Belegung der Cassotto Chöre, Cassottoaufbau

von maj7, 27.05.18.

  1. maj7

    maj7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #1
    Wie wirkt sich ein Register im Cassotto auf den Klang aus? Ich kenne die Version mit 8' + 8' + 8' (dreichöriges Tremolo) mit einem Fuß im Cassotto. Meistens der mittlere und nicht die Schwebetöne. Das sind wohl die Hohner Morino der N, S-Serie. Dann bin ich auch schon 16' und 8' im Cassotto begegnet. Nur 16' im Cassotto gibt es auch, sowie 16' + 16' im Cassotto (Hohner Morino Fun Flash). Bei den Italienern habe ich schon Punkte mit einem Punkt auf den Registerknöpfen gesehen, der wohl das Register im Cassotto andeuten soll. Kann ich am Klang des Akkordeons schon hören welche Register im Cassotto liegen? Ist das Cassotto immer ein Aluminium-Kasten oder gibt es auch Versionen mit Holz-Cassotto?

    maj7




    Anmerkung des Mod:
    Habe mir erlaubt den Titel etwas umzubenennen, so dass er etwas aussagekräftiger bezüglich des Themas ist.
    maxito
     
  2. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 27.05.18   #2
    Hallo maj7,

    es gibt auch 8+4´im Cassotto. zwar selten, gibts aber auch. Ist mir mal bei einer Giustozzi begegnet. Bis ungefähr zur Diskantmitte klang das m.E ganz angenehm und relativ weich , nach oben hin verlor der Piccolo Chor im Cassotto dann etwas an Kraft und der 8-er dominierte dann.

    8+8 im Cassotto ist mir noch nicht begegnet, was aber nicht heißt, dass es das nicht auch geben könnte.

    Wenns innerhalb des gleichen Akkordeons liegt, dann hört man das schon. Aber weil die Akkordeons an sich recht unterschiedliche Klangcharaktere haben, würd ich zumindest mir nicht zutrauen das instrumenteübergreifend sicher herauszuhören. Es gibt Exemplare mit und ohne Cassotto, da ist der Klangunterschied sehr markant, aber es gibt auch sehr viele Instrumente, wo die Bereiche nicht so deutlich unterscheidbar sind. Eine Jalousie z.B. verändert den Klang auch deutlich und verwischt den Unterschied zwischen Cassotto und nicht Cassotto etwas.

    Das Cassotto ist mitnichten immer aus Metall gefertigt. Gerade in neuerer Zeit kommen wieder mehr Exemplare auf den Markt wo das Cassotto teilweise oder auch weitestgehend aus Holz gefertigt ist.

    Bekanntestes Besipiel dürfte hier die Poeta sein:

    Poeta Diskant innen.JPG Die Cassottostimmstöcke sind hier gerade ausgebaut aber die Holzrückwand des Cassottoschachts ist gut zu erkennen.

    Auch meine Gomes hat einen Cassottoschacht aus Holz. Auch die Supita hat einen Holzbelag im Cassotto. Ob nun nur innen ausgekleidet, oder massiv, weiß ich allerdings nicht sicher.
     
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  3. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #3
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  4. maj7

    maj7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #4
    in meinem Verständnis nimmt Cassotto immer etwas vom Klang weg. Deshalb kann ich auch nicht verstehen wieso man z.B. den 16' im Cassotto hat. Was soll denn das klanglich bringen? Wenn wir uns ein neues Akkordeon kaufen und werden gefragt welche Register im Cassotto sein sollen dann :nix:. Ich kenne den Zusammenhang zwischen Register im Cassotto und dem Klang nicht. Ich hatte mal eine Excelsior 1320 S in den Fingern ohne Cassotto und der Klang hat mir schon sehr gut gefallen. War allerdings vierchörig.

