) in Sachen Dynamik, Durchsetzungsvermögen und Ansprache das Fürchten lehren. Der Bassmaster ist ein Abkömmling dieser Geräte, der die geniale Endstufenschaltung mit genug Leistung für Bass verbindet. Dazu 'ne überarbeitete Vorstufe ...
Ist 'ne sehr gelungene Kiste geworden, die Ansprache ist wirklich super, der Sound (im cleanen Bereich) dazu sehr flexibel. Mir ist's an sich zu clean - aber dafür hab' ich ja den SFT

Liefert zusammen einen so knochentrocken derben Sound, mit trotzdem wunderschöner, lebendiger, direkter Ansprache. Taugt mir sehr
Und ich mag den ultra-puristischen Ansatz des Amps - Volume, 3-Band-EQ, Master, fertig. So wie in der guten alten Zeit

Dazu 'ne gute DI vorne zugänglich, hinten gibt's dann doch ein paar Extras, die das Top vom Gitarren-Amp geerbt hat ... serieller FX-Weg, paralleler FX-Weg, Line-Out ...
Zwei Kritikpunkte gibt's von meiner Seite: Die Boxenausgänge hat das Top auch von der Gitarren-Version "geerbt", also leider nur Klinke ... Und die Endstufe macht nur min. 8Ohm, das ist der (an sich wirklich genialen) Schaltung geschuldet. De facto zwei Blöcke, die im Bridge-Mode-laufen - laut Günter wär' die Alternative gewesen, die Dinger auf 2Ohm zu optimieren. Was aber schon im mittleren Leistungssegment zu deutlich höherem internen Stromfluss geführt hätte, so dass das ganze Konzept drunter gelitten hätte.
So hat man 'nen Amp, der voll aufgerissen trotzdem kein Stück einbricht oder zu transistor-typischen Clipping-Artefakten führt, und der auch bei lauten Proben mit lautloser passiver Kühlung locker auskommt. Das ist schon 'ne echte Wohltat - man hört auf zu spielen, und hört - NICHTS! Keinerlei Nebengeräusche, und auch keinen Lüfter. Erst mal freaky - anfangs dacht' ich nach dem Einschalten, irgend was ist kaputt, oder ich hab's falsch verkabelt, weil halt mal echt NICHTS zu hören war
Btw., auf 16 Ohm kriegt man die Kiste auch richtig, richtig laut - Günter meinte ja im Vorfeld, die Endstufe würde auch bei 16 Ohm keine nennenswerten Einbußen an maximal abgegebener Leistung zeigen. Scheint recht zu haben - ich werd' mich jetzt die nächsten Proben mal ausgiebig mit dem Teil beschäftigen, und dann bei Gelegenheit hier mal 'nen kleinen Erfahrungsbericht veröffentlichen.
Inwieweit die besagten Kritikpunkte de facto praktische Relevanz haben, wird sich zeigen - ist jedenfalls 'n sehr netter Amp so weit
