[Bass] - Yamaha BB-615

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Vincent-Vega
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Servus allerseits,
seit Kurzem bin ich im Besitz eines weiteren Basses (G.A.S; ihr wisst ja wie das ist) und zwar ein Yamaha BB615.
Die Entscheidung fiel weil ich eine PJ Pickup Bestückung wollte, eher oldschool, nix freakiges, was soliedes. Und zudem ist der Bass gerade unschlagbar günstig zu haben, ich hab gerade mal 469 Ocken gelöhnt. Hier mein Review :

Versand : Versand vom produktiven Händler zu mir dauerte 3 Tage, kam sehr gut verpackt an (Orginal Gitarrenkarton in einem weiteren Standardmass-karton. Komischerweise war der Bass in einem Ibanez Karton drin, es lagen auch noch ne Ibanez Anleitung und Inbusschlüssel & Kabel bei. Egal, brauch ich eh alles nicht. Der Bass ist jedenfalls fehlerfrei, optisch jedenfalls. Gewicht: 4,6 Kg, nicht leicht, geht aber. Saitenlage und Halskrümmung sind ok. Allerdings sind die Saiten die draufsind sehr dünn, ich ziehe gleich Ernie Bass Slinky 50 - 135er drauf.

Sehen wir uns das Teil mal an: Kopfplatte ist recht mächtig, sehr fette soliede Mechaniken mit wirklich riesigen Schlitzen, da könnte man auch Schiffstaue einlegen. Da wurde nicht mit Material gespart, ich mag sowas ja...
Yamaha 004.jpg
Nen Saitenniederhalter fuer die beiden "mittleren" Saiten gibts auch. Mechaniken laufen gut, spielfrei. Der Kopf scheint einteilig mit dem Hals verbunden zu sein, nicht angesetzt. Es gibt keinen Skunkstripe, der Truss wurde offensichtlich unter dem Fretboard eingelegt.
Yamaha 007.jpg
Die Spannschraube ist am unteren Ende des Halses zugänglich, ohne Demontage, mit nem normalen Inbus. 21 Büdne hat das Teil, mittlerer Bunddraht, etwas stärker mag ich lieber, aber egal. Eben sehe ich dass von den 5 Saiten die drauf waren, 4 rot umsponnen sind und eine blau. Hm. Ein Grund mehr immer gleich neue draufzumachen....

Zum Body : Recht massig, nicht so ne schlanke Planke wie n Jazz oder so...Fühlt sich im Sitzen aber sehr gut an, aber leicht kopflastig. Der Split PU am Hals ist unsymetrisch, klar, is ja n 5saiter, und die beiden Portionen sind in verchromte kleine Rähmchen geschraubt. PU Austausch ist vermutlich nicht ganz so einfach, aber mal schaun was diese hier so bringen. Der PU an der Brücke ist einer mit durchgehender Blade, laut Unterlagen keramischer Natur. Auch im Chromrahmen, sieht ziemlich sexy aus finde ich.
Yamaha 005.jpg
Die Speedknobs sind ziemlich Klasse : Ein (bzw.zwei) Gummiringe an jedem Dome machen die Teile sehr griffig, es gibt bei den beiden grossen (Gesamtvolume und Blend) ne deutliche Mittenrastung, bei den kleinen (EQ) muss man aufpassen um die Rastung zu spüren, könnte deutlicher sein. liegen aber gut angeordnet da, intuitive Bedienung ok, und sie laufen sehr schwer, so dass unbeabsichtigtes Verstellen ziemlich unwahrscheinlich wird, finde ich sehr gut.

Brücke : Ist eigentlich n klassischer Blechwinkel, mit einfachen Reitern, einer fuer jede Saite, 2x Inbus pro Reiter, aber ne kleine Besonderheit gibts doch: Die tiefste Saite ist an der Brücke nen Zentimeter nach hinten versetzt, sprich : Der schwingende Anteil der B Saite ist etwas länger als bei der E und folgenden. Das macht es leichter die Saite mit Spannung zu versehen, so dass sie mit schlabbert. In Verbindung mit fetten Saiten sollte nen brontalen Fundament also nix im Wege stehen. Einfache Lösung, hab ich sonst noch nirgends gesehen ...Obwohl...wie ist n das jetzt mit der Intonierung ? Muss der Reiter denn nicht ohnehin an einer fest definierten Stelle stehen um den Oberton gleich wie den 0Bund abzubilden ? Hm. Kann ja vielleicht mal jemand kommentieren, würd mich mal interessieren. Weiter im Text: Der Bass hat auf der Rückseute 2 Fächer, das fuer die Batterie ist ohne Werkzeug zu öffnen. Die Batterie wird nicht an ein Kabel mit Verbindern angesteckt, sondern direkt in den Korpus, der 2 leitende Federbleche montiert hat. Cool, Kabel die nicht da sind können nicht abreissen /ermüden.
Yamaha 006.jpg
Der Hals ist 4fach verschraubt, die Gurtpins sind Standart, keine Security Locks.

Zum Klang : Ich teste diesen Bass jetzt gegen einen ATK305, Baureihe1999 . Sind beides aktive 5er, beide preislich vergleichbar, ich spiele (leider) über einen Modelling Amp, was alles vermutlich etwas verfälscht , aber ich wähle "Clean" als Pre-set (was angeblich einen Eden Traveller nachbildet) und alle Regler 12Uhr.
Yamaha 001.jpg
Ohne Verstärkung fällt auf dass der Drahtanteil beim Yamaha deutlich höher ist als beim Ibanez. Der Ibanez klingt trocken gespielt etwas mulliger, aber vielleicht auch wärmer, druckvoller, der Yamaha hat sehr starke hohe Mitten. Ok, Kabel rein, mal sehen.