    Hier lese ich gerade:
    http://pigini.homepage.t-online.de/EXCELSIOR_Akkordeons.htm

    Welche Ausstatung hat die original EXCELSIOR des Jazzmeisters Art Van Damme ?
    Das persönliche Pianoinstrument des Jazz- und Swing Königs ist die EXCELSIOR "AVD3 Van Damme". Die 3 Diskantchöre sind hier wie folgt bestückt : 8 Fuß im Cassotto, 16 Fuß im Cassotto und 16 Fuß außerhalb des Cassottos. Das Instrument hat kein Tremolo. Dadurch kann der Musiker aus der warmen und voluminösen Klangfarbe des 16 Fuß Chores im Cassotto und der direkteren, härteren Klangfarbe des 16 Fuß Chores außerhalb des Cassottos auswählen. Durch interessante Registerkombinationen erhält man genau den richtigen Sound für guten Akkordeonjazz, einen kräftigen und sehr warmen, eben EXCELSIOR typischen Jazzsound.

    Hier habe ich z.B. ein Beispiel mit 4' und 16' im Cassotto. Das gefällt mir sehr gut wenn man dem 4'-Chor seine Schärfe nimmt. So sollte imho ein Akkordeon klingen. Vielleicht habe ich mal die Gelegenheit meine Hände an eine Piatanesi oder eine Ottavianelli zu legen.



    Wie viel Chöre kann man denn in ein Cassotto bauen? 16' + 8' + 4' im Cassotto habe ich noch nicht gesehen. Ist wahrscheinlich klanglich auch nicht interessant.

    maj7
    --- Beiträge zusammengefasst, 27.05.18, Datum Originalbeitrag: 27.05.18 ---
    sehr, sehr entspannter sound. Wenn es Richtung Südamerika geht mit Bossa Nova, Rumba usw. ist es die Waffe der Wahl. Es war mir nicht bewusst das 16´+8´+8°+4´ im Cassotto möglich ist. Man kann aber auch hier hören wie bei dem 4' Chor die Schärfe in der oberen Oktave herausgenommen wird. Sehr schön.

    maj7
     
  5. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 27.05.18   #5
    Wobei ich der Meinung bin, dass bei dem Beispiel mit der Stradavox hier durchgehend nur 16´gespielt wurde. Ein Piccolo kann ich hier nirgends hören - ist bei Jazz auch eher unüblich.


    Na das ist doch schön - dann hast du schon eine klare Vorstellug des Sounds den du suchst. Das erleichtert bei der Suche nach einem neuen Instrument schon erheblich!

    Wobei meine Erfahrung mit der Giustozzi, die ich mal ausprobierte, ungefähr bis Diskantmitte auch so war, dass ich sagen würde: nimmt dem Piccolo die Schärfe. Aber in der oberen Diskanthälfte hat das Cassotto m. E. den Piccolo ungünstig beeinflusst und gedrosselt, so dass er im Vergleich zu den anderen sehr in den Hintergrund gewandert ist. Wobei trotzdem der Ton des Piccolos an sich weicher war, wenngleich in der oberen Hälfte halt schwächer.
    In dem geposteten Video mit der Ottovianelli tu ich mich allerdings ehrlich gesagt schwer, rauszuhören, was denn da jeweils registriert wird.


    Das Cassotto ist ja ein Schacht, der den Tonklappen nachgeschaltet wird und wo der Schall auf dem Weg nach draußen durchläuft. Und von der Wirkung ist der Cassottoschacht in erster Linie ein Klangfilter, der hauptsächlich die hohen Frequenzanteile abmildert und den Grundton dafür fördert. Von der Schachtgröße passt der ungefähr für den 8´und beim 16´ganz ordentlich . Beim Piccolo passt die Schachtlängge nicht zu den Frequenzen und wirkt sich aufgrund von ungünstigen Resonanzenn negativ auf den Klang bei den höheren Piccolotönen aus. Auch beim 8´ sind die hohen Töne im Verhältnis zur der Cassottoschachtlänge in ungünstigem Frequenzverhältnis. Hier müsste der Schacht bei den hohen Tönen eigentlich kürzer gebaut werden - geht aber nicht, weil da die Stimmstöcke ein gewisse Breite haben und ihren Platz brauchen. Beim 8´Chor trifft das allerdings nur die hohen Töne - Da ist s noch einigermaßen zu verschmerzen. Beim Piccolo beginnt der negative Einfluss aber schon wesentlich früher und betrifft eine recht große Zahl an Tönen. Großer Gewinner ist der 16´Chor, der auf gesamter Diskantbreite davon profitiert.

