Blast Beats auf E-Drums: Welche Technik?

Strato Incendus

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Als komplett autodidaktischer E-Drummer (primÀr Gitarrist und SÀnger) habe ich eine Weile gebraucht, bis ich verstanden habe, dass es bei Blast Beats mindestens drei verschiedene AnsÀtze gibt (korrigiert mich, wenn ich sie falsch verstanden habe):

1) Gravity Blasts, bei denen man den Rim der Snare als Hebel verwendet
2) Push/Pull-Technik (on-beat aus dem Handgelenk, off-beat aus den Fingern, um den Stick wieder hoch in die Hand zu befördern)
3) Flying Fingers (French Grip und dann abwechselnd Mittel- und Ringfinger fĂŒr den Hebel am Stick verwenden)

Konkret fĂŒr E-Drums scheinen mir Gravity Blasts ausgeschlossen, weil die den Rim-Sound der Snare triggern wĂŒrden, den man auf einem akustischen Schlagzeug bei der UmgebungslautstĂ€rke der Blast Beats nicht hört. Soweit ich die Technik verstehe, wĂ€re sie aber auch konkret nur fĂŒr die Snare geeignet, hilft einem also nichts, um das dazugehörige Tempo auf den Cymbals ebenfalls zu erhöhen. Die anderen beiden Techniken hingegen sollten das schon tun, da Push/Pull und Flying Fingers sich ja allein auf die HĂ€nde beziehen, ohne Teile des Drumsets als Hilfsmittel zu verwenden.


Daher wollte ich mal an die anderen E-Drummer in die Runde fragen, ob ihr fĂŒr Blast Beats eher Push/Pull oder eher Flying Fingers verwendet? :)


Ich persönlich finde Push/Pull sehr schwer zugĂ€nglich, der off-beat mit den Fingern hat mir im Vergleich zum on-beat aus dem Handgelenk immer viel zu wenig Kraft. Da wĂŒrde ich von der Intuition her eher alles mit den Fingern spielen, dann ist es generell leiser, aber gleichförmiger. Das wĂ€re also fĂŒr mich eher ein Argument fĂŒr Flying Fingers.


Jetzt ist natĂŒrlich auch immer die Frage, welche Geschwindigkeit man erreichen will.
Gewisse Sachen bekomme ich auch jetzt schon hin, ohne eine der drei genannten Techniken zu beherrschen.

Ein Beispiel:
Bislang klingt es bei mir (mit Superior Drummer 3) z.B. so (ab 2:45 min geht der Blastbeat los); da erinnere ich mich noch, da war der Blast Beat von der ursprĂŒnglichen Aufnahme her fĂŒr mein Empfinden prĂ€zise genug, dass ich ihn erst komplett so lassen und nicht quantisieren wollte.
Habe es dann am Ende doch gemacht, weil ich fĂŒr meinen YouTube-Kanal halt nur "Studio"-Aufnahmen mache und das halt im Metal heute leider der Standard ist (insbesondere weil danach ja die anderen Instrumente mit dranhĂ€ngen und sich an den Drums orientieren - bei den Gitarren und beim Bass hingegen setze ich nie Quantisierung ein).
Aber nur, weil man bei MIDI-Aufnahmen wie Superior Drummer jeden Fehler rauseditieren könnte, gebe ich mich ja noch lange nicht mit dem ersten Take zufrieden. :) Je besser ich spiele, desto weniger Arbeit habe ich danach noch beim Editieren.


View: https://youtu.be/Lc2fO3J7CSE?si=HNtLiORfWD_UFa-w

An der Velocity drehe ich jedoch selten etwas, denn fĂŒr mich ist das E-Drum vor allem zur Dynamik-Eingabe da, die man beim Programmieren so intuitiv einfach nicht hinbekommt. NatĂŒrlich könnte man mit MIDI auch einfach schummeln, die Blastbeats bequem als beidhĂ€ndigen Single Stroke Roll einspielen, und dann einfach nur Hihat- oder Ride-Noten hĂ€ndisch hinzufĂŒgen. Aber an der Dynamik hört man das dann trotzdem, das klingt einfach weniger druckvoll als ein Blastbeat aus einer Hand.


Ansonsten ĂŒbe ich Blast Beats primĂ€r immer mal wieder
(gehören nicht zu meinem Haupt-Repertoire) anhand von SuidAkrA-Songs; die sind mir in der Hinsicht ganz sympathisch, weil sie zumindest ihre Ă€lteren Aufnahmen erkennbar nicht zu Tode editiert haben und live dann noch einmal mehr FĂŒnfe gerade sein lassen, insbesondere was die Drums angeht. So ist es also auch bei mir, tagesformabhĂ€ngig, aber so generell komme ich da vom Tempo mit meiner jetzigen Technik noch mit.


View: https://youtu.be/tjzCOcRqY1I?si=UDdpOaEUPCagIMR_


View: https://youtu.be/44nGJPhjYc8?si=zkv4mMeIuS7K7DG1


Aber die Königsdisziplin wĂ€re natĂŒrlich Wanja Nechtan Gröger / Keep of Kalessin:



View: https://youtu.be/w8R5pfr5vh8?si=l4KvH-PSR2J2bssm

Mit ErklÀrung von ihm selbst (er scheint mir also eher Push/Pull zu machen):

View: https://youtu.be/2RlqvRcbl_4?si=8MV37_cpilr41Rsq


Und letzten Endes geht es ja nicht nur um die Maximalgeschwindigkeit, sondern vor allem um die Ausdauer. Das, womit man entspannt hohe Geschwindigkeiten spielen kann, lÀsst einen dann wahrscheinlich auch umgekehrt auf geringerem Tempo lÀnger durchhalten.

(Gut, ich habe heute wieder eindrucksvoll gemerkt, dass das bei den FĂŒĂŸen nicht so ist, da z.B. Heel/Toe-Technik unterhalb einer gewissen BPM-Zahl deutlich schwieriger ist als schneller, und selbst bei Heel Up gibt es dieses "Passagio", um SĂ€nger-Terminologie zu verwenden, wo es zu schnell ist, um mit dem ganzen Bein zu spielen, und noch zu langsam, um nur aus den Knöcheln zu spielen
Da wir hier meiner Wahrnehmung nach ĂŒber die hĂ€ndische Analogie zur Hell/Toe-Technik reden, könnte sich da also ein Ă€hnlicher Effekt einstellen. :) Es wird ja auch einen Grund haben, warum Wanja Gröger selbst im obigen Video sagt, dass er auf "langsameren" Tempi eine andere Technik verwendet).
 

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