Im ständigen Wechsel zu einem vergleichbaren, bekannten Instrument fallen die Unterschiede dann doch recht deutlich auf. Der ATK ist , verstärkt gespielt, genauso gedämpft wie unverstärkt, der Eindruck setzt sich fort. Er klingt einer seits trocken, knochig, und drückt ein feines Pfund weg. Aber er löst die Töne längst nicht so klar auf wie der Yamaha. Dieser nun wiederum, klingt gerade an den beiden dicksten Saiten, stellenweise wie ein Klavier, ich hatte diese Assoziation recht deutlich vor Augen. Sehr klare Auflösung, fast zu klar, man erwartet schon immer die Störgeräusche vom Board , die allerdings ausbleiben. Ich bin kein Slapper vor dem Herren, aber ich denke dafür muesste der Sound eigentlich ziemlich brauchbar sein. Allerdings - im Rock und Hardrock dürfte der Bass ebenfalls seine Berechtigung haben. Denn : Ein Zuviel an Höhen lässt sich leicht wegregeln, ein Zuwenig nicht. Ganz subjektiv mag ich en Ton vom ATK lieber, aber objektiv gesehen ist der Yamaha besser, denn er hat ein weiteres Frequenzspektrum, und löst einfach besser auf. Gerade die B Saite klingt wie die anderen, was bei vielen 5ern ein Problem ist. Schaun wir mal was sich mit dem Blend Regler noch anstellen lässt:

Nun, ich finde der Bass hat seinen Grundsound, und der bleibt relativ deutlich erhalten. Wenn man voll auf Neck PU stellt , gibt es einen leichten "telephoneffekt" klingt wie durch n langes Rohr gespielt, und am Bridge PU wirds knurriger, noch höhenlastiger. Aber komischerweise, wie gesagt, der Bass klingt wie er klingt, die Obertonanteile verändern sich aber der Grundsound ist immer präsent. Ich finde (so dumm das auch klingt) der Bass ist ziemlich gut geeignet ihn auf "alles Mitte" zu spielen, und nur minimal am Amp die Höhen zu justieren, denn die sind mir zu hart. Der Bass wird sich vermutlich sehr gut im Bandgefüge durchsetzen, er hat ne sehr deutliche, schnelle Ansprache und nen sehr mullfreien , klaren Ton, auch in den tiefsten Bereichen. Der ATK allerdings bleibt mein persönlicher Sieger, denn er hat diesen waren, leicht vintagemässigen Ton, verbunden mit extrem viel Druck, und den liebe ich nunmal. Trotzdem ist der Yamaha ein toller Bass fuer das Geld allemal, und eine Empfehlung fuer Leute die Probleme haben sich in der Band durchzusetzen, bzw eine klar definierte B Saite wünschen, auch zum Slappen wird er gut brauchbar sein denke ich. Kommentare erwünscht, machts gut,
 
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Servus nochmal. Ich muss mich, was obiges Review angeht noch etwas korrigieren. Die Saiten mit denen ich die ersten Testläufe durchgeführt habe, muessen extrem miese gewesen sein. Ich ging davon aus dass - weil eigentlich immer bei Markeninstrumenten mitteltolle saiten drauf sind - der Klang wohl noch nen Zacken besser werden könnte aber nicht dass er soviel besser werden könnte. Nun, dem war aber so, der Bass hat einen guten Teil der störend hohen Anteile verloren und ist deutlich wärmer geworden. Insgesamt ein deutliches Stück näher an den typischen Jazz Ton heran. Die Differenzen zum ATK sind damit etwas geringer geworden, insgesamt ist der Yamaha aber immernoch klarer im Ton. Gefällt mir deutlich besser jetzt. Übrigens passen die Ernie Ball super slinky 135er auch ohne Auffeilen in den Sattel, und auch an der Brücke gabs keine Probleme, geht gut, klingt gut.
 
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...Obwohl...wie ist n das jetzt mit der Intonierung ? Muss der Reiter denn nicht ohnehin an einer fest definierten Stelle stehen um den Oberton gleich wie den 0Bund abzubilden ? Hm. Kann ja vielleicht mal jemand kommentieren, würd mich mal interessieren....

Genau darum dürfte die Mensur verlängert worden sein.
Es kann mitunter dazu kommen, dass man den Reiter für die H-Saite gar nicht weit genug nach hinten bekommt. Von daher schlau geregelt. Allerdings imho nicht sehr elegant, oder optisch ansprechend.

Falsches "Beiwerk" und falscher Karton, sowie unterschiedliche Saiten sprechen wohl für einen Versand-Rückläufer. Eigentlich hätte das der Shop auch so deklarieren sollen. Evtl. deswegen so günstig?
 
Vincent-Vega
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Nee, der Bass steht noch immer zu dem Preis im Netz....ist seltsam....war nicht so deklariert...
 
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Hi,
habe ja den BB-614 und kann die ganzen positive Eindrücke unterschreiben.
Habe mittlerweile DR Low-Rider Saiten drauf, damit klingt er nochmal einen Tick besser al mit den eigentlich guten Yamaha Werksaiten.

Meiner ist übrigens auch schwarz und ich finde ihn sehr geil.
Rocksolid, durchsetzungsfähig, variabel und eine klassische Form mit mehr Chrom als ein Cadillac :great:

Viel Spaß mit deinem Yammy!
 
Vincent-Vega
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