    Und weil ein tiefer Chor eben tief und satt klingen soll, ohne hohes Tongefiepe, ist der im Cassotto ideal aufgehoben, weil das genau das macht - nämlich die hohen Frequenzen herausfiltern und den Grunddton stärken. Hört man bei der obigen Studioaufnahme der Stradavox recht gut.



    Nimmt weg insofern, dass nicht das gesamte Frequenzspektrum der Stimmzunge rausgelassen wird, sondern gefiltert wird.

    Schluckt auch etwas an Schallenergie, was die Saccottowand absorbiert und nicht mehr reflektiert. Cassottoschächte mit Holzauskleidung nehmen da naturgemäß etwas mehr von der Schallenergie, als Aluminiumschächte - da geht eigentlich so gut wie nix verlustig.

    Nimmt in sofern nichts von der Schallenergie weg, weil das was bei den hohen Frequenzen rausgefiltert wird, wird als Energie dem Grundton wieder beigesteuert. Vielleicht hat sich das Cassotto im Gegensatz zu geschlossenen Diskanthauben a la Scandalli mit Saxklappen oder Jalousie a la Atlantik durchgesetzt, weil es eben den Klang verändert ohne davon einen Teil zu schlucken. - zumindest bei den nicht zu hohen Tönen.

    Und im Endeffekt kommt es bei der Auslegung des Cassottoschachts auch auf die richtige Proportionen an. Denn je nachdem wo der Ton im Schacht sitzt klingt das Ergebnis auch anders. Drum klingt im Detail ein 16´im Cassotto trotzdem anders als ein 8´im Cassotto, auch wenn man oktaviert den gleichen Ton spielt.
     
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  6. Arrigo

    Arrigo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.05.18   #6
    Das Cassotto ist ein Schacht, durch den der Ton von der Stimmzunge nach draußen muss. Das hat zwei unterschiedliche Auswirkungen, abhängig von der Tonhöhe:
    Wenn ein Ton tief genug, d.h. langwellig genug ist, die längere Strecke zurückzulegen, kommt außen nicht nur der Ton an, der den direkten Weg Luftlinie zwischen Stimmzunge und Klappe zurückgelegt hat, sondern auch alle, die einmal oder öfter von den Wänden des Cassottos zurückgeworfen worden sind und so einen Umweg zurückgelegt haben. Deswegen sind tiefe Cassotto-Töne kräftiger (lauter) als tiefe Töne ohne Cassotto.
    Wenn ein Ton höher ist, wird er eher gedämpft, weil er durch seine geringere Reichweite im Akkordeon verhungert, zumal, wenn er nicht den direkten Weg nach draußen nimmt, sondern den Umweg im Zickzack von einer Cassotto-Wand zur anderen.
    Da die Obertöne eines jeden Tones höher sind als der Ton selber - der tiefste Oberton ist schließlich die Oktave und das heißt halbe Wellenlänge -, werden diese besonders gefiltert, so dass jeder Cassotto-Ton grundtöniger wird. Das wird gerne mit "weich" beschrieben (wobei bei Musikinstrumenten eigentlich alles mögliche "weich" genannt wird).

    Siehe oben: Tiefe Töne werden verstärkt, deswegen macht man es, und bei hohen Tönen nimmt Cassotto tatsächlich immer etwas vom Klang weg.


    Meine Guerrini hat auch diese Auslegung (Cassotto 4 und 16) und der Klang gefällt mir auch sehr. Ich muss aber sagen, dass diese Auslegung auf Kosten der Oktavregister geht. 4-8 (Cassotto - Nichtcassotto) klingt völlig anders als 8-16 (Nichtcassotto - Cassotto) und beide fallen unter Geschmackssache. Deswegen spiele ich Stücke, die ich auf meinen anderen Akkordeon mit einem Oktavregister spiele, mit der Guerrini im Doppeloktavregister (4-16).
    Jedenfalls gibt es mit dieser Auslegung mehrere sehr unterschiedliche Klangfarben, aber einen immer gleichen Grundklang über die Register an unterschiedliche Stücke anpassen, funktioniert damit nicht. Dewegen sehe ich solche Akkordeone als perfekte Zweitinstrumente.
    Für den, der nur manchmal die "Schärfe", d.h. die Obertöne heraushaben möchte, ist eine Jalousie im Diskantverdeck meiner Meinung nach die bessere Wahl, da verstellbar, und auch weil ein Cassotto im Gegensatz zur Jalousie den 4-Fuß nicht nur dämpft, sondern auch sonst im Klang massiv verändert.

    Etwas anderes wirst du beim Doppeltremolo überhaupt nirgends finden. Entweder der mittlere ist ein Cassotto-Chor oder gar keiner.
    Schwebung ist nichts anderes als eine minimale (unhörbare) Verstimmung und diese macht man nicht zu einer hörbaren Verstimmung, indem man den verstimmten Ton (Schwebeton) mittels Cassotto verstärkt.
    (Theoretisch wäre es möglich, beide Schebetöne durch das Cassotto zu leiten und den Grundton nicht, das könnte sich ausgleichen. Dann hast du aber den Cassotto-Effekt nur beim Doppeltremolo-Register und das ist meiner Meinung nach das Register, wo du ihn am wenigsten brauchst.)

    Abgesehen von dieser Stradavox, die ich vor Vladimirs Beitrag nicht kannte, kenne ich bisher nur pro Akkordeon nur jeweils ein Cassotto auf der Diskantseite mit Platz für zwei Stimmstöcke.
    Zwei Stimmstöcke bedeuten beim Pianoakkordeon zwei Chöre (Chor auf jedem Stimmstock), beim Knopfakkordeon wegen des größeren Tonumfangs meist nur einen Chor (ein Chor auf zwei Stimmstöcken verteilt).
    (Wenn jemand tatsächlich ein Pianoakkordeon mit nur einem Cassotto-Chor kennt, darf er oder sie mich gerne überraschen.)
    16-16 klingt eigenartig wenn die beiden auch nur ein bisschen voneinander abweichen. Deswegen glaube ich, dass es bei diesen Instrumenten darum geht, von jedem Chor eine Cassotto- und eine nicht-Cassotto-Version zu haben, und diese beliebig kombinieren zu können, aber nicht darum, beide 16-Füße gleichzeitig zu spielen.


    Fragst du eigentlich rein aus Interesse?
    Denn Doppeltremolo (8-8-8) und Double-Bassoon (16-16) sind Klangfarben die so weit auseinanderliegen, dass es ein gesetzliches Verbot für das eine gibt, sich bis auf 50 Meter dem anderen zu nähern.

    P.S. Maxito war schneller als ich und hat manches bereits besser vorweggenommen. So What.
     
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  7. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 27.05.18   #7
    :D:great:

    Was häufig der Fall ist, weil bei den tiefen Zungen aufgrund der Zungenform die Tondrift besonders zu beachten ist, was 2x16´immer problematisch macht. Und weil die halt gerne nicht ganz exakt gleich laufen nimmt man dann gerne den zweiten 16-er außerhalb des Cassottos, weil das dann eine andere Klangfarbe ergibt, die sind dann besser mischen lässt und nicht so schnell auffällig klingt, wenn die Töne nicht ganz exakt passen.

    Das könnte man schon machen, aber es läuft eigentlich dem Sinn und Zweck des Tremolos entgegen. Mittlerweile betrachtet man das "Tremolo" als eigene Klangfarbe. Aber eigentlich bewirkt diese leichte Verstimmung der Töne gegeneinander, dass es sich besser gegen andere Instrumente oder auch Gesangsstimmen durchsetzt. Nicht im Sinne von lauter, sondern im Sinne von : falsch hört man besser raus! Ein Tremolo ist relativ durchsetzungsstark, eben weil es eine gezielte Verstimmung aufweist und somit ein klein bisschen falsch klingt, welches besonders gut hervorzuhören ist, ohne dass man den Klang als falsch empfindet.

    Genauso sind hohe Frequenzen sehr durchdringend ( zwar nicht besonders weitreichend, aber durchdringend... und oft als unangenehm empfunden). Damit hat man mit dem Tremolo außerhalb des Cassottos zwei fabelhafte Punkte, um sich Gehör zu verschaffen: leichte Falschstimmung und hohe Frequenzanteile. Das Wesen eines Tremolos besteht ja gerade darin einen gewissen Klangmsichmasch auch mit hohen und scharfen Tonanteilen zu haben, um sich Gehör zu verschaffen. Wenn man nun die Tremolochöre auch ins Cassotto baut, dann gibt man einen Vorteil - die hohen Frequenzanteile auf.
    Da man aber normal nicht nur so spielen will, und es bei andere Musik einfach auch nicht passt immer durchzudringen, gibt es deshalb die Kombination ein Teil im Cassotto und ein Teil außerhalb


    Die ist mir auch völlig unbekannt gewesen. -> Merci an @Akkordeonengel fürs vorstellen!

    Aber wenn die alle Chöre im Cassotto hat, dann schätze ich, dass die ganz gezielt auf satten Sound und Jazzeinsatz konzipiert ist und gar kein Tremolo hat, sondern eher einen zweiten 16
     
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  8. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.18   #8
    Ich habe ein wenig über unser Forum gesucht. Unser User Meisterclasse 454 (leider R.I.P.) hatte auch dieses Modell bekannt! Bitte link: https://www.musiker-board.de/threads/das-ultimative-wunschtraum-akkordeon.447354/#post-5481867

    Ausnahmsweise wurde bei dem französischen Tremolo nur die 16´-Stimme in den Cassotto-schacht eingebaut – z.B. Bruno Allodi Akkordeon: [16´]+80+8´+8°: "Single cassotto musette accordion"
    Bruno Allodi.jpg
    Bitte link: https://www.theaccordionshop.co.uk/accordions/bruno-allodi-120-bass-accordion/

    Selbst für mich wäre es logischer. Volle Stimmen-Pyramide "16-8-8-4" gab es wahrscheinlich aufgrund der erhöhten Anwendbarkeit des Instruments.

    Gruss, Vladimir
     
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  9. ?mona?

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    Erstellt: 28.05.18   #9
    Bist du dir da sicher bei den Knopfakkordeons?

    Ich Kenne 3 Knopfakkos mit Cassotto und alle haben 2 Chöre im Cassotto, auch mein Instrument!
    Ich kenne nur ein 3 chöriges Instrument, das dann auch nur einen Chor im Cassotto hat. Das hat aber mit Knopf oder Pianotastatur m. M.n. nichts zu tun.
     
  10. maj7

    maj7 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.05.18   #10
    Wenn ich so zurückblicke weiß ich welche Register ich gerne spiele und welche nicht. Den 8' + 8' + 8' + 4' nehme ich nie so gerne, da bei einem Oktavwechsel alles gleich zu piepsig klingt. Die Register mit einem Punkt, also ein 4' oder 8' oder ein 16' könnten sie wegen mir auch weglassen. Habe ich noch nie benutzt. Bei Double Basson 16' + 16' war mir auch nicht ganz klar, das ein Register im Cassotto liegt und einer außerhalb vom Cassotto. Letztendlich läuft es darauf hinaus das man eine Morino hat mit 8' + 8' (Cassotto) + 8' und ein zweites Akkordeon mit einer anderen Stimmung. Es sei denn, es gibt etwas das 16' + 8' + 4' im Cassotto hat, fünfchörig mit dreichörigem Tremolo. Ein zweites Akkordeon ist wohl die bessere Lösung. Bei https://www.akkordeon-maurer.de/ habe ich gesehen, das manche Italiener kleine Punkte auf den Registerdrückern haben das den Chor im Cassotto andeutet. Welch geniale Idee. Jedenfalls bin ich jetzt schon einen Schritt weiter, denn der 4' sollte ich Cassotto liegen. Wenn möglich zusammen mit dem 16'. Haben das die meisten Italiener oder ist das eine Spezialstimmung?

    maj7
     
  11. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 28.05.18   #11
    Bei Knopf gibt es mehrere "übliche" Ausführungen.

    Zum einen gibt es dort häufiger auch ein sog. "Declassement" - wirkt ähnlich wie ein Cassotto. Da ist meist ein Chor im Declassement.

    Ansonsten hab ich bisher Knopfinstrumente gesehen mit zwei Chören im Cassotto. Entweder auf 2 Stimmstöcke verteilt, oder bei großem Tonumfang auch auf 3 Stimmstöcke verteilt.
    Mit einem Chor im Cassotto hab ich noch nicht gesehen - aber ich hab auch noch nicht sehr viele Knopfakkos aufgemacht.

    Wenns denn sowas gäbe, dann wäre das ein ziemlich voluminöses Gehäuse, welches hierfür benötigt wird... drum glaub ich nicht, das das jemand freiwillig gemacht hat.

    mir ist bisher nur ein Instrument in der Ausführung über den Weg gelaufen - alle andern waren "normal" - also tippe ich, dass dies die Ausnahme ist. Aber gegen Aufpreis ist sehr viel möglich, als Kundenanfertigung...
     
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  12. Arrigo

    Arrigo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.05.18   #12
    Hallo zusammen,

    Nach euren Beiträgen und nachdem ich meine Knopf-Paolo-Soprani-Super-Paolo aufgemacht habe, nicht mehr. Meine falsche Meinung kam erstens daher, dass ich hier im Forum gelesen habe, dass bei Knopfakkordeonen wegen des größeren Tonumfangs ein Chor nicht (immer) auf einem Stimmstock Platz hat und zweitens aus einem Vergleich meiner Knopf-Super-Paolo und einer Tasten-Super-Paolo-light (Super-Paolo-Optik, -Technik, -Mechanik, aber nicht -Schriftzug und nicht -A-Mano-Stimmzungen, jedoch vom Erstbesitzer und von daher sicher Original nicht Opfer einer nachträglichen Veränderung).
    Die 46 klingenden Töne des Knopfmodells haben sehr wohl auf einem Stimmstock Platz. Nur hinter dem einen Cassotto-Stimmstock ist kein von mir vermuteter zweiter. sondern die Gehäusewand vor den Clavishebeln.
    (Mehr Stimmplatten haben jedoch vermutlich nicht auf diesem Stimmstock Platz und noch enger zusammen kann man die Stimmplatten auf diesem Stimmstock auch nicht schieben.)
    Der Unterschied Knopf-Modell ein Cassotto-Chor, Tasten-Modell zwei Cassotto-Chöre resultiert einzig und allein aus dem Unterschied Knopf-Modell ein Cassotto-Stimmstock (16), Taste-Modell zwei Cassotto-Stimmstöcke (4-16).
    Und wenn bei Knopfakkordeonen ein Cassotto für einen einzigen Stimmstock gebaut wird, warum sollte man das bei Tasteninstrumenten nicht auch machen?

    Interessehalber: Welches Modell wäre das. Ich habe Probleme mir das vorzustellen. Da ist doch nicht so viel Platz.

    Das passt bei mir nicht ganz zusammen. Wenn der 4-Fuß stört, kommt er weg, und dann braucht man die Register mit weniger Chören, genauer: aus 4-8-8 wird 8-8, wenn die Melodie zu hoch ist, und aus 4-8 wird 8.
    Und ich bin froh, dass es so einfach geht. Ein Hornist muss da permanent mit seiner rechten Hand arbeiten und ein Trompeter braucht (unter anderem) dafür einen Dämpfer.

    Wenn du meine folgende ältere Frage liest, war das bei älteren Italienern üblich:
    https://www.musiker-board.de/threads/welche-choere-liegen-im-cassotto.568584/

    Wie maxito schreibt: Wenn du ein neues Instrument bestellst, machen die Akkordeonbauer auf Wunsch fast alles.
    Welcher Stimmstock wo hin soll, denke ich, sogar ohne Mehrpreis. Das galt (gilt?) z.B. auch für die Firma Hohner, wo standardmäßig Cassotto immer 8-16 heißt (außer bei den alten Morino-M-Knopf-Modellen, wo Cassotto Declassement oder Fehlanzeige hieß).

    Also schon meine alte alte Super Paolo hat eine Mischbauweise: oben und innen Holz, unten, wo der Stimmstock befestigt wird, Aluminium.
    Bei meiner Hohner Morino IVS ist es genau umgekehrt: oben und innen Aluminium, unten Holz. Der Klang ähnelt der Super Paolo
    Das Cassotto meiner Guerrini Superior hat den Morino-Materialmix, klingt aber deutlich anders. Es ist jedoch deutlich größer (voluminöser) als das der anderen beiden.

    Meine Schlussfolgerung: Das Material ist völlig egal, die Größe macht den Unterschied.


    Viele Grüße!
     
  13. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 29.05.18   #13
    Das wird z.B. bei der 62-tönigen Knopfgola s gemacht, ebenso hab ich das gesehen bei Lil´s Fisart und bei Chnöpfleri´s Pigini meine ich ich mich auch an 3 Chöre im Cassotto zu erinnern.

    Der Platz ist dann schon da - der Cassottoschacht wird entsprechend breiter ausgeführt. - aber- die Wirkung des Cassottoschachts verändert sich natürlich mit, denn die Geometrie des Schachts spielt logischerweise eine Rolle beim Klang. Und die Tonbelegung geht dann der Reihe nach -- die aufeinanderfolgenden Töne werden jeweils auf einen anderen Stimmstock gelegt. Also C z.B. auf den ersten, Cis auf den zweiten ud D auf den dritten - Es liegt dann wieder auf dem ersten direkt neben C usw. Das hat den Vorteil, das die Gestänge hier nur minimal gekröpft werden müssen. Der Nachteil ist, wenn man genau hinhört, dann hört man dass der Ton jeweils auf einem anderen Stimmstock liegt.
     
  14. Tobias R.

    Tobias R. Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 29.05.18   #14
    Es ist auch nicht gesagt, dass das so sein muss. Bei den Hohner FunFlash sind regulär beide 16' im Cassotto. Ebenso ist dies bei Bortess der Fall.

    Das gibt dann einen kräftigen Ton, der sich aber mitunter etwas anders anhört als ein Ton der nur von einer kräftigen Stimmzunge erzeugt wird (wie das bei Beltuna der Fall ist: kräfiger Ton im 16', insbesondere mit Amplisound), selbst wenn beide völlig gleich gestimmt sind. Das lässt sich selbst mit den Roland-Gurken immitieren (eines der besten Register bei meiner FR-3X :D).

    Gruß, Tobias
     
  15. Jonny W

    Jonny W Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.05.18   #15
    Hallo @maj7 ,
    wenn Du Akkordeon Maurer verlinkst meinst Du vermutlich Brandoni oder Victoria. Dort sind die Chöre, die im Casotto sind mit kleinen Kreisen o , die ohne Casotto mit ausgefüllten Punkten markiert.
    Bei Brandoni scheint der 4' im Casotto eher üblich zu sein, so sagte mir vor ein paar Jahren der Vertreter auf der Messe - sonst hab ich das auch noch nicht gesehen.
    Gruß,
    Jonny
     
  16. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.06.18   #16
    fast richtig: es sind 2 Chöre (8' und 16'), aber auf 3 Stimmstöcke verteilt. Ich vermute allerdings, dass du das meintest und nur unklar ausdrücktest, da die weitere erklärung (Töne einer Reihe auf einem Stimmstock, nächste Reihe nächster Stimmstock, dritte Reihe dritter Stimmstock) richtig ist. Daher stammen übrigens Klangunterschieder der Töne unterschiedlicher Reihen, da die Töne eben auf unterschiedlichen Stimmstöcken und damit unterschiedlich tief im Cassotto liegen.
     
  17. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 02.06.18   #17
    schande über mich - da hab ich das richtige gemeint, (2 Chöre auf drei Stimmstöcke verteilt) und dann tatsächlch das Ganze falsch formuliert... peinlich,peinlich!
     
  18. Akkordeonengel

    Akkordeonengel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.10.18   #18
    Guten Tag,

    Ich habe heute ein weiteres interessantes Exemplar mit 2x2 Cassotto im Internet gefunden. Bitte link:

    https://www.ebay.com/itm/MAURO-DOUB...305449?hash=item33f60bdfe9:g:d~MAAOSwsshbrmWJ

    Die „Mauro“ hat sehr schönes anspruchsvolles 2x2 Cassotto. Vielleicht auch eine Diskantjalousie im Diskantverdeck eingebaut (weißer Schieber über Diskantregisterreihe)? Eine schöne Konstruktion von Basscassotto. Die Bassregisterschalter sind haptisch klar unterscheidbar. Dieses Exemplar ist viel mehr ausgeklügelter als die Stradavox. Ich frage mich, wie viel ich bezahlen müsste, wenn ich gab es heute zu bauen... :)

    Abb 1.jpg Abb 2.jpg Abb 3.jpg Abb 4.jpg Abb 5.jpg Abb 6.jpg

    Liebe Grüße, Vladimir
     
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